Grußwort
Bildgebende Verfahren in der Radiologie und Nuklearmedizin weisen seit Jahrzehnten eine zunehmende Qualität und Bedeutung für die Diagnostik, die Therapieplanung und -überwachung sowie bei radiologischen Interventionen auf. Der medizinische Nutzen der Bildgebung geht jedoch bei der Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe auch mit gesundheitlichen Strahlenrisiken einher. Daher verbessern zahlreiche Akteure mit regulatorischen und technologischen Optimierungen den Strahlenschutz für Betroffene kontinuierlich.
Das Bundesumweltministerium setzt sich als die für den Strahlenschutz zuständige oberste Bundesbehörde auf vielen Ebenen dafür ein, die Strahlenexposition bei Anwendungen ionisierender Strahlung am Menschen so weit wie medizinisch sinnvoll zu reduzieren. Im Jahr 2006 hat es die Strahlenschutzkommission (SSK) erstmalig beauftragt eine Orientierungshilfe für Ärzte und Ärztinnen zu erstellen, in der für unterschiedliche diagnostische Fragestellungen jeweils geeignete bildgebende Verfahren empfohlen werden. Die daraus hervorgegangene SSK-Empfehlung, die nunmehr in ihrer 4. aktualisierten Auflage vorliegt, ist eine wertvolle Unterstützung bei der Wahl geeigneter und aus Strahlenschutzsicht optimierter Bildgebungsverfahren. Die Orientierungshilfe dient der nationalen Umsetzung der Anforderung aus Artikel 58 Buchstabe c) der EU-Richtlinie 2013/59/EURATOM und ist ein bedeutender Beitrag zur Optimierung des Strahlenschutzes in der medizinischen Diagnostik und interventionellen Radiologie.
Ich danke der Strahlenschutzkommission, den beteiligten medizinischen Fachgesellschaften und insbesondere der Arbeitsgruppe des Ausschusses Strahlenschutz in der Medizin der Strahlenschutzkommission unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose für ihre Beiträge, um die Orientierungshilfe für bildgebende Verfahren zum Zwecke des optimierten Einsatzes bildgebender Verfahren in der Medizin auf dem Stand von Wissenschaft und Technik zu halten.
Bonn, den 04.02.2026
Im Auftrag
Andreas Sikorski
Leiter der Abteilung „Nukleare Sicherheit, Strahlenschutz“
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Vorwort
Bei einem sich ständig erweiternden Spektrum radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungs- und Therapieverfahren hat bedingt durch den technischen Fortschritt die Dosis vieler Verfahren abgenommen, jedoch steigt durch deren zunehmende Anwendung in einigen Bereichen, besonders der Computertomografie, die medizinische Strahlenexposition der Bevölkerung pro Kopf im Mittel in Deutschland seit Jahren langsam an (BMUV 2023).
Die bereits als Folge der EU Richtlinie 97/43/Euratom von den Mitgliedsstaaten umgesetzte Forderung einer Erstellung von „Empfehlungen hinsichtlich der medizinischen Expositionen“ wurde in der Richtlinie 2013/59/Euratom in Artikel 58 (c) dahingehend erweitert, dass den überweisenden Personen Überweisungsleitlinien für die medizinische Bildgebung zur Verfügung zu stellen sind, in denen die Strahlendosen berücksichtigt werden (Euratom 2014).
Im Jahr 2006 hatte die Strahlenschutzkommission (SSK) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen ersten Katalog erstellt, der für die unterschiedlichen diagnostischen und interventionellen Fragestellungen geeignete Verfahren empfahl. Diese Orientierungshilfe fand regen Zuspruch in der Ärzteschaft. Da sich die medizinischen Diagnose- und Therapieverfahren fortlaufend weiterentwickeln, ist eine regelmäßige Aktualisierung dieses Katalogs notwendig. So liegt nun mit der 4. Auflage eine aktualisierte Orientierungshilfe für bildgebende Verfahren vor, die den Ärzten und Ärztinnen die Möglichkeit bietet, unter Einbeziehung aktueller medizinischer Entwicklungen geeignete Verfahren für die Patienten und Patientinnen auszuwählen.
Ziel des Katalogs ist es, unnötige Strahlenexpositionen zu vermeiden und gleichzeitig die medizinische Diagnostik zu optimieren. Er befreit den anwendenden Arzt bzw. die anwendende Ärztin jedoch nicht von der Pflicht, die rechtfertigende Indikation für das gewählte Verfahren und den individuellen Patienten zu stellen und zu dokumentieren.
In den Jahren zwischen dem Erscheinen der einzelnen Auflagen wurden von Ärzten und Ärztinnen, wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften viele konstruktive Änderungs- und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Diese wurden von einer Expertengruppe der SSK bewertet und größtenteils direkt oder mit kleineren Modifikationen in die aktuelle Version übernommen.
Weiterhin wurden bei vielen medizinischen Fragestellungen die Empfehlungen zum Einsatz der Bildgebung überarbeitet und dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Auch in der Gewichtung einzelner Verfahren wurden Veränderungen vorgenommen, so ist z. B. dem Ultraschall und der Magnetresonanztomografie in der Abklärung bestimmter Fragestellungen eine höhere Bedeutung zugekommen. Die PET-CT wurden ebenfalls in ihrem Indikationsspektrum erweitert. Mit dem flächendeckenden Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (Mammografie-Screening) in Deutschland konnten neben den Empfehlungen zur Untersuchung asymptomatischer Frauen zwischen 50 und 75 Jahren sowie Empfehlungen zum Einsatz der digitalen Brusttomosynthese und stereotaktischen sowie tomosynthesegestützten Biopsie berücksichtigt werden.
Die SSK dankt den Experten der Arbeitsgruppe für die von ihnen erarbeiteten Beiträge sowie die Bewertung und Zusammenführung der eingegangenen Kommentare. Dank gebührt weiterhin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und ihren Arbeitsgemeinschaften, der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR), der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR), der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DGIR) sowie der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für die zahlreichen konstruktiven Kommentare.
Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose, Leiter der Arbeitsgruppe
Dr. Kerstin Jungnickel, Vorsitzende des Ausschusses „Strahlenschutz in der Medizin“
Prof. Dr. Ursula Nestle, Vorsitzende der Strahlenschutzkommission
Mitglieder der SSK-Arbeitsgruppe
Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Reinhard Loose, Radiologie, Koordination
Herr Prof. Dr. med. Ralf Adamus, Radiologie
Frau Dr. med. Bettina Beuthien-Baumann, Nuklearmedizin
Frau Dr. med. Karin Bock, Senologie
Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Burchert, Nuklearmedizin
Herr Prof. Dr. med. Stefan Delorme, Radiologie
Frau Dr. Kerstin Jungnickel, Medizinische Physik
Frau Dr. med. Julia Kalinka-Grafe, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Günter Layer, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Michael Lell, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Hans-Joachim Mentzel, Kinderradiologie
Herr Prof. Dr. med. Tobias Struffert, Neuroradiologie
Herr Prof. Dr. med. Michael Uder, Radiologie
Gedankt sei weiterhin den Autoren entsprechender Publikationen aus Österreich und Großbritannien, von denen wertvolle Anregungen eingeflossen sind.
Einführung
Vorbemerkung
Die vorliegende Orientierungshilfe soll wie die vorherigen Ausgaben zuweisenden Ärzten und Ärztinnen helfen, die für die jeweilige individuelle Fragestellung geeigneten radiologischen und nuklearmedizinischen Verfahren auszuwählen. Sie soll dazu beitragen, Patienten und Patientinnen besser zu versorgen und das am besten geeignete bildgebende Verfahren für die jeweilige Fragestellung auszuwählen. Weiterhin sollte sie als sinnvolles Lehrmittel in der studentischen Ausbildung, in Strahlenschutzkursen und in der ärztlichen Weiterbildung verwendet werden.
Diese Kriterien ersetzen nicht das Stellen der rechtfertigenden Indikation durch den Arzt bzw. die Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz nach § 83 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG 2017), die impliziert, dass der erwartete gesundheitliche Nutzen der jeweiligen Anwendung am Menschen das Strahlenrisiko überwiegt. Andere Verfahren mit vergleichbarem medizinischem Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlenexposition verbunden sind, sind bei der Abwägung zu berücksichtigen und insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Schwangeren, Neugeborenen und Kindern sowie strahlensensiblen Personen (z. B. bei Tumorprädispositionssyndromen) alternativ bevorzugt einzusetzen. Die rechtfertigende Indikation ist auch dann zu stellen, wenn eine klinische Anforderung eines überweisenden Arztes bzw. einer überweisenden Ärztin („anfordernder Arzt“) vorliegt; die Verantwortung liegt immer beim anwendenden Arzt bzw. bei der anwendenden Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde.
Empfehlungen dieser Art erfüllen ihren Zweck am besten, wenn sie in den Dialog zwischen dem anfordernden und dem anwendenden Arzt bzw. der anfordernden und der anwendenden Ärztin einfließen. Die Orientierungshilfe bewertet die Rolle von Röntgen (Rö), Computertomografie (CT), Cone Beam CT (CBCT) bzw. digitaler Volumentomographie (DVT), nuklearmedizinischen Verfahren (Nuk) einschließlich Positronenemissionstomografie (PET)-CT, Ultraschall (US), Magnetresonanztomografie (MRT) und interventionellen Eingriffen (IR) bei typischen Fragestellungen. Der in vergleichbaren Überweisungskriterien anderer EU-Mitgliedsstaaten vorhandene körpersystembasierte Ansatz wurde beibehalten.
Auch in dieser 4. Auflage der Orientierungshilfe wurden die Fragestellungen nach Wichtigkeit und Häufigkeit ausgewählt, insgesamt jedoch erweitert.
Bei einzelnen Patienten und Patientinnen wird man von den skizzierten Empfehlungen abweichen müssen, um den individuellen Umständen gerecht zu werden. Daher kann die Orientierungshilfe lediglich als Anleitung für sinnvolles ärztliches Handeln in charakteristischen Situationen dienen. Sie berücksichtigt vor allem medizinische Aspekte, ohne dabei die Versorgungssituation in Deutschland aus dem Blick zu verlieren, und muss im Alltag anwendbar sein. Daher können Abweichungen von den skizzierten Empfehlungen medizinisch sinnvoll und notwendig sein.
Wozu dient die Orientierungshilfe?
Eine Untersuchung ist dann von Nutzen, wenn sich der aus ihr resultierende Befund auf die weitere Diagnostik oder Therapie auswirkt oder die Verdachtsdiagnose des Arztes bzw. der Ärztin bestätigt oder ausschließt. Einige Untersuchungen tun dies in bestimmten Situationen nicht und können zu einer unnötigen Strahlenexposition führen. Es ist daher besonders wichtig, sich bereits im Vorfeld mit der Frage nach der sinnvollsten Untersuchungsmethode zu beschäftigen. Dies kann Untersuchungen einsparen, ohne dass die Qualität der Patientenversorgung darunter leidet. Folgendes sollte in jedem Fall vermieden werden:
Wiederholung von Untersuchungen, die in einem für die Fragestellung relevanten Zeitraum bereits zuvor durchgeführt wurden
In diesem Fall sollte versucht werden, die zuvor angefertigten Aufnahmen und Befunde zu erhalten.
Durchführung von Untersuchungen, deren Befunde vermutlich keinen Einfluss auf die Behandlung haben
Dies gilt für Untersuchungen, bei denen entweder der erwartete „positive“ Befund im Normalfall irrelevant ist (z. B. ist der Befund „degenerative Wirbelsäulenveränderungen“ ab dem mittleren Alter sehr häufig), oder für Untersuchungen, bei denen ein positiver Befund äußerst unwahrscheinlich ist.
Falscher oder zu früher Untersuchungszeitpunkt
Dies könnte ein Zeitpunkt sein, bevor eine Progression oder eine Rückbildung der Erkrankung zu erwarten ist oder bevor die Ergebnisse einen Einfluss auf die Therapie haben können.
Anforderung des falschen Diagnoseverfahrens
Die bildgebenden Verfahren entwickeln sich rasch weiter. Häufig kann es von Nutzen sein, die geplante Untersuchung mit Expertinnen oder Experten der Radiologie oder Nuklearmedizin zu besprechen, bevor sie angefordert wird. Über das adäquate Untersuchungsverfahren entscheidet der anwendende Arzt bzw. die anwendende Ärztin.
Zweckdienliche klinische Informationen und die Fragen, die das bildgebende Verfahren klären soll, werden nicht mitgeteilt
Derartige Versäumnisse können dazu führen, dass falsche Untersuchungsverfahren oder ‑protokolle angewendet werden (z. B. das Weglassen eines wesentlichen Strahlengangs oder Kontrastmittels (KM)).
Zu häufige oder nicht notwendige Anwendung
Manche Anforderungen bildgebender Verfahren beruhen auf Unsicherheit sowie Angst vor Fehlern und deren möglichen Folgen, besonders, wenn Patienten oder Patientinnen dazu drängen.
Wie nutzt der oder die Anfordernde den Rat der anwendenden Ärzte und Ärztinnen?
In vielen klinischen Situationen gibt es gesicherte radiologische oder nuklearmedizinische Vorgehensweisen, die z. B. als Leitlinien oder Verfahrensanweisungen verschiedener Fachgesellschaften veröffentlicht wurden. Solche Empfehlungen geben keine starre Vorgehensweise vor, sondern ein auf Erfahrung basierendes Konzept, das die individuelle Situation des Patienten oder der Patientin berücksichtigt. Im Zweifelsfall ist immer eine Rücksprache mit dem die Untersuchung durchführenden Arzt bzw. Ärztin notwendig. In manchen klinischen Situationen wird auch heute noch eine Bildgebung angefordert, obwohl sie nach einhelliger Meinung von Expertinnen und Experten keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen liefert und damit nicht indiziert ist. Ein typisches Beispiel sind Röntgenaufnahmen des Schädels von Kindern nach Trauma.
Welche Art von Aufnahmen ist anzufertigen?
Jede Einrichtung, die bildgebende Verfahren anwendet, muss nach § 121 Absatz 1 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV 2018) über Arbeitsanweisungen (SOPs = Standard Operating Procedures) verfügen. Deshalb wird nicht empfohlen, wie genau Untersuchungen durchgeführt werden sollen, sondern alle Untersuchungsverfahren sind im Rahmen dieser SOPs so zu optimieren, dass die für die Beantwortung einer Fragestellung notwendigen Informationen bei einem Minimum an Strahlenexposition erhalten werden können. Zuständig für die Beantwortung der Fragestellung ist der fachkundige Arzt bzw. die fachkundige Ärztin, und so kann es vorkommen, dass der Patient oder die Patientin bei der Anwendung dieser Empfehlungen eine andere Untersuchung erhält als vom anfordernden Arzt bzw. der anfordernden Ärztin zunächst erwartet.
Für wen wurde diese Orientierungshilfe erstellt?
Diese Orientierungshilfe ist vor allem für Ärzte und Ärztinnen in Kliniken und im ambulanten Bereich bestimmt, die Patienten und Patientinnen zur Durchführung bildgebender Verfahren oder interventioneller Eingriffe überweisen, stellt aber auch für fachkundige Ärzte und Ärztinnen eine wertvolle Hilfe für die Diskussion mit Anforderern dar. Sie ersetzt nicht das Stellen einer rechtfertigenden Indikation nach § 83 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG 2017) durch den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin. Aus den verfügbaren Untersuchungsmethoden wird in Abstimmung mit dem anwendenden Arzt bzw. der anwendenden Ärztin die individuelle Untersuchung festgelegt, wobei die vorhandenen Ressourcen zu berücksichtigen sind. Wünschenswert wäre es, wenn allen Ärzten und Ärztinnen mit Beginn ihrer Weiterbildung die Orientierungshilfe in geeigneter Form verfügbar gemacht würde, z. B. als PDF, oder in elektronische Anforderungssysteme in Kliniken eingebunden würde und als App auf mobilen Geräten (z. B. Smartphones) verfügbar wäre.
Verwendung der Orientierungshilfe
Der Aufbau dieser Orientierungshilfe besteht aus fünf Spalten: Die erste Spalte ist die Nummerierung des Inhaltsverzeichnisses, die zweite Spalte gibt die klinische Fragestellung an, bei der eine Untersuchung indiziert sein kann, die dritte Spalte listet mögliche bildgebende Verfahren auf, die vierte Spalte enthält den Empfehlungsgrad, d. h. die Aussage, ob diese bestimmte radiologische oder nuklearmedizinische Untersuchung anzuraten ist oder nicht, die fünfte Spalte enthält erläuternde Kommentare.
Folgende Empfehlungen werden ausgesprochen:
- Nicht indiziert (N): Untersuchungen, die in der gegebenen klinischen Situation keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen liefern, oder durch modernere aussagekräftigere Verfahren ersetzt sind.
- Indiziert (P): Primäruntersuchung: Es handelt sich dabei um jenes Untersuchungsverfahren, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Diagnose und zur Behandlung des Patienten oder der Patientin beiträgt und daher primär eingesetzt werden sollte.
- Indiziert (W): Weiterführende Untersuchung: Dabei handelt es sich um Untersuchungen, die z. B nach Beobachtung, oder bei Veränderung von Symptomen eingesetzt werden, insbesondere dann, wenn nach einer primär (P) indizierten Untersuchung wichtige Fragen offenbleiben. In schwierigen Fällen sollten die durchführenden Ärzte und Ärztinnen vorab befragt werden, ob eine angeforderte Untersuchung die gewünschte Information auch zu liefern vermag.
- Spezialverfahren (S): Dabei handelt es sich um komplexe oder aufwändige Verfahren, z. B. interventionelle Eingriffe. Solche Untersuchungen werden im Normalfall auf Anforderung von Ärzten und Ärztinnen angefertigt, die über die klinische Expertise verfügen, die nötig ist, um anhand des Untersuchungsbefundes und der angefertigten Aufnahmen handeln zu können. Im Allgemeinen ist hierbei auch eine individuelle Absprache mit dem durchführenden fachkundigen Arzt bzw. der Ärztin erforderlich.
Schwangerschaft und Strahlenschutz des Ungeborenen
Die Strahlenexposition eines Embryos oder Fetus sollte, wenn möglich, vermieden werden, auch in Situationen, in denen eine Schwangerschaft von der Patientin selbst (noch) nicht vermutet wird (SSK 2025). Die Aufgabe, dies abzuklären, liegt zunächst beim anfordernden Arzt bzw. der anfordernden Ärztin. Zudem müssen Frauen im gebärfähigen Alter, die zu einer Röntgen- oder nuklearmedizinischen Untersuchung erscheinen, befragt werden, ob sie schwanger sind oder möglicherweise schwanger sein könnten.
Wenn die Patientin eine Schwangerschaft nicht ausschließen kann, z. B. weil die Menstruation überfällig ist, sollte die Untersuchung möglichst erst nach einem negativen Schwangerschaftstest erfolgen, oder, falls keine dringliche Indikation besteht, bis nach Einsetzen der nächsten Periode verschoben werden.
In Einzelfällen kann eine geplante Untersuchung für die Schwangere oder eventuell auch für das ungeborene Kind so wichtig sein, dass eine Verzögerung nicht vertretbar ist. Die rechtfertigende Indikation durch den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin ist hier unter besonderer Abwägung des Risikos für Schwangere und Kind zu stellen. Außer in Notfällen wird empfohlen, ein Gespräch mit der Patientin in einem interdisziplinären Konsil vorzubereiten, an dem auch Personen mit Expertise in Medizinphysik, Gynäkologie, Humangenetik und Psychologie beteiligt sind.
Wenn eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann und die geplante Untersuchung den Uterus nur durch Streustrahlung exponiert, kann diese in der Regel durchgeführt werden. Bei höheren Dosen durch Streustrahlung sollte eine Dosisabschätzung für den Uterus erfolgen und eine Nutzen-Risiko-Analyse entsprechend der SSK-Empfehlung „Effekte nach pränataler Strahlenexposition“ durchgeführt werden (SSK 2025). Bei Untersuchungen mit Exposition des Uterus im Nutzstrahlbereich (Abdominelle CT, Intravenöse Pyelografie (IVP), Durchleuchtungsuntersuchungen (DL), Angiografien) bestehen zwei Möglichkeiten:
- In den ersten 10 Tagen des Zyklus hat mit großer Wahrscheinlichkeit noch keine Befruchtung stattgefunden. Die Untersuchung kann durchgeführt werden.
- Nach dem 10. Zyklustag sollte – so es die klinische Situation zulässt – die Untersuchung bis in die ersten 10 Tage des nächsten Zyklus verschoben werden.
In allen Fällen, in denen anfordernder und anwendender Arzt bzw. Ärztin übereinstimmen, dass eine Strahlenexposition der schwangeren oder möglicherweise schwangeren Frau aus medizinischen Gründen in Kauf genommen werden muss, ist diese Entscheidung zu dokumentieren. Der Radiologe bzw. die Radiologin oder Nuklearmediziner bzw. Nuklearmedizinerin hat sicherzustellen, dass die Exposition mit der geringstmöglichen Strahlendosis erfolgt, die für die Fragestellung erforderlich ist.
Sollte es zu einer unbeabsichtigten Strahlenexposition eines Embryos oder Feten kommen, ist bei üblichen radiologischen Verfahren das Risiko – auch bei vergleichsweise hohen Strahlendosen, wie CT oder Interventionen des Abdomens (DGMP und DRG 2019) so gering, dass invasive diagnostische Prozeduren (z. B. Amniozentese) oder gar ein Abbruch der Schwangerschaft in der Regel nicht angezeigt sind. Ihr Risiko übersteigt meist das der vorausgegangenen Strahlenexposition. Der anwendende Arzt bzw. die anwendende Ärztin kann allerdings auf Basis der Expositionsdaten eine individuelle Bewertung erstellen und mit der Schwangeren besprechen. Es kann aber sinnvoll sein, die Schwangerschaft in Fällen einer Strahlenexposition engmaschiger sonografisch zu begleiten und erst dann Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich Auffälligkeiten zeigen.
Auch bei der Anwendung der MRT und bei KM-Applikationen aller Art ist während der Schwangerschaft erhöhte Vorsicht geboten. Obwohl das Risiko von Schäden durch MRT-Untersuchungen sehr gering ist, ist die Indikation zu MRT-Untersuchungen im ersten Trimenon der Schwangerschaft besonders streng zu stellen. KM-Applikationen aller Art sollten während der gesamten Schwangerschaft nach Möglichkeit unterbleiben. Während der Stillzeit besteht keine Kontraindikation für iodhaltige KM und für makrozyklische MRT-KM (ESUR 2018).
Verminderung der Patientenexposition
Diagnostische und therapeutische Strahlenanwendungen als wesentlichste zivilisatorische Strahlenquelle tragen, wie aus dem 2023 veröffentlichten Parlamentsbericht des Bundesumweltministeriums „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2020“ (BMUV 2023) hervorgeht, mit 1,6 mSv knapp zur Hälfte der Gesamtstrahlenexposition der Bevölkerung und zu über 98 % der zivilisatorischen Exposition bei. Dabei ist der Anteil an CT-Untersuchungen, die mit 68 % daran den größten Anteil haben, trotz der Zunahme von MRT-Untersuchungen steigend. Auch bei geringer Strahlenexposition kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Für die rechtfertigende Indikation ist zu prüfen, ob der erwartete Nutzen das anzunehmende Strahlenrisiko überwiegt.
Die Grundsätze des Strahlenschutzes schreiben eine Vermeidung aller unnötigen Strahlenexpositionen vor, und alle verantwortlichen Organisationen und Beteiligten haben diese Regeln zu beachten. Der effektivste Weg, die medizinische Bevölkerungsexposition niedrig zu halten, ist die Vermeidung unnötiger Untersuchungen (insbesondere unnötiger Wiederholungsuntersuchungen!) sowie die Anpassung und Optimierung der Untersuchungsverfahren. Andererseits sollten notwendige Untersuchungen nicht aus unbegründeter „Strahlenangst“ abgelehnt werden.
Die effektive Dosis für eine radiologische oder nuklearmedizinische Untersuchung ergibt sich aus der gewichteten Summe der Dosen aller betroffenen Gewebe oder Organe im exponierten Bereich (ICRP 2007, ICRP 2015). In die Berechnung fließt die relative Sensitivität der verschiedenen Gewebe oder Organe gegenüber ionisierender Strahlung ein. Daraus ergibt sich eine letztlich geschätzte Einzeldosis, die ein Maß für das gesamte Strahlenrisiko darstellt, unabhängig davon, wie sich die Dosis im Körper verteilt.
Typische effektive Dosiswerte für die häufigsten Untersuchungen in der Radiologie und Nuklearmedizin zeigt Tabelle 1. Sie ermöglicht einen Vergleich zwischen Untersuchungen mit verschiedenen Dosiseinheiten, z. B. CT und Nuklearmedizin, und eine Einordnung im Vergleich zur natürlichen Strahlenexposition.
Meist handelt es sich dabei um niedrige Dosen, die zum Vergleich der durchschnittlichen Strahlenexposition einer p. a. (posterior-anterioren) Röntgenaufnahme des Thorax und der natürlichen Umgebungsstrahlung gegenübergestellt werden. In der Regel liegen auch bei pädiatrischen Untersuchungen die effektiven Dosen in der gleichen Größenordnung. Das Strahlenrisiko ist jedoch in Abhängigkeit vom Alter des exponierten Kindes bis zu einem Faktor drei höher (ICRP 2007, UNSCEAR 2013).
Moderne Gerätetechnik, die eine diagnostische Bildqualität auch bei geringerer Exposition ermöglicht, sollte wo immer möglich eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind die iterative Rekonstruktion und Vermeidung des „Overrangings“ in der CT, Nutzung von Durchleuchtungsszenen und „Last Image Hold“ (LIH) anstelle von Aufnahmen oder Serien in der Fluoroskopie. Zurzeit sind auch KI-Verfahren mit dem Ziel der Dosisreduktion in der Entwicklung.
Wenn eine Untersuchung mit einem alternativen Verfahren ohne Verwendung ionisierender Strahlung gleichwertige diagnostische Ergebnisse erbringt, sollte dieses präferiert werden, insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen (Kinder, Schwangere).
Kommunikation mit einer radiologischen oder nuklearmedizinischen Abteilung
Üblicherweise bedeutet die Anforderung einer radiologischen oder nuklearmedizinischen Untersuchung, dass vom anwendenden Arzt bzw. von der anwendenden Ärztin eine Stellungnahme in Form eines Befundes eingeholt wird. Der Befund soll entweder eine Diagnose ermöglichen und/oder zu einer optimalen Behandlung beitragen.
Die Anforderungen sollten so präzise wie möglich und eindeutig sein, um die Wahl der am besten geeigneten Untersuchungsstrategie zu unterstützen. Die Qualität des Untersuchungsergebnisses wird wesentlich durch die Qualität der klinischen Angaben an den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin beeinflusst.
Der Befund soll gegebenenfalls auch eine Empfehlung enthalten, welche zusätzliche Untersuchung in der aktuellen Situation zur weiteren Klärung beitragen könnte.
Bei allen Unklarheiten ist eine direkte Kontaktaufnahme zwischen Anfordernden und dem fachkundigen Arzt bzw. der fachkundigen Ärztin zu empfehlen.
Früherkennungsuntersuchungen mit ionisierenden Strahlen
Früherkennungsuntersuchungen asymptomatischer Personen sind nur erlaubt, wenn sie durch eine Verordnung gemäß § 84 Absatz 2 StrlSchG (StrlSchG 2017) zugelassen sind und eine Genehmigung vorliegt. Hierzu erfolgt eine Bewertung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unter Beteiligung von Fachkreisen. Die Früherkennung von Brustkrebs durch ein organisiertes Mammografie-Screeningprogramm ist in Deutschland seit vielen Jahren etabliert. Aktuell wurde die Altersobergrenze von 69 auf 75 Jahre angehoben. Die Früherkennung von Lungenkrebs bei Rauchern und Raucherinnen mittels Niedrigdosis-CT wurde beschlossen und wird zeitnah flächendeckend umgesetzt.
Typische effektive Dosen radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungsverfahren für einen Standardpatienten
Die nachfolgende Tabelle stellt typische effektive Dosen radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungsverfahren für einen Standardpatienten[1] dar. Effektive Dosen basieren auf Medianwerten für Dosis-Flächen-Produkt (DFP), Average Granular Dose (AGD) und effektiver gewichteter CT-Dosisindex (CTDIvol) der Veröffentlichung der Diagnostischen Referenzwerte (DRW) vom 17.11.2022 (bei unzureichenden Daten wurden die Daten der ärztlichen Stellen (ÄS) aus den Jahren 2021 bis 2023 herangezogen).
Tabelle 1: Typische effektive Dosen radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungsverfahren für einen Standardpatienten
Untersuchungsart / Untersuchungsregion | Typische[2] | Anzahl von Untersuchungen des Thorax p. a., die zu einer vergleichbaren effektiven Dosis führt | Ungefährer Zeitraum der natürlichen Strahlenexposition, der zu einer vergleichbaren effektiven Dosis führt[3] | |
|---|---|---|---|---|
Konventionelle Projektionsaufnahmen am Erwachsenen | ||||
Extremitäten distal / Schulter (pro Ebene): | < 0,01 | 0,5 | 1,7 Tage | |
Oberschenkel, Oberarm | 0,03 | 1,6 | 5,2 Tage | |
Hüfte (pro Ebene) | 0,05 | 2,7 | 9,1 Tage | |
Thorax p. a. | 0,02 | 1,0 | 3,4 Tage | |
Thorax lat / Brustwirbelsäule (BWS) lat | 0,08 | 4,1 | 2,0 Wochen | |
BWS a. p. / p. a., Lendenwirbelsäule (LWS) (a. p. / p. a., lat), Abdomen, Becken (a. p. / p. a.) | ca. 0,3 | 15,5 | 1,7 Monate | |
Mammografische Untersuchungen | ||||
Berücksichtigte Ebenen: cc: cranio-caudal mlo: mediolateral-oblique | ||||
Mammografie beidseits in 2 Ebenen | 0,40 | 20,7 | 2,3 Monate | |
Tomosynthese (pro Ebene), einseitig | 0,13 | 6,7 | 0,7 Monate | |
Konventionelle Projektionsaufnahmen am Kind / Jugendliche | ||||
Thorax a. p./ p. a. | < 0,02 | 1,0 | 3,5 Tage | |
Abdomen a. p. | < 0,04 | 2,1 | 7,0 Tage | |
Becken a. p. | < 0,1 | 5,2 | 2,5 Wochen | |
Diagnostische Durchleuchtungsuntersuchungen am Erwachsenen | ||||
Kolon Monokontrast | 1,7 | 86,1 | 9,5 Monate | |
Arteriografie Becken-Bein | 2,1 | 108,3 | 1,0 Jahr | |
Diagnostische Durchleuchtungsuntersuchungen am Kind | ||||
Miktionszystourethrogramm MCU | < 0,07 | 3,6 | 12,2 Tage | |
Interventionelle Eingriffe am Erwachsenen | ||||
Thrombektomie nach Schlaganfall / Aneurysma-Coiling | 4,3 | 222 | 2,0 Jahre | |
Koronarangiografie mit PCI | 6,9 | 357 | 3,3 Jahre | |
Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) | 9,2 | 478 | 4,4 Jahre | |
Endovaskuläre Aneurysma-Therapie (EVAR) | 13 bis 38 | 672 bis 1964 | 6 bis 18 Jahre | |
Transarterielle Chemoembolisation (TACE) | 25 | 1270 | 11,7 Jahre | |
Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) (Unterschenkel/Fuß bis Becken) | 0,5 bis 5,5 | 26 bis 284 | 0,2 bis 2,6 Jahre | |
Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) mit Intervention | 1,7 | 86 | 9,5 Monate | |
CT-Untersuchungen am Erwachsenen | ||||
Gehirn | 1,2 | 64 | 7,1 Monate | |
Nasennebenhöhlen (NNH) (Sinusitis, OP-Planung) | 0,12 | 6 | 0,7 Monate | |
Gesichtsschädel (Tumor (TU)-Diagnostik, Trauma) | 0,58 | 30 | 3,3 Monate | |
Hals (z. B. TU-Suche, Lymphknotenstatus) | 1,9 | 101 | 11,1 Monate | |
CT-Angiografie (CTA) der hirnversorgenden Gefäße (z. B. Gefäßverschluss, Dissektion) | 2,6 | 132 | 1,2 Jahre | |
Halswirbelsäule (HWS) (Knochen) | 1,6 | 83 | 9,1 Monate | |
BWS (Knochen) | 7,8 | 402 | 3,7 Jahre | |
LWS (Knochen) | 3,9 | 199 | 1,8 Jahre | |
Lungenparenchym (nur Hochkontrast nativ) | 1,8 | 94 | 10,4 Monate | |
Thorax (Lunge, Mediastinum, Weichteile ggf. mit KM) | 4,7 | 243 | 2,2 Jahre | |
CTA der gesamten Aorta | 8,6 | 445 | 4,1 Jahre | |
EKG−synchronisierte koronare Angiografie (prospektiv) | 5 | 258 | 2,4 Jahre | |
Oberbauch | 4,6 | 240 | 2,2 Jahre | |
Gesamtes Abdomen (mit Becken) | 7,3 | 378 | 3,5 Jahre | |
Becken (Knochen) | 1,8 | 92 | 10,1 Monate | |
Becken (Weichteile) | 2,9 | 150 | 1,4 Jahre | |
CTA Becken-Bein | 6,0 | 307 | 2,8 Jahre | |
CT-Untersuchungen am Kind / Jugendliche | ||||
Gehirn | < 2,4 | 124 | 1,1 Jahre | |
Thorax | < 3,4 | 175 | 1,6 Jahre | |
Gesamtes Abdomen (mit Becken) | < 5,7 | 294 | 2,7 Jahre | |
DVT / CBCT Untersuchungen | ||||
NNH oder dental | < 0,2 | 10 | 1,1 Monate | |
Nuklearmedizinische Untersuchungen[4] | ||||
Hirnszintigrafie (Basalganglien) (180 MBq 123I-FP-CIT) | 4,3 | 215 | 2 Jahre | |
Schilddrüsenszintigrafie (70 MBq 99mTc-Pertechnetat) | 0,69 | 35 | 3,9 Monate | |
Lungenperfusionsszintigrafie (160 MBq 99mTc-Makroalbuminaggregate) | 1,8 | 90 | 10 Monate | |
Myocardperfusionsszintigrafie[5] (400 MBq 99mTc-Sestamibi bzw. Tetrofosmin) 2-Tagesprotokoll | 2,6
|
130
|
1,2 Jahre
| |
Nierenfunktionsszintigrafie (100 MBq 99mTc-MAG3) | 0,41 | 21 | 2,3 Monate | |
Wächterlymphknoten (SLN)-Szintigrafie (40 MBq 99mTc-Kolloid) | 0,09 | 4,5 | 2,3 Wochen | |
Ganzkörperskelettszintigrafie (GKS) (560 MBq 99mTc-Phosphonat gewichtsadaptiert) | 2,4 | 120 | 1,1 Jahre | |
Positronen-Emissions-Tomografie (Onkologie)
|
3,4 4,0 3,2 |
170 200 160 |
1,6 Jahre 1,9 Jahre 1,5 Jahre | |
Diagnostik, Staging, Therapiemonitoring und Nachsorge
Primäres Ziel einer Bildgebung mit ionisierender Strahlung ist in der Regel der Nachweis oder Ausschluss einer Erkrankung. Nicht alle Zuweisungen erfolgen jedoch zu diesem Zweck. Häufig geht es um die Bestimmung der exakten Ausdehnung einer Erkrankung zur Planung der weiteren Behandlung (z. B. Strahlentherapie, Chemotherapie, Chirurgie), in anderen Fällen darum, das Ansprechen auf eine Behandlung zu überprüfen, um nötigenfalls frühzeitig das therapeutische Vorgehen abzuändern. Obwohl zu diesem Zweck häufig aufwändige und komplexe Verfahren eingesetzt werden müssen, hilft die gewonnene Information, ungeeignete bzw. belastende Therapien zu vermeiden.
Bildgebende Röntgenverfahren
Radiografie
Deutschland ist flächendeckend mit Röntgengeräten zur Radiografie versorgt. Obwohl durch neue technische Entwicklungen viele Untersuchungen heute mit den Schnittbildtechniken CT und MRT durchgeführt werden, stellt die konventionelle Röntgenuntersuchung weiterhin den größten Anteil an radiologischen Untersuchungen der Bevölkerung dar, da sie kostengünstig und für viele Fragestellungen ausreichend ist. Die technische Entwicklung hat inzwischen Film-Folien-Systeme durch die digitale Radiografie fast vollständig ersetzt. Ihre Vorteile liegen in der Möglichkeit der Bildverarbeitung, dem großen Dynamikumfang und der digitalen Speicherbarkeit der Untersuchungen sowie der leichteren Übermittlung der Bilddaten an andere Ärzte und Ärztinnen. Moderne Gerätetechnik ermöglicht bei vergleichbarer oder besserer diagnostischer Bildqualität eine deutliche Reduktion der Strahlenexposition.
Lungen- und Skelettdiagnostik
Das konventionelle digitale Röntgen ist als Erstuntersuchung für die Lungen- und Skelettdiagnostik vielfach unverzichtbar.
Mammografie
Die Strahlenexposition der Mammografie wird durch die moderne Gerätetechnik soweit reduziert, dass das daraus resultierende geringe Strahlenrisiko in einem günstigen Verhältnis zum erzielten Nutzen steht. Viele moderne Systeme bieten zusätzlich die Option der digitalen Brusttomosynthese (DBT). Durch Minderung von Überlagerungseffekten zeigen Studien eine Steigerung der Befundungsgenauigkeit basierend auf einer Steigerung der Sensitivität und/oder Spezifität. Im Rahmen eines ergänzenden oder primären Einsatzes in der mammografischen Diagnostik kann die DBT sinnvoll sein. Um in einer primären Anwendung eine doppelte Exposition pro Ebene (2D‑Mammografie plus DBT) zu vermeiden, erscheint die ersetzende Verwendung der aus DBT-Daten errechneten, synthetischen 2D‑Mammografie sinnvoll.
Im Mammografie-Screening-Programm darf die DBT bislang ausschließlich als weiterführende Untersuchung im Rahmen der Abklärung auffälliger Screening-Befunde, u. a. als DBT-Stereotaxie eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde sie weltweit im Rahmen mehrerer Studien im Screening eingesetzt. Eine umfassende Bewertung im Screening-Kontext für Deutschland steht aber noch aus.
Für die Empfehlungen im Abschnitt J wurde, soweit anwendbar, die aktuelle S3-Leitlinie Mammakarzinom (AWMF 2021) berücksichtigt.
Durchleuchtungsuntersuchungen des Gastrointestinaltrakts (GI)
Diese sind in der elektiven Diagnostik des Ösophagus, des Magens und des Kolons weitgehend durch die Endoskopie ersetzt und werden nur noch selten in der Diagnostik von Dünndarmerkrankungen, bei Notfällen und in der Abklärung perioperativer Komplikationen eingesetzt. Dynamische Untersuchungen (Defäkografie, Videokinematografie des Schluckaktes) sind Spezialverfahren zur Abklärung funktioneller Störungen.
Phlebografie mit KM
Sie ist von der venösen Kompressions- und Duplexsonografie abgelöst worden und wird nur noch in Einzelfällen zur Darstellung von Beinvenenthrombosen (insbesondere am Unterschenkel) und zur präoperativen Varizendarstellung eingesetzt.
Computertomografie (CT)
In Deutschland sind inzwischen alle installierten CT-Scanner Multidetektor-CT-Geräte (MDCT) mit bis zu 320 Detektorzeilen. Diese Technik erlaubt die Akquisition von Volumendaten z. B. am Thorax bei einmaligem Atemanhalten. Die MDCTs können damit in so entscheidenden Fragen wie dem Nachweis einer Lungenembolie oder sonstiger Pathologien der Arterien und Venen vom Gehirn bis zu den Beinen als CTA eingesetzt werden. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die CT eine relativ hohe Strahlenexposition bedingt (Tab. 1). Es ist daher wichtig, die Entwicklung der MRT zu verfolgen, die einige der ursprünglichen Indikationen für CT Untersuchungen übernommen hat.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll und wichtig, bildgebende Verfahren ohne ionisierende Strahlen (US und MRT) bei der Rechtfertigung als Alternative mit zu berücksichtigen.
- Grundsätzlich ist bei Kindern und bei Schwangeren die Indikation für CT-Untersuchungen des Abdomens sehr sorgfältig zu stellen und soweit möglich sind Niedrigdosisprotokolle anzuwenden. Besondere Vorsicht ist auch bei wiederholten CT des Gehirns angebracht aufgrund der Strahlenempfindlichkeit der Augenlinse.
- Die CT bleibt die optimale Untersuchung bei Erwachsenen für viele klinische Probleme in Thorax und Abdomen, besonders in der Akutdiagnostik. Am Gehirn wird in der Abklärung von Ischämien zunehmend die Perfusions-CT eingesetzt.
- MDCT-Scanner erlauben die Untersuchung von großen Körperabschnitten in kurzer Zeit und hoher diagnostischer Qualität. Sie eignen sich auch bei Symptomen oder Erkrankungen, die im Vorfeld noch keinem bestimmten Organ zugeordnet werden können.
- Die CT wird unverändert sehr häufig bei Verdacht einer akuten intrakraniellen Pathologie, vor allem beim Trauma und bei akutem Schlaganfall oder Blutungen, eingesetzt, aber selten in der zerebralen Diagnostik von TU und neurodegenerativen Erkrankungen.
- Die CT ist eine etablierte und flächendeckend verfügbare Methode, um bei malignen Erkrankungen ein Staging durchzuführen und besonders gut für Therapiekontrollen geeignet.
- Die CT ist sowohl präoperativ zur Operationsplanung (OP-Planung) als auch postoperativ zur Abschätzung von Komplikationen geeignet.
- Die CT ist im Rahmen von interventionellen radiologischen Eingriffen wichtig (Drainage, Biopsie, Hochfrequenz- /Mikrowellenablation).
- Die CT ist besonders wichtig in der Traumatologie und bei Organverletzungen. Insbesondere bei schweren Polytraumata kommen CT-Untersuchungen mit schnellen MDCT-Scannern zum Einsatz und können durch eine schnellere Diagnostik zu einer Mortalitätsreduktion führen.
- Die CT ist bei adipösen Patienten und Patientinnen meist besser geeignet als eine US-Untersuchung.
- Die CT ist eine Alternative, wenn ein MRT kontraindiziert oder nicht verfügbar ist. Neben der CT steht auch die CBCT in unterschiedlichen technischen Ausführungen zur Verfügung. Trotz mangelnden Weichteilkontrasts eignet sich die CBCT aufgrund ihrer guten Hochkontrastauflösung zur Knochendarstellung (Felsenbein, Darstellung der optischen Kapsel und Gehörknöchelchen, Mittelgesicht (NNH)).
Nuklearmedizin (Nuk)
Die Versorgung mit allen diagnostischen nuklearmedizinischen Verfahren einschließlich moderner Hybridverfahren wie Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT)-CT und PET-CT sowie die Versorgung mit Radiopharmaka – auch mit kurzlebigen Radionukliden – ist in Deutschland flächendeckend sichergestellt.
In den letzten Jahren hat es eine deutliche technische Fortentwicklung der Aufnahmegeräte und eine substanzielle Entwicklung der Software gegeben, die mit kontinuierlicher Verringerung der Strahlenexposition und Verbesserung der Bildqualität einherging.
Die Nuklearmedizin hält eine Reihe von Methoden vor, die im Rahmen der Erstdiagnostik, d. h. primär, eingesetzt werden. Neben den klinisch lange erprobten Standardverfahren entwickelt sich die PET-CT in der Onkologie mit [18F]FDG und anderen neuen Radiopharmaka beständig weiter. Dies betrifft z. B. das Staging und die Therapiekontrolle maligner TU, sowie weitere Methoden z. B. zur Abklärung neurodegenerativer Erkrankungen. PET-CT Daten werden zunehmend in die Bestrahlungsplanung integriert. Die Therapiekontrolle erfolgt in der Regel mit den zum Staging eingesetzten Untersuchungsmethoden. Für die Diagnostik des Prostatakarzinoms sind Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA)-Liganden im Einsatz. Weiterhin werden für neuroendokrine TU (NET) Somatostatin-Rezeptor (SSTR)-Liganden eingesetzt. Beide Liganden werden in der Theranostik (Kombination aus Therapie und Diagnostik) genutzt.
Interventionelle Radiologie (IR)
Neue Techniken im Rahmen der IR sind ständig in Entwicklung. Einige dieser Neuerungen sind:
Perkutane Implantationen von komplexen, z. T. individuell gefertigten Stents in den großen thorakalen und abdominellen Gefäßen,
Behandlungen benigner und maligner Läsionen von Leber, Nieren, Lungen, Uterus oder Prostata,
minimalinvasive Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzklappen und Reizleitungsstörungen, Coiling von Aneurysmen und die Thrombusaspiration nach Schlaganfall.
Ultraschall (US)
In der US-Diagnostik sind heute alle technischen Verfahren wie Farbdoppler, Powerdoppler, Tissue- und Contrast Harmonic Imaging, Elastografie und kontrastmittelverstärkter US (contrast-enhanced ultrasound, CEUS) flächendeckend verfügbar. Aus strahlenhygienischen Gründen ist der Einsatz der Sonografie, wann immer sinnvoll, der Verwendung von bildgebenden Verfahren mit ionisierender Strahlung vorzuziehen.
Die diagnostischen Grenzen des US (Knochen, Luft) sind bekannt, ebenso die hohen Anforderungen an die Expertise des Untersuchers. Moderne Picture Archiving and Communication Systems (PACS) erlauben eine Speicherung längerer Filmsequenzen und damit die nachträgliche Befundung und einen zuverlässigen Vergleich mit Voruntersuchungen.
Eine sichere sonografische Diagnostik setzt eine qualifizierte Ausbildung und persönliche Fertigkeiten voraus, da sonst vermeidbare zusätzliche radiologische Folgeuntersuchungen veranlasst werden.
Trotz der physikalischen Grenzen, die dem US gesetzt sind, ist das Einsatzgebiet dieses Verfahrens außerordentlich breit. Es ist schnell, flächendeckend verfügbar und nicht invasiv. Daher ist die Sonografie in vielen Fällen die erste Untersuchung und für zahlreiche Indikationen geeignet.
US kann bei Beachtung seiner Leistungsgrenzen im gesamten Abdomen für akute und chronische Erkrankungen eingesetzt werden und hat insofern eine „Lotsenfunktion“, indem er bereits in einer frühen klinischen Phase die weitere Diagnostik in die entscheidende Richtung lenken kann.
US ist besonders gut für die Untersuchung parenchymatöser Organe geeignet. Mit CEUS in der Hand einer erfahrenen untersuchenden Person sind z. B. Sensitivität und Spezifität für herdförmige Leberveränderungen denen der CT und MRT vergleichbar.
Die US-Diagnostik des Abdomens und der relevanten Lymphknotenregionen gehört als Standard zum onkologischen Staging und zu einer Vielzahl an Nachsorgeprotokollen, auch dann, wenn dieselben Regionen bereits mit der CT oder MRT erfasst wurden. Die US-Untersuchung gehört an den Anfang der Diagnostik, denn ist z. B. ein metastasiertes Tumorleiden bereits bei der Sonografie offensichtlich, relativiert sich die Indikation zu anderen, aufwändigeren oder invasiven Untersuchungen.
US ist eine sehr verlässliche Untersuchung bei arteriellen und venösen Gefäßerkrankungen. Sie ist vor allem für die supraaortalen und Extremitätengefäße geeignet, kann aber auch intrakraniell oder abdominell eingesetzt werden.
US hat als Small-Parts-Sonografie für die Analyse von oberflächlich gelegenen Organbereichen (Schilddrüse (SD), Lymphknoten (LK), Mamma, Hoden usw.) erhebliche Bedeutung und ist bei hohen Sendefrequenzen der CT oder MRT hinsichtlich der Auflösung überlegen. Die Sonografie ist häufig die Untersuchung der Wahl, nicht selten sogar die einzige.
US ist grundsätzlich das erste Verfahren zur Untersuchung oberflächlicher Tastbefunde, wenn diese nicht durch Luft oder Knochen verdeckt sind: „Was man tasten kann, kann man auch schallen“.
Mit dem CEUS können auch Fisteln, kleinere aktive Blutungen oder Endoleaks von Stents mit hoher Sensitivität dargestellt werden. Aus diesem Grund ist der CEUS das empfindlichste Verfahren, um zu erkennen, ob eine Läsion durchblutet ist. Dies erleichtert die Unterscheidung z. B. von TU und flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen.
US ist das führende und häufig einzig erforderliche bildgebende diagnostische Verfahren in der Pädiatrie. Der Einsatz des US mit hohen Energien, wie z. B. hochfokussierter Spektraldoppler und CEUS bedarf einer strengen Indikationsstellung. Bei Anwendung von Ultraschall bei einer schwangeren Person zu nicht medizinischen Zwecken darf der Fetus gemäß § 10 NiSV (NiSV 2018) nicht exponiert werden.
Nach § 83 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz StrlSchG 2017 sind andere Verfahren mit vergleichbarem medizinischem Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlenexposition verbunden sind, bei der rechtfertigenden Indikation zu berücksichtigen. Deshalb ist immer zu prüfen, ob eine US- oder MRT-Untersuchung einer röntgen- oder nuklearmedizinischen Untersuchung vorgezogen werden kann, wenn die Fragestellung mit gleicher diagnostischer Information zu beantworten ist.
Magnetresonanztomografie (MRT)
Die meisten MRT-Geräte werden mit Feldstärken von 1,5 oder 3 Tesla betrieben und haben eine Fülle von neuen Indikationsbereichen eröffnet, so dass Indikationskataloge ständig neu zu bewerten sind.
Die MRT liefert im Allgemeinen detaillierte Information über pathologische Veränderungen intrakraniell, im Kopf-Hals-, Spinal- und Muskel-Skelett-Bereich sowie von Gefäßen, vor allem wegen des hohen Weichteil-Kontrastauflösungsvermögens.
Wenn bei Kindern und Jugendlichen der US keine ausreichende Diagnostik ermöglicht, ist, wenn immer möglich, die MRT der CT vorzuziehen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass Kleinkinder nicht immer hinreichend sediert werden können, so dass dann die Abwägung zwischen einer MRT in Vollnarkose gegenüber einer CT getroffen werden muss. Hierbei soll, wenn immer möglich, ein Kinderradiologe bzw. eine Kinderradiologin einbezogen werden.
Die MRT ist in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimenon, nur mit enger Indikation einzusetzen. Die Möglichkeit einer Schädigung des Embryos wird gleichwohl als gering angesehen. Indikationen zum fetalen MRT können z. B. fetale Auffälligkeiten im US oder Verdacht auf Plazentadysfunktion sein.
Bei der Auswahl des Verfahrens ist zu beachten, dass MRT-Untersuchungen länger dauern als CT-Untersuchungen, und ihre Qualität wesentlich mehr von den verfügbaren Protokollen und der Kooperationsfähigkeit des Patienten abhängig ist. Trotz aller Vorzüge und der Möglichkeit der Ganzkörper-Bildgebung ist in klinisch unklaren Situationen, die vorab noch nicht einem Organ oder Organsystem zugeordnet werden können, bei Erwachsenen eine CT-Untersuchung möglicherweise zweckmäßiger, weil sie schneller zu einer ersten Diagnose führt.
Es gibt einige Kontraindikationen der MRT: Metallische, besonders ferromagnetische Fremdkörper (FK) z. B. in Orbita, Gehirn oder anderen Organen. Heute werden überwiegend MRT-taugliche Implantate produziert, daher ist diesbezüglich immer beim Operateur oder Hersteller nachzufragen, sofern der Patient oder die Patientin keinen Implantatpass mit Aussagen zur MRT-Kompatibilität vorlegt. Viele aktive Implantate sind eingeschränkt MRT kompatibel. Bei Gelenkprothesen und größeren Metallimplantaten an der Wirbelsäule (WS) ist mit eingeschränkter Bildqualität in der Nähe des Metalls zu rechnen. Post- bzw. perioperativ ist die MRT oft nur erschwert einzusetzen (Monitoring, Sedierung, Fremdmaterial, Kooperationsfähigkeit des Patienten oder der Patientin). Sollten hier Unsicherheiten hinsichtlich der Indikation entstehen, sollte eine Rücksprache mit einer dafür geschulten Person des MRT-Teams gehalten werden.
Viele MRT-Untersuchungen sind nur nach Gabe gadoliniumhaltiger KM sinnvoll, die insgesamt sicher und gut verträglich sind. Extrem selten wurde bei Patienten oder Patientinnen mit schwerer Nieren- oder Lebererkrankungen eine sog. nephrogene systemische Fibrose (NSF) ausgelöst. Durch die Beschränkung auf zyklische KM und strengere Indikationsstellung bei den o.g. Vorerkrankungen ist dieses Risiko weitestgehend eliminiert. Wissenschaftlich nicht abschließend bewertet ist der Nachweis von Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn nach mehrfacher Anwendung, da bisher keine hiermit korrelierenden Symptome oder Erkrankungen bekannt sind. Solche Ablagerungen sind bei modernen, zyklischen KM nicht mehr zu erwarten.
[1] Der Standardpatient wurde wie von der ICRP berechnet („Referenzmensch“) verwendet, wobei ein Gewicht von 60 kg (Frau) bzw. 73 kg (Mann) angenommen wird (ICRP 2009)
[2] Die angegebenen effektiven Dosen beziehen sich auf Standardpatienten und berücksichtigen nicht individuelle Faktoren, wie z. B. Geschlecht, Alter, Konstitution eines individuellen Patienten oder einer individuellen Patientin. Die Unsicherheit der Dosisangabe kann mehr als den Faktor fünf betragen.
[3] Durchschnittliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland: 2,1 mSv pro Jahr (BMUV 2023)
[4] Zur Berechnung der effektiven Dosen wurden die vom BfS veröffentlichten Referenzaktivitäten (BfS 2021) verwendet. Weiterhin kommt die ICRP Publikation 128 (ICRP 2015) zur Anwendung. Ga-PSMA und Ga-DOTA-Peptide Werte aus der Fachinformation Daten für SLNS: AWMF-Leitlinie (AWMF 2022).
[5] Unter Ruhebedingung; in Kombination mit der Belastungsuntersuchung Verdoppelung der Gesamtdosis.
Empfehlungen
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A. Kopf
Die Reihenfolge der Kapitel orientiert sich sowohl an organ- oder krankheitsbezogenen Fragestellungen als auch an der Anatomie.
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar A1 Kongenitale Erkrankungen
(bei Kindern s. M1)MRT P Definitiver Nachweis von Fehlbildungen CT W Beurteilung von Knochenanomalien. Bei Kontraindikation für MRT. A2Apoplexie; Schlaganfall CT P Nachweis oder Ausschluss einer Blutung; eine CTA ist die wichtigste Untersuchung zur zeitnahen Intervention bei zerebralem Gefäßverschluss (s. N5) W CTA und bei geeignetem Zeitfenster Perfusions-CT: z. B. zur Erhöhung der Spezifität und Sensitivität in der Akutdiagnostik und Interventionsvorbereitung FarbkodierteDopplersonografie (FKDS) der A. carotis, ggf. Transkranielle Dopplersonografie (TCD) P A. carotis: Nachweis von Stenosen, Stenosegradbestimmung, bei V. a. Dissektion W Als ergänzende Gefäßdiagnostik bei zerebrovaskulären Erkrankungen, alternativ Magnetresonanzangiografie (MRA) oder CTA MRT W Diffusionsgewichtete MRT (DWI) sensitiver als CT; insbesondere im Bereich der hinteren Schädelgrube (Fossa cranii posterior) ist die MRT sensitiver.Diffusions-/Perfusions-Mismatch in der Indikationsstellung zur mechanischen Rekanalisation.MRT bei „wake-up Stroke“ und im „erweiterten Zeitfenster“.Nachweis von Blutungen (MRT ist bei Blutungen älter als sieben Tagen sensitiver als CT) Methode der Wahl bei V. a. DissektionTCD W Frage nach Stenose/Emboliequelle an den Hirnbasisarterien US (Echokardiografie) W Suche nach kardialen Emboliequellen Digitale Subtraktionsangiografie (DSA) S Zur interventionellen Therapie s. N4 A3 Transitorische ischämische Attacken (TIA)
(Amaurosis fugax)
(s. auch B5)US und FKDS P A. carotis: Stenosenachweis, Verschlussnachweis, Gradabschätzung MRT mit MRA P Darstellung der Gefäße und des Hirnparenchyms CT mit CTA W Wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT US (Echokardiografie) P Suche nach kardialen Emboliequellen Nuk S Perfusions-SPECT (Tc -99m-HMPAO/-ECD); ggf. nach Stimulation, wenn CT und MRT nicht weiterführend sind A4 Neuro-degenerative Bewegungsstörungen MRT P Zum Ausschluss organischer Ursache (Demenzabklärung) CT W Bei Kontraindikation für MRT PET-CT W Mit FDG zur Differenzialdiagnose (DD) atypischer Parkinson-Syndrome anhand der Muster (MSA, Corticobasale Degeneration (CBD), PSP, Lewy-Body Demenz) und zur Diagnostik unklarer Bewegungsstörungen, kortikaler Beteiligung des M. Parkinson/Parkinson-Demenz.Mit [18F]Fluor-L-Dihydroxyphenylalanin (F-DOPA) zur DD Parkinson Syndrom vs. essentieller Tremor.Amyloid-PET-CT zur DD Amyloid-positive vs. -negative ErkrankungNuk W Dopamin-Transporter-SPECT (FP-CIT-Scan) zur DD Parkinson Syndrom vs. essentieller Tremor und zur DD Lewy-Körperchen-Demenz vs. Alzheimer-Demenz;MIBG-SPECT (Myokard) kann zur DD idiopathisches Parkinson-Syndrom vs. Multisystematrophie angewandt werdenA5 Demenz und Gedächtnisstörung, erstmals auftretende Psychose MRT W Ausschluss organischer Ursachen (vaskulärer Demenz, Normaldruck-Hydrozephalus) CT W Ausschlussdiagnostik. Bei Kontraindikation für MRT Nuk W Rezeptorscan (DAT): DD Lewy-Körperchen-Demenz vs. Alzheimer-Demenz, Perfusions-SPECT zur Demenzdiagnostik, sofern FDG nicht verfügbar PET-CT W Mit FDG und Amyloid-PET: Frühdiagnostik der primären Demenzerkrankungen.Mit FDG zur Diagnostik atypischer Parkinson-Syndrome/ Bewegungsstörungen mit kognitiven Defiziten anhand der Muster (MSA, CBD, PSP, Lewy-Body Demenz), kortikaler Beteiligung des M. Parkinson/Parkinson-Demenz, Abgrenzung der Pseudodemenz.Amyloid-PET-CT zur DD Amyloid-positive vs -negative Demenzerkrankung.Ergänzend Tau-PET bei Alzheimer Erkrankung.A6 Epilepsie bei Erwachsenen
(bei Kindern s. M5)
a) Erstmaliger, einmaliger Krampfanfall
CT/MRT
P
Ausschluss organischer Ursachenb) Rezidivierender Anfall MRT P Nach fachlicher Abklärung zum Nachweis eines epileptogenen Fokus (spez. Epilepsie-MR-Protokoll) Nuk W Perfusions-SPECT bevorzugt iktal, ggf. im anfallsfreien Intervall. PET-CT W FDG-PET-CT zur Fokussuche A7 Raumfordernde Läsion (Maligne Raumforderung (RF) s. L1) MRT P Sensitiver als CT CT P Bei symptomatischen Patienten, und bei Kontraindikation für MRT A8 Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) (Abszess, Enzephalitis, Meningitis) und Entmarkungskrankheiten MRT P Deutlich sensitiver im Läsionsnachweis als CT.
DWI bei V. a. AbszessPET-CT S Mit FDG bei limbischer Enzephalitis (ggf. kombiniert mit Ganzkörper (GK)-PET-CT zur TU-Suche).Mit O-(2-[18F]Fluoroethyl)-L-Tyrosin (FET) oder F-DOPA zur DD zwischen Entmarkung und (niedrig gradig) malignem hirneigenen TUA9 Kopfschmerzen, chronische
Rö Schädel N liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen MRT P Bei Änderung des Kopfschmerztyps oder fokalen neurologischen Zeichen CT W Bei Kontraindikation für MRT und Ausschluss anderer Erkrankungen, z. B. chronisches subdurales Hämatom Rö HWS/NNH W Nur bei definierter Fragestellung US (FKDS) der A. temporalis S Bei V. a. Riesenzellarteriitis PET-CT S FDG-PET-CT bei V. a. Riesenzellarteriitis A10 Kopfschmerzen, akute bzw. schwere, vor allem Subarachnoidal-blutung (SAB), neurologisches Defizit, Papillenödem, Änderung der Bewusstseinslage
(bei Kindern s. M8)CT P Ausschluss organischer Ursache. Vor allem Ausschluss/Nachweis Hirnblutung/SAB. Cave: negativer CT-Befund schließt SAB nicht aus! (bei längerem Intervall MRT und Liquorpunktion erwägen) CTA/MRA W Bei nachgewiesener SAB zum Aneurysmanachweis und Beurteilung der Morphologie, bei fehlender traumatischer Ursache Wiederholung nach 2 bis 6 Wochen. Bei spontaner SAB Angiografie DSA W DSA ist der Goldstandard zur Abklärung einer nicht-traumatischen spontanen SAB. 3-D-Rotationsangiografie zur hochaufgelösten Darstellung der Anatomie (Interventionsplanung) mit VRT und MPR Rekonstruktionen. MRT W Bei V. a. entzündliche Genese der Schmerzen sensitiver als CT MRA/CTA W V. a. Sinus-/Venenthrombose A11 V. a. RF der Hypophyse oder im Bereich der Sella turcica MRT P Verfahren der Wahl (dynamische Dünnschichtuntersuchung mit KM) CT W Bei Kontraindikation für MRT oder zur weiteren Charakterisierung nach vorliegendem MRT PET-CT S SSTR-PET-CT bei endokrin aktivem TU-Rezidiv A12 V. a. Erkrankung in der hinteren Schädelgrube MRT P Primärdiagnostik CT W Bei Kontraindikation für MRT oder im Notfall A13 Hydrozephalus
(bei Kindern s. M3, M4)MRT P Ursachenabklärung insbesondere bei jüngeren Patienten, Verlaufskontrolle (VK) CT P In der Akutdiagnostik/Ausschlussdiagnostik, postoperativ oder bei Kontraindikation für MRT Rö W Beurteilung des gesamten Shuntsystems (VK) Nuk S Liquorszintigrafie Zusatzdiagnostik bei V. a. Normaldruckhydrozephalus,
V. a. LiquorzirkulationsstörungA14 Symptome am Mittel- oder Innenohr (einschl. Vertigo) CT/MRT/ CBCT/ DVT P Nach gezielter fachärztlicher Abklärung US (FKDS) W Karotiden, Vertebralarterien, ggf. intrakranielle Arterien mit TCD A15 Schallleitungs- oder kombinierte Schwerhörigkeit CT/CBCT/DVT P Bei Befundpersistenz ohne klinisch klärbare Ursache, bei Trauma (Frakturverdacht), Mittelohrtumor, -fehlbildung, Otosklerose, Veränderungen der Gehörknöchelchen (hier auch CBCT indiziert) MRT P Nur bei akuter Symptomatik A16 Schallempfindungsschwerhörigkeit
(bei Kindern s. M6)MRT P RF Kleinhirnbrückenwinkel; V. a. Vestibularisschwannom (Akustikusneurinom) (Ausschlussdiagnostik) CT/CBCT/DVT W Nachweis pathologischer Verknöcherungen im Ohr A17 NNH-Erkrankungen (bei Kindern s. M9) Nach fachärztlicher Abklärung, Bildgebung präoperativ oder bei Komplikationen Chronische Sinusitis CT/DVT P Bei persistierenden therapierefraktären Beschwerden, präoperativ und als Low-Dose CT zur OP-Planung; Voraussetzung für endonasale, navigationsgesteuerte Chirurgie (FESS) V. a. NNH-RF CT/MRT P Bei V. a. maligne RF DSA S (Präoperative) Embolisation stark vaskularisierter oder blutender RF Akute Sinusitis Rö N Die akute Sinusitis ist eine klinische Diagnose und erfordert keine Bildgebung. CT P bei V. a. orbitale Komplikation MRT P Nur bei V. a. intrakranielle Komplikation,
bei Kindern V. a. orbitale KomplikationA18 V. a. orbitale RF (Leitsymptom Protrusio bulbi) US P Orientierende Erstuntersuchung MRT P Verfahren der Wahl zum Nachweis und zur Differenzierung orbitaler RF CT P Bei V. a. knöcherne Beteiligung oder Verkalkungen, bei Kontraindikation für MRT A19 Traumafolgen und FK in der Orbita CT P CT ist Methode der ersten Wahl bei V. a. FK zu Darstellung röntgendichter (z. B. Metall) oder nicht-röntgendichter (z. B. Holz) FK. Zudem Detektion von Frakturen. MRT W Nach augenärztlicher Untersuchung bildgebende Methode der Wahl zur Darstellung von Begleitverletzungen, sekundäre Komplikationen (z. B. Entzündungen/Abszess). Cave: Kontraindikation bei V. a. FK, besonders bei V. a. Metall FK. Rö Orbita S Nicht indiziert für Lokalisationsdiagnostik: Ausschluss metallischer FK vor MRT A20 V. a. intraorbitale Entzündung MRT P Abszess, Orbitaphlegmone, Retrobulbärneuritis, Verlauf, postoperative Kontrolle CT P In der Akutsituation oder bei Kontraindikation für MRT CT W V. a. knöcherne Beteiligung US W Ausschluss Endophthalmitis, Nachweis umschriebener Veränderungen, Verlaufsuntersuchungen möglich A21 V. a. endokrine Orbitopathie, Myositis US W Nach augenärztlicher Untersuchung bei unklarem klinischem Befund MRT W MRT zur weiteren Abklärung und zur Therapie/Therapiekontrolle A22 Sehstörungen (akute oder Gesichtsfeldausfälle)
(s. auch A2/A3)Rö Orbita N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen MRT S Nach gezielter fachärztlicher Abklärung. MRT bei Pathologie am N. opticus/Sehbahn (Retrobulbärneuritis, TU) CT S CT, wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT und bei V. a. knöcherne Veränderungen US S Bei V. a. intraorbitale Pathologie -
B. Hals
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes
UntersuchungsverfahrenGrad der
EmpfehlungKommentar B1 SD-Knoten und
-vergrößerungenUS P Morphologie, Volumetrie, Nachweis diffuser oder fokaler Veränderungen (Entzündungen, Knoten, Morbus Basedow), ggf. US-gezielte Punktion zur Dignitätsbeurteilung Nuk P Quantitative Szintigrafie mit Tc-Pertechnetat. DD heißer vs. kalter Knoten, funktionelle Autonomie. Bei retrosternaler Struma mit Iod-123. Zur Dignitätsabklärung kalter Knoten Tc-MIBI. CT oder MRT S Zur Erfassung sonografisch nicht zugänglicher retrosternaler oder intrathorakaler SD-Anteile).Cave: Keine iodhaltigen KM bei Hyperthyreose oder V. a. SD-KarzinomRö Trachea S Trachealverlagerung/-einengung B2 SD-Fehlfunktion
HyperthyreoseUS P Morphologie, Nachweis diffuser oder fokaler Veränderungen (Entzündungen, Morbus Basedow, Knoten) Nuk P Quantitative Szintigrafie mit Tc-Pertechnetat B3 SD-Dystopie (z. B. bei Zungengrundstruma) Nuk P Lokalisation ektoper SD Anlagen meist mit Iod-123.Cave: Szintigrafisch „kaltes“ GewebeUS W Bei oberflächennahen ektopen Knoten CT/MRT W V. a. intrathorakale Lage. Cave: Bei CT kein KM B4 Hyperparathyreoidismus (HPT) US P Nachweis von Adenomen in typischer oder ektoper Lage Nuk P MIBI-SPECT: Nachweis vor allem bei ektoper Lage zervikal oder mediastinal, bei Z. n. OP, vor geplanter minimal-invasiver Resektion. MRT W Bei nicht konklusivem Ergebnis von US und Nuk,
ggf. auch genaue Morphologie präoperativPET-CT S PET-CT (z. B. mit Cholin) zur Lokalisationsdiagnostik (bei inkonklusiver SPECT bzw. SPECT-CT) DSA S Selektive Venenblutentnahme präoperativ bei rezidiviertem primärem HPT und nichtkonklusiver Bildgebung B5 Auskultatorische Geräusche über der A. carotis US (FKDS) P A. carotis: Verfahren der ersten Wahl MRA/CTA W Darstellung der Anatomie und Gefäßpathologie B6 Verschluckter FK Rö
ÖsophagusW Nativ und ggf. mit wasserlöslichem KM, Lokalisation, Ausschluss Wandverletzung CT S V. a. Komplikationen, z. B. Perforation B7 Inhalierter FK Rö P Ggf. in Inspiration und Exspiration CT S V. a. Komplikationen, z. B. Perforation B8 RF unbekannten Ursprungs US (FKDS) P Zur Verifikation, ggf. mit Punktion MRT P Artdiagnostik, Ausdehnung CT W Bei Kontraindikation für MRT PET-CT S Mit FDG: nach histologischer Sicherung bei Metastasen mit unklarem Primärtumor oder malignem Lymphom zur Erfassung weiterer Herde und ggf. des Primärtumors. Bei V. a. Paragangliom SSTR-PET-CT. B9 Dysfunktion Kiefergelenk MRT P Funktions-MRT mit geöffnetem und geschlossenem Mund B10 Obstruktion der Speicheldrüsen US P V. a. Speichelstein, Basisuntersuchung, ggf. mit Speichelprovokation durch Sialogoga Rö/MRT W Sialografie oder MRT zur Gangdarstellung Nuk S Funktionsszintigrafie mit Tc-Pertechnetat, z. B. Verdacht auf Sicca-Syndrom, ggf. Indikation bei Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich B11 RF in den
Speicheldrüsen
(bei Tumoren s. L2)US P Basisuntersuchung MRT P V. a. Entzündung bei Kindern und unklarem US-Befund CT W Bei Kontraindikation für MRT B12 Autoimmunerkrankungen der Speicheldrüsen
(Sjögren-Syndrom)Sialografie N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Basisuntersuchung MRT W Bei inkonklusivem US, bei V. a. Lymphom -
C. Wirbelsäule (WS)
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar Halswirbelsäule (HWS) C1 Kongenitale Erkrankungen
(bei Kindern s. M1)MRT P Darstellung intra-/paraspinaler Anomalien bzw. Weichteilveränderungen, Beurteilung von Aufbau- und Segmentationsstörungen der Wirbelkörper (WK) Rö S Rein knöcherne Anomalien: falls kein isolierter Befund, ergänzendes Rö der übrigen WS-Abschnitte; a. p. und seitl. bei Skoliose. Zu Rückenschmerzen bei Kindern s. M18 CT S Darstellung knöcherner Details C2 Myelopathie:
TU, EntzündungMRT P Darstellung knöcherner/spinaler Details, Darstellung des Myelons und der Weichteilstrukturen auch intraspinal. CT S Wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT; ggf. Myelografie mit Myelo-CT C3 Atlantoaxiale Subluxation Rö P Laterale Aufnahme in Inklination.
Verletzungsbedingte Subluxation s. Abschnitt K. TraumaCT W Beste Darstellung der Gelenke und der Schädelbasis MRT W Beste Darstellung diskoligamentärer Verletzungen und von Verletzungen des Myelons sowie von Pannus bei rheumatologischen Erkrankungen C4 Nackenschmerzen, Brachialgie, degenerative Veränderung Rö N Bei unspezifischen Schmerzen ohne neurologische Symptomatik. Degenerative Veränderungen sind häufig nicht Ursache der Schmerzen CT W Bei neurologischer Symptomatik, wenn MRT nicht zeitnah möglich MRT W Bei neurologischer Symptomatik Brustwirbelsäule (BWS) C5 Schmerzen ohne Trauma Rö N Bei unspezifischen Schmerzen ohne neurologische Symptomatik: Degenerative Veränderungen sind häufig nicht Ursache der Schmerzen.Bei akuten Schmerzen andere Ursachen in Betracht ziehen (Aortendissektion, Lungenembolie, Pneumothorax, Herzinfarkt, TU oder MetastasenMRT W Bei neurologischer Symptomatik CT W Wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT, ggf. post-Myelografie. Lendenwirbelsäule (LWS) C6 Rückenschmerzena) Akute Rückenschmerzen ohne neurologische Symptomatik oder andere WarnsymptomeRö N Knöcherne Veränderungen sind in der Regel nicht Ursache der Schmerzen MRT N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen CT N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen b) Akute Rückenschmerzen mit neurologischer Symptomatik MRT P Verfahren der ersten Wahl CT W Wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT, zudem zur Darstellung der knöchernen Strukturen (z. A. Fraktur, Osteodestruktion), auch prä-operativ. ggf. als Myelografie-CT Nuk W Mehrphasen-Skelett-Szintigrafie (z. B. zur TU-Suche oder bei V. a. Osteosynthesen-pathologie) Rö W Zum Nachweis struktureller Knochenveränderungen. Mit Vorsicht zu bewerten, da häufig nicht Ursache für die Schmerzen PET-CT S Falls MRT/CT nicht konklusiv, z. B. zum Nachweis entzündlicher Ursachen c) Chronische oder therapierefraktäre Rückenschmerzen ohne neurologische Symptomatik, sofern Infektparameter unauffällig sind und kein TU vorliegt MRT W Bei therapierefraktären Beschwerden Nuk W Mehrphasen-Skelett-Szintigrafie (z. B. zur TU-Suche oder bei V. a. Osteosynthesenpathologie) Rö S Zum Ausschluss von Kontraindikationen vor intensiver Physiotherapie PET-CT S Falls MRT/CT nicht konklusiv, z. B. zum Nachweis entzündlicher Ursachen d) Rückenschmerzen mit Warnsymptomen („red flags“) Rö N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen MRT P Ergänzend auch bei negativem Rö-Befund CT W CT zur Darstellung der knöchernen Strukturen (auch prä-operativ). Ggf. als Myelografie CT bei Kontraindikation für MRT Nuk W GKS zum Ausschluss von Infektion; primärer oder sekundärer Knochentumor. -
D. Knochenskelett und Muskulatur
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar D1 Osteomyelitis (bei Kindern s. M24-25) Rö P Cave: Zu Beginn der Erkrankung falsch negative Befunde! MRT W Zur DD und zur Beurteilung der Ausdehnung, initial US W Darstellung von Weichteilkomponenten (Abszesse und Periostreaktion) CT W Nachweis von Sequestern, ggf. Lokalisation für perkutane Biopsie Nuk W Mehrphasen-Skelett-Szintigrafie mit Tc-Phosphonaten. Beurteilung der Floridität, Nachweis zusätzlicher Herde, Nachweis der Entzündung PET-CT S Mit FDG wenn Vordiagnostik inkonklusiv D2 Primärtumor der Knochen (s. L26) D3 Primärtumor außerhalb des Skeletts, Suche nach Knochenmetastasen (s. L27) D4 Unklare RF in den Weichteilen US, ggf. mit FKDS oder KM P Ausschluss oder Bestätigung Weichteiltumor, Führung einer Biopsie MRT P Gesamtausdehnung und lokales Staging Rö P Knöcherne Beteiligung, Verkalkungen CT W Bei Kontraindikation für MRT und zur Führung einer Biopsie D5 Multiples Myelom (MM) (s. L24) D6 Lokalisierter Knochenschmerz Rö P Lokale Abklärung MRT W Bei persistierenden Beschwerden und negativem Rö-Befund CT S Bei Kontraindikation für MRT und zur Biopsieplanung Nuk S Bei persistierenden Beschwerden ohne Korrelat in Rö, CT und MRT, GKS mit Tc-Phosphonaten D7 Osteoporose Osteodensitometrie (DEXA) P Basisuntersuchung Rö W Nachweis von Sinterungen, ermöglicht in gewissem Umfang eine DD des osteopenen Knochens wie z.B. Osteomalazie, HPT Nuk S Bei HPT s. B4 D8 Osteomalazie Rö P Lokaler Röntgenbefund zum Nachweis von Komplikationen bei Osteomalazie wie Sinterung, Ermüdungsbrüche MRT W DD frische/alte Sinterung, Nachweis/Ausschluss zugrundeliegender TU Nuk S GKS mit Tc-Phosphonaten zur DD: frische/alte Fraktur, wenn MRT nicht möglich D9 Akute, lokalisierte Schmerzen in der WS Rö N Bei spontanem Auftreten ohne Trauma und ohne red flags keine initiale Bildgebung Rö W Nachweis Frakturen, Sinterungen oder anderen Ursachen CT W Bei unklarem Röntgenbefund, Beurteilung der Stabilität MRT W DD frische/alte Frakturen oder radikulären Beschwerden;Ausschluss pathologischer Frakturen (z.B. durch TU)Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten zur DD: frische/alte Fraktur, weitere Herde z.B. durch metastasierende TU-Erkrankung DEXA S Ausmaß einer Osteoporose, ggf. Planung einer medikamentösen Therapie D10 Morbus Sudeck Rö P Ausschluss anderer Ursachen der Schmerzen MRT W bei persistierenden Schmerzen ohne richtungsweisenden Röntgenbefund Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei persistierenden Schmerzen ohne richtungsweisenden Röntgenbefund D11 Nicht traumatische Arthropathie, erstmaliges Auftreten Rö P z.A. Knöcherne Veränderungen der betroffenen Gelenke US (FKDS) P z.A. Begleitende Synovitis MRT W Nachweis von Synovitis und Erosionen; DD Einordnung bei GK-MRT Befall weiterer Gelenke Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei V.a. Befall weiterer Gelenke D12 Arthropathie, VK Rö P Beurteilung der knöchernen Komponenten, Therapieentscheidung US P Beurteilung der Weichteilkomponente, Nachweis früher Erosionen MRT W Beurteilung des Ausmaßes einer Synovitis, Erkennung früher Erosionen Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten zur Beurteilung der Floridität D13 Schmerzen an der Endoprothese Rö P Lockerung, Entzündung CT W Periprosthetische Osteolyse u. Frakturen US W Nachweis eines Gelenkergusses, ggf. mit FKDS zum Nachweis einer Weichteilreaktion Nuk S GKS mit Tc-Phosphonaten: Unauffälliges Szintigramm schließt Komplikation weitgehend aus D14 Intra- und postoperative Kontrolle nach Prothesen-implantation Rö P Bei individueller medizinischer Rechtfertigung, z.B. Ausschluss von Komplikationen. Alleinige Maßnahmen zur Qualitätssicherung ersetzen nicht die Rechtfertigung. D15Chronische Schmerzen in der Schulter Rö N W: lediglich bei geplanten Therapien US W Chronische Rotatorenmanschettenruptur, Tendinose MRT S Vor chirurgischem Eingriff. Zum Ausschluss anderer Ursachen D15a Akute Schmerzen in der Schulter Rö P Bei Trauma, Frakturfolgen, TU US P Basisuntersuchung, speziell der Rotatorenmanschette MRT W In komplexen Fällen bei nicht konklusivem US und Rö D16 Impingement-Syndrom Rö P Zeigt subakromiale Enge, Verkalkungen, AC-Arthrose, Humeruskopf-Hochstand US P Erguss, Läsion der Rotatorenmanschette MRT W Vor chirurgischem Eingriff. Zum Ausschluss anderer Ursachen D17 Instabilität der Schulter Rö P Zumindest bei erstmaliger Luxation US P Wenn Expertise vorhanden. Zeigt Verletzungen der Rotatorenmanschette, Hill-Sachs-Läsion, Funktions- und Instabilitätsdiagnostik MRT P Pathologie des Labrums und der glenohumeralen Bänder (direkte oder indirekte MR-Arthrografie) CT-Arthrografie W Alternative zur MR-Arthrografie D18 Ruptur der Rotatoren-manschette US P Beurteilung der Rotatorenmanschette MRT W Falls klinisch und sonografisch unklarer Befund, präoperative Beurteilung einer Verfettung/Atrophie der Rotatoren D19 Schmerzen im Iliosakralgelenk Rö P Basisuntersuchung MRT P Bei Verdacht auf rheumatologische Erkrankungen MRT/CT W Bei unklarem Röntgenbefund, Diskrepanz zwischen Rö und Klinik oder zur Frühdetektion von Läsionen (z.B. bei Morbus Bechterew) Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten. Diagnostik und Nachweis weiterer Läsionen D20 Hüftschmerzen bei voller Bewegungs-fähigkeit (bei Kindern s. M22) Rö N In Abh. von der klinischen Symptomatik; W: lediglich bei persistierenden Beschwerden MRT W Bei persistierenden Beschwerden und unauffälligem Röntgenbefund, V.a. Hüftkopfnekrose, Subchondrale Insuffizienzfraktur US W Bei inkonklusivem Rö-Befund, Nachweis einer Weichteilpathologie D21 Hüftschmerzen bei akut eingeschränkter Bewegungs-fähigkeit (bei Kindern s. M22) Rö P Verfahren der ersten Wahl US W Wenn Röntgen die Symptomatik nicht erklärt: Nachweis eines Gelenkergusses und Weichteilpathologie MRT W Bei persistierenden Beschwerden und unauffälligem Röntgenbefund, Labrumverletzung CT W z.A. okkulte Fraktur D22 Schmerzen im Knie ohne Trauma (chronisch) Rö P Bei V.a. Arthrose MRT W unklarer Rö-Befund und persistierenden Beschwerden US S Nachweis kleiner Ergussmengen, synovialer Veränderungen oder poplitealer Zysten D23 Schmerzen im Knie akut oder posttraumatisch Rö P Ausschluss Fraktur MRT P Bei Verdacht auf Kniegelenk-Binnenschaden und vor Arthroskopie oder OP D24 Hallux valgus Rö P Basisuntersuchung vor geplanter OP D25 Schmerzen an Aponeurosis plantaris oder Fersensporn Rö P V.a. Fersensporn bei persistierenden Beschwerden US P Wenn Expertise vorhanden. MRT W Beurteilung der entzündlichen Aktivität -
E. Herz und große Gefäße
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar E1 Akuter Thoraxschmerz Rö Thorax P Ausschluss Pneumothorax, Infiltrate, Beurteilung der Herzgröße und Lungengefäße US (Echokardiografie) P Nachweis kardialer oder aortaler Ursachen US P Bei lokalisierten Schmerzen zum Nachweis von Thoraxwandprozessen, Pneumothorax und Rippenfrakturen Rö Skelett W V. a. Knochenläsionen CT, CTA P Akutes Aortensyndrom, Lungenembolie, chronisches Koronarsyndrom MRT W Akutes Aortensyndrom
DD MyokarditisNuk W Lungenventilations-/Lungenperfusionsszintigrafie:DD Lungenembolie.Myokard-Perfusionsszintigrafie: DD koronare Herzkrankheit (KHK).GKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von knöchernen LäsionenE2 Perikarderguss Transthorakale Echokardiografie (TTE) P Basisuntersuchung Rö Thorax P Zum Ausschluss von kardiovaskulären Begleit- und Folgeerkrankungen CT W Als Ergänzung bei nicht schlüssigem TTE
Basisuntersuchung bei V. a. Perikarditis constrictivaMRT W Als Ergänzung bei nicht schlüssigem TTE- oder CT Befund. Beurteilung Perikarditis, Myokarditis, Perimyokarditis. E3 Herzinsuffizienz US P Echokardiografie als Basisuntersuchung Rö Thorax P Lungenödem, Herzgröße, Pleuraerguss, Pneumonie etc. CTA W DD Chronisches Koronarsyndrom MRT W bei V. a. myokardiale Erkrankungen (prätherapeutische DD der Hypertrophieformen, Speichererkrankungen, …) Vitalität, Ischämie, Funktion des linken Ventrikels (LV-Funktion) Nuk W Myokard-Perfusions-szintigrafie: Vitalität, Ischämie, LV-Funktion.
MIBG-Szintigrafie: MyokardinnervationNuk S Tc-Phosphonate zum Nachweis einer kardialen Transthyretin-Amyloidose, ggf. Amyloid-PET-CT PET-CT W Mit FDG: Vitalitätsdiagnostik bei linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) < 35% E4 Hypertonie Rö Thorax P Herz- und Aortenkonfiguration, Lungenstauung US (FKDS) P Nierenparenchymschaden/Nierenarterienstenose (NAST), Aortenaneurysma US (Echokardiografie) W Zeigt Grad der kardialen HypertrophieBei Kindern Ausschluss einer Aortenisthmusstenosekardiale BegleiterkrankungenNuk S Bei V. a. renale Ursache: Nieren-Funktionsszintigrafie mit Tc-MAG3, bei V. a. Phäochromozytom: MIBG-Szintigrafie MR-/CT-/DSA-Angiografie S Ausschluss NAST bei unklarem Befund bei der vorgeschalteten Diagnostik E5 Vitium Cordis (angeboren und erworben) US (Echokardio-grafie) P Primäre kardiologische Abklärung Rö Thorax P Basisuntersuchung, Ergänzung zur primären TTE MRT W Prä-OP, VK, CT-Kontraindikationen CT W Bei Kontraindikationen zur MRT oder zur Planung spezieller Eingriffe, z. B. vor TAVI. E6 Endokarditis, Implantatinfektionen US P TTE und transösophageale Echokardiografie (TEE) CT W Wenn TTE und TEE nicht ausreichend,insbesondere zur Suche nach perivalvulären und periprothetischen AbszessenPET-CT W Mit FDG zum Nachweis Endokarditis, Klappeninfektion, Implantatinfektionen (Schrittmacher, Defibrillatoren, linksventrikuläre Unterstützungssysteme), DD Mediastinitis, entzündlich bedingtes instabiles Sternum, Sarkoidose des Myokards E7 Chronisches Koronarsyndrom („stabile KHK“) Rö Thorax P Ausschluss Begleiterkrankungen, vor Bypass OP US (Echokardiografie) P Beurteilung der linksventrikulären Funktion.Identifikation von Differentialdiagnosen (z. B. Klappenvitien) und kardialen BegleiterkrankungenCT Koronarangiografie P bei niedriger und mittlerer klin. Vortestwahrscheinlichkeit MRT W bei hoher klinischer Vortestwahrscheinlichkeit Nuk W Myokard-Perfusionsszintigrafie bei hoher klinischer Vortestwahrscheinlichkeit mit Frage nach Belastungsischämie, Vitalitätsdiagnostik, LV-Funktion PET-CT W Mit FDG: Vitalitätsdiagnostik zur Planung revaskularisierender Eingriffe. Mit Perfusionstracer quantitative Flussreserve. US S Stressechokardiografie bei hoher klin. Vortestwahrscheinlichkeit. E8 Akutes Koronarsyndrom Rö Thorax P Ausgangsbefund zur VK und vor OP, Lungengefäße, Ausschluss Begleiterkrankungen Koronarangiografie und perkutane koronare Intervention (PCI) P Bei typischer Symptomatik, entsprechendem EKG und ggf. positivem Labor US (Echokardiografie) W Beurteilung von Herzfunktion und mögl. begleitenden Vitien, bei Schock und bei V. a. mechanische Komplikation CT S “Triple Rule Out” bei niedriger bis intermediärer Wahrscheinlichkeit für ein ACS E9 Kardiomyopathie US (Echokar-diografie) P Primäre kardiologische Abklärung Rö Thorax P Pulmonalvenöse Stauung, Pleuraergüsse MRT P Arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie, dilatative und hypertrophe Kardiomyopathie, Speichererkrankungen, Beurteilung myokardiale Fibrose Nuk W Myokard-Perfusionsszintigrafie bei DD Dilatative oder kardiovaskuläre Kardiomyopathie,Amyloidosenachweis mit geeigneten Tc-PhosphonatenE10 Lungenembolie CT P Nachweis, Lokalisation und Quantifizierung US (Echokardiografie) P Zeichen der Rechtsherzbelastung Nuk P Lungenventilations-/Lungenperfusionsszintigrafie mit Tc-MAA: zur Emboliediagnostik, z. B. bei pulmonaler HypertonieCT-Venografie P Im Rahmen der Thorax-CT: CT OS bis Nierenvenen in spät venöser KM-Phase zum Nachweis der Emboliequelle US S Nachweis und Kontrolle peripherer Lungeninfarkte MRT S kontrastmittelverstärkte MRA (CE-MRA) bei CT-Kontraindikation DSA S Nur zur Intervention E11 Aortenaneurysma/ Aortendissektion akutes Stadium CT P Erkrankungsnachweis, OP-/Interventionsplanung, Therapiekomplikationen
Möglichst mit EKG TriggerungUS (Echokardiografie) P Beurteilung von Klappenbeteiligung (Aortenklappe) Rö Thorax P Status thorakal MRT W Bei CT-Kontraindikation E12 Thorakales oder abdominales Aortenaneurysma/ Aortendissektion ohne akutes Bild, Aortitis CT P Diagnose, OP-/Interventionsplanung, Komplikationen
Möglichst mit EKG TriggerungUS P Diagnostik und VK falls abdominal Rö Thorax N Allenfalls für Begleiterkrankungen, oft nicht konklusiv. MRT W Diagnose, OP-/Interventionsplanung, bei CT-Kontraindikation. US (Echokardiografie) W Diagnostik und VK thorakalBeurteilung von Klappenbeteiligung (Aortenklappe).PET-CT S Mit FDG: Großgefäßvaskulitis-Diagnostik E13 Obere Einflussstauung US (FKDS) P Thrombosenachweis und -ausdehnung, DD, VK Rö Thorax P Basisuntersuchung Ausschluss mediastinale RF CT/MRT P Mediastinale Ausdehnung, Klärung der Ursache (TU-Nachweis) Phlebografie S bei geplanter Intervention E14 Darstellung des tiefen Beinvenensystems (Thromboseverdacht, postthrombotisches Syndrom) US (FKDS) P Thrombosenachweis und -ausdehnung, DD, VK Phlebografie W Falls FKDS nicht verfügbar oder Aussagekraft eingeschränkt MRA S Falls Phlebografie und FKDS technisch nicht durchführbar E15 Varikosis US (FKDS) P Verfahren der ersten Wahl Phlebografie S Nur noch präoperativ bei speziellen Indikationen E16 Periphere arterielle Verschlusskrankheit US (FKDS) oder Continuous Wave (CW)-Doppler mit Verschlussdruckmessung P Verfahren der ersten Wahl CTA/MRA W Bei unklarem US und bei Mehretagenbefunden.Zur Planung der Intervention/OPAngiografie N Nur im Rahmen einer geplanten Intervention -
F. Thorax
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar F1 Infektion der oberen Atemwege Rö Thorax N Kein Einfluss auf Diagnose und Therapie im oberen Respirationstrakt F2 Pneumonie (bei Kindern s. M28) Rö Thorax P Basisdiagnostik US W Nachweis und DD eines Ergusses, ggf. Planung Punktion/Drainage CT W Bei immunsupprimierten Patienten (Low-Dose Nativ-CT), bei V. a. Komplikationen (z. B. Abszess), bei Persistenz oder Rezidiv einer Pneumonie trotz angemessener Therapie, bei unklarem Befund im Rö Thorax, vor Bronchoskopie F3 Chronischer Husten Rö Thorax P Bei Persistenz über 8 Wochen CT W Low-Dose Nativ-CT. Bei pathologischem oder unklarem Rö-Befund. F4 Asthma Rö Thorax N Initial nicht erforderlich CT W Low-Dose Nativ-CT. Differenzialdiagnostik anderer pulmonaler Erkrankungen F5 Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit und ohne Emphysem Rö Thorax P Bei Erstdiagnose oder Änderung der Symptomatik CT W Bevorzugt hochauflösende CT (HRCT). Zur Charakterisierung und Quantifizierung der Erkrankung, zur Therapieplanung Nuk S Ventilations-/Perfusionsszintigrafie zur Interventionsplanung (operative oder endobronchiale Volumenreduktion) F6 Interstitielle Lungenerkrankung Rö Thorax P Bei Erstdiagnose sowie zur Verlaufsuntersuchung CT P HRCT, Diagnose, genaue Darstellung der Morphologie, ggf. zusätzlich in Bauchlage und/oder Exspiration. Ggf. zum Therapiemonitoring US W Darstellung von Pleuraveränderungen, subpleurale Konsolidierung F7 Hämoptysen Rö Thorax P Erstabklärung, orientierende Untersuchung CT W CT mit KM, Ausschluss einer Lungenembolie, Lokalisation eventueller Blutungsquellen (Bronchialarterien), Arteriovenöse Malformation (AVM), Lungentumor MRT S V. a. Lungenembolie bei Schwangeren (im ersten Trimenon ohne KM!) oder jungen (< 40 J) Patienten DSA S Bei anhaltender Blutung aus unklarer Quelle, bei therapierefraktärer oder lebensbedrohlicher Blutung in Embolisationsbereitschaft F8 Primärer Lungentumor (s. L6) F9 Lungenmetastasen bei bekanntem Primärtumor (s. Kap. L), bei unbekanntem Primärtumor (s. L29 (CUP)) F10 Mediastinaltumor (Primärtumor, LK-Metastase, LK-Neoplasie, Pseudotumor) Primärdiagnostik (s. L7) F11 Pleuraerguss Rö Thorax P Basisuntersuchung mit Basisuntersuchung mit gleichzeitiger Beurteilung der Lunge und des Herzens US P Nachweis geringer Ergussmengen, Drainage-/Punktionsplanung, VK CT W Drainageplanung, V. a. pleurale RF oder Empyem F12 Empyem Rö Thorax P Basisuntersuchung der Empyemausdehnung und von Begleitbefunden US P Sensitiverer Nachweis von Flüssigkeit, Nachweis von Detritus im Erguss, Differenzierung solider Strukturen CT P Sensitiverer Nachweis von (gekammerter) Flüssigkeit, Differenzierung solider Strukturen, Planung Therapie F13 Pneumothorax Rö Thorax P Sensitivität gering bei ventralem u. mediastialem Pneumothorax US P Sensitive Untersuchung, besonders bei immobilen Patienten CT W Bei Rezidiv Spontanpneumothorax, Persistenz trotz Drainage und zur OP-Planung F14 Präoperative Diagnostik Rö Thorax P Vor kardiopulmonaler OP, bei anamnestisch bekannter Lungenerkrankung, TU-Anamnese, Alter > 60 Jahre (Nicht-Raucher), Alter > 55 Jahre (Raucher, Ex-Raucher) je nach individuellem Risiko, ggf. unter Abstimmung mit der Anästhesie F15 Dialysepatient Rö Thorax P Bei Änderung der klinischen Situation (Lungenödem, Hydrierung) US W Volumenstatus, Lungenödem F16 Thoraxwand-RF CT P Nachweis der Ausdehnung und ggf. Infiltration US P Zur direkten Darstellung des Thoraxwandprozesses, ggf. Histologiegewinnung, ggf. mit KM Rö Thorax N meist primär erfolgt, aber häufig nicht zielführend MRT W besserer Weichteilkontrast im Vergleich zum CT F17 Thoraxtrauma
klinisch stabilRö Thorax P Ausschluss Pneumothorax, Kontusion, Rippenfrakturen, Hämatothorax US P Nachweis von Hämatothorax, Perikarderguss bzw. Hämatoperikard, Sternumfraktur, Rippenfrakturen (bei lokalisiertem klinischem Befund) oder Pneumothorax, Thoraxwandhämatomen, Ausschluss begleitender Verletzungen von Oberbauchorganen Rö P Knöcherner Hemithorax. V. a. Rippenfrakturen, die im Rö Thorax in Standardtechnik nicht zu sehen sind CT W bei unklarem Befund F18 Thoraxtrauma
klinisch instabilCT P Lungenkontusion, Blutung, Aortendissektion, Pneumothorax, instabiler Thorax/ V. a. dislozierte Rippenserienfraktur US P Extended Focused Assessment with Sonography for Trauma (eFAST)-Protokoll mit orientierender Untersuchung (Pneumothorax, Perikardtamponade, Hämatothorax), nur wenn Schockraum-CT nicht möglich Rö Thorax N nur wenn Schockraum-CT nicht primär verfügbar TTE W V. a. hämodynamisch relevanten Perikarderguss F19 Atypischer Thorax-Schmerz
(bei V. a. kardiovaskuläre Ursache s. E1)Rö Thorax P Ausschluss Pneumothorax, Pleuraerguss, Pneumonie, Mediastinum CT P Bei V. a. Lungenembolie, Aortenaneurysma, Aortendissektion MRT S Bei CT-Kontraindikation, bei Schwangeren (im ersten Trimenon ohne KM!) oder jungen (< 40 Jahre), kreislaufstabilen Patienten US S Gezielte Abklärung bei lokalisiertem Schmerz F20 Solitärer Lungenrundherd, Diagnostik und VK (s. a. L7) Rö Thorax P Vergleich mit Vorbildern obligat CT W Morphologische Analyse, VK abklärende Maßnahmen (VK, invasive Abklärungen) abhängig von Herdgröße und Risikoanalyse. Fleischner-Kriterien in der jeweils gültigen Fassung, VK in Low Dose Technik PET-CT W FDG: zur DD unklarer Lungenrundherde > 6 mm US (CEUS) S Beurteilung der Perfusion bei pleuraständigen Läsionen -
G. Ösophagus und Magen-Darmtrakt
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar G1 Schluck- beschwerden Fluoroskopie P Nachweis von Ösophagusveränderung, V. a. Aspiration, V. a. Divertikel. Bei V. a. Schluckstörung Untersuchung mit hoher Bildfrequenz US P Ausschluss einer zervikalen RF oder einer Struma Nuk S Ösophagus-Szintigrafie: Transportstörung, Reflux G2 Thoraxschmerzen: Verdacht auf Hiatushernie oder Refluxösophagitis Ösophagogramm W selten nach Endoskopie, in Abh. von der klinischen Symptomatik. G3 Ösophagus-perforation CT P V. a. Komplikationen, V. a. Mediastinitis, sensitiv zum Nachweis extraluminaler Luft Ösophagogramm mit wasserlöslichen KM W Falls CT nicht verfügbar oder Lokalisation des Lecks nicht eindeutig möglich ist G4 Intestinaler Blutverlust, chronisch oder rezidivierend, okkulte Blutung Video-Kapselendoskopie oder Enteroskopie P Verfahren der ersten Wahl CT/MRT W Wenn Video-Kapselendoskopie oder Endoskopie keine Ergebnisse brachten Nuk W Sequenzszintigrafie mit markierten Erythrozyten. Nachweis von Blutungen ab 0,1 ml/min, besonders von intermittierenden okkulten Blutungen G5 Akute gastrointestinale Blutung: Hämatemesis Rö Abdomen N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Endoskopie! Colon-Kontrasteinlauf (KE) N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Endoskopie! CT W Nicht konklusive Endoskopie, mit CTA (Sensitivität höher als Angiografie) Nuk S Nachweis der Blutungsquelle; Blutungsraten ab 0,1 ml/min können festgestellt werden Angiografie S Bei Planung einer Intervention G6 Uncharakteristische Verdauungsstörungen Bildgebende Untersuchung N Primär durch klinische Abklärung. Bildgebung erst nach genauer Fragestellung US P Nachweis von auffälligen Befunden der Wand von Magen und Darm sowie außerhalb der Hohlorgane Rö Magen-Darm-Passage (MDP) S Bis auf spezielle Indikationen nicht mehr adäquat CT/MRT W Wenn Endoskopie nicht möglich ist oder Funktionstests nicht aussagekräftig sind G7 V. a. Anastomoseninsuffizienz postoperativ Rö MDP mit wasserlöslichen KM P Nachweis Anastomoseninsuffizienz CT P Sensitive Methode, zusätzlicher Nachweis intraabdominaler Folgen der Anastomoseninsuffizienz G8 Akute Abdominalscherzen mit V. a. Perforation/ Obstruktion/Peritonismus CT P Nachweis von freier Luft, Aszites, dilatierten oder motilitätsgestörten Darmabschnitten US P Nachweis entzündlicher Pathologien, von freier Luft, Aszites, dilatierten oder motilitätsgestörten Darmabschnitten Rö Abdomen W Wenn CT nicht möglich, Nachweis freier Luft, Ileus, Konkremente/FK G9 Dünndarmobstruktion: chronisch oder rezidivierend US (FKDS) P Dilatierte Schlingen, freie Flüssigkeit, Adhäsion, Perfusion CT/MRT W Intra-/extraluminale Veränderungen, G10 Verdacht auf entzündliche Erkrankung des Dünndarms (z. B.
M. Crohn)Dünndarmdoppelkontrastuntersuchung (DDK) N Nicht mehr adäquat MRT P Lokalisation des Befalls, intra-/extraluminale Prozesse (Abszess), Fistelsysteme US P Lokalisation des Befalls, intra-/extraluminale Prozesse (Abszess) CT W Intra-/extraluminale Veränderungen, Komplikationen (Fistelsysteme), falls MRT nicht verfügbar/nicht möglich Nuk S Entzündungs-Szintigrafie: Entzündungslokalisation, Floridität PET-CT S Mit FDG zur Entzündungslokalisation, und -aktivität G11 Entzündliche Darmerkrankung: Schmerzen, Blutung, Veränderungen der Defäkations-gewohnheiten usw.
(Dickdarmtumoren s. L13)CT- bzw. MRT-Kolografie P Wenn Koloskopie nicht möglich ist, komplette Darstellung des Organs. Nachteil: keine Histologie, komplette Darmreinigung erforderlich US P Orientierende, symptomgeleitete Untersuchung: Dilatation, Ileuszeichen, Wandverdickung, RF, Therapiekontrolle CT W Intra-/extraluminale Beurteilung Nuk S Entzündungs-Szintigrafie PET-CT S Mit FDG, zur Entzündungslokalisation und -aktivität G12 Ileus Rö Abdomen P DD Ileus-Subileus US ggf. FKDS P Dilatierte Darmschlingen, Motilität, Wandschwellung, Perfusion, Fluss in den Mesenterialgefäßen CT P Bes. bei ausgeprägter klinischer Symptomatik, ggf. CTA bei DD mesenteriale Ischämie DDK N Nicht mehr adäquat G14 Entzündliche Darmerkrankung des Kolons Koloskopie P Verfahren der ersten Wahl US P Primäre Beurteilung Darmwandverdickung und Ausbreitungsmuster, Therapiekontrolle CT W Beurteilung der Ausbreitung, Suche nach intra- und extraluminaler Pathologie MRT W Beurteilung der Ausbreitung, Suche nach intra- und extraluminaler Pathologie Nuk S Entzündungs-Szintigrafie (z. B Komplikationen) PET-CT S Mit FDG zur Entzündungslokalisation und -aktivität G15 Divertikulitis US P Basisuntersuchung CT P Ggf. mit wasserlöslichem KM rektal Kolon-KE W Mit wasserlöslichem KM, wenn CT nicht verfügbar Allgemeine abdominelle Beschwerden G16 Akuter Unterbauch-schmerz Rö Abdomen N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Appendizitis, Abszess, Sigmadivertikulitis, gyn. Prozesse CT W Bei klinischem V. a. komplizierte Divertikulitis oder Appendizitis ohne US-Nachweis MRT W Bei Kindern, Jugendlichen und Schwangeren bei fehlendem US-Nachweis einer Unterbauch-Schmerzursache G17 Palpable RF US P Verifikation des Befundes, Organzuordnung MRT W Zur weiteren Abklärung bei Kindern und Jugendlichen CT W Zur weiteren Abklärung und ggf. TU-Staging G18 Malabsorption Rö N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen Nuk S Spezielle Resorptions-Tests (75Se-Homotaurocholsäure (SEHCAT)-Test für Gallensäure-Absorption) CT S V. a. Lymphom MRT S Als MR-Enterografie US S Darmwandverdickung, V. a. entzündliche Darmerkrankungen, Lymphom G19 Appendizitis Rö N Meist klinische Diagnose US P Verifikation des Befundes, Ausschluss anderer Ursachen der Symptomatik CT W Nur bei unklarem US, V. a. Komplikation, z. B. Perforation, und DD TU, Adipositas MRT W Kinder, Jugendliche, Schwangere bei unklarem US, V. a. Komplikation und DD TU G20 Obstipation
(bei Kindern s. M51) (s. L13)Rö Abdomen N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen CT- oder MR-Kolonografie W V. a. TU als Ursache, wenn Koloskopie nicht möglich Rö S Kolontransferzeitbestimmung Leber, Gallenblase und Pankreas G21 Lebermetastasen (s. L11) G22 DD solitärer Leberherd
(z.B. Hämangiom, fokale noduläre Hyperplasie (FNH), Adenom)US P Primärdiagnostik, ggf. mit KM MRT P Goldstandard (dynamisch und ggf. leberspez. KM) CT W Nicht konklusiver US, falls MRT nicht möglich Nuk S Hepatobiläre Sequenzszintigrafie zur Abklärung benigner Leberherde PET-CT S Mit FDG: Bei unklarem Befund nach CT/MRT (CUP-Syndrom s. L29), DD zu benignen Leberherden G23 Ikterus
Gallengang-erkrankungUS P Verifikation einer mechanischen Dilatation, Lokalisation der Höhe der Obstruktion, Nachweis einer RF als Ursache Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) P Goldstandard der Darstellung der Gallenwege und des Pankreas US Endosonografie W Diagnostik distaler Obstruktionen: RF vs. Choledocholithiasis. Charakterisierung von RF des Gallengangs und Pankreaskopfes. CT W Nicht konklusiver US oder unzureichender sonografischer Zugang, wenn MRT/MRCP nicht möglich ERC/P W In Interventionsbereitschaft Nuk S Hepatobiliäre Sequenzszintigrafie nur bei Kontraindikation zu KM-Untersuchung oder inkonklusiver Bildgebung G24 Gallenblasen-erkrankung US P Basisuntersuchung CT/MRT W Bei TU-Verdacht oder Komplikation G25 Pankreatitis: chronisch Rö N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Basisuntersuchung CT P Nachweis von Kalzifikationen und Komplikationen MRT/MRCP W Beurteilung Komplikationen, Gang-Morphologie, Abgrenzung zum Pankreastumor US Endosonografie S Bestimmung des Schweregrades, z. B. anhand der Cambridge-Kriterien. PET-CT S Mit FDG: DD Pankreatitis vs. TU (bei unklarem CT/MRT) G26 Pankreatitis: akut CT P Nachweis von Nekrosen, Fisteln, Verkalkungen, Karzinom als Ursache US P DD biliäre Pankreatitis (Entscheidung zur ERCP), Basisuntersuchung US Endosonografie W DD biliäre Pankreatitis (Entscheidung zur ERCP), wenn US nicht eindeutig. Ausmaß der Nekrosen und Flüssigkeitskollektionen. MRT/MRCP W V. a. biliäre Genese, Beurteilung Pankreasgang G27 Postoperatives Gallengangsleck US P Anatomische Lokalisation der Flüssigkeitsansammlung MRT/MRCP W Lokalisation der Austrittsstelle, wenn nicht primär ERCP geplant CT W Wenn US/MRT nicht möglich oder konklusiv sind G28 Pankreastumor (s. L12) G29 Endokrin aktive TU (Gastro-Entero-Pankreatische (GEP) NET) (s. L30) G30 Verschluckter FK, der im Pharynx oder im Bereich des oberen Ösophagus vermutet wird
(bei Kindern s. M38)Rö Weichteile des Halses P Nach der direkten Untersuchung des Oropharynx (wo die meisten FK lokalisiert sind) und wenn der FK wahrscheinlich röntgendicht ist. Die Abgrenzung von kalzifiziertem Knorpel kann schwierig sein. Die meisten Fischgräten sind auf der Rö-Aufnahme nicht zu erkennen Ösophagogramm W DL-KM-Untersuchungen (bei Perforationsverdacht wasserlösliche KM) hilfreich zur Abklärung bei FK-Verdacht im oberen GI G31 Verschluckter, vermutlich röntgendichter FK, der aufgrund von Größe und Konfiguration den Magen-Darm-Trakt passieren kann (z. B. Münze)
(bei Kindern s. M38)Rö Thorax P Bei Kindern müsste eine einzige Frontalaufnahme (Rö Thorax) mit Einschluss der Halsregion ausreichend sein. Bei Erwachsenen kann neben einer frontalen eine laterale Aufnahme erforderlich sein. Wenn der FK innerhalb von ca. 6 Tagen nicht abgegangen ist, kann das Rö Abdomen bei der Lokalisierung hilfreich sein Rö Abdomen W In Abh. von der klinischen Symptomatik US W Bei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar G32 Verschluckter FK: spitz oder eventuell giftig
(z. B. Nadel; Batterie)Rö Abdomen P Die meisten verschluckten FK, die den Ösophagus passieren, passieren auch den Rest des GI ohne Komplikation. Es ist jedoch wichtig, Batterien zu lokalisieren, da ein Auslaufen gefährlich sein kann Rö Thorax W In Abh. von der klinischen Symptomatik. Außer bei negativem Rö-Befund des Abdomens US W Bei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar G33 Verschluckter FK: großer Gegenstand (z. B. Zahnersatz) Rö Thorax P Zahnersatzmaterialien sind unterschiedlich strahlendurchlässig. Die meisten Zahnersatzmaterialien sind überwiegend aus Kunststoff und weitgehend strahlendurchlässig US W Bei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar Rö Abdomen N Initial nicht indiziert. Bei negativem Rö Thorax-Befund kann eine Röntgenaufnahme des Abdomens erforderlich sein, genauso wie ein Barium-Breischluck oder eine Endoskopie. Eine späte Rö Thorax-Aufnahme kann hilfreich sein -
H. Urologisches System, Nebennieren und Urogenitaltrakt
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar H1 Makro- oder Mikrohämaturie, Proteingehalt <100 mg dl‑1(bei Kindern s. M60) US P Abklärung kompletter Harntrakt: US und Zystoskopie (unterer Harntrakt) kombiniert eingesetzt CT W Zur Abklärung des Harntraktes. MRT W Ergänzend bei TU-Verdacht des gesamten Abdomens/Beckens, CT bei Kontraindikation für MRT H2 Hypertonie ohne Nierenerkrankung, Hypertonie bei jungen Patienten IVP N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US (FKDS) P Cave: Sensitivität der FKDS nicht ausreichend zum Ausschluss einer NAST, nur bei positivem Befund verwertbar Nuk W Nieren-Funktionsszintigrafie bei V. a. renale Ursache zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz einer NAST CTA/MRA W Morphologischer Nachweis einer NAST (kein sicherer Ausschluss einer Fibromuskulären Dysplasie) DSA W Bei geplanter Intervention H3 Nierenversagen, chronisch Rö Abdomen oder IVP N Beide Verfahren liefern keinen Beitrag zur Abklärung des Nierenversagens; zudem sind KM in dieser Situation kontraindiziert US (FKDS) P Organgröße, Parenchymveränderungen, Hydronephrose, ggf. NAST CT/-MRT S Beurteilung der Organgröße und -morphologie, Nachweis von Harntransportstörung und Parenchymveränderung H4 Nierenversagen, akut Rö Abdomen oder IVP N Beide Verfahren liefern keinen Beitrag zur Abklärung des Nierenversagens; zudem sind KM in dieser Situation kontraindiziert US (FKDS) P Organgröße, Parenchymveränderungen, Harnaufstau, Konkremente, zur ultraschallgeführten Biopsie CT/-MRT S Nur bei speziellen Fragestellungen (Obstruktionen, Konkremente, Organmorphologie) Nuk S Nieren-Funktionsszintigrafie DMSA/MAG-3 (seitengetrennte) Nierenvitalität und -funktion H5 Nierenkolik, akuter Flankenschmerz (bei Kindern s. M61) CT P Primäruntersuchung, da auch DD geklärt werden können. Bei V. a. Konkremente erste CT-Serie nativ in Low Dose-Technik US P Nachweis einer Dilatation des Nierenbeckenkelchsystems (NBKS). Akutdiagnostik, falls CT nicht zeitnah verfügbar IVP W Nur bei hinreichender Nierenfunktion. Höhe der Abflussbehinderung vor geplanter Steinsanierung, und wenn CT nicht durchführbar ist Nuk W Seitengetrennte Funktionsdiagnostik (MAG-3 und Furosemid) DD obstruktive funktionelle Störung H6 Asymptomatische Nierensteine Rö Abdomen/ Nuk N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Asymptomatische Nierensteine sind meist ein Zufallsbefund. Uretersteine im US oft nicht darstellbar. Weite des NBKS CT W Zur Interventionsplanung H7 RF der Nebennieren (NN) (maligne TU s. L15, bei Kindern s. M58) US P Darstellung rechts zuverlässiger als links CT/MRT P Bei klinischem oder sonografischem V. a. eine RF der NN, artdiagnostische Eingrenzung möglich, besonders in-/opposed-phase-Sequenz Nuk S Spez. Tracer für NN-Mark oder -Rinde;Hormonale Aktivität, ektope TU-LokalisationDSA S Seitengetrennte Blutabnahme zur Seitenlokalisation der Hormonaktivität H8 RF der Niere (Nierenkarzinom s. L16, bei Kindern s. M57) IVP N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P DD zystische/solide RF, falls verfügbar mit CEUS. Bosniak-Klassifikation. CT/MRT W Bei nicht eindeutig benignem Befund. H9 RF Nierenbecken/ Ureter/Blase (maligne TU der Blase s. L17) US P Harntraktdilatation, Beurteilung der Nieren CT (Low-Dose) P Verdacht auf Harnleiterkonkrement MRT W Bei unklaren Weichteilveränderungen IVP/ retrograde Ureterdarstellung S Zur weiteren Abklärung einer Obstruktion H10 Harnwegsinfekt akut, komplizierte Pyelonephritis (bei Kindern s. M59) US P Nachweis/Ausschluss Harntraktdilatation. KM-US bei V. a. renale Beteiligung zum Nachweis intrarenaler Abszesse MRT W Nachweis Entzündung/Abszess im Nierenparenchym, perirenale Komplikationen CT W Wenn MRT nicht verfügbar IVP W Wenn CT nicht verfügbar Nuk S Seitengetrennte Nierenfunktion (DMSA/MAG-3), Quantifizierung des Harnabflusses und der Nierenfunktion, Narbenbildung H11 Harnwegsinfekt, chronisch (bei Kindern s. M59) IVP N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Eingrenzung der DD, Harntraktdilatation. KM-US bei V. a. renale Beteiligung zum Nachweis intrarenaler Abszesse CT/MRT W Nachweis Entzündung/Abszess im Nierenparenchym Nuk S Nierenfunktion im Seitenvergleich (DMSA/MAG-3) H12 Prostataerkrankungen (Karzinom s. L18) IVP N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Transkutaner US: Harntraktdilatation, Restharn.Transrektaler US (TRUS) und transrektale Punktion: zur histologischen Abklärung. Ein negativer US-Befund schließt einen TU nicht ausMRT (multiparametrisch) P Zum TU-Ausschluss bei erhöhtem Prostata-spezifischem Antigen (PSA) zur Planung einer MR/TRUS-Fusionsbiopsie H13 RF oder Schmerzen Scrotum/Hoden (bei maligner RF s. L19) US P Erkrankungsnachweis, DD solider vs zystischer RF und testikulärer vs epididymidaler Prozess, obligat bei jedem unklaren Tastbefund und bei skrotalen Schmerzen (Entzündung, Torsion), mit FKDS bei V. a. Torsion MRT W Zur weiteren Differenzierung bei unklarer Veränderung H14 Vesikoureteraler Reflux (diagnostisches Vorgehen wie bei Kindern, s. M59) H15 Urethralstenose Urethrografie P Präoperative Darstellung H16 Harnverhalt US P Beurteilung Harnblase und vorgeschaltete Harnwege sowie ggf. der Prostata durch TRUS H17 Retroperitoneales Trauma (Niere) (s. K35-K36) US P Akutdiagnostik CT P Sensitivste Darstellung einer Nierenverletzung. (mit arterieller und venöser Phase) H18 Transplantatniere US (FKDS) P Morphologie, Durchblutung CE-MRA W Präoperative Anatomie, unklarer US, falls keine KM-Kontraindikation Nuk W Nierenfunktionsszintigrafie: Funktion, Vitalität, Urinleck H19 Spenderniere (Lebendspende) US P Morphologie MRT P Zur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl CT P Zur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl DSA W Zur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl Nuk P Seitengetrennte Nierenfunktionsszintigrafie (MAG-3) -
I. Gynäkologie und Geburtshilfe
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar I1 Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft US P Information über Gestationsalter, fetales Wachstum, fetale Zustandsdiagnostik (Dopplersonografie, fetale Fehlbildungen) I2 Vermutete Schwangerschaft US W In Ergänzung zum Schwangerschaftstest. Ausschluss Extrauterine Gravidität, Vitalität der Schwangerschaft I3 Verdacht auf Extrauterin-schwangerschaft US P Transvaginaler US I4 Verdacht auf fetale Fehlbildungen US P Vitalität, Entwicklungsstand, Vermeidung einer invasiven Diagnostik I5 Verdacht auf RF im Beckenraum US P Kombination transvaginaler/transabdominaler US, Ausschluss Schwangerschaft MRT W Dediziertes Becken-MRT CT W Bei Nichtverfügbarkeit von MRT oder Kontraindikationen I6 Schmerzen im Beckenraum US P Wenn klinische Untersuchung schwierig oder unmöglich oder nicht aussagekräftig, Ausschluss Schwangerschaft MRT/CT W Wenn US nicht aussagefähig I7 Endometriose US P Primärdiagnostik zum Nachweis. Bei negativem US ist Endometriose nicht ausgeschlossen. MRT als weitere Untersuchung MRT W Bei klinischem Verdacht zum Nachweis von Endometrioseherden und ggf. OP-Planung; Sicherung durch Laparoskopie I8 Verlust Intrauterinpessar (IUP) US P Verfahren der ersten Wahl, Ausschluss Schwangerschaft Rö W Wenn das IUP im US nicht zu sehen ist. CT S Bei V. a. IUP-Perforation / Lost-IUP und negativem Röntgen, auch bei nicht-kupferhaltigen IUP MRT S Bei Lost-IUP und Kontraindikationen für CT auch bei kupferhaltigen IUP I9 Wiederholte Fehlgeburten US P Uterusfehlbildungen MRT W Ergänzung zum US Hystero-Kontrast-Sonografie (HKSG) W Zum Ausschluss von Uterusfehlbildungen unter Einsatz von Sono-KM I10 Infertilitätsabklärung bei der Frau US transvaginal P Zum Ausschluss von Uterusfehlbildungen MRT W Zum Ausschluss von Uterusfehlbildungen Hystero-Kontrast-Sonografie (HKSG) W Zum Ausschluss von Uterusfehlbildungen und zum Ausschluss tubarer Ursachen unter Einsatz von Sono-KM Hysterosalpingografie (HSG) W Verdacht auf tubare Ursache, wenn sonografisch keine ausreichende Beurteilbarkeit besteht I11 Verdacht Missverhältnis Kopf/Becken CT N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen MRT P Wichtigstes Verfahren Rö Pelvimetrie S Bei Kontraindikation für MRT I12 Ovarialkarzinom (s. L20) I13 Uterus: Zervixkarzinom (s. L21) I14 Uterus: Korpuskarzinom (Endometriumkarzinom) (s. L22) -
J. Brust
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar Asymptomatische Frauen (keine Früherkennungsuntersuchungen bei Männern) J1 Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung unter 40 Jahre Mammografie und abgeleitete Röntgen-verfahren N Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis / keine gesetzliche Grundlage USN Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung
im Alter von 40-49 JahrenUS P Falls ein klinischer Tastbefund nicht zuverlässig zu erheben ist. Bei unklarem klinischem oder US-Untersuchungsbefund: S. Mammografie nach J6 Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung ab dem Alter von 50 Jahren Mammografie P Im Alter von 50 bis 75 Jahren: Alle zwei Jahre nach Einladung im Rahmen des deutschen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms (Mammografie-Screening). Ab dem Alter von 76 Jahren gibt es zurzeit keine Empfehlung zur Fortsetzung der Früherkennung US W Als Zusatzuntersuchung bei unklarem Mammografiebefund und sonstigen Indikationen (ggf. bei hoher mammografischer Brustdichte) Frauen mit erhöhtem Risiko J2 Frauen mit moderater Risikoerhöhung ab dem Alter von 40 Jahren Moderates Risiko definiert als persönliches Erkrankungsrisiko von 15 % bis 29% (abhängig z. B. von Anzahl und Alter erkrankter Familienmitglieder, histologisch nachgewiesener Risikoläsionen) Mammografie P Individuell angepasstes Vorgehen (u. a. abhängig von individueller Risikoanalyse unter Berücksichtigung der informierten, selbstbestimmten Entscheidung der Frau); in der Altersgruppe von 50-75 Jahren: Teilnahme am Früherkennungsprogramm (Mammografie-Screening) und ergänzende Verfahren nach Nutzen-Risiko-Analyse erwägen US P Jährlich (insbesondere bei hoher Brustdichte) erwägen Mamma-MRT S Nur erwägen, wenn aufgrund einer Mammografie und Sonografie ein maligner Befund nicht ausreichend unwahrscheinlich ist. Für einen Einsatz der MRT als primäres Früherkennungsverfahren in der intermediären Risikogruppe liegen keine ausreichenden Daten vor J3 Frauen mit stark erhöhtem Risiko/familiäre Hochrisiko-Situation
Die Betreuung der betroffenen Frauen sollte ausschließlich in spezialisierten, extern auditierten Zentren erfolgenHohes Risiko definiert als:
(a) bekannte BRCA1/2 Mutation oder
(b) persönliches Erkrankungsrisiko von > 30% oder
(c) Heterozygotenrisiko > 20%
Intensivierte Überwachung im Alter von:
25 bis 70 Jahren bei Nachweis von BRCA 1/2 Mutation
30 bis 70 Jahren bei Nachweis anderer Gen-Mutationen (z. B. RAD51C, RAD51D, CHEK2, PALP2) bzw. 5 Jahre vor Erkrankungsalter der jüngsten Erkrankten
30 bis 50 Jahren bei fehlendem Mutationsnachweis von Risikogenen bzw. 5 Jahre vor Erkrankungsalter der jüngsten ErkranktenMamma-MRT P Alle 12 Monate US W Jährlich in Verbindung mit der klinischen Tastuntersuchung. Nur erwägen, wenn aufgrund der Mamma-MRT ein maligner Befund nicht ausreichend unwahrscheinlich ist PBei Nachweis von BRCA ½ MutationPrimärverfahren zwischen den MRT im HalbjahresintervallMammografie W Nur erwägen, wenn aufgrund der Mamma-MRT ein maligner Befund nicht ausreichend unwahrscheinlich ist. Ab dem Alter von 40 Jahren alle zwei Jahre zu erwägen Symptomatische Frauen J4 Klinische Symptomatik bei Frauen unter 40 Jahren US P In jedem Fall indiziert Perkutane bildgestützte Nadelbiopsie W In Abh. vom klinischen Befund, US und individuell erhöhter Risikokonstellation Mammografie W In dieser Altersgruppe seltene Indikation. Nur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt Mamma-MRT W Erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt Digitale Brusttomosynthese (DBT) W In dieser Altersgruppe seltene Indikation. Erwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, US und Mammografie ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt Galaktografie S Bei pathologischer Sekretion (einseitig und spontan, oder auch zytologisch abklärungswürdig; nicht in Zusammenhang mit einer Entbindung) J5 Klinische Symptomatik bei Frauen über 40 Jahren Mammografie P Verfahren der ersten Wahl US P Verfahren der ersten Wahl Mamma-MRT W Erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt Digitale Brust-tomosynthese (DBT) W Erwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann Brust-CT S Nur als Alternative erwägen bei typischen MRT-Kontraindikationen wie Implantaten (z. B. Schrittmacher, Cochlea-Implantat), vorliegender Gadolinium-Intoleranz oder Klaustrophobie Perkutane bildgestützte Nadelbiopsie W In Abh. von klinischem Befund, Mammografie und US.
Die histologische Abklärung von Befunden soll durch Stanzbiopsie oder Vakuumbiopsie und in zu begründenden Ausnahmefällen durch offene Exzisionsbiopsie erfolgen.
Die Steuerung der Biopsie soll mit Hilfe jener Bildgebung erfolgen, die den Befund eindeutig darstellt.
Zur mammografischen oder MRT-gesteuerten Gewebegewinnung sollte die Vakuumbiopsie eingesetzt werden.Galaktografie W Bei pathologischer Sekretion (einseitig und spontan, oder auch zytologisch abklärungswürdig; nicht im Zusammenhang mit Entbindung/Stillphase).
Duktoskopie kann in erfahrenen Zentren erwogen werdenJ6 Mastitis/V. a. M. Paget Mammografie P Ggf. Antibiotikatherapie bei Entzündung US P Ggf. dermatologische Begutachtung Perkutane bildgestützte Nadelbiopsie/ Punchbiopsie W In Abh. von klinischem Befund, Mammografie und US und eventuellem Sekretabstrich J7 Mammaaugmentationsplastik mit Implantaten
(Aufbauplastik nach Mammakarzinom s. J11)US P Beurteilung der Implantatoberfläche bzw. von Restparenchym Mammografie P Ggf. Spezialaufnahmen Mamma-MRT P Bei Verdacht auf Implantatkomplikation S Nur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt J8 Prätherapeutisches lokoregionäres Staging (s. L31) (identisches Staging bei Männern) Mammografie P Ipsi- und kontralateral Mamma-US P Ipsi- und kontralateral, inkl. Axilla-LK: Falls suspekt, insbesondere suspekte Cortexbreite Nadelbiopsie, sonografisch geführt Nuk P SLN-Darstellung (SLN-Biopsie) bei gesichertem Karzinom Mamma-MRT W Bei nicht ausreichend sicherer Beurteilbarkeit durch klinische Untersuchung, Mammografie, US und perkutane Biopsie und bei individuell erhöhter Risikokonstellation erwägen, insbesondere bei lobulärem Mammakarzinom KM-Mammografie (CEM) S Bei Kontraindikationen für eine Mamma-MRT (z. B. Klaustrophobie – magnetische Metallimplantate) GK staging(identisches Staging bei Männern)Bei Patientinnen mit Verdacht auf Fernmetastasen oder asymptomatischen Patientinnen mit höherem Metastasierungsrisiko (N+, > T2) und/oder aggressiver TU-Biologie (z. B. HER2+, triple-negativ); bei geplanter systemischer Chemo-/AntikörpertherapieRö Thorax N Präoperative Situation: Kein ausreichender negativer Vorhersagewert im Fall eines notwendigen Stagings CT Thorax/ Abdomen
BeckenP Verfahren der ersten Wahl Nuk P GKS mit Tc-Phosphonaten Verfahren der ersten Wahl MRT W Bei V. a. Knochenmarkskarzinose oder ZNS-Befall bei negativem CT-Befund oder bei CT-Kontraindikation PET-CT S Mit FDG: Kann zur weiteren Klärung diskrepanter Befunde erwogen werden Rezidivdiagnostik Vorgehen wie unter J5/6 bzw. J9 Nachsorge nach Mammakarzinom J9 Nach brusterhaltender Therapie Mammografie P Jährlich US P Jährlich, insbesondere bei dichtem Drüsenkörper Digitale Brusttomosynthese (DBT) W Erwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv nicht auszuschließen ist Mamma-MRT W Vorgehen wie unter J5/6 CEM S Vorgehen wie unter J5/6 Nuk N GKS keine Indikation in der Routine-Nachsorge J10 Nach Ablatio CT/MRT N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen Nuk N GKS keine Indikation in der Routine-Nachsorge Mammografie P Jährlich kontralateral mit US US P Beurteilung der Thoraxwand und der kontralat. Brust Mamma-MRT W Nur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv oder ein Zweitkarzinom nicht auszuschließen sind. J11 Nach Mammaaugmentation durch Implantat US P Beurteilung der Implantatoberfläche bzw. von Restparenchym Mammografie P Mammografie bds., ggf. Spezialaufnahmen der betroffenen Seite Mamma-MRT P Bei Verdacht auf Implantatkomplikation W Nur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv nicht auszuschließen ist J12 Nachsorge nach Mastektomie beim Mann Mammografie / US P Jährliche Bildgebung bei deutlich erhöhtem Risiko eines kontralateralen Karzinoms (Risikoerhöhung um Faktor 30) -
K. Trauma
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
Kopfverletzung allgemeine Vorbemerkungen:
Die Empfehlungen an dieser Stelle müssen erforderlichenfalls nach Konsultation eines neurochirurgischen Zentrums in Ihrer Region angepasst werden.
Die Kernfragen bei der Diagnose und Therapie von Kopfverletzungen sind:
Klinisch:
1. Liegen Anhaltspunkte für eine Hirnverletzung vor?
2. Liegen Anhaltspunkte für eine Schädelfraktur vor, und, wenn ja, sind Knochenfragmente in das Schädelinnere verlagert?
3. Sind andere Organsysteme/Körperregionen beteiligt?
Bei Verdacht auf Gefäßverletzungen sind spezielle Gefäßuntersuchungsverfahren erforderlich
(s. Abschnitte E und N).
Behandlung:
1. Ist eine Hospitalisierung des Patienten oder der Patientin zur Überwachung erforderlich?
2. Ist ein neurochirurgisches/neurologisches Konsil erforderlich?
Nuklearmedizin allgemeine Vorbemerkungen:In bestimmten Situationen, in denen das Frakturalter nicht bekannt ist, kann die Indikation zu einer GKS bestehen, ebenso beim Polytrauma zum Nachweis bisher nicht bekannter Frakturen (S).
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar Kopf/Hirnschädel: geringes Risiko einer intrakraniellen Verletzung K1
• Voll orientiert
• Keine Amnesie
• Kein neurologisches Defizit
• Keines der Kriterien aus K2
(bei Kindern s. M10)Rö Schädel N Diese Patienten werden gewöhnlich nach Hause geschickt mit Anweisungen bezüglich ihrer Kopfverletzung an eine verantwortliche Person, auf Verhaltensauffälligkeiten zu achten CT W Nur bei klinischer Verschlechterung (z. B. neurologische Symptomatik) Kopf/Hirnschädel: mittelhohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung K2
• Bewusstlosigkeit oder Amnesie
• adäquates Trauma
• Hämatom der Kopfhaut, Schwellung oder Lazeration bis auf den Knochen oder mit einer Größe von > 5 cm
• Neurologische Symptomatik (einschl. Kopfschmerzen, zweimaligen oder häufigeren Erbrechens, erneut vorstellig)
• Unzureichende Anamnese (Epilepsie/Alkohol/ Kind usw.)Rö Schädel N Ein fehlender Frakturnachweis schließt eine intrazerebrale Beteiligung nicht aus und ersetzt nicht ein CT ggf. zur Darstellung/Suche von FK. CT P Ausschluss einer zerebralen Verletzung. Kopf/Hirnschädel: hohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung K3
• Verdacht auf FK oder den Schädel penetrierende Verletzung
• Desorientiert oder Bewusstseinseintrübung
• Fokale neurologische Symptomatik
• Anfall
• Nahtdehiszenz
• ausgedehnte Schädelfraktur
• Liquor zerebrospinalis aus der Nase oder Liquor zerebrospinalis/ Blut aus dem Ohr
• Instabiler Allgemeinzustand, der eine Verlegung in eine Spezialabteilung erfordert
• Zweifelhafte DiagnoseCT P Verfahren der ersten Wahl MRT W Bei Hirnstammkontusion oder Scherverletzung.Inkl. blutungssensitive Sequenzen.Nuk S Bei V. a. okkulte oder intermittierende Liquorfistel Kopf/Hirnschädel: sehr hohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung K4
• Wie K3 insbesondere, wenn Verschlechterung des Bewusstseins oder neurologische Symptome (z. B. Pupillenveränderungen)
• Persistierende Verwirrung oder persistierendes Koma trotz Wiederbelebungsversuch
• Spannung der Fontanelle oder Nahtsprengung
• Offene oder penetrierende Verletzung
• Biegungs- oder Impressionsfraktur
• SchädelbasisfrakturCT Schädel P Ist die primär dringlichste Notfalluntersuchung nach kardiopulmonaler Stabilisierung ggf. im Rahmen einer GK-CT-Untersuchung (keine Verzögerung durch sonstige Bildgebung) Kopf/Gesichtsschädel K5 Nasentrauma Rö Nase seitlich P Beim isolierten Nasentrauma US S Bei V. a. isolierte Nasenbeinfraktur, nur bei positivem Befund verwertbar CT W Bei V. a. weitere Verletzungen zusätzlich zum Nasenbein oder falls Verdacht auf klinisch relevante Fraktur trotz negativem Schallbefund fortbesteht K6 Orbitatrauma: stumpfe Verletzung CT P Bei V. a. Blow-out-Fraktur MRT Orbita W bei unklarem CT-Befund K7 Orbitatrauma:penetrierende Verletzung,V. a. intraorbitalen FKCT P Metalldichter FK, V. a. Fraktur US W Nachweis von FK oder Hämatomen, aber nur bei positivem Befund verwertbar MRT W Weichteilverletzung (falls kein V. a. metallische FK besteht) Rö Orbita/NNH W Zum Ausschluss Metall FK vor MRT oder nach FK-Extraktion zur Beurteilung von Residuen K8 Mittelgesichtstrauma CT P V. a. Fraktur; immer als Spiral-Dünnschicht-CT mit der Möglichkeit isotroper Rekonstruktionen Rö Gesichtsschädel W Z. B. postoperativ zur Implantat Kontrolle. MRT W Bei V. a. Liquorfistel, komplexen WT-Verletzungen, Beteiligung Auge / Sehbahn K9 Unterkiefertrauma Rö/ Orthopan-tomogramm (OPG) P V. a. Fraktur; postoperative Kontrolle CT/ CBCT P Zur OP-Planung CT oder CBCT/digitale Volumentomografie Halswirbelsäule (HWS) K10 Bei bewusstseinsklarem Patienten mit V. a. isolierte knöch. Verletzung der HWS Rö HWS P Bei Patienten, auf die alle der folgenden Kriterien zutreffen: volles Bewusstsein, keine Vergiftung, keine Kopf- und/oder Gesichtsverletzung, kein auffälliger neurologischer Befund K11 Ausschluss HWS-Verletzung bei isolierter Kopfverletzung und Bewusstlosigkeit CT HWS P Ergänzend zum Schädel-CT zum Ausschluss knöcherne Verletzung Rö HWS P Falls CT nicht verfügbar US (FKDS)/MRT W Bei V. a. traumatische Dissektion der Halsgefäße, ligamentäre Verletzung K12 Trauma: Schmerzen, ohne neurologisches Defizit Rö HWS P Verfahren der ersten Wahl US/MRT W Bei V. a. Dissektion der Halsgefäße, diskoligamentäre Verletzung CT W Rö unklarer Befund, bzw. occipito-cervikaler oder cerviko-thorakaler Übergang nicht sicher abgebildet K13 Trauma: Vorliegen eines neurologischen Defizits CT P Ausschluss/Nachweis einer Fraktur MRT W Ausschluss von Verletzungen des Myelons, der Halsgefäße, der Knochen oder der diskoligamentären Strukturen US W Bei V. a. Dissektion der Halsgefäße Myelo-CT W Bei Kontraindikation für MRT Brust- und Lendenwirbelsäule K14 Trauma: keine Schmerzen, ohne neurologisches Defizit Rö N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen K15 Trauma: Schmerzen ohne neurologisches Defizit Rö P Gezieltes Rö der schmerzhaften Region CT W V. a. WK-Fraktur. Zur Therapieplanung MRT W Bei V. a. auf begleitende Weichteilverletzungen, bei jungen Patienten, Bestimmung Frakturalter K16 Trauma mit Schmerzen und neurologischem Defizit CT P Ausschluss/Nachweis einer Fraktur Rö P Wenn CT nicht verfügbar MRT W Ausschluss von Verletzungen des Myelons, der Knochen oder der diskoligamentären Strukturen Myelo-CT S Bei Kontraindikation zur MRT Becken und Kreuzbein K17 Zustand nach Sturz Rö Becken und Hüfte P V. a. Fraktur CT W Bei negativem Rö-Befund und persistierenden Beschwerden oder zur Planung von operativen Eingriffen MRT W Zum Ausschluss okkulter Frakturen bei negativem CT-Befund oder Weichteilverletzungen K18 Urethralblutung und
BeckenverletzungRö Becken P Verfahren der ersten Wahl CT P Ausschluss Blasenruptur, ggf. Urethraverletzung Retrogrades Urethrogramm W Ausschluss Urethraverletzung (Männer) K19 Trauma des Os coccygis oder Coccygodynie Rö Os coccygis W In Abh. von der klinischen Symptomatik. Meist keine therapeutische Konsequenz MRT W Nur bei persistierenden Beschwerden Obere Extremität K20 Schulterverletzung (s. D15a) Rö Schulter P Verfahren der ersten Wahl US P V. a. Weichteilverletzung (z. B. Rotatorenmanschette) CT der Schulter W Bei unklarem knöchernem Befund, Verletzungsfolgen nach Luxation, komplexer Fraktur präoperativ MRT W Ausschluss okkulte Fraktur/Weichteilverletzung, Verletzungen an Rotatorenmanschette, Labrum, Gelenkkapsel und langer Bizepssehne. Bei unauffälligem Rö bzw. US und persistierenden Beschwerden K21 Frakturen langer Röhrenknochen Rö P Verfahren der ersten Wahl US S Kann ergänzend eingesetzt werden K22 Ellbogenverletzung Rö Ellbogen P Verfahren der ersten Wahl US P Ausschluss Gelenkerguss, Kollateralband- oder Weichteilverletzung. Ein Gelenkerguss bei negativem Röntgen ist eine Indikation zur weiterführenden Diagnostik bzw. Stabiltitätsdiagnostik CT/DVT W Ausschluss Fraktur bei Gelenkerguss. Therapieplanung bei komplexen Frakturen MRT W Ausschluss okkulte Fraktur, Weichteilverletzung K23 Hand- und Handgelenks-verletzung (Bei Kindern s. M21) Rö Hand, Handgelenk und distaler Unterarm P Verfahren der ersten Wahl MRT W Bei V. a. okkulte Handwurzelknochen-Fraktur, ggf. auch als Arthro-MRT: ligamentäre Verletzung CT/DVT W Genaue Beurteilung auch kleiner knöcherner Veränderungen der Handwurzelknochen. Arthro-CT: ligamentäre Verletzung (Alternative zur Arthro-MRT) US S Nachweis Handgelenk-Erguss, Scaphoid-Fraktur Untere Extremität K24 Knieverletzung Rö Knie P Verfahren der ersten Wahl US P Gelenkerguss, Seitenbandverletzung CT/DVT W Bei V. a. komplexe Frakturen zur Klassifikation und zur Therapieplanung MRT W Bei V. a. okkulte Fraktur. Abklärung eines Kniebinnentraumas K25 Frakturen langer Röhrenknochen Rö P Verfahren der ersten Wahl US S Kann ergänzend eingesetzt werden K26 Knöchelverletzung Rö Oberes Sprunggelenk P Verfahren der ersten Wahl US P Gelenkerguss, vordere Syndesmose, Stabilität, ggf. Bandapparat MRT W Bei V. a. Bandverletzung, osteochondrale Fraktur K27 Fußverletzung Rö Fuß P Verfahren der ersten Wahl CT/DVT W Zur Therapieplanung bei Talus-, Calkaneus- oder Fußwurzelfrakturen MRT W Beurteilung nicht knöcherner Verletzungen K28 Ermüdungsbruch am Vorfuß Rö P Verfahren der ersten Wahl MRT W Zum Nachweis bei negativem Rö und zur Klärung differenzialdiagnostischer Fragen US S Weichteilbeurteilung Nuk S GKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. okkulte Fraktur bei unklarem MRT Fremdkörper (FK) K29 Weichteilverletzung: FK (Metall, Glas, Farben) Rö P Alle Arten von Metall, Glas und einige Farben und Kunststoffe sind röntgendicht US P US ist heute eine wesentliche Ergänzung zum Rö (Anzahl, Ausmaß, Lokalisation) K30 Weichteilverletzung: FK (Kunststoff, Holz) Rö N Diese FK sind nicht röntgendicht US P Verfahren der ersten Wahl MRT W In Ausnahmefällen bei nicht konklusivem US Thorax und Abdomen K31 Leichtes Thoraxtrauma
V. a. RippenfrakturUS P Bei gut lokalisierten Schmerzen zum Nachweis von Thoraxwandprozessen, Pneumothorax und Rippenfrakturen Rö Thorax P Bei V. a. Rippenfraktur und Ausschluss Pneumothorax K32 Isoliertes mittelschweres bis schweres Thoraxtrauma Rö Thorax P (Sero-)Pneumothorax, Lungenkontusion US P (Sero-)Pneumothorax, Frakturen CT Thorax P Alternativ als Basisuntersuchung zur Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung CTA W Bei V. a. Aortenverletzung (möglichst mit EKG-Gating, zur Vermeidung von Artefakten durch Doppelkonturen) TTE/TEE W Herzbeteiligung K33 Perforierende Verletzung z. B. Stichverletzung Rö Thorax P (Sero-) Pneumothorax, Lungenkontusion US P Bei V. a. Flüssigkeit in der Perikard- oder Pleurahöhle, Pneumothorax, transdiaphragmale Verletzungen CT P Beurteilung des Ausmaßes der Organverletzung; bei Schussverletzungen ist CT primär indiziert DSA S interventionelle (endovaskuläre) Therapie K34 Brustbeinfraktur US P Sensitives Verfahren CT W Bei unklaren Rö- und US-Befunden und V. a. auf weitere thorakale Verletzungen (möglichst mit EKG-Gating, zur Vermeidung von Artefakten durch Doppelkonturen) Rö Sternum seitl. S Nur wenn CT nicht verfügbar. K35 Abdomen (einschl. der Nieren); offene oder perforierende Verletzung oder Stichverletzungen CT P Sensitivste Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Organverletzung US P E-FAST (extended focused assessment with sonography for trauma): Nachweis freier Flüssigkeit als Hinweis auf Organverletzung DSA S Interventionelle (endovask.) Therapie bei Gefäßverletzung K36 Nierentrauma CT P Sensitivste Untersuchungsmethode US P Falls verfügbar US mit USKM, negativer nativer US schließt eine Nierenverletzung nicht aus Nuk S Nierenfunktion nach Nierenruptur DSA S Bei Intervention Schweres Trauma K37 Polytrauma –
Patient nicht ansprechbarGK-CT (kraniale CT (CCT), CT-Hals, Thorax, Abdomen, Becken) P Bei Vorhandensein eines geeigneten Multidetektor-CT-Gerätes mit i. v. KM; Cave: CCT vor KM-Gabe CCT P Ausschluss isolierter zerebraler Verletzungen US Abdomen und
US Pericard/ PleuraP eFAST-Protokoll, Ausschluss freie Flüssigkeit und grobe Organverletzung Rö Thorax/Becken/ HWS N Im Rahmen der Abklärung mit GK-CT nicht mehr indiziert. Nur wenn CT nicht verfügbar. -
L. Onkologie
Auf viele Malignome wurde bereits in den Abschnitten zu den einzelnen Organkapiteln auf das Kapitel L Onkologie verwiesen. In diesem Abschnitt wird die Anwendung bildgebender Verfahren bei der Diagnose, dem Staging und der VK häufiger TU dargestellt. Pädiatrische TU werden in der Orientierungshilfe nicht speziell berücksichtigt, da deren diagnostisch-therapeutische Strategien durch Studienzentralen vorgegeben sind.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar L1 Primärer Hirntumor oder Metastasen (Diagnostik, Therapiekontrolle und Nachsorge) MRT P Mit KM, Sensitiver als CT CT W Mit KM, bei symptomatischen Patienten und bei Kontraindikation für MRT Nuk W Aminosäure SPECT: Therapieplanung, Rezidivdiagnostik PET-CT W Bessere Auflösung als SPECT. Beim Meningeom SSTR PET-CT L2 Parotis DiagnoseUS P Zum Nachweis einer RF, insbesondere bei oberflächlich gelegenen Läsionen. Cave: In der Tiefe gelegene Prozesse können übersehen werden. MRT P Mit KM bei V. a. TU, insbesondere bei tiefen Parotisläsionen; bei V. a. TU und TU-Staging, Dignitätseinschätzung, OP-Planung CT W Mit KM, bei Kontraindikation für MRT StagingPET-CT mit FDG: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie vor LK-Dissektion NachsorgeUS Hals P Lokalrezidiv und LK-Metastasen MRT Hals P Lokalrezidiv und LK-Metastasen CT Hals W Wenn MRT nicht möglich CT Thorax/ Oberbauch P Staging bei Karzinom PET-CT W Response-Evaluation bei inoperablen TU oder nach neoadjuvanter Therapie Nuk W Speicheldrüsen-Szintigrafie: z. A. erhaltene Speicheldrüsenfunktion L3 Pharynx DiagnoseBildgebende Verfahren N Nur in Ergänzung zur klinischen Diagnose inkl. Endoskopie u. Histologie StagingUS Hals P LK-Staging CT/MRT Hals P TU und LK Staging; für suprahyoidale TU-Lokalisationen wird die MRT, für infrahyoidale TU-Lokalisationen die CT empfohlen; bei kindlichen TU MRT.CT ansonsten bei Kontraindikation für MRTCT Thorax/ mit Oberbauch P Staging vor Karzinomtherapie PET-CT P Mit FDG: Bei unbekanntem Primärtumor (CUP), Staging bezüglich LK- und Fernmetastasen. Response-Evaluation: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie und vor LK-Dissektion Nachsorge US Hals P Zum Ausschluss von LK-Metastasen MRT/CT Hals P Bei V. a. Lokalrezidiv und LK-Metastasen Thorax/ mit Oberbauch W Bei V. a. Fernmetastasierung L4 Larynx DiagnoseBildgebende Verfahren N Nur in Ergänzung zur klinischen Diagnose inkl. Endoskopie u. Histologie StagingUS Hals P LK-Staging CT/MRT Hals P TU und LK-Staging PET-CT P Mit FDG: Staging bezüglich LK- und Fernmetastasen. Response-Evaluation: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie vor LK-Dissektion CT Thorax/ Abdomen W Bei V. a. Fernmetastasierung NachsorgeUS Hals P Nachweis von LK-Metastasen MRT/CT Hals P Lokalrezidiv und LK-Metastasen PET-CT P Mit FDG: bei V. a. Rezidiv CT Thorax/ Abdomen W Bei V. a. Fernmetastasierung L5 Schilddrüse (SD) DiagnoseUS P Diagnose einer Struma und von Knoten, Einschätzung des Verdachts auf ein SD-Karzinom (z. B. anhand der TI-RADS-Kriterien), sonografisch gezielte Biopsie 99mTc-Szintigraphie P Nachweis hypofunktioneller („kalter“) Knoten bzw. hyperfunktioneller („warmer“) Knoten Nuk W MIBI-SPECT: Bei szintigrafisch kaltem Knoten und unklarer oder fehlender Zytologie Rö Trachea W Trachealverlagerung, besonders präoperativ StagingRö Thorax N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Lokale Ausbreitung, LK, Lebermetastasen Nuk P Iod-131-GKS: Im Rahmen der Radioiodtherapie PET-CT P Mit FDG: bei V. a. ent- oder schlecht differenzierten TU. Mit F-DOPA oder 68Ga-Somatostatinanaloga: Bei medullärem SD-Karzinom W Bei fehlender Iodspeicherung MRT W Lokale TU-Ausbreitung CT W Lokale TU-Ausbreitung und Lungenmetastasen bei lokal fortgeschrittenem TU. (I. d. R. erst nach OP und ablativer Radioiodtherapie. Cave: KM! (Rücksprache mit Nuk erforderlich: Keine iodhaltigen KM vor Radioiodtherapie!)) PostoperativRadioiodtherapieNuk P Mit Iod-131: Zur Theranostik NachsorgeUS Hals/ Abdomen P Lokal- und LK-Rezidive, Metastasen im Bauchraum Nuk P Mit Iod-131: bei auffälligen TU-Markern oder V. a. Rezidiv PET-CT P Mit FDG: bei auffälligen TU-Markern oder V. a. Rezidiv und bei fehlender Radioiodspeicherung W Mit F-DOPA oder 68Ga-Somatostatinanaloga: Bei medullärem SD-Karzinom und auffälligen TU-Markern vor geplanter operativer Therapie CT W Bei V. a. Metastasen im Mediastinum. Cave: Iodhaltige KM vor Radioiodtherapie kontraindiziert L6 Lunge FrüherkennungLow-Dose CT Thorax P Zulässig durch Rechtsverordnung. DiagnoseRö Thorax, zwei Ebenen P Erstes bildgebendes Verfahren zur Abklärung unklarer thorakaler Symptome CT Thorax P Möglichst mit KM, Verfahren der Wahl zum Staging PET-CT W Mit FDG: Zur DD solitärer unklarer Lungenrundherd StagingCT Thorax/ Abdomen P Nachweis von Metastasen in Mediastinum, Lunge, Leber und NN, ggf. ergänzt durch Abdomen-CT bei V. a. Metastasen im übrigen Abdomen, der LWS und im Becken US Abdomen/ Hals P Halslymphknoten- oder Lebermetastasen MRT Schädel P Bei kurativer Intention zum Ausschluss von Hirnmetastasen und standardmäßig bei kleinzelligem Lungenkarzinom.
MRT ist im Nachweis von Hirnmetastasen deutlich sensitiver als CTPET-CT P Mit FDG: LK- und Fernmetastasen, falls zum Staging präoperativ erforderlich MRT W Bei V. a. Knochenmetastasen, Beurteilung der Leber bei unklarem US oder CT-Befund Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. Skelettmetastasen, falls kein PET-CT erfolgt NachsorgeRö Thorax N Zu geringe Sensitivität zum Nachweis von Lungenmetastasen, Rezidiven oder Zweittumoren US Abdomen/ Hals/Supra-klavikularregion P Metastasen im Oberbauch oder in supraklavikulären LK CT Thorax P Ausschluss thorakales Rezidiv, bei bekannter TU-Persistenz zum Therapiemonitoring.
Abdomen: Ausschluss abdomineller Metastasen, ggf. zum TherapiemonitoringMRT Schädel P Ausschluss Hirnmetastasen MRT WS W Ausschluss Metastasen der WS Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. Skelettmetastasen. PET-CT W FDG bei V. a. Rezidiv: LK- und Fernmetastasen L7 Mediastinaltumor (Primärtumor, LK-Metastase, LK-Neoplasie, Pseudotumor) DiagnoseRö Thorax P Basisuntersuchung CT P Anatomische Zuordnung, Erfassung der Ausdehnung, ggf. Biopsieplanung MRT W Bei Kontraindikation für MRT US S Transkutane, transbronchiale oder transösophageale Sonografie zum Staging und zur ultraschallgeführten Biopsie Nuk W SD-Szintigrafie bei Verdacht auf retrosternale Struma PET-CT W Abhängig von TU-Histologie: Staging, Therapiekontrolle, L8 Ösophagus DiagnoseEndoskopie/ endoskopischer US P Endoskopie inkl. transösophagealem US zur Detektion Ösophagogramm W Bei Dysphagie vor der Endoskopie und zur Höhenlokalisation StagingCT Thorax/ Abdomen P Beurteilung Lokalbefund und Metastasierung inkl. Lebermetastasierung und retroperitoneale LK-Metastasen US Hals/ Abdomen P LK-Staging, Nachweis von Lebermetastasen Transösophagealer US W Intra- und transmurale Ausdehnung, T-Staging insbesondere vor neoadjuvanter Therapie PET-CT W Mit FDG: V. a. LK- u. Fernmetastasen, Planung der Zielvolumina Radiatio NachsorgeCT Thorax/ Abdomen P Nachweis von Lokalrezidiven, Fernmetastasen oder zum Therapiemonitoring nach Radiochemotherapie oder OP US Hals/ Abdomen W In späteren Kontrollen nach Vollremission zum Nachweis von Metastasen in Hals-LK, Leber und Retroperitoneum Rö W KM-Schluck/Passage nach OP zum Ausschluss einer Anastomoseninsuffizienz. Cave: Keine bariumhaltigen KM bei V. a. Anastomoseninsuffizienz PET-CT W Mit FDG: Bei V. a. Lokalrezidiv, LK- u. Fernmetastasen L9 Magenkarzinom DiagnoseEndoskopie P Primäres Verfahren zum Nachweis und zur histologischen Sicherung Rö S MDP: Nur in Ausnahmefällen, z. B. falls Gastroskopie nicht möglich oder submuköser TU vermutet StagingUS Abdomen P Nachweis von Leber- und LK-Metastasen oder Aszites CT Thorax/ Abdomen P Staging Thorax/Abdomen US W Als Endosonografie: Infiltrationstiefe, perigastrische LK, Beurteilung der Response nach neoadjuvanter TU-Therapie NachsorgeRö P Schluck mit wasserlöslichem KM zur Überprüfung der Anastomose vor Wiederaufnahme der enteralen Ernährung CT P Nachweis von Lokalrezidiven, Fernmetastasen oder Therapiemonitoring nach kurativer OP oder palliativer Chemotherapie US Hals/ Abdomen W In späteren Kontrollen nach Vollremission zum Ausschluss von Metastasen in Hals-LK, Leber und Retroperitoneum PET-CT W Mit FDG: Bei V. a. Rezidiv oder Metastasen von nicht-schleimbildenden TU L10 Leber: Primäre Lebertumoren DiagnoseUS Abdomen P Basisdiagnostik, ggf. mit US-KM und ggf. mit Biopsie. Nachweis von extrahepatischen Metastasen im Abdomen und von Aszites CT Leber P Biphasisch mit KM, ggf. mit Biopsie MRT P Bei Zirrhose bevorzugt MRT, bei DD FNH oder Adenom mittels leberspez. KM Nuk S Hepatobiläre Funktionsszintigrafie: bei nicht konklusiver CT/MRT (s. G23), bei DD FNH oder Adenom oder Blutpool-Szintigrafie bei V. a. Hämangiom StagingCT Leber/ Abdomen P Prätherapeutisch zum TU/Nodus/Metastase (TNM)-Staging, bei Aszites oder eingeschränkter Respiration MRT P Bevorzugt zum lokalen insbesondere bei Zirrhose, bei V. a. Cholangiozellulärem Karzinom (CCC) inkl. MRCP CT Thorax W Bei geplanter kurativer OP, Lebertransplantation oder selektive interne Radiotherapie (SIRT) zum Ausschluss von intrathorakalen Metastasen Nuk W 99mTc-Makroalbuminaggregat (MAA) vor SIRT zur Charakterisierung von Gefäßshunts NachsorgeUS Abdomen P Nachweis von Rezidiven in Restleber und in LK, ggf. mit KM MRT Abdomen P Beurteilung Lokalbefund und Therapiemonitoring der Leber bevorzugt MRT, bei CCC inkl. MRCP. Ausschluss extrahepatischer Metastasen im übrigen Bauchraum CT Abdomen P Bei erschwertem sonografischem Zugang, Aszites oder eingeschränkter Respiration und Staging des Abdomens L11 Leber: Metastasen DiagnoseUS Leber P Primärverfahren zum Nachweis von Lebermetastasen, aufgrund begrenzter Sensivität aber kein sicherer Ausschluss möglich. Ggf. US zur Steuerung einer Biopsie US Leber mit KM W Höhere Sensitivität und bessere Unterscheidung von benignen Herden als mit Nativ-US CT Leber P Bei nicht konklusivem US, insbesondere bei hohem Metastasierungsrisiko oder wenn für Therapieentscheidungen ein zuverlässiger Ausschluss von Metastasen erforderlich ist MRT Leber P Vor geplanter Metastasenresektion mit leberspez. KM PET-CT W Mit FDG: Zur Artdiagnose und zum Nachweis eines extrahepatischen Primärtumors. Bei NET vorzugsweise mit Somatostatinanaloga StagingPET-CT W Mit FDG: Vor Metastasenchirurgie zur lokalen Rezidivdiagnostik und zum Ausschluss extrahepatischer Metastasen Nuk S Evaluation vor SIRT mit Tc-Kolloid zur Bestimmung des verbleibenden, funktionierenden Lebergewebes NachsorgeUS Hals/Abdomen P Ausschluss einer intrahepatischen Progression oder neuer extrahepatischer LK-Metastasen sowie von Aszites. Bei bekannten Metastasen zum Therapiemonitoring CT W Bei erschwertem sonografischem Zugang und bei Anwendungen standardisierter Responsekriterien (z. B. RECIST) L12 Pankreas DiagnoseCT P Verfahren der ersten Wahl, mit spätarterieller und portalvenöser Phase MRT P Mit MRCP zur Gangbeurteilung US Abdomen W Cave: US allein reicht nicht zum Ausschluss eines Pankreaskarzinoms aus Endoskopischer US W Bei kleinen Befunden. Möglichkeit der endosonografisch geführten Biopsie (s. G29) PET-CT S Mit FDG: Zur DD chronische Pankreatitis/TU StagingCT Thorax/ Abdomen P Möglichst mit CTA und Mehrphasentechnik MRT Leber W Ggf. mit spezifischen KM zum Ausschluss von Lebermetastasen vor kurativer OP PET-CT W Mit FDG: Bei V. a. Fernmetastasen, insbesondere vor kurativer OP NachsorgeUS Abdomen P Verfahren der ersten Wahl CT Thorax/ Abdomen P Nach kurativer Therapie sowie zur VK makroskopischer Residuen nach Chemotherapie L13 Kolon Endoskopie P Verfahren der ersten Wahl Rö N Durch virtuelle CT/MRT Bildgebung ersetzt CT/MR W CT-/MR-Kolonografie: Bei unvollständiger Koloskopie und bei Kontraindikation einer Koloskopie PET-CT W Mit FDG: Bei V. a. Lokalrezidiv, Restaging vor Metastasenchirurgie,
Rezidivdiagnostik bei unklarem TU-Markeranstieg, TherapiekontrolleL14 Rektum DiagnoseEndoskopie P Verfahren der Wahl, ergänzend zur klinischen Untersuchung Rö N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen StagingEndoskopischer US P Bei Verdacht auf niedriges TU-Stadium MRT P Hochauflösende MRT des kleinen Beckens zur Therapiestratifizierung CT Abdomen W TU-Ausbreitung vor Therapie lokal fortgeschrittener TU, ggf. RECIST-Beurteilung metastasierter TU PET-CT W Mit FDG: Staging vor Metastasenchirurgie L15 Nebenniere (s. H7) DiagnoseUS N Außer bei benignen Befunden (S. H7) CT P In Abhängigkeit von Kontraindikationen und Ausstattung MRT P In Abhängigkeit von Kontraindikationen und Ausstattung StagingNuk S Spez. Tracer für NN-Mark oder -Rinde; Untersuchungsdauer bis 1 Woche! Hormonale Aktivität, ektope TU-Lokalisation NachsorgePET-CT S Mit FDG: Bei V. a. eine NN-Metastase im Rahmen des Stagings (Frage: weitere Metastasen? Primärtumor? Bei unklarem CT oder MRT) L16 Nieren (s.H8) DiagnoseUS P TU-Nachweis, DD zystische/solide RF CT P Bei sonografisch unklarem oder suspektem Befund, in Abhängigkeit von Kontraindikationen MRT P Bei sonografisch unklarem oder suspektem Befund, in Abhängigkeit von Kontraindikationen StagingCT Abdomen P Bestimmung des lokalen Ausmaßes und einer Beteiligung der Venen, LK, Harnleiter und der kontralateralen Niere usw., in Abhängigkeit von Kontraindikationen MRT Abdomen P Bestimmung des lokalen Ausmaßes und einer Beteiligung der Venen, LK, Harnleiter und der kontralateralen Niere usw., in Abhängigkeit von Kontraindikationen Rö Thorax N Ersetzt durch Thorax-CT CT Thorax P Ergänzend zum Abdomenstaging zum Nachweis von Lungenmetastasen, wenn Primärtumor größer 3 cm ist Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von Skelettmetastasen Nierenszintigrafie mit Tc-MAG-3: Funktion der kontralateralen Niere vor OP PET-CT S Bei unklarem Befund der primären Bildgebung. DSA S Nur bei präoperativer/palliativer Embolisation NachsorgeUS Abdomen P Leber- und LK-Metastasen, kontralaterale Niere CT Thorax/ Abdomen P Frequenz in Abhängigkeit vom Rezidivrisiko Bei Symptomen oder Befunden, die auf ein Rezidiv im Nephrektomiebett hinweisen. L17 Blase, Nierenbecken/Ureter DiagnoseZystoskopie P Verfahren der ersten Wahl zur Diagnose und ggf. Biopsie CT P TU-Nachweis und Ausdehnung CT des Beckens, des Abdomens und der ableitenden Harnwege in Abhängigkeit der TU-Ausdehnung und des Gradings, gegebenenfalls mit CT Thorax MRT P Bei Kontraindikation zur CT US W Beurteilung der Blasenwand in Ergänzung zur Zystoskopie StagingCT Abdomen/ Becken P Einschließlich CT-Urografie zur Beurteilung der Nieren und der Harnleiter zum Ausschluss weiterer urothelialer TU (Multifokalität häufig). MRT Abdomen/ Becken P Bei Planung eines radikalen Eingriffs stellt die MRT meist das Verfahren mit der höheren Sensitivität im kleinen Becken dar. Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von Skelettmetastasen Retrograde Urografie S Bei V. a. Beteiligung der Ureteren NachsorgeUS Abdomen/Becken P Ausschluss von Metastasen in Leber, LK und im kleinen Becken sowie nach blasenerhaltenden Eingriffen in der Blasenwand CT Abdomen/Becken P Einschließlich CT-Urografie. Nachweis von metachronen Harnleiter- und Nierenbeckentumoren. MRT Abdomen/Becken W Bei Kontraindikation zur CT PET-CT S Mit FDG: V. a. Fernmetastasen L18 Prostata (s. H12) DiagnoseTRUS P Sensitivität und Spezifität für Prostatakarzinome begrenzt; Einsatz v. a. zur Führung einer Biopsie MRT P Multiparametrische MRT der Prostata zur Biopsie- und Therapieplanung StagingMRTBecken P MRT sensitiver als CT im lokalen Staging. Beim Nachweis einer Beteiligung des Beckens wird das Staging im übrigen Abdomen ergänzt. PET-CT P Mit PSMA-Liganden: Im Rahmen des Stagings bei High-risk TU (Glason 7b oder cT3 oder cT4 oder PSA >= 20 ng/ml) CT Becken P Bei Kontraindikation zur MRT Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten: Bei erhöhtem PSA und high-risk TU NachsorgeMRT Abdomen W Bei PSA-Anstieg zum Nachweis von Lokalrezidiven und LK-Metastasen Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei PSA-Anstieg zum Nachweis von Skelettmetastasen, und vor Radionuklidtherapie (Ra-223) PET-CT W Mit PSMA-Liganden: Lokalrezidiv, LK- und Fernmetastasen ab PSA-Anstieg auf mehr als 0,2 ng/ml nachweisbar post-Op bzw. > 2,0 ng/ml über Nadir nach definitiver Strahlentherapie) L19 Hoden DiagnoseUS P Obligat bei jedem auffälligen Tastbefund.
Verifikation des Tastbefundes, Zuordnung zu Hoden oder Nebenhoden, Ausschluss von suspekten Herdbefunden im kontralateralen HodenMRT W Bei unklarem US-Befund vor eventueller OP StagingUS Abdomen P Metastasen in Leber und im Retroperitoneum CT Thorax/ Abdomen/Becken P Nachweis von Metastasen in Thorax, Retroperitoneum, Becken und Leber PET-CT S Staging mit FDG: LK- und Fernmetastasen NachsorgeMRT Abdomen P Bevorzugt aufgrund des meist jugendlichen Alters CT/US Abdomen P Bei Kontraindikation für MRT Rö/CT Thorax P Low-Dose CT sensitiver und spezifischer als Rö Thorax zum Ausschluss von Lungenmetastasen PET-CT W Mit FDG: Residualbefund > 3 cm bei neg. TU-Marker, bei klinischem Verdacht auf LK- oder Fernmetastasen oder unklarem TU-Markeranstieg L20 Ovar DiagnoseUS P Nachweis des Primärtumors, abdominal, auch transvaginal und mit Doppler MRT Becken W Bei unklarer Sonografie MRT für die DD von RF geeignet StagingCT Thorax/Abdomen P Abdominelle und peritoneale, ggf. intrathorakale TU-Ausbreitung CT/MRT/US Abdomen W Das primäre Staging erfolgt durch Laparoskopie; zusätzlich häufig CT, MRT oder US notwendig MRT Abdomen W Bei Kontraindikation zur KM-CT PET-CT W FDG: Frage nach Peritonealkarzinose NachsorgeUS Abdomen P Leber- oder LK-Metastasen, Aszites CT Abdomen ggf. Thorax W Metastasen in Abdomen und Thorax. Bei TU-Persistenz zum Therapiemonitoring Bei V. a. Rezidiv im US MRT W Bei Kontraindikation zu KM-CT Leber-Metastasen PET-CT W Mit FDG: bei V. a. Rezidiv, Suche nach LK- und Fernmetastasen L21 Zervix DiagnoseBildgebende Verfahren N Die Diagnose erfolgt klinisch, zytologisch, histologisch StagingMRT Becken P Die MRT liefert einen Nachweis des TU und der lokalen Ausbreitung (Infiltration der Parametrien, Befall regionärer LK, Strikturen der Ureteren Nachsorge/RezidivUS/MRT Becken P US: abdominal, auch transvaginal und mit Doppler CT/MRT Abdomen W MRT Becken: Methode der Wahl nach fertilitätserhaltender Trachelektomie
Leber- oder LK-Metastasen und bei V. a. RezidivPET-CT W Mit FDG zur rezidiv- und Metastasendetektion L22 Uterus (Endometriumkarzinom) DiagnoseUS P Nachweis des Primärtumors, bevorzugt transvaginal und mit Doppler, mit nachfolgender histologischer Sicherung StagingMRT Becken P TU-Nachweis, myometriale Infiltrationstiefe und lokale Ausbreitung CT W Je nach TU-Stadium zum Staging von Abdomen und Thorax, Leber-, LK- und Fernmetastasen MRT Abdomen W Alternativ zum CT Nuk S SLN-Markierung vor OP PET-CT S Mit FDG: Für Staging, Bestrahlungsplanung NachsorgeUS abdominal und transvaginal P Leber-, LK- und Fernmetastasen, Lokalbefund MRT/CT Abdomen W Bei klinischem Verdacht auf Metastasen oder hohem Metastasierungsrisiko. Bei nicht konklusivem US im Abdomen, zur Nachsorge des Lokalbefundes bei fortgeschrittenen TU RezidivMRT P MRT liefert bessere Informationen bei TU im Beckenraum. CT W Bei MRT Kontraindikation, Steuerung Biopsie PET-CT W Mit FDG: Bei V. a. Fernmetastasen, Rezidiv L23 Malignes Lymphom DiagnoseUS P Bei allen sonografisch zugänglichen LK CT P CT je nach klinischem Befund.
Zur Planung einer möglichen Biopsie im Abdomen oder ThoraxPET-CT W Mit FDG: Differentialdiagnose suspekter Herd oder Festlegung Biopsie Ort StagingCT Thorax/ Abdomen, ggf. zusätzlich Hals P Beurteilung der LK-Regionen und extranodaler Manifestationen MRT Schädel P Zum Ausschluss ZNS-Befall PET-CT P Mit FDG: primäres Staging beim Hodgkin-Lymphom und hochmalignen Non-Hodgkin Lymphomen (NHL) inkl. Knochenmarkbefall NachsorgeUS P Bei allen sonografisch zugänglichen LK CT Thorax/ Abdomen, ggf. zusätzlich Hals P Sofern keine Indikation für PET-CT, oder aufgrund des Alters eine Indikation zum MRT besteht PET-CT W Mit FDG: während und nach Abschluss der Chemotherapie beim Hodgkin-Lymphom und hochmalignen NHL zur Response-Evaluation und Rezidivdiagnostik Nuk S GKS mit Tc-Phosphonaten bei unauffälligem FDG-PET heute obsolet und nur indiziert, falls keine FDG-PET-CT vorliegt und V. a. Skelettbefall besteht L24 Multiples Myelom (MM) und Vorläuferstadien Diagnose und StagingRö N Skelettstatus („Pariser Schema“): nicht mehr indiziert CT P Natives Low Dose GK-CT. MRT P Nachweis eines nicht osteodestruktiven Befalls insbesondere in der Spongiosa PET-CT W Mit FDG: Bei symptomatischem MM zum Nachweis eines herdförmigen Befalls. Eingeschränkte Sensitivität bei rein diffusen Befallsmustern. CT-Komponente mit ausreichend hoher Dosis durchführen, um die Beurteilung des Knochens zu gestatten und eine zusätzliche GK-CT einzusparen, sofern diese vorgesehen ist. VerlaufCT P Natives Low-Dose GK-CT: Bei symptomatischem MM W Natives Low-Dose GK-CT: Bei monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Smoldering Multiples Myelom (SMM) bei vorangegangenem Nachweis einer Progression im MRT, zur Beurteilung einer möglichen Destruktion des mineralisierten Knochens MRT P Native GK-MRT mit diffusionsgewichteten Sequenzen: Bei MGUS oder SMM und nach Therapie eines solitären Plasmozytoms P Native GK-MRT mit diffusionsgewichteten Sequenzen: Bei symptomatischem MM nach Erreichen einer serologischen Vollremission PET-CT S Mit FDG: Bei unklaren Befunden in CT und MRT. CT-Komponente mit ausreichend hoher Dosis durchführen, um die Beurteilung des Knochens zu gestatten und eine zusätzliche GK-CT einzusparen, sofern diese vorgesehen ist. TherapiekontrolleCT P Native Low Dose GK-CT: Zur Verifikation des Therapieerfolgs bei fokalen Befallsmustern MRT P Zur Verifikation des Therapieerfolgs insbesondere bei diffusem Befallsmuster W Mit KM: Zur gezielten Klärung der Vitalität von Residualbefunden PET-CT W Mit FDG: Zur Verifikation des Therapieerfolgs bei fokalem Befallsmuster Bei neuen Symptomen oder FrakturenRö P Im Rahmen der Frakturdiagnostik CT P Zum Nachweis oder Ausschluss neuer Knochendestruktionen oder zur differenzierten Frakturdiagnostik, zur Klärung der Stabilität MRT W Zur Klärung der Lagebeziehungen zum Rückenmark bei Läsionen oder Komplikationen der WS und zur Differenzierung von benignen von malignen Frakturen L25 TU der Muskeln und des Skelettsystems DiagnoseRö P Bildgebendes Verfahren zur DD und Planung eines Biopsieortes. Obligate Ergänzung der histopathologischen Begutachtung MRT/CT P Beurteilung der nichtmineralisierten Komponente von TU US P Abklärung unklarer Tastbefunde, Nachweis/Ausschluss Weichteiltumor, Biopsie Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten, DD von Knochentumoren PET-CT W FDG zur Festlegung des Biopsieortes. StagingUS P Leber-und LK-Metastasen, bei erhöhtem Risiko bevorzugt CT CT P Lokalbefund und bei erhöhtem Metastasierungsrisiko, insb. Thorax-CT bei Sarkomen mit erhöhtem Risiko einer pulmonalen Metastasierung Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei allen TU, die zu Knochenneubildung oder -zerstörung führen. PET-CT W Mit FDG Nachweis/Ausschluss Metastasen Nachsorge lokalRö/MRT/CT/US P Kontrolle des Lokalbefundes Nachsorge bei erhöhtem MetastasierungsrisikoRö Thorax N Durch Low-Dose CT ersetzt CT Thorax/ Abdomen P Bei alleinigem Thorax-CT ggf. als Low-Dose CT MRT Abdomen P Alternative zum CT-Abdomen, insbes. bei jüngeren Patienten US W Nachweis von Lebermetastasen, je nach Risiko bevorzugt CT PET-CT S Mit FDG: Zur Rezidivdiagnostik und zur Therapiekontrolle L26 Primärtumor der Knochen Rö P Basisuntersuchung des Lokalbefundes MRT P Artdiagnose, lokales Staging Nuk/PET-CT W Zum Staging GKS mit Tc-Phosphonaten: bei allen TU, die zu Knochenneubildung oder -zerstörung führen; PET-CT mit FDG zum Staging und zur Evaluation des Therapieansprechens CT W Ausschluss Lungenmetastasen bei negativem Rö Thorax, Biopsieplanung L27 Primärtumor außerhalb des Skeletts, Suche nach Knochenmetastasen Nuk P Basisuntersuchung GKS mit Tc-Phosphonaten PET-CT W Je nach Primärtumor mit geeignetem Radiotracer Rö W Bei auffälligem Befund in der Skelett-Szintigrafie MRT W DD einer Läsion bei Diskrepanz zwischen Skelett-Szintigrafie und Rö. V. a. disseminiertem Knochenmetastasen-Befall oder bei TU, deren Metastasen szintigrafisch häufig kalt sind (z. B. Schildrüsenkarzinom) CT W Bei Kontraindikation für MRT und zur Führung einer Biopsie L28 Melanom DiagnoseBildgebende Verfahren N Diagnose erfolgt klinisch und histologisch StagingRö Thorax N Für den Ausschluss von Lungenmetastasen nicht ausreichend US P Lokalbefund und LK Staging Nuk P SLN-Szintigrafie präoperativ, ggf. präoperative Markierung CT W In Abhängigkeit vom Stadium des Primärtumors sowie dem Vorliegen von LK- und Fernmetastasen bei höheren TU-Stadien MRT W Hirnmetastasen bei höheren Stadien PET-CT W Mit FDG: Metastasensuche, LK- und Fernmetastasen-Staging, bzw. Stadium IV vor möglichem kurativen OP-Ansatz Therapiemonitoring und NachsorgeRö Thorax N Für den Ausschluss von Lungenmetastasen nicht ausreichend US P Lokalrezidiv, kutane Metastasen oder LK-Metastasen CT/MRT W Bei klinischem V. a. Metastasierung bzw. bei höheren Stadien, bei V. a. Lebermetastasierung s. L10. Untersuchung des Gehirns bevorzugt mit MRT PET-CT W Mit FDG: Re-Staging zur Rezidivdiagnostik, LK- und Fernmetastasen L29 Metastasen eines unbekannten Primärtumors (CUP) Diagnose und StagingPET-CT P Mit FDG: Zur Lokalisation eines Primärtumors, Ausmaß der Metastasierung. Alternativ andere Tracer in Abhängigkeit von der Histologie CT/MRT Hals/Thorax/ Abdomen P MRT des Schädels und GK-CT zur Suche des Primärtumors und zur Abschätzung des Ausbreitungsgrades mit Staging von LK- und Fernmetastasen im Thorax und Abdomen sowie weiteren klinisch verdächtigen Lokalisationen US Hals/Abdomen P Beurteilung der direkten Umgebung des primär gesicherten TU, zusätzlich Nachweis von LK- und Lebermetastasen sowie von Aszites L30 Neuroendokrine TU (NET) des Gastrointestinaltrakts GEP-NET DiagnoseUS P Nachweis von TU oft schwierig MRT Oberbauch P Wenn möglich MRT, da sensitiver als CT. Nachweis des TU und Abgrenzung von anderen, benignen Herdbefunden CT Abdomen P Bei Kontraindikation für MRT oder in Abhängigkeit der lokalen Strategie PET-CT P SSTR-Ligand zur TU-Charaktersierung und ggf. vor Radioligandentherapie Endosonografie S Magen- oder Duodenalwand, Pankreas, falls mit US, CT oder MRT keine Klärung möglich ist StagingUS Abdomen P Leber- und LK-Metastasen MRT P Lokale Ausbreitung, Multifokalität und Operabilität, Nachweis von Metastasen CT W Bei Kontraindikation für MRT oder in Abhängigkeit der lokalen Strategie Nuk W GKS mit Tc-Phosphonaten bei Metastasen in Körperstamm und Extremitäten PET-CT W SSTR-Imaging NachsorgeUS Abdomen P Metastasen in Leber oder LK, Aszites CT Abdomen, ggf. CT Thorax P/W Abhängig vom Metastasierungsrisiko (z. B. Ki67) entweder primär oder bei Metastasierungsverdacht. Ausschluss von Leber-, LK-, Skelett- oder Organmetastasen sowie einer Peritonealkarzinose PET-CT W Verdacht auf Rezidiv und nach Radioligandentherapie L31 Mammakarzinom (s.a. J8) Prätherapeutisches lokoregionäres StagingMammografie P Ipsi- und kontralateral ggf. Mamma-Tomosynthese Mamma-US P Ipsi- und kontralateral, inkl. Axilla-LK: Falls suspekt, sonografisch geführte Stanzbiopsie Nuk P SLN-Darstellung (SLN-Biopsie) bei gesichertem Karzinom Mamma-MRT W Bei nicht ausreichend sicherer Beurteilbarkeit durch klinische Untersuchung, Mammografie, US und perkutane Biopsie und bei individuell erhöhter Risikokonstellation erwägen, insbesondere bei lobulärem Mammakarzinom CEM S Bei Kontraindikationen für eine Mamma-MRT (z. B. Klaustrophobie – magnetische Metallimplantate) GK stagingBei Patientinnen mit Verdacht auf Fernmetastasen oder asymptomatischen Patientinnen mit höherem Metastasierungsrisiko (N+, > T2) und/ oder aggressiver Tumorbiologie (z. B. HER2+, triple-negativ); bei geplanter systemischer Chemo-/Antikörpertherapie Rö Thorax N Kein ausreichender negativer Vorhersagewert CT Thorax/ Abdomen/Becken P Verfahren der ersten Wahl Nuk P GKS mit Tc-Phosphonaten Verfahren der ersten Wahl MRT W Bei V. a. Knochenmarks-oder ZNS-Befall bei negativem CT-Befund oder bei CT-Kontraindikation PET-CT W Mit FDG: Bei inkonklusiven Befunden -
M. Kinder
Bei Kindern und Jugendlichen ist es besonders wichtig, die Strahlendosis zu minimieren (As Low As Reasonably Achievable (ALARA)-Prinzip), es sind daher spezielle pädiatrische Algorithmen und individuell angepasste Untersuchungsprotokolle bezogen auf die Fragestellung und Konstitution des Patienten oder der Patientin anzuwenden. Bei DL-Verfahren soll, wenn möglich, mit Last-Image-Hold gearbeitet werden. Wann immer möglich, sind Verfahren ohne ionisierende Strahlenanwendung bevorzugt einzusetzen. Primäre Methode ist in den meisten Fällen die Sonografie.
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar M0 Allgemeinsymptom Fieber ohne Fokus Klinik/Labor P Primäruntersuchung US Abdomen P B-Mode zur Fokussuche Rö Thorax P Infiltrate bei negativem Auskultationsbefund, p. a./a. p. GK MRT W Keine Routineindikation. Fokussuche bei unauffälligem Rö Thorax und US Abdomen CT Thorax W Low-Dose-CT der Lunge PET-CT S FDG bei unklarem, persistierendem Fieber ohne bisherigen Fokusnachweis Schädel und ZNS M1 Kongenitale Erkrankungen, Fehlbildungen, Metabolische Erkrankungen US P Bei Neugeborenen und Säuglingen mit offener Fontanelle orientierendes Verfahren der ersten Wahl. Transkranielle Schnitte können zusätzliche Informationen ergeben MRT P Diagnoseführend für alle ZNS-Erkrankungen.
MR-SpektroskopieCT W Keine Routine-Indikation. Low-Dose-CT. Zur OP-Planung bei komplexen Innen- und Mittelohr- sowie Mittelgesichtsfehlbildungen M2 Prämature Nahtsynostose Rö Schädel N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Ggf. in Einzelfällen (Syndrom) US P US der Nähte sowie transfontanellärer und transkranieller US des Gehirns CT W Keine Routineindikation. Präoperativ mit 3D-Rekonstruktion (Niedrig-Dosis), ggf. MRT mit spezieller 3D-Technik alternativ bei Verfügbarkeit M3 Hydrozephalus/ Makrozephalus US P bei offener Fontanelle; transkranielle Schnitte sinnvoll (3. Ventrikel), auch bei geschlossener Fontanelle. MRT P Wenn die Fontanellen geschlossen sind und zum Ausschluss subduraler Flüssigkeitsansammlungen und Fehlbildungen CT W Nur in der Akutsituation (z. B. Ventildysfunktion, s. A13), falls MRT nicht verfügbar. Als dosisreduzierte CCT durchzuführen und mit eingeschränktem Untersuchungsvolumen (bevorzugt axialer Scan) M4 Hydrozephalus Shuntfehlfunktion Rö P Darstellung des kompletten Shuntverlaufs (frontal). Last Image Hold Dokumentation in DL meist ausreichend. Rö Schädel ggf. zur Frage Ventildruck. US P US transfontanellär und transkraniell. Dopplersonografie bei Verdacht auf Hirndruckerhöhung, evtl. Optikussonografie zur Beurteilung der Papillen und der Sehnerven (Cave Geräteeinstellung/Orbita Preset, Niedriger MI < 0,28 zum Schutz der Retina). US Abdomen bei ventrikuloperitonealem Shunt zur Frage nach freier oder abgekapselter Flüssigkeit, Shuntlage, Shuntverlauf bei Frage Infektion (Methode der Wahl), Diskonnektion (möglich) MRT P MRT inkl. Liquordynamik bei älteren Kindern. CT W CT in Akutsituation bei älteren Kindern (Dosisminimierung s.o.), falls MRT nichtverfügbar Nuk S Shunt-Prüfung mit Liguor-gängigen Tracern M5 Krampfanfall Rö/CT Schädel N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Bei offener Fontanelle zur Frage Fehlbildung, Hirndruck, RF (bei unauffälligem US weitere Bildgebung nötig) MRT P Inklusive spezieller Sequenzen (z. B. koronarer Dünnschicht-MRT des Temporallappens, Inversion-Recovery etc.) Nuk/PET-CT W Perfusions-SPECT/FDG-PET-CT zur Fokussuche, ggf. auch iktal (Perfusions-SPECT) M6 Taubheit bei Kindern MRT P Insbesondere Felsenbein-MRT, bei angeborener oder erworbener Taubheit, präoperativ vor Cochlea-Implantat, inkl. Hochauflösender T2 Sequenz CT/CBCT W Hochauflösende Darstellung der Gehörknöchelchen oder bei speziellen Fragestellungen (z. B. Otosklerose) und zur OP-Planung; alternativ CBCT (Dosisreduktion) M7 Entwicklungsverzögerung Zerebrale Lähmungen MRT P Inklusive spezieller Sequenzen (z. B. DWI/Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI), MR-Spektroskopie, Suszeptibilitätsgewichtetet Bildgebung (Susceptibility Weighted Imaging, SWI) etc.) M8 Kopfschmerzen, akute bzw. schwere, vor allem SAB, neurologisches Defizit, Papillenödem, Änderung der Bewusstseinslage MRT P In Abh. von der klinischen Symptomatik CT W CT nur, wenn dringlicher Verdacht auf Hirndruck besteht und kein MRT verfügbar ist M9 Sinusitis Rö N Röntgenaufnahmen der NNH sind nicht indiziert MRT P Insbesondere bei Immundefekt, komplizierter Sinusitis, Orbitaphlegmone, meningealer Affektion CT/CBCT W Bei V. a. Orbitaphlegmone zur knöchernen Beurteilung, falls MRT nicht verfügbar. Dosisreduzierte Technik zur OP-Planung und -navigation bei chronischer Sinusitis und Polyposis M10 Schädeltrauma akutohne neurologische SymptomatikRö/CT N Keine Indikation für Rö (Ausnahme V. a. Kindesmisshandlung), US P Transfontanellärer, evtl. transkranieller US als Basisuntersuchung bei Säuglingen; u. Kleinkindern zur Frage Fraktur/Weichteil-verletzung u. unzureichender klinischer Beurteilbarkeit mit neurologischer Symptomatik CT P Absolute CT-Indikation abhängig vom pädiatrischen Glasgow Coma Score, für absolute (GCS < 13, Bewusstlosigkeit/Koma, anhaltende Bewusstseinstrübung, fokale Neurologie, Vd. Impressionsfraktur, Schädelbasisfraktur, offene Fraktur) und Relative CT-Indikation Schädel-Hirn-Trauma (SHT) im Kindesalter. MRT bevorzugt bei relativer CT-Indikation Ggf. Kontroll-CT auch bei primär unauffälligem Befund, falls MRT nicht verfügbar Ggf. mit CT HWS in Abhängigkeit vom Trauma MRT P Bei Verfügbarkeit und stabilem Patienten; Blutungs- und ödemsensitive Sequenzen; VK bevorzugt im MRT, unauffällige CCT und auffällige Neurologie, MRT aufgrund höherer Sensitivität M11 Schädel-Hirn-Trauma subakut, alt mit neurologischer Symptomatik MRT P Nachweis von Blutungen, Hirnödem, Hygrom, Hydrozephalus, diffusem Axonschaden M12 Orbita-/ Gesichtsschädeltrauma Rö Schädel N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. US nur bei entsprechender Expertise CT Orbita P In Abh. vom klinischen Schweregrad zum Frakturnachweis bei adäquatem Trauma CT Gesichtsschädel P Untersuchungsumfang von Unterkieferbasis bis einschließlich Kiefergelenk; Ggf. erweitert bis Frontobasis; Sekundärrekonstruktionen. Knochen- und Weichteilfenster MRT W Weichteilbeurteilung, Einblutungen US S Nur bei entsprechender Expertise, Voreinstellung Orbita mit reduziertem MI M13 Gesichtsschädelfehlbildung/ Syndrom Rö Gesichtsschädel N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen CT P Vor operativer Rekonstruktion, Dünnschichtuntersuchung ggf. mit 3D-Rekonstruktion MRT W Bei Fehlbildung zur Beurteilung des Knochenmarks und zur ergänzenden Darstellung der Weichteile M14 Angeborene Hypothyreose US P SD-Morphologie, Untersuchung von Zungengrund bis Jugulum Nuk S Tc-Pertechnetat, Iod-123 zur Detektion ektopen SD-Gewebes M 15 Funktionsstörungen der SD, Struma US P Morphologie, Volumetrie, Perfusion (FKDS) M 16 Schwellung am Hals (entzündlich, tumorös, LK-vergrößerung) US P Morphologie, Größe, Perfusion (FKDS); Beteiligung zervikaler Organe und Gefäße MRT W Bei zervikaler RF und Abszess einschließlich Diffusionswichtung und KM-Dynamik M17 Torticollis ohne Trauma US P Beim Neugeborenen und im Säuglingsalter Sonografie des Halses, insbesondere des Musculus sternocleidomastoideus (Fibromatosis colli) MRT W Beim älteren Kind z. B. TU im Spinalkanal oder in der hinteren Schädelgrube; Beurteilung des Plexus cervicobrachialis Beurteilung des Bandapparates, der Gelenkstellung CT W Nach nicht-konklusiver MRT; Frage Luxation, atlanto-axiale Rotationssubluxation Rö HWS in zwei Ebenen W Ggf. ergänzend zum Ausschluss von Anomalien, Osteodestruktion, Luxation oder TU indiziert sein M18 Nacken- oder Rücken-schmerzen Rö in zwei Ebenen P Bei Skoliose, WS-Fehlbildung, Entzündung, Osteoporose, M. Scheuermann, Spondylolyse/-listhesis; Ganzwirbelsäulenaufnahme (ggf. anteilig Becken wegen Risser-Stadien) Bei Skelettdysplasie (zusätzlich Rö Schädel seitlich, Hand, Becken, Knie) MRT P Rückenschmerzen ohne zugrundeliegende Pathologie sind bei Kindern sehr ungewöhnlich; MRT kann die primäre Bildgebung sein. Beurteilung von spinalen Malformationen, Entzündungen, RF, Spondylolyse/Spondylolisthese CT S Bei Osteoidosteom und ggf. bei OP-pflichtiger Pathologie präoperativ US W Ggf. gezielt bei lokalisierbarem Schmerzort M19 Okkulte Dysraphie, Dermalsinus, medianer Nävus, Hämangiom (lumbosacral) CT N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Sakralgrübchen sind häufige Varianten ohne klinische Bedeutung. Bei Vorliegen neurologischer Auffälligkeiten bei Säuglingen: Beurteilung des Rückenmarks mittels US, wenn möglich in den ersten zwei Lebenswochen; Beurteilung Beweglichkeit und Stand des Conus medullaris; zusätzlich Sonografie des gesamten Spinalkanals und des ZNS MRT P Bei älteren Kindern Methode der Wahl; bei Neugeborenen/Säuglingen mit sonografischen Auffälligkeiten Rö S Lediglich bei komplexen Fehlbildungen MRT W MRT des Spinalkanals vor allem bei Vorliegen neurologischer Symptome (präoperativ) Muskel/Skelett M20 Kindesmisshandlung (battered child), Verletzung ohne Unfall US P Die situationsbezogene Abklärung soll mit einem Kinderradiologen / einer Kinderradiologin festgelegt werden. Abdomen und ZNS Rö P Rö-Skelettscreening (Schädel zwei Ebenen, Thorax a. p., Obere Extremität a. p. bds, Hand dv bds., Untere Extremität a. p. bds., Fuß dp bds.). Ggf. Erweiterung um Schrägaufnahmen des Thorax, Ggf. Rö Becken, WS seitlich. Ggf. Wiederholung des Skelettscreenings nach ca. 7 Tagen CT P Bei nicht akzidentellem SHT und vital bedrohtem Kind CT indiziert, andernfalls MRT. MRT P Bei nicht vital bedrohtem Kind mit SHT primär. Bei auffälligem Befund Erweiterung um MRT der spinalen Achse GK-MRT W Zur Suche nach okkulten Verletzungsfolgen Nuk W GKS M21 Extremitätenverletzung Rö P In 2 Ebenen mit Abbildung angrenzender Gelenke. Obsolet ist das Röntgen der Gegenseite zum Vergleich (unnötige Strahlenexposition). Bei sichtbarer Deformierung u. OP-Indikation eine Ebene ausreichend. MRT P Bei Weichteilläsionen Methode der Wahl und zur Suche nach Knochenmarködem, bei Diskrepanz zwischen Röntgen u. klinischer Symptomatik (okkulte Frakturen) bei Knorpel- u. Binnenverletzung US P Bei Verletzungen des Ober- und Unterarms. Bei entsprechender Expertise hohe Sensitivität und Spezifität im Frakturnachweis bei anderen Lokalisationen. Evtl. für VK; hilfreich bei Knorpelverletzungen der Epiphysen. Weiterführend indiziert bei V. a. Bandläsion, Gefäßläsion (FKDS). Vorteile bei Clavicula, Sternum, Rippen CT/DVT W Weiterführende Untersuchung bei Beckenfrakturen, bei Übergangsfrakturen und komplexen Gelenkfrakturen (z. B. Ellenbogengelenk, oberes Sprunggelenk, Hand) bzw. zur OP-Planung/-Navigation M22 Verdacht auf Hüftdysplasie/ Hüftluxation US P In den ersten vier (bis sechs) Lebensmonaten; Screening zur U3; Ggf. zur U2 bei Risikofaktoren Rö W Nach dem sechsten Lebensmonat Becken MRT W Auch zur Kontrolle nach Reposition (im trockenen Gips) M23 Schmerzhafte Gelenke US P Gelenksonografie zum Ergussnachweis (V. a. Coxitis fugax), Beurteilung gelenkbildender Strukturen (Rheumatologische Erkrankung, Einblutungen, RF etc.) Differenzierung einer septischen Arthritis (echogener Erguss, Perfusion) nicht sicher möglich; Navigation der diagnostischen/therapeutischen Punktion MRT P Bei persistierendem Hüftgelenkerguss (> sieben Tage keine Besserung) zur Frage nach M. Perthes. Notfallindikation bei V. a. septische Arthritis und Osteomyelitis mit Abszessbildung Rö W In Abh. von der klinischen Symptomatik, bei V. a. Epiphyseolysis capitis femoris primär indiziert (Beckenübersicht u. Lauenstein-Projektion der betroffenen Seite) CT W Bei Verdacht auf Osteoidosteom zur geplanten Intervention Nuk S GKS nur bei speziellen Fragestellungen M24 Hinken US P Gelenksonografie (Hüfte bis oberes Sprunggelenk) zum Nachweis eines Gelenkergusses bzw. Oberschenkelpathologie Rö P Bei Kleinkindern ggf. gesamte untere Extremität der betroffenen Seite (zunächst a. p.) MRT W Bei Beschwerdepersistenz, insbesondere bei Infektkonstellation (Osteomyelitis, Pyomyositis) M25 Lokalisierter Schmerz Rö in zwei Ebenen P Cave: Bei Osteomyelitis können Röntgenaufnahmen zu Beginn der Symptomatik unauffällig sein US P Kann hilfreich sein bei Frage nach Fraktur, Abszess, Weichteiltumor MRT W Zum Ausschluss oder Nachweis einer Osteomyelitis, ggf. einschl. Abszesslokalisierung zur OP-Planung. V. a. primären Knochen/Weichteiltumor Nuk S Knochentumore und disseminierte maligne Erkrankungen. Nur in Ausnahmefällen indiziert bei V. a. Osteomyelitis, okkulte Fraktur, Knochentumor, GKS mit Tc-Phosphonaten M26 Wachstumsstörung Rö li. Hand P Ab sechstem Lebensmonat: Zur Erhebung des Knochenalters. Zum Nachweis metabolischer und endokrinologischer Erkrankungen. Bei Verdacht auf Skelettdysplasie kann sich die Notwendigkeit ergeben, die Untersuchung zu ergänzen (Rö Schädel seitlich, WS seitlich, Becken a. p., Knie a. p.) Rö Unterschenkel seitlich S Bei Säuglingen (null bis ein Jahr). Inklusive Fußwurzel. Alternativ: US des re. Knie, Nachweis der Epiphysenkerne. Zum Nachweis endokrinologischer und metabolischer Erkrankungen MRT Hypophyse/ Hypothalamus P Bei endokrinologisch nachgewiesener Hypophyseninsuffizienz, bei Pubertas tarda; Dünnschicht-MRT mit KM-Dynamik M27 Pubertas praecox US P NN/Uterus/Ovarien/Hoden/Mamma Rö li. Hand P Bestimmung Skelettalter MRT Hypophyse/ Hypothalamus P Dünnschichttechnik (KM-Dynamik) Thorax M28 Akute Lungeninfektion Rö Thorax W In Abh. von der Schwere der klinischen Symptomatik indiziert – primär keine Röntgenaufnahme bei einfacher Pneumonie/Bronchitis erforderlich US W Nachweis und Verlaufskontrolle pleuranaher Infiltrate, Pleuraerguss (Echogenität, Septen), Pneumothorax, Zwerchfellbeweglichkeit. Lungenödem (B-Linien) V. a. in der Neonatologie (spezielle Presets mit MI ≤ 0,4). Ggf, CEUS zur Frage Empyem, Abszedierung MRT/CT S Weiterführend bei fehlendem Therapieansprechen u. Verschlechterung der Klinik M29 Wiederholt produktiver Husten Rö Thorax W In Abh. von der klinischen Symptomatik Rö p. a. primär in einer Ebene, zweite Ebene ggf. z. B. bei Tbc-Verdacht, Cystische Fibrose. Bronchitis ist keine Indikation zum Röntgen CT W In Einzelfällen. Zum Ausschluss von Bronchiektasien MRT W VK bei Mukoviszidose M30 V. a. FK Aspiration Rö Thorax P Exspirationsaufnahmen oder DL zur Evaluation eines Ventilmechanismus (air trapping). Die Anamnese in Bezug auf die Aspiration ist häufig nicht klar, eine Bronchoskopie ist bei entsprechender Klinik auch ohne Röntgen bzw. bei normalem Rö-Befund des Thorax indiziert Rö Fluoroskopie P Dokumentation mit gespeicherten Bildern oder Sequenzen der DL (LIH, Last Image Hold) von In- und Exspiration zur Beurteilung von Belüftung und Atemverschieblichkeit von Zwerchfell und Mediastinum Rö Halsweichteile seitlich W Bei entsprechender Symptomatik mit Beurteilung des prävertebralen Raums.
Bei AspirationsverdachtM31 Stridor US P Epiglottitis und Croup sind klinische und endoskopische Diagnosen. Zur Beurteilung oberes Mediastinum, supraaortale Gefäße; zum Ausschluss einer Kompression der Trachea oder der Kehlkopfregion Rö Thorax W Bei negativem endoskopischem Befund ggf. Ösophagogramm. Ggf. Rö Hals lateral zur Frage FK oder Retropharyngealabszess MRT/MRA/ CTA W Frage nach Gefäßfehlbildungen der Aorta und Arteria pulmonalis. CTA nur bei fehlender MRA-Möglichkeit M32 Mediastinaltumor US P Morphologie, Größe, Beurteilung der mediastinalen Gefäße in der FKDS; Beurteilung obere Einflussstauung Rö Thorax P Nachweis Mediastinaltumor, Lungenbelüftung MRT W Staging bei Mediastinaltumor einschließlich Diffusionswichtung und KM-Applikation; Thoraxwand-, Gefäß- und Herzbeurteilung (Infiltration) CT S Nur wenn MRT nicht verfügbar oder kontraindiziert. Bei bestimmten TU-Entitäten zum Ausschluss von Lungenfiliae mit low-dose-Protokoll M33 Herzgeräusche US P Echokardiografie, bei pathologischem Befund weitere Diagnostik wie M34 M34 Angeborene Herzfehler und kardiovaskuläre Erkrankungen US P Echokardiografie Rö Thorax eine Ebene P Basisdiagnostik: Kardio-pulmonaler Status, Herzgröße, Lungendurchblutung MRT/MRA/ CTA W Je nach klinischem und echokardiografischem Befund M35 Chronische Lungenerkrankungen Rö Thorax P Basisdiagnostik CT W Insbesondere bei interstitiellen Lungenerkrankungen. Ggf. Scan in In- und Exspiration, Atemstillstand, Nativ MRT W Ergänzende Untersuchung bei Expertise. Perfusion u. Diffusion M36 Angeborene Lungenfehlbildung Rö P Basisdiagnostik US W Differenzierung von Verschattungen im Röntgenbild, Beurteilung der Gefäßversorgung (Sequester aus Aorta abdominalis) MRT W Bei V. a. Lungensequester MRA. Congenital Pulmonary Airway Malformation evtl. besser im CT darstellbar Abdomen M37 Invagination US P Primäre Untersuchung Reposition bevorzugt mit US, alternativ DL P Reposition unter US-Kontrolle vorzugsweise mit angewärmter physiologischer Kochsalzlösung als Einlauf in Analgosedierung. Ggf. Repositionmittels Luftinsufflation oder iodhaltigem, niedrigosmolarem KM unter DL-Kontrolle Rö Abdomen W Keine Routineindikation, nur zum Ausschluss Perforation, Nachweis Ileus, ggf. Kontrolle nach Reposition M38 Verschluckter FK Rö Abdomen/ Thorax P Bei Verdacht auf röntgendichten FK Abbildung von Epipharynx bis Symphyse (abhängig vom Zeitintervall zwischen Inspiration und Rö), ggf. Rö des Abdomens nach sechs Tagen, in der Regel LIH in der DL ausreichend M39 Akutes Abdomen US P B-mode. Abdominalorgane. Omentum/Mesenterium. Suche nach freier Luft, freier Flüssigkeit (Echogenität), Ileus (Peristaltik, Weite der Darmschlingen); Gasbläschen Darmwand oder Portalgefäßen bei nekrotisierender Enterocolitis; Farbdoppler (Whirlpool sign bei Volvulus, Perfusion der Darmwand) US W Bei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar Rö W Im Stehen/Hängen, in Linksseitenlage (Wartezeit) CT/MRT W Optional wenn Klinik und vorherige Diagnostik nicht konklusiv. M40 Stumpfes Bauchtrauma Rö Abdomen N Liefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen US P Im Sinne einer Stufendiagnostik (gemäß Schockraumprotokoll). Doppler-US der abdominellen Gefäße (Dissektion), ggf. Erweiterung um CEUS (Contrast-Enhanced Ultrasound, offlabel use) erspart CT (V. a. im Follow up) CT mit KM W In Abh. von der Klinik bei schwerem Bauchtrauma. Pädiatrisch adaptierte Schockraumprotokolle mit geteiltem KM-Bolus und gewichtsadaptierter Dosisreduktion. Eventuell Spätaufnahmen wegen KM-Extravasat bzw. Ausscheidungsaufnahme der Nieren MRT W Bei kreislaufstabilem Kind und in Abh. von der Klinik alternativ zur CT M41 Erbrechen im Schwall beim Säugling US P Insbesondere zum Nachweis einer hypertrophen Pylorusstenose (nach Füttern), ggf. Nachweis eines Pancreas anulare Rö Fluoroskopie W Rö obere MDP mit wässrigem KM (Iod) zur Frage Pancreas anulare, Malrotation M42 Wiederholtes Erbrechen US P Beurteilung der Cardiaregion zum Nachweis eines relevanten gastroösophagealen Refluxes (nach Füttern) bzw. einer Hernie Galliges Erbrechen ist red flag (Suche nach Obstruktion – US, Rö. Fluoroskopie oberer Magen-Darm-Trakt) US Schädel W Bei V. a. erhöhten Hirndruck (rez. Erbrechen ohne abdominellen Fokus); inklusive FKDS US Oberbauch W Lage der Arteria und Vena mesenterica superior (Malrotation) Rö Fluoroskopie W KM-Untersuchungen bei Neugeborenen und Säuglingen sollten kinderradiologischen Abteilungen vorbehalten sein. Darstellung des gesamten Duodenums in zwei Ebenen (Atresie oder Duplikatur) M43 Ikterus prolongatus US P Beurteilung intra-/extrahepatische Gallenwege, Ausschluss Obstruktion (Choledochuszyste), Lebergröße, -textur, -echogenität (Stoffwechseldefekt, Autoimmunologische Prozesse) Bei erweiterten Lebervenen Echokardiografie notwendig MRT W MRCP bei V. a. Gallengangsatresie Nuk S Hepatobililäre Funktionsszintigrafie: In Abh. von der klinischen Symptomatik. Nachweis einer angeborenen Gallengangsatresie ERCP S Untersuchung zur Verifizierung der Gallengangsatresie vor OP/Biopsie – ist spezialisierten Zentren mit Leberchirurgie/Lebertransplantation/Hepatologie vorbehalten M44 Darmatresie / Stenose/ M. Hirschsprung US P Zur Beurteilung der Darmmorphologie und Peristaltik. Perinealer Zugang zur Beurteilung Analatresie (Distanz Rektum) Rö Abdomen P Bestimmung der Höhe der Obstruktion (Aufnahme im Hängen/im Stehen) Rö Fluoroskopie W Präoperative Darstellung mit iodhaltigem nicht-ionischem KM (abhängig vom Ort der Enge KM-Gabe von oral, von rektal) M45 Peranaler Blutabgang CT N Nicht indiziert wegen mangelnder Aussagekraft und unnötiger Strahlenexposition. US P Beurteilung von Darmwandverdickungen, Fehlbildungen (inkl. Divertikel, Polypen) Endoskopie P Blutungslokalisation MRT W Ggf. vor operativer Exploration M46 Chronisch entzündliche Darmerkrankung US P B-mode, Farbdoppler MRT W Ergänzend zur Ausbreitungsdiagnostik, inkl. DWI (ggf. KM), Auswahl Standard-, Hydro-, Sellink-MRT CT S Notfallsituation, KM-Gabe. Enterografie/Enteroklysma nicht indiziert Rö Fluoroskopie W Ggf. zur prä-/postoperativen Darstellung, Komplikationssuche (Iod) Doppelkontrastuntersuchungen nicht indiziert M47 Appendizitis US P B-mode. Identifizierung der Appendix. Diameter im Querschnitt (ab 7 mm). Mesenterialreaktion. Appendikolith. Konglomerat MRT W Bei Komplikation (perityphlitischer Abszess), ggf. KM, bei unklarer DD (z. B. Ovartorsion) CT S Nur in Ausnahmefällen, bei Kontraindikation und wenn MRT nicht verfügbar ist M48 Bauchschmerzen US P B-mode. Abdominalorgane, Darm, Retroperitoneum, Basale Lunge, Genitale, Farbdoppler zur Gefäßbeurteilung (Truncus coeliacs, Mesenterialwurzel, Darmwand) MRT W In der Regel ist US ausreichend. CT S Nur in Ausnahmefällen, bei Kontraindikation und wenn MRT nicht verfügbar ist M49 Akuter Durchfall/ Enteritis US P Primär klinische Diagnose. Bei kompliziertem Verlauf bzw. unklarer klinischer Situation. Darmwand, Peristaltik, Invagination, LK-Schwellung M50 Hernie US W Primär klinische Diagnose. Zur Differenzierung der Hernie M51 Obstipation US P Beurteilung von Rektumweite. Darmwand und -peristaltik Ggf. Darstellung Rückenmark (Tethered cord) Rö Fluoroskopie Kolon-KE W Zur Beurteilung der Länge des aganglionären Segmentes bei M. Hirschsprung, ohne vorhergehende Darmreinigung oder Vorbereitung vor OP. Cave: Auswahl des Röntgen-KM(Kein Barium vor Intervention). Ggf. bei therapieresistenten und stark ausgeprägten Formen: Defäkografie zur Beurteilung der Relaxation des inneren analen Sphinkters und des anorektalen Winkels. Ggf. Rektummanometrie zusätzlich MRT S Becken u. WS in Einzelfällen bei V. a. neurologische Störung M52 Palpable RF im Abdomen oder Becken US P z. B. Hepatoblastom Neuroblastom, Nephroblastom Ovarialtumor, Teratom, Rhabdomyosarkom, – Basisdiagnostik mit B-Bild, Farbdoppler zur Beurteilung lokale Ausdehnung u. Gefäßinfiltration. LK-Status,Staging; ggf. CEUS zur Charakterisierung und Verlaufsbeurteilung MRT W Staging mit Diffusionsbildgebung und KM-Gabe abhängig von Protokoll der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie CT W Bei Kontraindikation, oder wenn MRT nicht möglich
Thorax zum Staging (z. B. Nephroblastom)Nuk/ PET-CT S MIBG-GK/SPECT bei Neuroblastom Ggf. Staging bei z. B. Sarkomen, primitiv NET M53 Enuresis US P Enuresis nocturna oder Enuresis diurna, immer mit Restharnbestimmung. Ausschluss von Nierenpathologien M54 Kontinuierliches Harnträufeln US P Unbedingt genaue klinische Inspektion bei Mädchen. Beurteilung von Doppelanlagen der Nieren und ggf. ektopen Ureter nachweisen MRT W Mit KM-Applikation und hochauflösender Darstellung der Anatomie und der KM-Ausscheidung (3D) zur Lokalisation der Uretermündungen (ektope Einmündung in Urethra, Vagina möglich) Inklusive funktionelle MR-Urografie (fMRU) zur Funktionsbeurteilung, da häufig Doppelanlagen US S Miktionsurosonografie (MUS) mit US-KM in Abh. von der klinischen Symptomatik zur Frage nach assoziiertem Reflux und zur Urethrabeurteilung; MCU nur bei sehr komplexem Fehlbildungssyndromen indiziert M55 Pränatal diagnostizierte Dilatation des Harntrakts US P Zeitpunkt abhängig vom Ausmaß der Dilatation vor Entbindung. Möglichst am Ende (!) der ersten Lebenswoche; Kontrolle nach vier bis sechs Wochen auch bei postnatal unauffälligem Befund unter guter Hydratation US W MUS bei fortbestehender Harntraktdilatation mit Verdacht auf möglichen vesikoureterorenalen Reflux sowie zur Beurteilung der Urethra unter Miktion, wenn klinisch-therapeutische Konsequenz folgt MCU W Alternative zum MUS. Aus strahlenhygienischen Gründen sollte, falls verfügbar, MUS bevorzugt werden Nuk W Seitengetrennte Nierenfunktion und Beurteilung des Urinabflusses mit MAG-3 MRT W Funktionelle MR-Urografie zur Beurteilung des Urinabflusses, frühestens ab 3. Lebensmonat (bevorzugt bei komplexen Fragestellungen zur Beurteilung von Morphe und Funktion, sonst MAG-3) M56 Zystische Nierenläsion CT N Nur im Notfall (bei akuter Symptomatik), wenn MRT nicht verfügbar US P erstes diagnostisches Instrument, Differenzierung Zyste vs. Dilatation. Kleinste Zystchen (z. B. ARPKD) erfordern hochfrequente Linearsonde. Bei komplizierter Zyste Farbdoppler, ggf. CEUS zur modifizierten Bosniak-Klassifikation MRT W Bei komplizierter Zyste. Differenzierung zyst. TU M57 Nierentumor US P Einsatz Farbdoppler, Ggf. CEUS. Differenzierung, Abgrenzung Nephroblastom//Neuroblastom, Nierenzellkarzinom, Leukämie-/ Lymphominfiltrate, Angiomyolipom, Zystisches Nephrom etc. MRT W Differenzialdiagnostik. Staging (Gefäße, LK, ggf. Lunge) CT W Thorax-CT - Staginguntersuchung bei Nephroblastom; Abdomen-CT nur in Ausnahmefällen M58 NN US P Differenzierung NN-Blutung, Neuroblastom; Phäochromozytom, Nebennierenrindenkarzinom; Screening-Region bei TU-Prädispositionssyndrom MRT W Differenzialdiagnostik. Nuk W MIBG-Szintigrafie, ggf. Therapie M59 Nachgewiesene Harnwegsinfektion IVP N Nur noch in absoluten Ausnahmefällen bei komplexen Fehlbildungen indiziert. Durchführung an spezialisierten kinderradiologischen Abteilungen. Mittlerweile durch US und MR-Urografie ersetzt US P Bei allen Harnwegsinfektionen (außer bei unkomplizierter Zystits); weitere Untersuchungsprotokolle abhängig vom Ausmaß des Harnwegsinfektes (Fieber, Bakteriurie, Leukozyturie, Blutsenkungsgeschwindigkeits-Erhöhung etc.), Messungen des Nierenvolumens; FKDS und ggf. KM-US bei V. a. Abszedierung MRT P Bei V. a. Abszedierung US W MUS zum Nachweis/Ausschluss eines vesikoureterorenalen Refluxes bei rezidiverenden fieberhaften Harnwegsinfekten bzw. bei/nach fieberhaftem Harnwegsinfekt von Säuglingen MCU S Ggf. beim Knaben mit V. a. subvesikale Obstruktion (Urethralklappen) wenn nicht in der MUS zu beurteilen Nuk S DMSA zur Frage nach Perfusionsstörung (akut) bzw. Narbenbildung (Verlauf) Tc-MAG-3 zum Nachweis von Abflussstörungen und zur seitengetrennten Nierenfunktionsbestimmung FMRU (Funktionelle MR-Urografie) S Zum Nachweis von assoziierten Abflussstörungen und Nierenanlagen getrennten Funktionsbestimmung. Bei Harnträufeln und komplexen Doppelanlagen indiziert, bei denen die MAG-3 nicht ausreicht M60 Hämaturie blande Mikrohämaturie/ Makrohämaturie US P Abdomen, Becken, Blase, Niere Ausschluss Urotlithiasis, RF M61 Hämaturie mit Koliken US P Konkrementnachweis im B-Mode; Farbdoppler zum Nachweis von Twinkling Sign CT W Zum Konkrementnachweis nativ in Low-Dose-Technik nur in ausgewählten Einzelfällen M62 Hämaturie posttraumatisch US P Abdomen, Becken, Blase, Niere, Urethra; ggf. CEUS, Hohlraumverletzung nicht zu beurteilen, Farbdoppler zur Beurteilung Nierengefäße (Dissektion) CT W Abdomen, Becken, KM-Gabe i. v. bei Frage nach Hohlraumverletzung (Methode der Wahl); ggf. Ausscheidungsaufnahme MRT S Nur in Einzelfällen bei stabilem Patienten. KM i. v. Durchleuchtung S Urethraverletzung (retrograde Urethrografie) M63 Renale Hypertonie US P B-mode (Volumetrie), Farbdoppler (Nierenarterienabgang, Nierenhilus, Peripher) MRT W Nierenübersicht, MR-Angiografie M64 Nicht palpable Hoden US P Zur Lokalisierung und Differenzierung von Hodenatrophie Leistenhoden, Pendelhoden, Maldescensus. MRT N Zur Lokalisation intraabdominaler Hoden wird die Laparoskopie eingesetzt M65 Akutes Skrotum US P B-mode. Farbdoppler (Hodenperfusion, Seitenvergleich, Zu- und Abführendes Gefäß dokumentieren) M66 Hodentumor US P B-mode, Farbdoppler MRT W MRT des Abdomens und Beckens zur Darstellung der Lymphknotenregionen bis zur Mündung der V. testicularis -
N. Interventionelle Radiologie
Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
(Die Abkürzung P bedeutet hier primäre Therapie.)
Klinische Fragestellung Bildgebendes Untersuchungsverfahren Grad der Empfehlung Kommentar N1 Asymptomatische Erkrankung der Karotiden Endovaskuläres
Prozedere
(Angioplastie Stents)N Die kritische Durchsicht der Literatur zeigt die Notwendigkeit weiterer kontrollierter Studien.
Für die asymptomatische Karotisstenose liegen bisher keine gesicherten Daten vorS Bei bestehender Indikation (z. B. Rezidivstenose, Therapiekontrolle) Behandlung nur in Zentren mit spezieller Expertise und neurologischem Konsil. N2 Symptomatische Erkrankung der Karotiden Perkutane Ballon-angioplastie und Stentimplantation S Behandlungsalternative zur Karotisoperation. Behandlung nur in Zentren mit spezieller Expertise. Methode der Wahl bei radiogenen Stenosen, Restenose nach OP, weit kranial gelegenen Stenosen. Interdisziplinäre Indikationsstellung. N3 Intrakranielle Aneurysmen Coiling PBei (rupturierten) Aneurysmen Methode der Wahl.Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise, zur Abklärung ist eine 4 Gefäßangiografie mit a. p. und lateralen Serien sowie schräg eingestellten Serien oder eine 3D-Rotationsangiografie mit VRT und MPR Rekonstruktionen des Befundes angezeigt.S Nach CT- oder MR-Angiografie bei nicht rupturierten/asymptomatischen Aneurysmen strenge interdisziplinäre Indikationsstellung N4 Thrombusentfernung nach
SchlaganfallRetriever (Aspiration) P Bei geeignetem Zeitfenster Verfahren der Wahl zur Minimierung zerebraler Substanzdefekte.
Nach aktueller Studienlage der systemischen Lyse deutlich überlegen.
Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise. Eine CBCT kann peri-interventionell eingesetzt werden (beispielsweise z. A. iatrogene Komplikationen).N5 Zerebrale AVM Embolisation S Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise. Interdisziplinäres Indikationsstellungs- und Behandlungskonzept N6 Lungenembolie Implantation eines Vena Cava-Filters S Bei nachgewiesener Thrombose der Becken-/Beinstrombahn ist die Implantation eines Cava-Filters ausschließlich bei nachgewiesener Lungenembolie trotz adäquater Antikoagulation indiziert; die Implantation eines temporären Filters kann im Einzelfall bevorzugt werden. Des Weiteren bei Kontraindikationen gegen eine Antikoagulation Fragmentation, Thrombusaspiration und lokale Lyse S Bei Rechtsherzbelastung und hämodynamischer Relevanz N7 Pulmonale AVM US N In der Regel nicht geeignet zum Nachweis einer Malformation. CTA P Zur Diagnostik einer pulmonalen AVM und zur Interventionsplanung mit 3D-Rekonstruktion. CT-Angiografie postinterventionell zur Therapiekontrolle MRT Schädel W Zum Nachweis abgelaufener paradoxer Embolien bei Patienten mit AVM und zum Nachweis zerebraler AVM bei Patienten mit assoziierter hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie MRT Thorax S Alternative zum Thorax-CT, zur Bestätigung der Diagnose einer pulmonalen AVM und zur Therapieplanung DSA P Embolisation des AVM bei rezidivierendem Infekt, Schlaganfall, Blutung oder hämodynamischer Relevanz N8 Aortenaneurysma Stent-Graft Implantation P Endovaskuläre Therapie als Alternative zu chirurgischen Verfahren bevorzugt an Zentren mit spezieller Expertise.
Interdisziplinäre Indikationsstellung durch Radiologie/Gefäßchirurgie/HerzchirurgieN9 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Iliakal-verschluss/Stenose Stentversorgung der Iliakalarterie S Die primäre Stentversorgung ist akzeptiertes Verfahren N10 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Verschluss-krankheit der Femoralis-strombahn PTA der A. femoralis superficialis/A. poplitea ggf. mit Stent S Die PTA der A. femoralis superficialis und poplitea (ggf. mit medikamentenfreisetzendem Ballon) ist, bezüglich der Kurzzeitergebnisse, zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit effektiv und weniger invasiv und kann zur Vermeidung einer Bypassoperation wiederholt durchgeführt werden. N11 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Verschlusskrankheit der tibiofibularen Strombahn PTA der tibio-fibularen Arterien ggf. mit Stent P Bei geeigneter Situation im Bereich des Truncus tibiofibularis ist die PTA Verfahren der ersten Wahl bei Patienten mit kritischer Ischämie und Claudicatio.
Der Einsatz medikamentenfreisetzender Ballons empfohlen.N12 Arterielle Embolie der peripheren Arterien Perkutane Thrombektomie P Alternativ zur chirurgischen Therapie N13 Akute, substitutionspflichtige gastrointestinale Blutung unklarer Ursache Endoskopie P Die Stabilisierung des Patienten bzw. der Patientin hat Vorrang. Die Endoskopie ist primäres Interventionsverfahren. DSA in Embolisations-bereitschaft W Bei negativer oder erfolgloser Endoskopie Indikation zum Drei-Phasen-CT zur Detektion der Blutungsquelle mit höchster bildgebender Sensitivität. Dann DSA mit Embolisation im direkten Anschluss.
Der Nachweis einer Blutungsquelle setzt die aktive Blutung mit KM-Austritt voraus. Bei erfolgloser Embolisation Indikation zur ChirurgieNuk S Markierte Erythrozyten zum Blutungsnachweis, bei V. a. Meckel-Divertikel Tc-Pertechnetat-Szintigrafie N14 Hepatobiliäre Obstruktion Perkutane transhepatische Drainage, ggf. mit Stent W Falls eine Intervention mittels ERC nicht möglich ist.
Bei TU-Erkrankungen ggf. mit Metallstent, um endoskopische Reinterventionen in zu kurzen Intervallen zu vermeidenN15 Portale Hypertension,
hepatorenales Syndrom,
therapierefraktärer Aszites,
Budd-Chiari SyndromTransjugulärer Intrahepatischer Porto-Systemischer (Stent-)Shunt (TIPSS) P Interdisziplinäre Indikationsstellung.
Intensivmedizinische Überwachung nach Eingriff.
Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise.
Ergänzende Embolisation von Varizen (nach Blutung oder bei hepatischer Encephalopathie) um Rezidivblutungen zu vermeiden und das Risiko einer Encephalopathie zu vermindernN16 Portimplantation (venös) Portimplantation P Alternativ zur chirurgischen Implantation.
Zugang bevorzugt über V. subclavia, alternativ V. brachialisN17 Stenose eines Dialyseshunts PTA P Alternativ zur chirurgischen Revision N18 Thrombose eines Dialyseshunts Perkutane Embolektomie P Alternativ zur chirurgischen Revision N19 Hypertonus bei fibromuskulärer Dysplasie der Nierenarterie PTA mit oder ohne Stentimplantation P Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise N20 Hypertonus bei arteriosklerotischer NAST PTA mit oder ohne Stentimplantation S Der Hypertonus bei arteriosklerotischer NAST sollte zunächst medikamentös behandelt werden.
Erst bei medikamentös nicht kontrollierbarem Hypertonus kann die renale PTA/Stentimplantation vorteilhaft seinN21 Nierenversagen aufgrund arteriosklerotischer NAST PTA mit oder ohne Stentimplantation S Diese Intervention sollte nur unter sorgfältiger Patientenselektion in Zentren mit spezieller Expertise durchgeführt werden (Einzelfallentscheidungen).
Bisher nicht als Standardverfahren definiertN22 Varikozele (Vena spermatica/Vena ovarica) Embolisation/
SklerosierungP Effektives Verfahren zur Behandlung einer Varikozele bei eingeschränkter männlicher Fertilität oder bei symptomatischen Patienten oder der Beckenvarikosis der Frau. Die Komplikationsrate ist geringer als bei chirurgischen Verfahren. N23 Bauchtrauma mit akuter GI-Blutung (mit oder ohne retroperitonealer oder intraperitonealer Blutung) DSA/Embolisation W Bei Nachweis einer Blutungsquelle, primär wenn der Zustand des Patienten keine vorhergehende Schnittbildgebung erlaubt. Bei geeigneter Situation (Blutungsnachweis oder verdächtige Gefäße) Embolisation oder OP.
Interdisziplinäre Indikationsstellung durch Radiologie und ChirurgieN24 Unkontrollierbare Blutung nach Beckenfraktur Embolisation P Patienten mit Beckenfrakturen und persistierender Kreislaufinstabilität nach Erstversorgung sollte nach durchgeführtem Drei-Phasen-CT bei Nachweis einer arteriellen Blutung einer Embolisation zugeführt werden. N25 Pulmonale RF DL-gesteuerte Biopsie N Das Verfahren ist nicht mehr indiziert. CT-gesteuerte Biopsie P Das Verfahren ist geeignet zur histologischen Dignitätsabklärung (Verwendung einer Stanzbiopsiekanüle) bei Patienten mit suspekten pulmonalen Herden, ggfs. als CT-Fluoroskopie. US-gesteuerte Biopsie S Das Verfahren ist geeignet zur histologischen Abklärung pulmonaler Läsionen mit Thoraxwandkontakt N26 Mediastinale RF CT-gesteuerte Biopsie P Geeignet zur Biopsie unklarer RF im vorderen, mittleren und hinteren Mediastinum US-gesteuerte Biopsie S Mit endobronchialem Zugang oder im vorderen Mediastinum über einen parasternalen oder supraklavikulären Zugangsweg. N27 Cava-Obstruktion Stentimplantation
Obere oder untere V. cavaP Bei Patienten mit kurzer Lebenserwartung stellt die Stentversorgung bei Einflussstauung eine palliative Maßnahme mit hoher Erfolgsrate dar. Eventuelle Rezidive können erneut behandelt werden. Bei Patienten mit benignen Stenosen oder höherer Lebenserwartung sollten eher eine PTA oder eine OP erfolgen N28 Perkutane Gastrostomie zur parenteralen Ernährung Perkutane Gastrostomie S Nur wenn eine endoskopische oder kombinierte endoskopisch/radiologische Gastrostomie nicht möglich ist. N29 Fokale Leberläsionen
(abklärungsbedürftig)CT-/US-gesteuerte Biopsie P Die Wahl der Modalität (CT oder US) hängt von der Erreichbarkeit des Befundes in der jeweiligen Bildgebung ab N30 Lebertumoren (irresektabel/resektabel) Mikrowellen-/ Radiofrequenz-/ Kryoablation W Verfahren zur Ablation einer kleineren Anzahl zugänglicher Lebertumoren, die nicht reseziert werden sollen/können (interdisziplinäre Entscheidung).
Die Mikrowellenablation ist derzeit das am häufigsten eingesetzte VerfahrenN31 Primäres Hepatozelluläres Karzinom (HCC) und Leber-metastasen Perkutane Ablations-verfahren oder TACE W Die ablativen thermischen Verfahren sind beim HCC und bei Lebermetastasen indiziert. Sie sind bei der überwiegenden Mehrzahl der Lebermetastasen effektiver als die TACE. SIRT W Bei primären Lebertumoren und Metastasen, die für eine lokale Ablation oder TACE nicht geeignet sind, wenn eine superselektive SIRT (Segmentektomie) möglich ist, zunehmend alternativ zur TACE. Die Behandlung erfolgt nach interdisziplinärer Indikationsstellung (Tumorboard). N32 Uterusmyome Embolisation W Bei symptomatischen Patientinnen mit möglichst abgeschlossener Familienplanung und Uterusmyomen, die nicht gestielt, endocavitär oder intraabdominell liegen, ist die Embolisation die am wenigsten invasive Alternative zur OP oder Hormonbehandlung (interdisziplinäre Indikation).
MR-gesteuert-fokussierter-US (MRgFUS) auch für jüngere Patientinnen mit Kinderwunsch geeignetN33 Benigne Prostata-Hyperplasie Embolisation S Minimalinvasive Alternative zur transurethralen Resektion oder Laserbehandlung; Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise N34 Lymphfistel/Lymphocele (idiopathisch oder iatrogen) Darstellung/ Embolisation/ Sklerosierung S Indikation bei postoperativen Lymphleckagen thorakal, abdominell, pelvin.
Abkürzungsverzeichnis
| a. p./p. a. | anterior-posterior / posterior-anterior |
| ATTR | Transthyretin-Amyloidose |
| AVM | Arteriovenöse Malformation |
| BWS | Brustwirbelsäule |
| CBCT | Cone Beam Computertomografie |
| CBD | Corticobasale Degeneration |
| CCC | Cholangiozelluläres Karzinom |
| CCT | Kraniale Computertomografie |
| CEM | KM-Mammografie |
| CE-MRA | KM-verstärkte Magnetresonanzangiografie |
| CEUS | KM-verstärkter Ultraschall |
| CF | Cystische Fibrose |
| COPD | Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) |
| CT | Computertomografie |
| CTA | CT-Angiografie |
| CUP | Cancer of unknown primary origin |
| DD | Differenzialdiagnose |
| DDK | Dünndarmdoppelkontrastuntersuchung |
| DEXA | Osteodensitometrie (Dual Energy X-ray Absorptiometry) |
| DL | Durchleuchtung |
| DRW | Diagnostische Referenzwerte |
| DSA | Digitale Subtraktionsangiografie |
| DWI | Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie |
| eFAST | Extended Focused Assessment with Sonography for Trauma |
| ECD | 99mTc- Ethyl-Cystein-Dimer |
| ERCP | Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie |
| FDG | [18F] Fluordesoxyglukose |
| FET | O-(2-[18F] Fluoroethyl)-L-Tyrosin |
| F-DOPA | [18F] Fluor-L-Dihydroxyphenylalanin |
| FK | Fremdkörper |
| FKDS | Farbkodierte Dopplersonografie/Duplexsonografie |
| FNH | Fokale noduläre Hyperplasie |
| FP-CIT | [123I] I-N-ω-Fluoropropyl-2β-Carbomethoxy-3β-(4-iodophenyl) Nortropan |
| GEP | Gastroenteropankreatisch |
| GI | Gastrointestinaltrakt |
| GK | Ganzkörper |
| GKS | Ganzkörper-Skelettszintigrafie mit 99mTc- Phosphonaten |
| HMPAO | 99mTc- Hexamethyl-Propylen-Amin-Oxim |
| HPT | Hyperparathyreoidismus |
| HRCT | Hochauflösende Computertomografie (high resolution CT) |
| HWS | Halswirbelsäule |
| IUP | Intrauterinpessar |
| IVP | Intravenöse Pyelografie |
| KE | Kontrasteinlauf |
| KHK | Koronare Herzkrankheit |
| KM | Kontrastmittel |
| KM-US | Kontrastmittelsonografie |
| LK | Lymphknoten |
| LV | Linker Ventrikel |
| LWS | Lendenwirbelsäule |
| MAG-3 | 99mTc- Mercaptoacetyltriglycin |
| MCU | Miktionszystourethrogramm |
| MDP | Magen-Darm-Passage |
| MGUS | Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz |
| MIBG | 123I- Metaiodbenzylguanidin |
| MIBI | 99mTc- Methoxyisobutyl-isonitril |
| MM | Multiples Myelom |
| MR | Magnetresonanz |
| MRA | Magnetresonanzangiografie |
| MRCP | Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie |
| MRT | Magnetresonanztomografie |
| MUS | Miktionsurosonografie |
| NAST | Nierenarterienstenose |
| NBKS | Nierenbeckenkelchsystem |
| NET | Neuroendokrine Tumoren |
| NHL | Non-Hodgkin-Lymphom |
| NN | Nebennieren |
| NNH | Nasennebenhöhlen |
| Nuk | Nuklearmedizin, konventionelles nuklearmedizinisches Verfahren |
| OP | Operation |
| PACS | Picture Archiving and Communication System |
| PCI | Perkutane koronare Intervention |
| PET | PET Positronen-Emissions-Tomografie. Empfehlungen s.a. PET-CT |
| PET/CT oder PET-CT(synonym) | PET/CT(PET-CT)-Hybridbildgebung |
| PSA | Prostata-spezifisches Antigen |
| PSMA | Prostata-spezifisches Membranantigen für Diagnostik markiert mit Gallium-68 oder Fluor-18, für Therapie markiert mit Lutetium-177 |
| PTA | Perkutane transluminale Angioplastie |
| RECIST | Response Evaluation Criteria in Solid Tumors |
| RF | Raumforderung |
| Rö | Röntgenuntersuchung |
| SAB | Subarachnoidalblutung |
| SD | Schilddrüse |
| SIRT | Selektive Interne Radiotherapie; mit Yttrium-90 oder Holmium-166 markierten Mikropartikeln |
| SMM | Smoldering Multiples Myelom |
| SLN | Sentinel Lymph Node (Wächterlymphknoten). Szintigrafie mit 99mTc- markierten Nanokolloiden |
| SPECT | Single Photon Emission Computed Tomography |
| SSTR | Somatostatin-Rezeptoren |
| TACE | Transarterielle Chemoembolisation |
| TAVI | Transkatheter Aortenklappen-Implantation |
| Tc | Technetium-99m |
| TCD | Transkranielle Dopplersonografie |
| TEE | Transösophageale Echokardiografie |
| TRUS | Transrektaler Ultraschall der Prostata |
| TTE | Transthorakale Echokardiografie |
| TU | Tumor |
| US | Ultraschall |
| USKM | Ultraschallkontrastmittel |
| VK | Verlaufskontrolle |
| WK | Wirbelkörper |
| WS | Wirbelsäule |
| ZNS | Zentrales Nervensystem |
Literaturverzeichnis
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NiSV 2018 Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtioni-sierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) vom 29.11.2018. BGBl. I S. 2034, 2187
SSK 2025 Strahlenschutzkommission. Effekte nach pränataler Strahlenexposition. Empfehlung der Strahlenschutzkommission, verabschiedet in der 339. Sitzung der SSK am 27./28. Oktober 2025
StrlSchG 2017 Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz - StrlSchG) vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966), das zuletzt durch die Bekanntmachung vom 3. Januar 2022 (BGBl. I S. 15) geändert worden ist
StrlSchV 2018 Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisie-render Strahlung (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) vom 29. November 2018. BGBl. I S. 2034, 2036, die durch Artikel 1 der Verordnung vom 27. März 2020 (BGBl. I S. 748) geändert worden ist
UNSCEAR 2013 United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR). Sources, Effects and Risks of Ionizing Radiation, UNSCEAR 2013 Report, Volume II: Scientific Annex B. Effects of radiation exposure of children. United Nations, New York, 2013, ISBN 978-92-1-142293-1