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Ein Beratungsgremium des
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit

Grußwort

Bildgebende Verfahren in der Radiologie und Nuklear­medizin weisen seit Jahrzehnten eine zuneh­mende Quali­tät und Bedeutung für die Diagnostik, die Thera­pie­planung und -über­wa­chung sowie bei radiologi­schen Interventionen auf. Der medizinische Nutzen der Bildgebung geht jedoch bei der Anwen­dung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe auch mit gesundheitlichen Strahlen­risiken einher. Daher verbessern zahlreiche Akteure mit regulato­ri­schen und technologischen Optimierungen den Strahlenschutz für Betroffene konti­nuierlich.

Das Bundesumweltministerium setzt sich als die für den Strahlenschutz zuständige oberste Bundesbehörde auf vielen Ebenen dafür ein, die Strahlenexposition bei Anwendungen ionisie­render Strahlung am Menschen so weit wie medizinisch sinnvoll zu reduzieren. Im Jahr 2006 hat es die Strahlenschutzkommission (SSK) erstmalig beauftragt eine Orientierungshilfe für Ärzte und Ärztinnen zu erstellen, in der für unterschiedliche diagnostische Fragestellungen jeweils geeignete bildgebende Verfahren empfohlen werden. Die daraus hervorgegangene SSK-Empfehlung, die nunmehr in ihrer 4. aktualisierten Auflage vorliegt, ist eine wertvolle Unter­stützung bei der Wahl geeigneter und aus Strahlenschutzsicht optimierter Bildgebungs­ver­fahren. Die Orientierungshilfe dient der nationalen Umsetzung der Anforderung aus Artikel 58 Buchstabe c) der EU-Richtlinie 2013/59/EURATOM und ist ein bedeutender Beitrag zur Opti­mierung des Strahlenschutzes in der medizinischen Diagnostik und interventionellen Radio­logie.

Ich danke der Strahlenschutzkommission, den beteiligten medizinischen Fachgesellschaften und insbesondere der Arbeitsgruppe des Ausschusses Strahlenschutz in der Medizin der Strah­len­schutzkommission unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose für ihre Bei­träge, um die Orientierungshilfe für bildgebende Verfahren zum Zwecke des optimierten Ein­satzes bildgebender Verfahren in der Medizin auf dem Stand von Wissenschaft und Technik zu halten.

Bonn, den 04.02.2026

 

Im Auftrag

Andreas Sikorski

Leiter der Abteilung „Nukleare Sicherheit, Strahlenschutz“

Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Vorwort

Bei einem sich ständig erweiternden Spektrum radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungs- und Therapieverfahren hat bedingt durch den technischen Fortschritt die Dosis vieler Verfahren abgenommen, jedoch steigt durch deren zunehmende Anwendung in einigen Bereichen, besonders der Computertomografie, die medizinische Strahlenexposition der Bevölkerung pro Kopf im Mittel in Deutschland seit Jahren langsam an (BMUV 2023).
Die bereits als Folge der EU Richtlinie 97/43/Euratom von den Mitgliedsstaaten umgesetzte Forderung einer Erstellung von „Empfehlungen hinsichtlich der medizinischen Expositionen“ wurde in der Richtlinie 2013/59/Euratom in Artikel 58 (c) dahingehend erweitert, dass den überweisenden Personen Überweisungsleitlinien für die medizinische Bildgebung zur Verfügung zu stellen sind, in denen die Strahlendosen berücksichtigt werden (Euratom 2014).
Im Jahr 2006 hatte die Strahlenschutzkommission (SSK) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen ersten Katalog erstellt, der für die unterschiedlichen diagnostischen und interventionellen Fragestellungen geeignete Verfahren empfahl. Diese Orientierungshilfe fand regen Zuspruch in der Ärzteschaft. Da sich die medizinischen Diagnose- und Therapieverfahren fortlaufend weiterentwickeln, ist eine regelmäßige Aktualisierung dieses Katalogs notwendig. So liegt nun mit der 4. Auflage eine aktualisierte Orientierungshilfe für bildgebende Verfahren vor, die den Ärzten und Ärztinnen die Möglichkeit bietet, unter Einbeziehung aktueller medizinischer Entwicklungen geeignete Verfahren für die Patienten und Patientinnen auszuwählen. 

Ziel des Katalogs ist es, unnötige Strahlenexpositionen zu vermeiden und gleichzeitig die medizinische Diagnostik zu optimieren. Er befreit den anwendenden Arzt bzw. die anwendende Ärztin jedoch nicht von der Pflicht, die rechtfertigende Indikation für das gewählte Verfahren und den individuellen Patienten zu stellen und zu dokumentieren.
In den Jahren zwischen dem Erscheinen der einzelnen Auflagen wurden von Ärzten und Ärztinnen, wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften viele konstruktive Änderungs- und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Diese wurden von einer Expertengruppe der SSK bewertet und größtenteils direkt oder mit kleineren Modifikationen in die aktuelle Version übernommen. 

Weiterhin wurden bei vielen medizinischen Fragestellungen die Empfehlungen zum Einsatz der Bildgebung überarbeitet und dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Auch in der Gewichtung einzelner Verfahren wurden Veränderungen vorgenommen, so ist z. B. dem Ultraschall und der Magnetresonanztomografie in der Abklärung bestimmter Fragestellungen eine höhere Bedeutung zugekommen. Die PET-CT wurden ebenfalls in ihrem Indikationsspektrum erweitert. Mit dem flächendeckenden Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (Mammografie-Screening) in Deutschland konnten neben den Empfehlungen zur Untersuchung asymptomatischer Frauen zwischen 50 und 75 Jahren sowie Empfehlungen zum Einsatz der digitalen Brusttomosynthese und stereotaktischen sowie tomosynthesegestützten Biopsie berücksichtigt werden.
Die SSK dankt den Experten  der Arbeitsgruppe für die von ihnen erarbeiteten Beiträge sowie die Bewertung und Zusammenführung der eingegangenen Kommentare. Dank gebührt weiterhin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und ihren Arbeitsgemeinschaften, der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR), der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR), der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DGIR) sowie der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für die zahlreichen konstruktiven Kommentare. 

Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose, Leiter der Arbeitsgruppe
Dr. Kerstin Jungnickel, Vorsitzende des Ausschusses „Strahlenschutz in der Medizin“
Prof. Dr. Ursula Nestle, Vorsitzende der Strahlenschutzkommission

 

Mitglieder der SSK-Arbeitsgruppe
Herr Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Reinhard Loose, Radiologie, Koordination
Herr Prof. Dr. med. Ralf Adamus, Radiologie
Frau Dr. med. Bettina Beuthien-Baumann, Nuklearmedizin
Frau Dr. med. Karin Bock, Senologie
Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Burchert, Nuklearmedizin
Herr Prof. Dr. med. Stefan Delorme, Radiologie
Frau Dr. Kerstin Jungnickel, Medizinische Physik
Frau Dr. med. Julia Kalinka-Grafe, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Günter Layer, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Michael Lell, Radiologie
Herr Prof. Dr. med. Hans-Joachim Mentzel, Kinderradiologie
Herr Prof. Dr. med. Tobias Struffert, Neuroradiologie
Herr Prof. Dr. med. Michael Uder, Radiologie

Gedankt sei weiterhin den Autoren entsprechender Publikationen aus Österreich und Großbritannien, von denen wertvolle Anregungen eingeflossen sind.

Einführung

Vorbemerkung

Die vorliegende Orientierungshilfe soll wie die vorherigen Ausgaben zuweisenden Ärzten und Ärztinnen helfen, die für die je­wei­lige individuelle Fragestellung ge­eigneten radiologischen und nuklear­medizinischen Verfahren aus­zu­wählen. Sie soll dazu beitragen, Patienten und Patientinnen besser zu versor­gen und das am besten geeignete bildgebende Verfahren für die jewei­lige Fragestellung auszuwählen. Weiterhin sollte sie als sinnvolles Lehrmittel in der studen­tischen Aus­bildung, in Strahlenschutzkursen und in der ärztlichen Weiterbildung verwen­det werden.

Diese Kriterien ersetzen nicht das Stellen der rechtfertigen­den Indi­kation durch den Arzt bzw. die Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlen­schutz nach § 83 Absatz 3 Strahlen­schutzgesetz (StrlSchG 2017), die impliziert, dass der erwartete gesund­heitliche Nutzen der jeweiligen Anwendung am Menschen das Strahlenrisiko überwiegt. Andere Ver­fahren mit ver­gleich­barem medi­zinischem Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlen­exposition verbunden sind, sind bei der Abwä­gung zu berück­sichtigen und insbeson­dere bei vulnerablen Gruppen wie Schwangeren, Neugeborenen und Kindern sowie strahlen­sensiblen Personen (z. B. bei Tumorprädispositionssyndromen) alternativ bevorzugt einzu­setzen. Die rechtferti­gende Indikation ist auch dann zu stellen, wenn eine klinische Anforderung eines über­weisen­den Arztes bzw. einer überweisenden Ärztin („anfordernder Arzt“) vorliegt; die Verant­wortung liegt immer beim anwendenden Arzt bzw. bei der anwendenden Ärztin mit der erforderlichen Fachkunde.

Empfehlungen dieser Art erfüllen ihren Zweck am besten, wenn sie in den Dialog zwischen dem anfordernden und dem anwendenden Arzt bzw. der anfordernden und der anwendenden Ärztin einfließen. Die Orientierungs­hilfe bewertet die Rolle von Röntgen (Rö), Computer­tomo­grafie (CT), Cone Beam CT (CBCT) bzw. digitaler Volumentomographie (DVT), nuklearme­dizinischen Verfahren (Nuk) einschließ­lich Positro­nen­emissions­tomografie (PET)-CT, Ul­t­ra­schall (US), Magnetresonanz­tomografie (MRT) und inter­­ven­tionel­len Eingriffen (IR) bei typi­schen Fragestellungen. Der in ver­gleich­baren Überweisungskriterien anderer EU-Mitglieds­staaten vor­han­dene körpersystembasierte Ansatz wurde beibehalten.

Auch in dieser 4. Auflage der Orientierungshilfe wurden die Fragestellungen nach Wichtig­keit und Häufigkeit ausgewählt, insgesamt jedoch erweitert. 

Bei einzelnen Patienten und Patientinnen wird man von den skizzierten Empfehlungen abwei­chen müssen, um den individuellen Umständen gerecht zu werden. Daher kann die Orientie­rungshilfe lediglich als Anleitung für sinn­volles ärztliches Handeln in charakteristischen Situa­tionen dienen. Sie berücksichtigt vor allem medizinische Aspekte, ohne dabei die Ver­sor­gungs­situation in Deutschland aus dem Blick zu verlieren, und muss im Alltag anwendbar sein. Daher können Abweichungen von den skizzierten Empfehlungen medizinisch sinnvoll und not­wen­dig sein.

Wozu dient die Orientierungshilfe?

Eine Untersuchung ist dann von Nutzen, wenn sich der aus ihr resultierende Befund auf die wei­tere Diagnostik oder Therapie auswirkt oder die Verdachts­diagnose des Arztes bzw. der Ärztin bestätigt oder ausschließt. Einige Untersuchungen tun dies in bestimmten Situationen nicht und können zu einer unnötigen Strah­len­exposition führen. Es ist daher besonders wichtig, sich bereits im Vorfeld mit der Frage nach der sinnvollsten Untersuchungsmethode zu beschäf­tigen. Dies kann Untersuchungen einsparen, ohne dass die Qualität der Patienten­versorgung darunter leidet. Folgendes sollte in jedem Fall vermieden werden:

  •  Wiederholung von Untersuchungen, die in einem für die Fragestellung relevanten Zeit­raum bereits zuvor durch­geführt wurden

In diesem Fall sollte versucht werden, die zuvor angefertigten Aufnahmen und Befunde zu erhalten. 

  • Durchführung von Untersuchungen, deren Befunde ver­mut­lich keinen Einfluss auf die Behandlung haben

Dies gilt für Untersuchungen, bei denen entweder der erwartete „positive“ Befund im Normal­fall irrelevant ist (z. B. ist der Befund „degenerative Wirbelsäulen­verän­derungen“ ab dem mitt­leren Alter sehr häufig), oder für Unter­suchun­gen, bei denen ein positiver Befund äußerst unwahrscheinlich ist.

  • Falscher oder zu früher Untersuchungszeitpunkt

Dies könnte ein Zeitpunkt sein, bevor eine Progression oder eine Rückbildung der Erkrankung zu er­war­ten ist oder bevor die Ergebnisse einen Einfluss auf die Therapie haben können.

  • Anforderung des falschen Diagnoseverfahrens

Die bildgebenden Verfahren entwickeln sich rasch weiter. Häufig kann es von Nutzen sein, die geplante Untersuchung mit Expertinnen oder Experten der Radiologie oder Nuklearmedizin zu besprechen, bevor sie an­ge­fordert wird. Über das adäquate Untersuchungsverfahren ent­schei­det der anwen­dende Arzt bzw. die anwendende Ärztin.

  • Zweckdienliche klinische Informationen und die Fra­gen, die das bildgebende Verfahren klären soll, wer­den nicht mitgeteilt

Derartige Versäumnisse können dazu führen, dass falsche Unter­suchungsverfahren oder ‑proto­kolle angewendet werden (z. B. das Weglassen eines wesentlichen Strahlengangs oder Kon­trastmittels (KM)).

  • Zu häufige oder nicht notwendige Anwendung 

Manche Anforderungen bildgebender Verfahren beruhen auf Unsicherheit sowie Angst vor Feh­lern und deren möglichen Folgen, besonders, wenn Patienten oder Patientinnen dazu drängen. 

Wie nutzt der oder die Anfordernde den Rat der anwendenden Ärzte und Ärztinnen?

In vielen klinischen Situationen gibt es gesicherte radiologische oder nuklear­medizinische Vorgehensweisen, die z. B. als Leitlinien oder Ver­­­fahrensanweisungen verschiedener Fachge­sellschaften veröf­fent­­licht wurden. Solche Empfehlungen geben keine starre Vorgehens­weise vor, sondern ein auf Erfahrung basierendes Konzept, das die individuelle Situation des Patienten oder der Patientin berücksichtigt. Im Zweifelsfall ist immer eine Rücksprache mit dem die Untersuchung durchführenden Arzt bzw. Ärztin notwendig. In manchen klinischen Situationen wird auch heute noch eine Bildgebung angefordert, obwohl sie nach einhelliger Meinung von Expertinnen und Experten keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen liefert und damit nicht indiziert ist. Ein typisches Beispiel sind Röntgenaufnahmen des Schädels von Kindern nach Trauma. 

Welche Art von Aufnahmen ist anzufertigen?

Jede Einrichtung, die bildgebende Verfahren anwendet, muss nach § 121 Absatz 1 Strahlen­schutzverordnung (StrlSchV 2018)  über Arbeits­anweisun­gen (SOPs = Standard Operating Pro­ce­dures) verfügen. Deshalb wird nicht empfohlen, wie genau Untersuchungen durchgeführt werden sollen, sondern alle Unter­suchungs­ver­fahren sind im Rahmen dieser SOPs so zu opti­mieren, dass die für die Beantwortung einer Fragestellung notwendigen Informationen bei einem Minimum an Strahlenexposition erhalten werden können. Zuständig für die Beant­wor­tung der Fragestellung ist der fachkundige Arzt bzw. die fachkundige Ärztin, und so kann es vorkommen, dass der Patient oder die Patientin bei der Anwendung dieser Emp­fehlungen eine andere Untersuchung erhält als vom anfor­dernden Arzt bzw. der anfordernden Ärztin zunächst erwartet. 

Für wen wurde diese Orientierungshilfe erstellt?

Diese Orientierungshilfe ist vor allem für Ärzte und Ärztinnen in Kliniken und im ambulanten Bereich bestimmt, die Patienten und Patientinnen zur Durchführung bildgebender Ver­fahren oder interventioneller Eingriffe überweisen, stellt aber auch für fachkundige Ärzte und Ärztinnen eine wertvolle Hilfe für die Diskussion mit Anforderern dar. Sie ersetzt nicht das Stellen einer recht­fer­tigen­den Indikation nach § 83 Absatz 3 Strahlen­schutzgesetz (StrlSchG 2017) durch den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin. Aus den verfügbaren Unter­suchungs­methoden wird in Abstimmung mit dem anwendenden Arzt bzw. der anwendenden Ärztin die individuelle Untersuchung festgelegt, wobei die vorhandenen Ressour­cen zu berücksichtigen sind. Wünschenswert wäre es, wenn allen Ärzten und Ärztinnen mit Beginn ihrer Weiterbildung die Orientierungshilfe in geeigneter Form verfügbar gemacht würde, z. B. als PDF, oder in elektronische Anforderungssysteme in Kliniken eingebunden würde und als App auf mobilen Geräten (z. B. Smartphones) verfügbar wäre.

Verwendung der Orientierungshilfe

Der Aufbau dieser Orientierungshilfe besteht aus fünf Spalten: Die erste Spalte ist die Num­merierung des Inhaltsverzeichnisses, die zweite Spalte gibt die klinische Fragestellung an, bei der eine Untersuchung indiziert sein kann, die dritte Spalte listet mögliche bildgebende Verfahren auf, die vierte Spalte enthält den Empfehlungsgrad, d. h. die Aussa­ge, ob diese bestimmte radiologische oder nukle­armedi­zinische Unter­suchung anzuraten ist oder nicht, die fünfte Spalte enthält erläu­tern­de Kommentare.

Folgende Empfehlungen werden ausgesprochen:

  • Nicht indiziert (N): Untersuchungen, die in der gegebenen klini­schen Situation keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen liefern, oder durch modernere aussagekräftigere Verfahren ersetzt sind.
  • Indiziert (P): Primäruntersuchung: Es handelt sich dabei um je­nes Untersuchungs­verfahren, das mit hoher Wahrscheinlich­keit zur Diagno­se und zur Behandlung des Patien­ten oder der Patientin beiträgt und daher primär eingesetzt werden sollte.
  • Indiziert (W): Weiterführende Untersuchung: Dabei handelt es sich um Untersuchun­gen, die z. B nach Beob­­ach­tung, oder bei Veränderung von Symptom­en einge­setzt wer­den, insbe­sondere dann, wenn nach einer primär (P) indizierten Unter­suchung wichtige Fragen offenbleiben. In schwierigen Fällen soll­ten die durchführenden Ärzte und Ärztinnen vorab befragt werden, ob eine angeforderte Untersuchung die gewün­schte Information auch zu liefern vermag.
  • Spezialverfahren (S): Dabei handelt es sich um komplexe oder auf­wändige Verfahren, z. B. interventionelle Eingriffe. Sol­che Un­ter­suchungen werden im Nor­mal­fall auf Anfor­derung von Ärzten und Ärztinnen angefertigt, die über die klinische Expertise verfügen, die nötig ist, um anhand des Unter­suchungs­befundes und der angefertigten Aufnahmen handeln zu können. Im Allge­meinen ist hierbei auch eine individuelle Absprache mit dem durch­führenden fachkundigen Arzt bzw. der Ärztin erforderlich.

Schwangerschaft und Strahlenschutz des Ungeborenen

Die Strahlenexposition eines Embryos oder Fetus sollte, wenn möglich, vermieden werden, auch in Situationen, in denen eine Schwanger­schaft von der Patientin selbst (noch) nicht vermu­tet wird (SSK 2025). Die Aufgabe, dies abzuklären, liegt zu­nächst beim anfordernden Arzt bzw. der anfordernden Ärztin. Zudem müssen Frauen im ge­bär­fähigen Alter, die zu einer Röntgen- oder nuklearmedizinischen Untersuchung erscheinen, befragt werden, ob sie schwanger sind oder möglicherweise schwanger sein könnten.

Wenn die Patientin eine Schwangerschaft nicht ausschließen kann, z. B. weil die Menstruation überfällig ist, sollte die Untersuchung möglichst erst nach einem negativen Schwanger­schafts­test erfolgen, oder, falls keine dringliche Indikation besteht, bis nach Einsetzen der nächsten Periode verschoben werden.

In Einzelfällen kann eine geplante Untersuchung für die Schwangere oder eventuell auch für das ungeborene Kind so wichtig sein, dass eine Verzögerung nicht vertretbar ist. Die rechtferti­gende Indikation durch den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin ist hier unter beson­derer Abwägung des Risikos für Schwangere und Kind zu stellen. Außer in Notfällen wird emp­fohlen, ein Gespräch mit der Patientin in einem interdisziplinären Konsil vorzubereiten, an dem auch Personen mit Expertise in Medizinphysik, Gynäkologie, Humangenetik und Psychologie beteiligt sind.

Wenn eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann und die geplante Untersuchung den Uterus nur durch Streustrahlung exponiert, kann diese in der Regel durchgeführt werden. Bei höheren Dosen durch Streustrahlung sollte eine Dosisabschätzung für den Uterus erfolgen und eine Nutzen-Risiko-Analyse entsprechend der SSK-Empfehlung „Effekte nach pränataler Strahlenexposition“ durchgeführt werden (SSK 2025). Bei Untersuchungen mit Exposition des Uterus im Nutzstrahlbereich (Abdominelle CT, Intravenöse Pyelografie (IVP), Durch­leuch­tungs­unter­suchun­gen (DL), Angio­­grafien) bestehen zwei Möglichkeiten:

  • In den ersten 10 Tagen des Zyklus hat mit großer Wahrscheinlichkeit noch keine Befruch­tung stattgefunden. Die Untersuchung kann durchgeführt werden.
  • Nach dem 10. Zyklustag sollte – so es die klinische Situation zulässt – die Untersuchung bis in die ersten 10 Tage des nächsten Zyklus verschoben werden.

In allen Fällen, in denen anfordernder und anwendender Arzt bzw. Ärztin über­ein­stimmen, dass eine Strahlenexposition der schwangeren oder mög­licherweise schwangeren Frau aus medizini­schen Gründen in Kauf genommen werden muss, ist diese Entscheidung zu dokumentieren. Der Radio­loge bzw. die Radiologin oder Nukle­armediziner bzw. Nuklearmedizinerin hat sicherzu­stellen, dass die Exposition mit der geringstmöglichen Strahlen­dosis erfolgt, die für die Frage­stellung erforderlich ist.

Sollte es zu einer unbeabsichtigten Strahlenexposition eines Embryos oder Feten kommen, ist bei üblichen radiologischen Ver­fahren das Risiko – auch bei vergleichsweise hohen Strahlen­dosen, wie CT oder Interventionen des Abdomens (DGMP und DRG 2019) so gering, dass invasive diagnostische Prozeduren (z. B. Amniozentese) oder gar ein Abbruch der Schwanger­schaft in der Regel nicht angezeigt sind. Ihr Risiko übersteigt meist das der voraus­gegangenen Strahlenexposition. Der anwendende Arzt bzw. die anwendende Ärztin kann aller­dings auf Basis der Expositions­daten eine individuelle Bewertung erstellen und mit der Schwan­geren besprechen. Es kann aber sinnvoll sein, die Schwangerschaft in Fällen einer Strahlenexposition engmaschiger sonografisch zu begleiten und erst dann Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich Auffälligkeiten zeigen.

Auch bei der Anwendung der MRT und bei KM-­Applika­tionen aller Art ist während der Schwangerschaft erhöhte Vorsicht geboten. Obwohl das Risiko von Schäden durch MRT-Untersuchungen sehr gering ist, ist die Indikation zu MRT-Unter­suchungen im ersten Trimenon der Schwan­ger­schaft besonders streng zu stellen. KM-Applikationen aller Art sollten während der gesamten Schwangerschaft nach Möglichkeit unterbleiben. Während der Stillzeit besteht keine Kontraindikation für iodhaltige KM und für makrozyklische MRT-KM (ESUR 2018).

Verminderung der Patientenexposition

Diagnostische und therapeutische Strahlen­anwen­dungen als wesentlichste zivilisa­torische Strahlenquelle tragen, wie aus dem 2023 veröffentlichten Parlaments­bericht des Bundesum­weltministeriums „Umweltradio­akt­i­vität und Strahlen­belastung im Jahr 2020“ (BMUV 2023) hervorgeht, mit 1,6 mSv knapp zur Hälfte der Gesamt­strahlen­exposition der Bevölkerung und zu über 98 % der zivilisatorischen Exposition bei. Dabei ist der Anteil an CT-Unter­such­ungen, die mit 68 % daran den größten Anteil haben, trotz der Zunahme von MRT-Untersuchungen steigend. Auch bei geringer Strahlen­expo­sition kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Für die recht­fertigende Indikation ist zu prüfen, ob der erwartete Nutzen das anzunehmende Strahlenrisiko überwiegt.

Die Grundsätze des Strahlenschutzes schreiben eine Vermeidung aller unnötigen Strah­len­expo­sitionen vor, und alle verantwortlichen Orga­nisationen und Beteiligten haben diese Regeln zu beachten. Der effek­tivste Weg, die medizinische Bevölke­rungs­exposition niedrig zu halten, ist die Ver­mei­dung unnötiger Untersuchungen (insbesondere unnötiger Wieder­­­ho­lungs­­untersu­chungen!) sowie die Anpassung und Optimierung der Unter­suchungs­verfahren. Andererseits soll­ten not­wen­dige Untersuchungen nicht aus unbegründeter „Strahlen­angst“ abgelehnt wer­den. 

Die effektive Dosis für eine radiologische oder nuklearmedizinische Untersuchung ergibt sich aus der gewichteten Summe der Dosen aller betroffenen Gewebe oder Organe im exponierten Bereich (ICRP 2007, ICRP 2015). In die Berechnung fließt die relative Sensitivität der verschie­denen Gewebe oder Organe gegenüber ionisierender Strah­lung ein. Daraus ergibt sich eine letztlich geschätzte Einzeldosis, die ein Maß für das gesamte Strahlenrisiko darstellt, unabhän­gig davon, wie sich die Dosis im Körper verteilt.

Typische effektive Dosiswerte für die häufigsten Untersuchungen in der Radiologie und Nuk­lear­medizin zeigt Tabelle 1. Sie ermöglicht einen Vergleich zwischen Untersuchungen mit ver­schiedenen Dosiseinheiten, z. B. CT und Nuklearmedizin, und eine Einordnung im Vergleich zur natürlichen Strahlenexposition.

Meist handelt es sich dabei um niedrige Dosen, die zum Vergleich der durchschnittlichen Strah­lenexposition einer p. a. (posterior-anterioren) Röntgen­auf­nahme des Thorax und der natür­lichen Umgebungsstrahlung gegenübergestellt werden. In der Regel liegen auch bei pädia­trischen Unter­suchungen die effektiven Dosen in der gleichen Größenordnung. Das Strah­lenrisiko ist jedoch in Abhängigkeit vom Alter des exponierten Kindes bis zu einem Faktor drei höher (ICRP 2007, UNSCEAR 2013).

Moderne Gerätetechnik, die eine diag­nos­tische Bildqualität auch bei geringerer Exposition ermöglicht, sollte wo immer möglich eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind die iterative Rekonstruktion und Vermei­dung des „Overrangings“ in der CT, Nutzung von Durchleuch­tungs­szenen und „Last Image Hold“ (LIH) anstelle von Aufnahmen oder Serien in der Fluoroskopie. Zurzeit sind auch KI-Verfahren mit dem Ziel der Dosisreduktion in der Entwicklung.

Wenn eine Untersuchung mit einem alternativen Verfahren ohne Verwendung ionisierender Strahlung gleichwertige diagnostische Ergebnisse erbringt, sollte dieses präferiert werden, insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen (Kinder, Schwangere).

Üblicherweise bedeutet die Anforderung einer radiologischen oder nuklea­r­medizinischen Unter­suchung, dass vom anwendenden Arzt bzw. von der anwendenden Ärztin eine Stellung­nahme in Form eines Befundes eingeholt wird. Der Befund soll entweder eine Diagnose ermöglichen und/oder zu einer optimalen Behandlung beitragen.

Die Anforderungen sollten so präzise wie möglich und eindeutig sein, um die Wahl der am besten geeigneten Untersuchungsstrategie zu unterstützen. Die Qualität des Untersuchungs­er­gebnisses wird wesentlich durch die Qualität der klinischen An­gaben an den fachkundigen Arzt bzw. die fachkundige Ärztin beeinflusst. 

Der Befund soll gegebenenfalls auch eine Empfehlung enthalten, welche zusätzliche Unter­suchung in der aktuellen Situation zur weiteren Klärung beitragen könnte.

Bei allen Unklarheiten ist eine direkte Kontaktaufnahme zwischen An­fordernden und dem fachkundigen Arzt bzw. der fachkundigen Ärztin zu empfeh­len. 

Früherkennungsuntersuchungen asymptomatischer Personen sind nur erlaubt, wenn sie durch eine Verordnung gemäß § 84 Absatz 2 StrlSchG (StrlSchG 2017) zugelassen sind und eine Geneh­migung vorliegt. Hierzu erfolgt eine Bewertung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unter Beteiligung von Fachkreisen. Die Früherkennung von Brustkrebs durch ein organi­siertes Mammografie-Screeningprogramm ist in Deutschland seit vielen Jahren eta­bliert. Aktuell wurde die Altersobergrenze von 69 auf 75 Jahre angehoben. Die Früherkennung von Lungenkrebs bei Rauchern und Raucherinnen mittels Niedrigdosis-CT wurde beschlossen und wird zeitnah flächendeckend umgesetzt.

Typische effektive Dosen radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungs­ver­fahren für einen Standardpatienten

Die nachfolgende Tabelle stellt typische effektive Dosen radiologischer und nuklear­medi­zinischer Untersuchungsverfahren für einen Standardpatienten[1] dar. Effektive Dosen basieren auf Medianwerten für Dosis-Flächen-Produkt (DFP), Average Granular Dose (AGD) und effek­tiver gewichteter CT-Do­sis­index (CTDIvol) der Veröffentlichung der Diagnostischen Referenz­werte (DRW) vom 17.11.2022 (bei unzureichenden Daten wurden die Daten der ärztlichen Stellen (ÄS) aus den Jahren 2021 bis 2023 herangezogen). 

Tabelle 1: Typische effektive Dosen radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungs­ver­fahren für einen Standardpatienten

Untersuchungsart / Untersuchungsregion

Typische[2]
effektive
Dosis
(mSv)

Anzahl von Unter­su­chungen des Thorax p. a., die zu einer vergleichbaren effektiven Dosis führt

Ungefährer Zeitraum der natürlichen Strahlenexposition, der zu einer vergleich­baren effektiven Dosis führt[3]

Konventionelle Projektionsaufnahmen am Erwachsenen

Extremitäten distal / Schulter (pro Ebene):

< 0,01

0,5

1,7 Tage

Oberschenkel, Oberarm

0,03

1,6

5,2 Tage

Hüfte (pro Ebene)

0,05

2,7

9,1 Tage

Thorax p. a.

0,02

1,0

3,4 Tage

Thorax lat / Brustwirbelsäule (BWS) lat

0,08

4,1

2,0 Wochen

BWS a. p. / p. a., Lendenwirbelsäule (LWS) (a. p. / p. a., lat), Abdomen, Becken (a. p. / p. a.)

ca. 0,3

15,5

1,7 Monate

Mammografische Untersuchungen 

Berücksichtigte Ebenen: cc: cranio-caudal     mlo: mediolateral-oblique

Mammografie beidseits in 2 Ebenen

0,40

20,7

2,3 Monate

Tomosynthese (pro Ebene), einseitig

0,13

6,7

0,7 Monate

Konventionelle Projektionsaufnahmen am Kind / Jugendliche

Thorax a. p./ p. a.

< 0,02

1,0

3,5 Tage

Abdomen a. p. 

< 0,04

2,1

7,0 Tage

Becken a. p.

< 0,1 

5,2

2,5 Wochen 

Diagnostische Durchleuchtungsuntersuchungen am Erwachsenen

Kolon Monokontrast

1,7

86,1

9,5 Monate

Arteriografie Becken-Bein

2,1

108,3

1,0 Jahr

Diagnostische Durchleuchtungsuntersuchungen am Kind

Miktionszystourethrogramm MCU 

< 0,07

3,6

12,2 Tage

Interventionelle Eingriffe am Erwachsenen

Thrombektomie nach Schlaganfall / Aneurysma-Coiling

4,3

222

2,0 Jahre

Koronarangiografie mit PCI

6,9

357

3,3 Jahre

Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI)

9,2

478

4,4 Jahre

Endovaskuläre Aneurysma-Therapie (EVAR)

13 bis 38

672 bis 1964

6 bis 18 Jahre

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

25

1270

11,7 Jahre

Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) (Unterschenkel/Fuß bis Becken)

0,5 bis 5,5

26 bis 284

0,2 bis 2,6 Jahre

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) mit Intervention

1,7

86

9,5 Monate

CT-Untersuchungen am Erwachsenen

Gehirn

1,2

64

7,1 Monate

Nasennebenhöhlen (NNH) (Sinusitis, OP-Planung)

0,12

6

0,7 Monate

Gesichtsschädel (Tumor (TU)-Diagnostik, Trauma)

0,58

30

3,3 Monate

Hals (z. B. TU-Suche, Lymphknotenstatus)

1,9

101

11,1 Monate

CT-Angiografie (CTA) der hirnversorgenden Gefäße (z. B. Gefäßverschluss, Dissektion)

2,6

132

1,2 Jahre

Halswirbelsäule (HWS) (Knochen)

1,6

83

9,1 Monate

BWS (Knochen)

7,8

402

3,7 Jahre

LWS (Knochen)

3,9

199

1,8 Jahre

Lungenparenchym (nur Hochkontrast nativ)

1,8

94

10,4 Monate

Thorax (Lunge, Mediastinum, Weichteile ggf. mit KM)

4,7

243

2,2 Jahre

CTA der gesamten Aorta

8,6

445

4,1 Jahre

EKG−synchronisierte koronare Angiografie

(prospektiv)

5

258

2,4 Jahre

Oberbauch

4,6

240

2,2 Jahre

Gesamtes Abdomen (mit Becken)

7,3

378

3,5 Jahre

Becken (Knochen)

1,8

92

10,1 Monate

Becken (Weichteile)

2,9

150

1,4 Jahre

CTA Becken-Bein

6,0

307

2,8 Jahre

CT-Untersuchungen am Kind / Jugendliche

Gehirn 

< 2,4

124

1,1 Jahre

Thorax 

< 3,4

175

1,6 Jahre

Gesamtes Abdomen (mit Becken)

< 5,7

294

2,7 Jahre

DVT / CBCT Untersuchungen

NNH oder dental

< 0,2

10

1,1 Monate

Nuklearmedizinische Untersuchungen[4]

Hirnszintigrafie (Basalganglien)

(180 MBq 123I-FP-CIT)

4,3

215

2 Jahre

Schilddrüsenszintigrafie (70 MBq 99mTc-Pertechnetat)

0,69

35

3,9 Monate

Lungenperfusionsszintigrafie

(160 MBq 99mTc-Makroalbuminaggregate)

1,8

90

10 Monate

Myocardperfusionsszintigrafie[5]

(400 MBq 99mTc-Sestamibi bzw. Tetrofosmin)

2-Tagesprotokoll

2,6

 

 

130

 

 

1,2 Jahre

 

Nierenfunktionsszintigrafie (100 MBq 99mTc-MAG3)

0,41

21

2,3 Monate

Wächterlymphknoten (SLN)-Szintigrafie (40 MBq 99mTc-Kolloid)

0,09

4,5

2,3 Wochen

 Ganzkörperskelettszintigrafie (GKS) (560 MBq 99mTc-Phosphonat gewichtsadaptiert)

2,4

120

1,1 Jahre

Positronen-Emissions-Tomografie (Onkologie)

  • [18F]Fluordesoxyglucose (FDG) (210 MBq)

  • [68Ga]Ga-PSMA (175 MBq)

  • [68Ga]Ga-DOTA-Peptide (140 MBq)

 

3,4

4,0

3,2

 

170

200

160

 

1,6 Jahre

1,9 Jahre

1,5 Jahre

     

Diagnostik, Staging, Therapiemonitoring und Nachsorge

Primäres Ziel einer Bildgebung mit ionisierender Strahlung ist in der Regel der Nachweis oder Aus­schluss einer Erkrankung. Nicht alle Zuweisungen erfolgen jedoch zu diesem Zweck. Häu­fig geht es um die Bestimmung der exakten Ausdehnung einer Erkrankung zur Planung der weiteren Behand­lung (z. B. Strahlen­thera­pie, Chemotherapie, Chirurgie), in anderen Fällen darum, das Ansprechen auf eine Behandlung zu überprüfen, um nöti­genfalls frühzeitig das therapeutische Vorgehen abzuändern. Obwohl zu diesem Zweck häu­fig aufwändige und kom­ple­xe Verfahren eingesetzt wer­den müssen, hilft die gewonnene Information, ungeeignete bzw. belastende Therapien zu vermeiden.

Bildgebende Röntgenverfahren

Radiografie 

Deutschland ist flächendeckend mit Röntgengeräten zur Radiografie versorgt. Obwohl durch neue techni­sche Entwicklungen viele Unter­su­chun­gen heute mit den Schnittbildtechniken CT und MRT durchgeführt wer­den, stellt die konventionelle Röntgenuntersuchung weiterhin den größ­ten Anteil an radiologischen Untersuchungen der Bevölkerung dar, da sie kostengünstig und für viele Frage­stellungen ausreichend ist. Die technische Entwicklung hat inzwischen Film-Folien-Systeme durch die digitale Radiografie fast vollständig ersetzt. Ihre Vorteile liegen in der Möglichkeit der Bildver­arbeitung, dem großen Dynamikumfang und der digitalen Spei­cherbarkeit der Untersu­chun­gen sowie der leichteren Übermittlung der Bilddaten an andere Ärzte und Ärztinnen. Moderne Gerätetechnik ermöglicht bei vergleichbarer oder besserer diag­nosti­scher Bildqualität eine deutliche Reduktion der Strahlen­expo­sition.

Lungen- und Skelettdiagnostik

Das konventionelle digitale Röntgen ist als Erstuntersuchung für die Lungen- und Skelett­diagnostik vielfach un­ver­zichtbar. 

Mammografie

Die Strahlenexposition der Mammografie wird durch die moderne Gerätetechnik soweit redu­ziert, dass das daraus resultierende geringe Strahlenrisiko in einem günstigen Verhältnis zum erzielten Nutzen steht. Viele moderne Systeme bieten zusätzlich die Option der digitalen Brust­tomosynthese (DBT). Durch Minderung von Über­lage­rungs­effekten zeigen Studien eine Stei­gerung der Befundungsgenauig­keit basierend auf einer Steigerung der Sensitivität und/oder Spezi­fität. Im Rahmen eines ergänzenden oder primären Einsatzes in der mammografischen Diagnostik kann die DBT sinnvoll sein. Um in einer primären Anwen­dung eine doppelte Expo­sition pro Ebene (2D‑Mammografie plus DBT) zu vermei­den, erscheint die ersetzende Verwen­dung der aus DBT-Daten errechneten, synthetischen 2D‑Mammo­grafie sinnvoll. 

Im Mammografie-Screening-Programm darf die DBT bislang ausschließlich als weiterführende Untersuchung im Rahmen der Abklärung auffälliger Screening-Befunde, u. a. als DBT-Stereo­taxie eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde sie weltweit im Rahmen mehrerer Studien im Screening eingesetzt. Eine umfassende Bewertung im Screening-Kontext für Deutschland steht aber noch aus.

Für die Empfehlungen im Abschnitt J wurde, soweit anwendbar, die aktuelle S3-Leitlinie Mam­ma­karzinom (AWMF 2021) berücksichtigt.

Durchleuchtungsuntersuchungen des Gastrointestinaltrakts (GI)

Diese sind in der elektiven Diagnostik des Ösophagus, des Magens und des Kolons weit­gehend durch die Endoskopie ersetzt und werden nur noch selten in der Diagnostik von Dünndarm­erkrankungen, bei Notfällen und in der Abklärung perioperativer Komplikationen eingesetzt. Dyna­mi­sche Untersu­chungen (Defäko­grafie, Videokinematografie des Schluck­­aktes) sind Spe­zialverfahren zur Abklärung funktioneller Stö­run­gen.

Phlebografie mit KM

Sie ist von der venösen Kompressions- und Duplexsonografie abgelöst worden und wird nur noch in Einzelfällen zur Dar­stellung von Beinvenenthrombosen (insbesondere am Unter­schen­kel) und zur prä­operativen Varizendarstellung eingesetzt.

Computertomografie (CT)

In Deutschland sind inzwischen alle installierten CT-Scanner Multi­detektor-CT-Geräte (MDCT) mit bis zu 320 Detektorzeilen. Diese Technik er­laubt die Akquisition von Volumen­daten z. B. am Thorax bei einmaligem Atem­anhalten. Die MDCTs können damit in so entschei­denden Fragen wie dem Nach­­weis einer Lungenembolie oder sonstiger Pathologien der Arte­rien und Venen vom Gehirn bis zu den Beinen als CTA eingesetzt werden. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die CT eine relativ hohe Strahlen­exposition bedingt (Tab. 1). Es ist daher wichtig, die Entwicklung der MRT zu ver­folgen, die einige der ursprüng­lichen Indikationen für CT Unter­suchungen übernommen hat.

Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll und wichtig, bildgebende Ver­fahren ohne ionisierende Strahlen (US und MRT) bei der Rechtfertigung als Alternative mit zu berücksichtigen.

  • Grundsätzlich ist bei Kindern und bei Schwangeren die Indikation für CT-Unter­suchungen des Abdomens sehr sorgfältig zu stellen und soweit möglich sind Niedrig­dosisprotokolle anzuwenden. Besondere Vorsicht ist auch bei wiederholten CT des Gehirns angebracht aufgrund der Strahlen­empfindlichkeit der Augenlinse.
  • Die CT bleibt die optimale Untersuchung bei Erwachsenen für viele klinische Probleme in Thorax und Abdomen, besonders in der Akutdiagnostik. Am Gehirn wird in der Abklärung von Ischämien zunehmend die Perfusions-CT eingesetzt.
  • MDCT-Scanner erlauben die Untersuchung von großen Körper­abschnitten in kurzer Zeit und hoher diagnostischer Qualität. Sie eignen sich auch bei Symptomen oder Erkrankun­gen, die im Vorfeld noch keinem bestimmten Organ zugeordnet werden können.
  • Die CT wird unverändert sehr häufig bei Verdacht einer akuten intrakraniellen Pathologie, vor allem beim Trauma und bei akutem Schlaganfall oder Blutungen, eingesetzt, aber sel­ten in der zerebralen Diagnostik von TU und neurodegenerativen Erkrankungen.
  • Die CT ist eine etablierte und flächendeckend verfügbare Methode, um bei malignen Erkran­kun­gen ein Staging durchzuführen und besonders gut für Therapiekontrollen geeig­net.
  • Die CT ist sowohl präoperativ zur Operationsplanung (OP-Planung) als auch post­operativ zur Abschätzung von Komplikationen geeignet.
  • Die CT ist im Rahmen von interventionellen radiologischen Eingriffen wichtig (Drainage, Biop­sie, Hochfrequenz- /Mikrowellenablation).
  • Die CT ist besonders wichtig in der Traumatologie und bei Organverletzungen. Ins­besondere bei schweren Polytraumata kommen CT-Untersuchungen mit schnellen MDCT-Scannern zum Einsatz und können durch eine schnellere Diagnostik zu einer Mortali­täts­reduktion führen.
  • Die CT ist bei adipösen Patienten und Patientinnen meist besser geeignet als eine US-Unter­suchung.
  • Die CT ist eine Alternative, wenn ein MRT kontraindiziert oder nicht verfügbar ist. Neben der CT steht auch die CBCT in unterschiedlichen technischen Ausführungen zur Verfü­gung. Trotz man­gelnden Weichteilkontrasts eignet sich die CBCT aufgrund ihrer guten Hochkontrast­auflösung zur Knochendarstellung (Felsenbein, Darstellung der optischen Kapsel und Gehör­knöchelchen, Mit­telgesicht (NNH)). 

Nuklearmedizin (Nuk)

Die Versorgung mit allen diagnostischen nuklearmedizinischen Ver­fahren einschließlich moderner Hybridverfahren wie Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT)-CT und PET-CT sowie die Versorgung mit Radiopharmaka – auch mit kurzlebigen Radionukliden – ist in Deutschland flächendeckend sicher­gestellt.

In den letzten Jahren hat es eine deutliche technische Fortentwicklung der Aufnahmegeräte und eine substanzielle Entwicklung der Software gegeben, die mit kontinuierlicher Verringerung der Strahlen­ex­position und Verbesserung der Bildqualität einherging. 

Die Nuklearmedizin hält eine Reihe von Methoden vor, die im Rahmen der Erstdiagnostik, d. h. primär, eingesetzt werden. Neben den klinisch lange erprobten Standardverfahren ent­wickelt sich die PET-CT in der Onkologie mit [18F]FDG und anderen neuen Radiopharmaka beständig weiter. Dies betrifft z. B. das Staging und die Therapie­kontrolle malig­ner TU, sowie weitere Methoden z. B. zur Abklärung neurodegenerativer Erkrankungen. PET-CT Daten werden zunehmend in die Bestrahlungsplanung integriert. Die Therapiekontrolle erfolgt in der Regel mit den zum Staging eingesetzten Untersu­chungs­methoden. Für die Diagnostik des Prostata­karzinoms sind Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA)-Liganden im Einsatz. Weiter­hin werden für neuroendokrine TU (NET) Somato­sta­tin-Rezeptor (SSTR)-Liganden eingesetzt. Beide Liganden werden in der Theranostik (Kombination aus Therapie und Diagnostik) genutzt.

Interventionelle Radiologie (IR)

Neue Techniken im Rahmen der IR sind ständig in Entwick­lung. Einige dieser Neuerungen sind:

  • Perkutane Implantationen von komplexen, z. T. individuell gefer­tigten Stents in den großen thorakalen und abdominellen Gefäßen,

  • Behandlungen benigner und maligner Läsionen von Leber, Nieren, Lungen, Uterus oder Prostata, 

  • minimalinvasive Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herz­klappen und Reizleitungsstörungen, Coiling von Aneurysmen und die Thrombus­aspiration nach Schlaganfall. 

Ultraschall (US)

In der US-Diagnostik sind heute alle technischen Verfahren wie Farbdoppler, Powerdoppler, Tissue- und Contrast Harmonic Imaging, Elastografie und kontrastmittelverstärkter US (con­trast-enhanced ultrasound, CEUS) flächendeckend verfügbar. Aus strahlen­hygienischen Grün­den ist der Einsatz der Sono­grafie, wann immer sinnvoll, der Verwendung von bildge­benden Verfahren mit ionisierender Strahlung vor­zu­ziehen. 

Die diagnostischen Grenzen des US (Knochen, Luft) sind bekannt, ebenso die hohen Anforde­rungen an die Expertise des Untersuchers. Moderne Picture Archiving and Communication Systems (PACS) erlauben eine Speicherung längerer Filmsequenzen und damit die nachträg­liche Befundung und einen zuverlässigen Vergleich mit Voruntersuchungen. 

Eine sichere sonografische Diagnostik setzt eine quali­fizierte Ausbildung und persönliche Fer­tigkeiten voraus, da sonst vermeidbare zusätzliche radio­logische Folgeuntersuchungen veran­lasst werden.

  • Trotz der physikalischen Grenzen, die dem US gesetzt sind, ist das Einsatzgebiet dieses Verfahrens außerordentlich breit. Es ist schnell, flächendeckend verfügbar und nicht invasiv. Daher ist die Sonografie in vielen Fällen die erste Untersuchung und für zahlreiche Indikationen geeignet. 

  • US kann bei Beachtung seiner Leistungsgrenzen im gesamten Abdomen für akute und chronische Erkrankungen eingesetzt werden und hat insofern eine „Lotsenfunktion“, indem er bereits in einer frühen klinischen Phase die weitere Diagnostik in die ent­schei­dende Richtung lenken kann.

  • US ist besonders gut für die Untersuchung parenchymatöser Or­gane geeignet. Mit CEUS in der Hand einer er­fahrenen untersuchenden Person sind z. B. Sensitivität und Spezifität für herd­förmige Leber­veränderungen denen der CT und MRT ver­gleich­­bar.

  • Die US-Diagnostik des Abdomens und der relevanten Lymph­knotenregionen gehört als Standard zum onkolo­gischen Staging und zu einer Vielzahl an Nachsorgeprotokollen, auch dann, wenn dieselben Regionen bereits mit der CT oder MRT erfasst wurden. Die US-Untersuchung gehört an den Anfang der Diagnostik, denn ist z. B. ein metastasiertes Tumorleiden bereits bei der Sono­grafie offensichtlich, relativiert sich die Indikation zu anderen, aufwändigeren oder invasiven Untersuchungen. 

  • US ist eine sehr verlässliche Untersuchung bei arteriellen und venösen Gefäß­erkrankungen. Sie ist vor allem für die supraaortalen und Extremitätengefäße geeignet, kann aber auch intrakraniell oder ab­domi­nell eingesetzt werden.

  • US hat als Small-Parts-Sonografie für die Analyse von oberflächlich gelegenen Organ­be­reichen (Schilddrüse (SD), Lymph­knoten (LK), Mamma, Hoden usw.) erhebliche Bedeutung und ist bei hohen Sendefrequenzen der CT oder MRT hinsichtlich der Auf­lösung überlegen. Die Sono­grafie ist häufig die Untersuchung der Wahl, nicht selten sogar die einzige. 

  • US ist grundsätzlich das erste Verfahren zur Untersuchung oberflächlicher Tastbefunde, wenn die­se nicht durch Luft oder Knochen verdeckt sind: „Was man tasten kann, kann man auch schallen“. 

  • Mit dem CEUS können auch Fisteln, kleinere aktive Blutungen oder Endoleaks von Stents mit hoher Sensitivität dargestellt werden. Aus diesem Grund ist der CEUS das empfindlichste Verfahren, um zu erkennen, ob eine Läsion durchblutet ist. Dies erleichtert die Unterscheidung z. B. von TU und flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen. 

US ist das führende und häufig einzig erforderliche bildgebende diagnostische Verfahren in der Pädia­trie. Der Einsatz des US mit hohen Energien, wie z. B. hochfokussierter Spektraldoppler und CEUS bedarf einer strengen Indikationsstellung. Bei Anwendung von Ultraschall bei einer schwangeren Person zu nicht medizinischen Zwecken darf der Fetus gemäß § 10 NiSV (NiSV 2018) nicht exponiert werden.

Nach § 83 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz StrlSchG 2017 sind andere Verfahren mit vergleich­barem medizinischem Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlenexposition ver­bunden sind, bei der recht­fertigenden Indikation zu berücksichtigen. Deshalb ist immer zu prüfen, ob eine US- oder MRT-Unter­suchung einer röntgen- oder nuklear­medizinischen Untersuchung vorgezogen werden kann, wenn die Fragestellung mit gleicher diagnostischer Information zu beantworten ist.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Die meisten MRT-Geräte werden mit Feldstärken von 1,5 oder 3 Tesla betrieben und haben eine Fülle von neuen Indi­kationsbereichen eröffnet, so dass Indikationskataloge ständig neu zu bewer­ten sind. 

  • Die MRT liefert im Allgemeinen detaillierte Information über patho­logische Verände­rungen intrakraniell, im Kopf-Hals-, Spinal- und Muskel-Skelett-Bereich sowie von Gefäßen, vor allem wegen des hohen Weichteil-Kontrast­auf­lösungsvermögens. 

  • Wenn bei Kindern und Jugendlichen der US keine ausreichende Diagnostik ermöglicht, ist, wenn immer möglich, die MRT der CT vorzuziehen. Allerdings muss berücksichtigt wer­den, dass Klein­kinder nicht immer hinreichend sediert werden können, so dass dann die Abwägung zwischen einer MRT in Voll­narkose gegenüber einer CT getroffen werden muss. Hierbei soll, wenn immer möglich, ein Kinderradiologe bzw. eine Kinderradiologin einbezogen werden.

  • Die MRT ist in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimenon, nur mit enger Indikation einzusetzen. Die Mög­lichkeit einer Schädi­gung des Embryos wird gleichwohl als gering ange­sehen. Indikationen zum fetalen MRT können z. B. fetale Auffälligkeiten im US oder Verdacht auf Plazen­ta­dysfunktion sein. 

Bei der Auswahl des Verfahrens ist zu beachten, dass MRT-Unter­suchungen länger dauern als CT-Unter­suchungen, und ihre Quali­tät wesentlich mehr von den verfügbaren Protokollen und der Koope­ra­tionsfähigkeit des Patienten abhängig ist. Trotz aller Vorzüge und der Möglich­keit der Ganzkörper-Bildgebung ist in klinisch unklaren Situa­tionen, die vorab noch nicht einem Organ oder Organsystem zugeor­dnet werden können, bei Erwachsenen eine CT-Untersuchung mögli­cherweise zweck­mäßiger, weil sie schneller zu einer ersten Diagnose führt. 

Es gibt einige Kontraindikationen der MRT: Metallische, besonders ferromagnetische Fremd­körper (FK) z. B. in Orbita, Gehirn oder anderen Organen. Heute werden überwiegend MRT-taug­liche Implan­tate produziert, daher ist diesbezüglich immer beim Operateur oder Hersteller nachzufragen, sofern der Patient oder die Patientin keinen Implantatpass mit Aussagen zur MRT-Kompatibilität vor­legt. Viele aktive Implantate sind eingeschränkt MRT kom­patibel. Bei Gelenk­prothesen und größeren Metallimplantaten an der Wirbelsäule (WS) ist mit einge­schränk­ter Bildqualität in der Nähe des Metalls zu rechnen. Post- bzw. perioperativ ist die MRT oft nur erschwert einzusetzen (Monitoring, Sedierung, Fremd­material, Kooperationsfähigkeit des Patienten oder der Patientin). Sollten hier Unsi­cher­heiten hin­sichtlich der Indikation entstehen, sollte eine Rücksprache mit einer dafür geschulten Per­son des MRT-Teams gehalten werden.

Viele MRT-Untersuchungen sind nur nach Gabe gadoliniumhaltiger KM sinnvoll, die insgesamt sicher und gut verträglich sind. Extrem selten wurde bei Patienten oder Patientinnen mit schwerer Nieren- oder Lebererkrankungen eine sog. nephrogene syste­mische Fibrose (NSF) ausgelöst. Durch die Beschränkung auf zyklische KM und strengere Indikations­stellung bei den o.g. Vorerkrankungen ist dieses Risiko weitestgehend eliminiert. Wissenschaftlich nicht abschließend bewertet ist der Nachweis von Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn nach mehrfacher An­wen­dung, da bisher keine hiermit korrelierenden Symptome oder Er­kran­kungen bekannt sind. Solche Ablagerungen sind bei modernen, zyklischen KM nicht mehr zu erwarten. 

 


[1]  Der Standardpatient wurde wie von der ICRP berechnet („Referenzmensch“) verwendet, wobei ein Gewicht von 60 kg (Frau) bzw. 73 kg (Mann) angenommen wird (ICRP 2009)

[2]  Die angegebenen effektiven Dosen beziehen sich auf Standardpatienten und berücksichtigen nicht individuelle Faktoren, wie z. B. Geschlecht, Alter, Konstitution eines individuellen Patienten oder einer individuellen Patientin. Die Unsicherheit der Dosis­angabe kann mehr als den Faktor fünf betragen.

[3]  Durchschnittliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland: 2,1 mSv pro Jahr (BMUV 2023)

[4] Zur Berechnung der effektiven Dosen wurden die vom BfS veröffentlichten Referenzaktivitäten (BfS 2021) verwendet. Weiterhin kommt die ICRP Publikation 128 (ICRP 2015) zur Anwendung. Ga-PSMA und Ga-DOTA-Peptide Werte aus der Fachinformation Daten für SLNS: AWMF-Leitlinie (AWMF 2022). 

[5] Unter Ruhebedingung; in Kombination mit der Belastungsuntersuchung Verdoppelung der Gesamtdosis.

Empfehlungen

A. Kopf

A. Kopf

Die Reihenfolge der Kapitel orientiert sich sowohl an organ- oder krankheitsbezogenen Fragestellungen als auch an der Anatomie.

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
A1    Kongenitale Erkrankungen
(bei Kindern s. M1)
MRTPDefinitiver Nachweis von Fehlbildungen 
CTWBeurteilung von Knochenanomalien. Bei Kontraindikation für MRT. 
A2Apoplexie; SchlaganfallCTPNachweis oder Ausschluss einer Blutung; eine CTA ist die wichtigste Untersuchung zur zeitnahen Intervention bei zerebralem Gefäßverschluss (s. N5) 
WCTA und bei geeignetem Zeitfenster Perfusions-CT: z. B. zur Erhöhung der Spezifität und Sensitivität in der Akutdiagnostik und Interventionsvorbereitung 
FarbkodierteDopplersonografie (FKDS) der A. carotis, ggf. Transkranielle Dopplersonografie (TCD)PA. carotis: Nachweis von Stenosen, Stenosegradbestimmung, bei V. a. Dissektion 
WAls ergänzende Gefäßdiagnostik bei zerebrovaskulären Erkrankungen, alternativ Magnetresonanzangiografie (MRA) oder CTA 
MRTW
Diffusionsgewichtete MRT (DWI) sensitiver als CT; insbesondere im Bereich der hinteren Schädelgrube (Fossa cranii posterior) ist die MRT sensitiver.
Diffusions-/Perfusions-Mismatch in der Indikationsstellung zur mechanischen Rekanalisation.
MRT bei „wake-up Stroke“ und im „erweiterten Zeitfenster“.
Nachweis von Blutungen (MRT ist bei Blutungen älter als sieben Tagen sensitiver als CT) Methode der Wahl bei V. a. Dissektion
 
TCDWFrage nach Stenose/Emboliequelle an den Hirnbasisarterien 
US (Echokardiografie)WSuche nach kardialen Emboliequellen 
Digitale Subtraktionsangiografie (DSA)SZur interventionellen Therapie s. N4 
A3 Transitorische ischämische Attacken (TIA)
(Amaurosis fugax)
(s. auch B5)
US und FKDSPA. carotis: Stenosenachweis, Verschlussnachweis, Gradabschätzung 
MRT mit MRAPDarstellung der Gefäße und des Hirnparenchyms 
CT mit CTAWWenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT 
US (Echokardiografie)PSuche nach kardialen Emboliequellen 
NukSPerfusions-SPECT (Tc -99m-HMPAO/-ECD); ggf. nach Stimulation, wenn CT und MRT nicht weiterführend sind 
A4 Neuro-degenerative BewegungsstörungenMRTPZum Ausschluss organischer Ursache (Demenzabklärung) 
CTWBei Kontraindikation für MRT 
PET-CTW
Mit FDG zur Differenzialdiagnose (DD) atypischer Parkinson-Syndrome anhand der Muster (MSA, Corticobasale Degeneration (CBD), PSP, Lewy-Body Demenz) und zur Diagnostik unklarer Bewegungsstörungen, kortikaler Beteiligung des M. Parkinson/Parkinson-Demenz. 
Mit [18F]Fluor-L-Dihydroxyphenylalanin (F-DOPA) zur DD Parkinson Syndrom vs. essentieller Tremor. 
Amyloid-PET-CT zur DD Amyloid-positive vs. -negative Erkrankung
 
NukW
Dopamin-Transporter-SPECT (FP-CIT-Scan) zur DD Parkinson Syndrom vs. essentieller Tremor und zur DD Lewy-Körperchen-Demenz vs. Alzheimer-Demenz; 
MIBG-SPECT (Myokard) kann zur DD idiopathisches Parkinson-Syndrom vs. Multisystematrophie angewandt werden
 
A5 Demenz und Gedächtnisstörung, erstmals auftretende PsychoseMRTWAusschluss organischer Ursachen (vaskulärer Demenz, Normaldruck-Hydrozephalus) 
CTWAusschlussdiagnostik. Bei Kontraindikation für MRT 
NukWRezeptorscan (DAT): DD Lewy-Körperchen-Demenz vs. Alzheimer-Demenz, Perfusions-SPECT zur Demenzdiagnostik, sofern FDG nicht verfügbar 
PET-CTW
Mit FDG und Amyloid-PET: Frühdiagnostik der primären Demenzerkrankungen. 
Mit FDG zur Diagnostik atypischer Parkinson-Syndrome/ Bewegungsstörungen mit kognitiven Defiziten anhand der Muster (MSA, CBD, PSP, Lewy-Body Demenz), kortikaler Beteiligung des M. Parkinson/Parkinson-Demenz, Abgrenzung der Pseudodemenz.
Amyloid-PET-CT zur DD Amyloid-positive vs -negative Demenzerkrankung.
Ergänzend Tau-PET bei Alzheimer Erkrankung.
 
A6  Epilepsie bei Erwachsenen 
(bei Kindern s. M5)
a)   Erstmaliger, einmaliger Krampfanfall

CT/MRT

P

Ausschluss organischer Ursachen
 
b) Rezidivierender AnfallMRTPNach fachlicher Abklärung zum Nachweis eines epileptogenen Fokus (spez. Epilepsie-MR-Protokoll) 
 Nuk WPerfusions-SPECT bevorzugt iktal, ggf. im anfallsfreien Intervall.
 PET-CTWFDG-PET-CT zur Fokussuche
A7 Raumfordernde Läsion (Maligne Raumforderung (RF) s. L1)MRTPSensitiver als CT 
CTPBei symptomatischen Patienten, und bei Kontraindikation für MRT 
A8 Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) (Abszess, Enzephalitis, Meningitis) und EntmarkungskrankheitenMRTPDeutlich sensitiver im Läsionsnachweis als CT. 
DWI bei V. a. Abszess
 
PET-CTS
Mit FDG bei limbischer Enzephalitis (ggf. kombiniert mit Ganzkörper (GK)-PET-CT zur TU-Suche). 
Mit O-(2-[18F]Fluoroethyl)-L-Tyrosin (FET) oder F-DOPA zur DD zwischen Entmarkung und (niedrig gradig) malignem hirneigenen TU
 
A9 Kopfschmerzen, chronische
 
Rö SchädelNliefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
MRTPBei Änderung des Kopfschmerztyps oder fokalen neurologischen Zeichen 
CTWBei Kontraindikation für MRT und Ausschluss anderer Erkrankungen, z. B. chronisches subdurales Hämatom 
Rö HWS/NNHWNur bei definierter Fragestellung 
US (FKDS) der A. temporalisSBei V. a. Riesenzellarteriitis 
PET-CTSFDG-PET-CT bei V. a. Riesenzellarteriitis 
A10  Kopfschmerzen, akute bzw. schwere, vor allem Subarachnoidal-blutung (SAB), neurologisches Defizit, Papillenödem, Änderung der Bewusstseinslage
(bei Kindern s. M8)
CTPAusschluss organischer Ursache. Vor allem Ausschluss/Nachweis Hirnblutung/SAB. Cave: negativer CT-Befund schließt SAB nicht aus! (bei längerem Intervall MRT und Liquorpunktion erwägen) 
CTA/MRAWBei nachgewiesener SAB zum Aneurysmanachweis und Beurteilung der Morphologie, bei fehlender traumatischer Ursache Wiederholung nach 2 bis 6 Wochen. Bei spontaner SAB Angiografie 
DSAWDSA ist der Goldstandard zur Abklärung einer nicht-traumatischen spontanen SAB. 3-D-Rotationsangiografie zur hochaufgelösten Darstellung der Anatomie (Interventionsplanung) mit VRT und MPR Rekonstruktionen. 
MRTWBei V. a. entzündliche Genese der Schmerzen sensitiver als CT 
MRA/CTAWV. a. Sinus-/Venenthrombose 
A11  V. a. RF der Hypophyse oder im Bereich der Sella turcicaMRTPVerfahren der Wahl (dynamische Dünnschichtuntersuchung mit KM) 
CTWBei Kontraindikation für MRT oder zur weiteren Charakterisierung nach vorliegendem MRT 
PET-CTSSSTR-PET-CT bei endokrin aktivem TU-Rezidiv 
A12  V. a. Erkrankung in der hinteren SchädelgrubeMRTPPrimärdiagnostik 
CTWBei Kontraindikation für MRT oder im Notfall 
A13  Hydrozephalus
(bei Kindern s. M3, M4)
MRTPUrsachenabklärung insbesondere bei jüngeren Patienten, Verlaufskontrolle (VK) 
CTPIn der Akutdiagnostik/Ausschlussdiagnostik, postoperativ oder bei Kontraindikation für MRT 
WBeurteilung des gesamten Shuntsystems (VK) 
NukSLiquorszintigrafie Zusatzdiagnostik bei V. a. Normaldruckhydrozephalus, 
V. a. Liquorzirkulationsstörung
 
A14  Symptome am Mittel- oder Innenohr (einschl. Vertigo)CT/MRT/ CBCT/ DVTPNach gezielter fachärztlicher Abklärung 
US (FKDS)WKarotiden, Vertebralarterien, ggf. intrakranielle Arterien mit TCD 
A15  Schallleitungs- oder kombinierte SchwerhörigkeitCT/CBCT/DVTPBei Befundpersistenz ohne klinisch klärbare Ursache, bei Trauma (Frakturverdacht), Mittelohrtumor, -fehlbildung, Otosklerose, Veränderungen der Gehörknöchelchen (hier auch CBCT indiziert) 
MRTPNur bei akuter Symptomatik 
A16 Schallempfindungsschwerhörigkeit
(bei Kindern s. M6)
MRTPRF Kleinhirnbrückenwinkel; V. a. Vestibularisschwannom (Akustikusneurinom) (Ausschlussdiagnostik) 
CT/CBCT/DVTWNachweis pathologischer Verknöcherungen im Ohr 
A17 NNH-Erkrankungen (bei Kindern s. M9)  Nach fachärztlicher Abklärung, Bildgebung präoperativ oder bei Komplikationen 
 Chronische SinusitisCT/DVTPBei persistierenden therapierefraktären Beschwerden, präoperativ und als Low-Dose CT zur OP-Planung; Voraussetzung für endonasale, navigationsgesteuerte Chirurgie (FESS) 
 V. a. NNH-RFCT/MRTPBei V. a. maligne RF 
 DSAS(Präoperative) Embolisation stark vaskularisierter oder blutender RF 
Akute SinusitisNDie akute Sinusitis ist eine klinische Diagnose und erfordert keine Bildgebung. 
 CTPbei V. a. orbitale Komplikation 
 MRTPNur bei V. a. intrakranielle Komplikation, 
bei Kindern V. a. orbitale Komplikation
 
A18  V. a. orbitale RF (Leitsymptom Protrusio bulbi)USPOrientierende Erstuntersuchung 
MRTPVerfahren der Wahl zum Nachweis und zur Differenzierung orbitaler RF 
CTPBei V. a. knöcherne Beteiligung oder Verkalkungen, bei Kontraindikation für MRT 
A19  Traumafolgen und FK in der OrbitaCTPCT ist Methode der ersten Wahl bei V. a. FK zu Darstellung röntgendichter (z. B. Metall) oder nicht-röntgendichter (z. B. Holz) FK. Zudem Detektion von Frakturen. 
MRTWNach augenärztlicher Untersuchung bildgebende Methode der Wahl zur Darstellung von Begleit­verletzungen, sekundäre Komplikationen (z. B. Entzündungen/Abszess). Cave: Kontraindi­kation bei V. a. FK, besonders bei V. a. Metall FK. 
Rö OrbitaSNicht indiziert für Lokalisationsdiagnostik: Ausschluss metallischer FK vor MRT 
A20  V. a. intraorbitale EntzündungMRTPAbszess, Orbitaphlegmone, Retrobulbärneuritis, Verlauf, postoperative Kontrolle 
CTPIn der Akutsituation oder bei Kontraindikation für MRT 
CTWV. a. knöcherne Beteiligung 
USWAusschluss Endophthalmitis, Nachweis umschriebener Veränderungen, Verlaufsuntersuchungen möglich 
A21  V. a. endokrine Orbitopathie, MyositisUSWNach augenärztlicher Untersuchung bei unklarem klinischem Befund 
MRTWMRT zur weiteren Abklärung und zur Therapie/Therapiekontrolle 
A22  Sehstörungen (akute oder Gesichtsfeldausfälle)
(s. auch A2/A3)
Rö OrbitaNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
MRTSNach gezielter fachärztlicher Abklärung. MRT bei Pathologie am N. opticus/Sehbahn (Retrobulbärneuritis, TU) 
CTSCT, wenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT und bei V. a. knöcherne Veränderungen 
USSBei V. a. intraorbitale Pathologie 

B. Hals

B. Hals

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes 
Untersuchungsverfahren
Grad der
Empfehlung
Kommentar
B1    SD-Knoten und 
-vergrößerungen
USPMorphologie, Volumetrie, Nachweis diffuser oder fokaler Veränderungen (Entzündungen, Knoten, Morbus Basedow), ggf. US-gezielte Punktion zur Dignitätsbeurteilung
NukPQuantitative Szintigrafie mit Tc-Pertechnetat. DD heißer vs. kalter Knoten, funktionelle Autonomie. Bei retrosternaler Struma mit Iod-123. Zur Dignitätsabklärung kalter Knoten Tc-MIBI.
CT oder MRTS
Zur Erfassung sonografisch nicht zugänglicher retrosternaler oder intrathorakaler SD-Anteile). 
Cave: Keine iodhaltigen KM bei Hyperthyreose oder V. a. SD-Karzinom
Rö TracheaSTrachealverlagerung/-einengung
B2    SD-Fehlfunktion
Hyperthyreose
USPMorphologie, Nachweis diffuser oder fokaler Veränderungen (Entzündungen, Morbus Basedow, Knoten)
NukPQuantitative Szintigrafie mit Tc-Pertechnetat
B3    SD-Dystopie (z. B. bei Zungengrundstruma)NukP
Lokalisation ektoper SD Anlagen meist mit Iod-123. 
Cave: Szintigrafisch „kaltes“ Gewebe
USWBei oberflächennahen ektopen Knoten
CT/MRTWV. a. intrathorakale Lage. Cave: Bei CT kein KM
B4    Hyperparathyreoidismus (HPT)USPNachweis von Adenomen in typischer oder ektoper Lage
NukPMIBI-SPECT: Nachweis vor allem bei ektoper Lage zervikal oder mediastinal, bei Z. n. OP, vor geplanter minimal-invasiver Resektion.
MRTWBei nicht konklusivem Ergebnis von US und Nuk,
ggf. auch genaue Morphologie präoperativ
PET-CTSPET-CT (z. B. mit Cholin) zur Lokalisationsdiagnostik (bei inkonklusiver SPECT bzw. SPECT-CT)
DSASSelektive Venenblutentnahme präoperativ bei rezidiviertem primärem HPT und nichtkonklusiver Bildgebung
B5    Auskultatorische Geräu­sche über der A. carotisUS (FKDS)PA. carotis: Verfahren der ersten Wahl
MRA/CTAWDarstellung der Anatomie und Gefäßpathologie
B6    Verschluckter FK
Ösophagus
WNativ und ggf. mit wasserlöslichem KM, Lokalisation, Ausschluss Wandverletzung
CTSV. a. Komplikationen, z. B. Perforation
B7    Inhalierter FKPGgf. in Inspiration und Exspiration
CTSV. a. Komplikationen, z. B. Perforation
B8    RF unbekannten UrsprungsUS (FKDS)PZur Verifikation, ggf. mit Punktion
MRTPArtdiagnostik, Ausdehnung
CTWBei Kontraindikation für MRT
PET-CTSMit FDG: nach histologischer Sicherung bei Metastasen mit unklarem Primärtumor oder malignem Lymphom zur Erfassung weiterer Herde und ggf. des Primärtumors. Bei V. a. Paragangliom SSTR-PET-CT.
B9    Dysfunktion KiefergelenkMRTPFunktions-MRT mit geöffnetem und geschlossenem Mund
B10  Obstruktion der Speichel­drüsenUSPV. a. Speichelstein, Basisuntersuchung, ggf. mit Speichelprovokation durch Sialogoga
Rö/MRTWSialografie oder MRT zur Gangdarstellung
NukSFunktionsszintigrafie mit Tc-Pertechnetat, z. B. Verdacht auf Sicca-Syndrom, ggf. Indikation bei Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich
B11  RF in den 
Speicheldrüsen
(bei Tumoren s. L2)
USPBasisuntersuchung
MRTPV. a. Entzündung bei Kindern und unklarem US-Befund
CTWBei Kontraindikation für MRT
B12 Autoimmunerkrankungen der Speicheldrüsen 
(Sjögren-Syndrom)
SialografieNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen
USPBasisuntersuchung
MRTWBei inkonklusivem US, bei V. a. Lymphom

C. Wirbelsäule (WS)

C. Wirbelsäule (WS)

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
Halswirbelsäule (HWS)    
C1    Kongenitale Erkrankungen
(bei Kindern s. M1)
MRTPDarstellung intra-/paraspinaler Anomalien bzw. Weichteilveränderungen, Beurteilung von Aufbau- und Segmentationsstörungen der Wirbelkörper (WK) 
SRein knöcherne Anomalien: falls kein isolierter Befund, ergänzendes Rö der übrigen WS-Abschnitte; a. p. und seitl. bei Skoliose. Zu Rückenschmerzen bei Kindern s. M18 
CTSDarstellung knöcherner Details 
C2   Myelopathie:
      TU, Entzündung
MRTPDarstellung knöcherner/spinaler Details, Darstellung des Myelons und der Weichteilstrukturen auch intraspinal. 
CTSWenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT; ggf. Myelografie mit Myelo-CT 
C3    Atlantoaxiale SubluxationPLaterale Aufnahme in Inklination.
Verletzungsbedingte Subluxation s. Abschnitt K. Trauma
 
CTWBeste Darstellung der Gelenke und der Schädelbasis 
MRTWBeste Darstellung diskoligamentärer Verletzungen und von Verletzungen des Myelons sowie von Pannus bei rheumatologischen Erkrankungen 
C4    Nackenschmerzen, Brachialgie, degenerative VeränderungNBei unspezifischen Schmerzen ohne neurologische Symptomatik. Degenerative Veränderungen sind häufig nicht Ursache der Schmerzen 
CTWBei neurologischer Symptomatik, wenn MRT nicht zeitnah möglich 
MRTWBei neurologischer Symptomatik 
Brustwirbelsäule (BWS)    
C5    Schmerzen ohne TraumaN
Bei unspezifischen Schmerzen ohne neurologische Symptomatik: Degenerative Veränderungen sind häufig nicht Ursache der Schmerzen. 
Bei akuten Schmerzen andere Ursachen in Betracht ziehen (Aortendissektion, Lungenembolie, Pneumothorax, Herzinfarkt, TU oder Metastasen
 
MRTWBei neurologischer Symptomatik 
CTWWenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT, ggf. post-Myelografie. 
Lendenwirbelsäule (LWS)    
C6    Rückenschmerzen
a)  Akute Rückenschmerzen ohne neurologische Symptomatik oder andere Warnsymptome
NKnöcherne Veränderungen sind in der Regel nicht Ursache der Schmerzen 
MRTNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
CTNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
b) Akute Rückenschmerzen mit neurologischer SymptomatikMRTPVerfahren der ersten Wahl 
CTWWenn MRT nicht zur Verfügung steht und bei Kontraindikation für MRT, zudem zur Darstellung der knöchernen Strukturen (z. A. Fraktur, Osteodestruktion), auch prä-operativ. ggf. als Myelografie-CT 
NukWMehrphasen-Skelett-Szintigrafie (z. B. zur TU-Suche oder bei V. a. Osteosynthesen-pathologie) 
WZum Nachweis struktureller Knochenveränderungen. Mit Vorsicht zu bewerten, da häufig nicht Ursache für die Schmerzen 
PET-CTSFalls MRT/CT nicht konklusiv, z. B. zum Nachweis entzündlicher Ursachen 
c) Chronische oder therapierefraktäre Rückenschmerzen ohne neurologische Symptomatik, sofern Infektparameter unauffällig sind und kein TU vorliegtMRTWBei therapierefraktären Beschwerden 
NukWMehrphasen-Skelett-Szintigrafie (z. B. zur TU-Suche oder bei V. a. Osteosynthesenpathologie) 
SZum Ausschluss von Kontraindikationen vor intensiver Physiotherapie 
PET-CTSFalls MRT/CT nicht konklusiv, z. B. zum Nachweis entzündlicher Ursachen 
d) Rückenschmerzen mit Warnsymptomen („red flags“)NLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
MRTPErgänzend auch bei negativem Rö-Befund 
CTWCT zur Darstellung der knöchernen Strukturen (auch prä-operativ). Ggf. als Myelografie CT bei Kontraindikation für MRT 
NukWGKS zum Ausschluss von Infektion; primärer oder sekundärer Knochentumor. 

D. Knochenskelett und Muskulatur

D. Knochenskelett und Muskulatur

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
D1 Osteomyelitis (bei Kindern s. M24-25)PCave: Zu Beginn der Erkrankung falsch negative Befunde! 
MRTWZur DD und zur Beurteilung der Ausdehnung, initial 
USWDarstellung von Weichteilkomponenten (Abszesse und Periostreaktion) 
CTWNachweis von Sequestern, ggf. Lokalisation für perkutane Biopsie 
NukWMehrphasen-Skelett-Szintigrafie mit Tc-Phosphonaten. Beurteilung der Floridität, Nachweis zusätzlicher Herde, Nachweis der Entzündung 
PET-CTSMit FDG wenn Vordiagnostik inkonklusiv 
D2 Primärtumor der Knochen (s. L26)    
D3 Primärtumor außerhalb des Skeletts, Suche nach Knochenmetastasen (s. L27)    
D4 Unklare RF in den WeichteilenUS, ggf. mit FKDS oder KMPAusschluss oder Bestätigung Weichteiltumor, Führung einer Biopsie 
MRTPGesamtausdehnung und lokales Staging 
PKnöcherne Beteiligung, Verkalkungen 
CTWBei Kontraindikation für MRT und zur Führung einer Biopsie 
D5 Multiples Myelom (MM) (s. L24)    
D6 Lokalisierter KnochenschmerzPLokale Abklärung 
MRTWBei persistierenden Beschwerden und negativem Rö-Befund 
CTSBei Kontraindikation für MRT und zur Biopsieplanung 
NukSBei persistierenden Beschwerden ohne Korrelat in Rö, CT und MRT, GKS mit Tc-Phosphonaten 
D7 OsteoporoseOsteodensitometrie (DEXA)PBasisuntersuchung 
 WNachweis von Sinterungen, ermöglicht in gewissem Umfang eine DD des osteopenen Knochens wie z.B. Osteomalazie, HPT 
NukSBei HPT s. B4 
D8 OsteomalaziePLokaler Röntgenbefund zum Nachweis von Komplikationen bei Osteomalazie wie Sinterung, Ermüdungsbrüche 
MRTWDD frische/alte Sinterung, Nachweis/Ausschluss zugrundeliegender TU 
NukSGKS mit Tc-Phosphonaten zur DD: frische/alte Fraktur, wenn MRT nicht möglich 
D9 Akute, lokalisierte Schmerzen in der WSNBei spontanem Auftreten ohne Trauma und ohne red flags keine initiale Bildgebung 
WNachweis Frakturen, Sinterungen oder anderen Ursachen 
CTWBei unklarem Röntgenbefund, Beurteilung der Stabilität 
MRTW
DD frische/alte Frakturen oder radikulären Beschwerden; 
Ausschluss pathologischer Frakturen (z.B. durch TU)
 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten zur DD: frische/alte Fraktur, weitere Herde z.B. durch metastasierende TU-Erkrankung 
DEXASAusmaß einer Osteoporose, ggf. Planung einer medikamentösen Therapie 
D10 Morbus SudeckPAusschluss anderer Ursachen der Schmerzen 
MRTWbei persistierenden Schmerzen ohne richtungsweisenden Röntgenbefund 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei persistierenden Schmerzen ohne richtungsweisenden Röntgenbefund 
D11 Nicht traumatische Arthropathie, erstmaliges AuftretenPz.A. Knöcherne Veränderungen der betroffenen Gelenke 
US (FKDS)Pz.A. Begleitende Synovitis 
MRTWNachweis von Synovitis und Erosionen; DD Einordnung bei GK-MRT Befall weiterer Gelenke 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei V.a. Befall weiterer Gelenke 
D12 Arthropathie, VKPBeurteilung der knöchernen Komponenten, Therapieentscheidung 
USPBeurteilung der Weichteilkomponente, Nachweis früher Erosionen 
MRTWBeurteilung des Ausmaßes einer Synovitis, Erkennung früher Erosionen 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten zur Beurteilung der Floridität 
D13 Schmerzen an der EndoprothesePLockerung, Entzündung 
CTWPeriprosthetische Osteolyse u. Frakturen 
USWNachweis eines Gelenkergusses, ggf. mit FKDS zum Nachweis einer Weichteilreaktion 
NukSGKS mit Tc-Phosphonaten: Unauffälliges Szintigramm schließt Komplikation weitgehend aus 
D14 Intra- und postoperative Kontrolle nach Prothesen-implantationPBei individueller medizinischer Rechtfertigung, z.B. Ausschluss von Komplikationen. Alleinige Maßnahmen zur Qualitätssicherung ersetzen nicht die Rechtfertigung. 
D15Chronische Schmerzen in der SchulterNW: lediglich bei geplanten Therapien 
USWChronische Rotatorenmanschettenruptur, Tendinose 
MRTSVor chirurgischem Eingriff. Zum Ausschluss anderer Ursachen 
D15a Akute Schmerzen in der SchulterPBei Trauma, Frakturfolgen, TU 
USPBasisuntersuchung, speziell der Rotatorenmanschette 
MRTWIn komplexen Fällen bei nicht konklusivem US und Rö 
D16 Impingement-SyndromPZeigt subakromiale Enge, Verkalkungen, AC-Arthrose, Humeruskopf-Hochstand 
USPErguss, Läsion der Rotatorenmanschette 
MRTWVor chirurgischem Eingriff. Zum Ausschluss anderer Ursachen 
D17 Instabilität der SchulterPZumindest bei erstmaliger Luxation 
USPWenn Expertise vorhanden. Zeigt Verletzungen der Rotatorenmanschette, Hill-Sachs-Läsion, Funktions- und Instabilitätsdiagnostik 
MRTPPathologie des Labrums und der glenohumeralen Bänder (direkte oder indirekte MR-Arthrografie) 
CT-ArthrografieWAlternative zur MR-Arthrografie 
D18 Ruptur der Rotatoren-manschetteUSPBeurteilung der Rotatorenmanschette 
MRTWFalls klinisch und sonografisch unklarer Befund, präoperative Beurteilung einer Verfettung/Atrophie der Rotatoren 
D19 Schmerzen im IliosakralgelenkPBasisuntersuchung 
MRTPBei Verdacht auf rheumatologische Erkrankungen 
MRT/CTWBei unklarem Röntgenbefund, Diskrepanz zwischen Rö und Klinik oder zur Frühdetektion von Läsionen (z.B. bei Morbus Bechterew) 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten. Diagnostik und Nachweis weiterer Läsionen 
D20 Hüftschmerzen bei voller Bewegungs-fähigkeit (bei Kindern s. M22)NIn Abh. von der klinischen Symptomatik; W: lediglich bei persistierenden Beschwerden 
MRTWBei persistierenden Beschwerden und unauffälligem Röntgenbefund, V.a. Hüftkopfnekrose, Subchondrale Insuffizienzfraktur 
USWBei inkonklusivem Rö-Befund, Nachweis einer Weichteilpathologie 
D21 Hüftschmerzen bei akut eingeschränkter Bewegungs-fähigkeit (bei Kindern s. M22)PVerfahren der ersten Wahl 
USWWenn Röntgen die Symptomatik nicht erklärt: Nachweis eines Gelenkergusses und Weichteilpathologie 
MRTWBei persistierenden Beschwerden und unauffälligem Röntgenbefund, Labrumverletzung 
CTWz.A. okkulte Fraktur 
D22 Schmerzen im Knie ohne Trauma (chronisch)PBei V.a. Arthrose 
MRTWunklarer Rö-Befund und persistierenden Beschwerden 
USSNachweis kleiner Ergussmengen, synovialer Veränderungen oder poplitealer Zysten 
D23 Schmerzen im Knie akut oder posttraumatischPAusschluss Fraktur 
MRTPBei Verdacht auf Kniegelenk-Binnenschaden und vor Arthroskopie oder OP 
D24 Hallux valgusPBasisuntersuchung vor geplanter OP 
D25 Schmerzen an Aponeurosis plantaris oder FersenspornPV.a. Fersensporn bei persistierenden Beschwerden 
USPWenn Expertise vorhanden. 
MRTWBeurteilung der entzündlichen Aktivität 

E. Herz und große Gefäße

E. Herz und große Gefäße

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
E1 Akuter ThoraxschmerzRö ThoraxPAusschluss Pneumothorax, Infiltrate, Beurteilung der Herzgröße und Lungengefäße 
US (Echokardiografie)PNachweis kardialer oder aortaler Ursachen 
USPBei lokalisierten Schmerzen zum Nachweis von Thoraxwandprozessen, Pneumothorax und Rippenfrakturen 
Rö SkelettWV. a. Knochenläsionen 
CT, CTAPAkutes Aortensyndrom, Lungenembolie, chronisches Koronarsyndrom 
MRTWAkutes Aortensyndrom
DD Myokarditis
 
NukW
Lungenventilations-/Lungenperfusionsszintigrafie: 
DD Lungenembolie. 
Myokard-Perfusionsszintigrafie: DD koronare Herzkrankheit (KHK). 
GKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von knöchernen Läsionen
 
E2 PerikardergussTransthorakale Echokardiografie (TTE)PBasisuntersuchung 
Rö ThoraxPZum Ausschluss von kardiovaskulären Begleit- und Folgeerkrankungen 
CTWAls Ergänzung bei nicht schlüssigem TTE
Basisuntersuchung bei V. a. Perikarditis constrictiva
 
MRTWAls Ergänzung bei nicht schlüssigem TTE- oder CT Befund. Beurteilung Perikarditis, Myokarditis, Perimyokarditis. 
E3 HerzinsuffizienzUSPEchokardiografie als Basisuntersuchung 
Rö ThoraxPLungenödem, Herzgröße, Pleuraerguss, Pneumonie etc. 
CTAWDD Chronisches Koronarsyndrom 
MRTWbei V. a. myokardiale Erkrankungen (prätherapeutische DD der Hypertrophieformen, Speichererkrankungen, …) Vitalität, Ischämie, Funktion des linken Ventrikels (LV-Funktion) 
NukWMyokard-Perfusions-szintigrafie: Vitalität, Ischämie, LV-Funktion.
MIBG-Szintigrafie: Myokardinnervation
 
NukSTc-Phosphonate zum Nachweis einer kardialen Transthyretin-Amyloidose, ggf. Amyloid-PET-CT 
PET-CTWMit FDG: Vitalitätsdiagnostik bei linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) < 35% 
E4 HypertonieRö ThoraxPHerz- und Aortenkonfiguration, Lungenstauung 
US (FKDS)PNierenparenchymschaden/Nierenarterienstenose (NAST), Aortenaneurysma 
US (Echokardiografie)W
Zeigt Grad der kardialen Hypertrophie
Bei Kindern Ausschluss einer Aortenisthmusstenose 
kardiale Begleiterkrankungen
 
NukSBei V. a. renale Ursache: Nieren-Funktionsszintigrafie mit Tc-MAG3, bei V. a. Phäochromozytom: MIBG-Szintigrafie 
MR-/CT-/DSA-AngiografieSAusschluss NAST bei unklarem Befund bei der vorgeschalteten Diagnostik 
E5 Vitium Cordis (angeboren und erworben)US (Echokardio-grafie)PPrimäre kardiologische Abklärung 
Rö ThoraxPBasisuntersuchung, Ergänzung zur primären TTE 
MRTWPrä-OP, VK, CT-Kontraindikationen 
CTWBei Kontraindikationen zur MRT oder zur Planung spezieller Eingriffe, z. B. vor TAVI. 
E6 Endokarditis, ImplantatinfektionenUSPTTE und transösophageale Echokardiografie (TEE) 
CTW
Wenn TTE und TEE nicht ausreichend, 
insbesondere zur Suche nach perivalvulären und periprothetischen Abszessen
 
PET-CTWMit FDG zum Nachweis Endokarditis, Klappeninfektion, Implantatinfektionen (Schrittmacher, Defibrillatoren, linksventrikuläre Unterstützungssysteme), DD Mediastinitis, entzündlich bedingtes instabiles Sternum, Sarkoidose des Myokards 
E7 Chronisches Koronarsyndrom („stabile KHK“)Rö ThoraxPAusschluss Begleiterkrankungen, vor Bypass OP 
US (Echokardiografie)P
Beurteilung der linksventrikulären Funktion.
Identifikation von Differentialdiagnosen (z. B. Klappenvitien) und kardialen Begleiterkrankungen
 
CT KoronarangiografiePbei niedriger und mittlerer klin. Vortestwahrscheinlichkeit 
MRTWbei hoher klinischer Vortestwahrscheinlichkeit 
NukWMyokard-Perfusionsszintigrafie bei hoher klinischer Vortestwahrscheinlichkeit mit Frage nach Belastungsischämie, Vitalitätsdiagnostik, LV-Funktion 
PET-CTWMit FDG: Vitalitätsdiagnostik zur Planung revaskularisierender Eingriffe. Mit Perfusionstracer quantitative Flussreserve. 
USSStressechokardiografie bei hoher klin. Vortestwahrscheinlichkeit. 
E8 Akutes KoronarsyndromRö ThoraxPAusgangsbefund zur VK und vor OP, Lungengefäße, Ausschluss Begleiterkrankungen 
Koronarangiografie und perkutane koronare Intervention (PCI)PBei typischer Symptomatik, entsprechendem EKG und ggf. positivem Labor 
US (Echokardiografie)WBeurteilung von Herzfunktion und mögl. begleitenden Vitien, bei Schock und bei V. a. mechanische Komplikation 
CTS“Triple Rule Out” bei niedriger bis intermediärer Wahrscheinlichkeit für ein ACS 
E9 KardiomyopathieUS (Echokar-diografie)PPrimäre kardiologische Abklärung 
Rö ThoraxPPulmonalvenöse Stauung, Pleuraergüsse 
MRTPArrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie, dilatative und hypertrophe Kardiomyopathie, Speichererkrankungen, Beurteilung myokardiale Fibrose 
NukW
Myokard-Perfusionsszintigrafie bei DD Dilatative oder kardiovaskuläre Kardiomyopathie, 
Amyloidosenachweis mit geeigneten Tc-Phosphonaten
 
E10 LungenembolieCTPNachweis, Lokalisation und Quantifizierung 
US (Echokardiografie)PZeichen der Rechtsherzbelastung 
NukP
Lungenventilations-/Lungenperfusionsszintigrafie mit Tc-MAA: zur Emboliediagnostik, z. B. bei pulmonaler Hypertonie
 
CT-VenografiePIm Rahmen der Thorax-CT: CT OS bis Nierenvenen in spät venöser KM-Phase zum Nachweis der Emboliequelle 
USSNachweis und Kontrolle peripherer Lungeninfarkte 
MRTSkontrastmittelverstärkte MRA (CE-MRA) bei CT-Kontraindikation 
DSASNur zur Intervention 
E11 Aortenaneurysma/ Aortendissektion akutes StadiumCTPErkrankungsnachweis, OP-/Interventionsplanung, Therapiekomplikationen
Möglichst mit EKG Triggerung
 
US (Echokardiografie)PBeurteilung von Klappenbeteiligung (Aortenklappe) 
Rö ThoraxPStatus thorakal 
MRTWBei CT-Kontraindikation 
E12 Thorakales oder abdominales Aortenaneurysma/ Aortendissektion ohne akutes Bild, AortitisCTPDiagnose, OP-/Interventionsplanung, Komplikationen
Möglichst mit EKG Triggerung
 
USPDiagnostik und VK falls abdominal 
Rö ThoraxNAllenfalls für Begleiterkrankungen, oft nicht konklusiv. 
MRTWDiagnose, OP-/Interventionsplanung, bei CT-Kontraindikation. 
US (Echokardiografie)W
Diagnostik und VK thorakal
Beurteilung von Klappenbeteiligung (Aortenklappe).
 
PET-CTSMit FDG: Großgefäßvaskulitis-Diagnostik 
E13 Obere EinflussstauungUS (FKDS)PThrombosenachweis und -ausdehnung, DD, VK 
Rö ThoraxPBasisuntersuchung Ausschluss mediastinale RF 
CT/MRTPMediastinale Ausdehnung, Klärung der Ursache (TU-Nachweis) 
PhlebografieSbei geplanter Intervention 
E14 Darstellung des tiefen Beinvenensystems (Thrombose­verdacht, postthrombo­tisches Syndrom)US (FKDS)PThrombosenachweis und -ausdehnung, DD, VK 
PhlebografieWFalls FKDS nicht verfügbar oder Aussagekraft eingeschränkt 
MRASFalls Phlebografie und FKDS technisch nicht durchführbar 
E15 VarikosisUS (FKDS)PVerfahren der ersten Wahl 
PhlebografieSNur noch präoperativ bei speziellen Indikationen 
E16 Periphere arterielle VerschlusskrankheitUS (FKDS) oder Continuous Wave (CW)-Doppler mit Verschluss­druckmessungPVerfahren der ersten Wahl 
CTA/MRAW
Bei unklarem US und bei Mehretagenbefunden.
Zur Planung der Intervention/OP
 
AngiografieNNur im Rahmen einer geplanten Intervention 

F. Thorax

F. Thorax

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
F1 Infektion der oberen AtemwegeRö ThoraxNKein Einfluss auf Diagnose und Therapie im oberen Respirationstrakt 
F2 Pneumonie (bei Kindern s. M28)Rö ThoraxPBasisdiagnostik 
USWNachweis und DD eines Ergusses, ggf. Planung Punktion/Drainage 
CTWBei immunsupprimierten Patienten (Low-Dose Nativ-CT), bei V. a. Komplikationen (z. B. Abszess), bei Persistenz oder Rezidiv einer Pneumonie trotz angemessener Therapie, bei unklarem Befund im Rö Thorax, vor Bronchoskopie 
F3 Chronischer HustenRö ThoraxPBei Persistenz über 8 Wochen 
CTWLow-Dose Nativ-CT. Bei pathologischem oder unklarem Rö-Befund. 
F4 AsthmaRö ThoraxNInitial nicht erforderlich 
CTWLow-Dose Nativ-CT. Differenzialdiagnostik anderer pulmonaler Erkrankungen 
F5 Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit und ohne EmphysemRö ThoraxPBei Erstdiagnose oder Änderung der Symptomatik 
CTWBevorzugt hochauflösende CT (HRCT). Zur Charakterisierung und Quantifizierung der Erkrankung, zur Therapieplanung 
NukSVentilations-/Perfusionsszintigrafie zur Interventionsplanung (operative oder endobronchiale Volumenreduktion) 
F6 Interstitielle LungenerkrankungRö ThoraxPBei Erstdiagnose sowie zur Verlaufsuntersuchung 
CTPHRCT, Diagnose, genaue Darstellung der Morphologie, ggf. zusätzlich in Bauchlage und/oder Exspiration. Ggf. zum Therapiemonitoring 
USWDarstellung von Pleuraveränderungen, subpleurale Konsolidierung 
F7 HämoptysenRö ThoraxPErstabklärung, orientierende Untersuchung 
CTWCT mit KM, Ausschluss einer Lungenembolie, Lokalisation eventueller Blutungsquellen (Bronchialarterien), Arteriovenöse Malformation (AVM), Lungentumor 
MRTSV. a. Lungenembolie bei Schwangeren (im ersten Trimenon ohne KM!) oder jungen (< 40 J) Patienten 
DSASBei anhaltender Blutung aus unklarer Quelle, bei therapierefraktärer oder lebensbedrohlicher Blutung in Embolisationsbereitschaft 
F8 Primärer Lungentumor (s. L6)    
F9 Lungenmetastasen bei bekanntem Primärtumor (s. Kap. L), bei unbekanntem Primärtumor (s. L29 (CUP))    
F10 Mediastinaltumor (Primärtumor, LK-Metastase, LK-Neoplasie, Pseudotumor) Primärdiagnostik (s. L7)    
F11 PleuraergussRö ThoraxPBasisuntersuchung mit Basisuntersuchung mit gleichzeitiger Beurteilung der Lunge und des Herzens 
USPNachweis geringer Ergussmengen, Drainage-/Punktionsplanung, VK 
CTWDrainageplanung, V. a. pleurale RF oder Empyem 
F12 EmpyemRö ThoraxPBasisuntersuchung der Empyemausdehnung und von Begleitbefunden 
USPSensitiverer Nachweis von Flüssigkeit, Nachweis von Detritus im Erguss, Differenzierung solider Strukturen 
CTPSensitiverer Nachweis von (gekammerter) Flüssigkeit, Differenzierung solider Strukturen, Planung Therapie 
F13 PneumothoraxRö ThoraxPSensitivität gering bei ventralem u. mediastialem Pneumothorax 
USPSensitive Untersuchung, besonders bei immobilen Patienten 
CTWBei Rezidiv Spontanpneumothorax, Persistenz trotz Drainage und zur OP-Planung 
F14 Präoperative DiagnostikRö ThoraxPVor kardiopulmonaler OP, bei anamnestisch bekannter Lungenerkrankung, TU-Anamnese, Alter > 60 Jahre (Nicht-Raucher), Alter > 55 Jahre (Raucher, Ex-Raucher) je nach individuellem Risiko, ggf. unter Abstimmung mit der Anästhesie 
F15 DialysepatientRö ThoraxPBei Änderung der klinischen Situation (Lungenödem, Hydrierung) 
USWVolumenstatus, Lungenödem 
F16 Thoraxwand-RFCTPNachweis der Ausdehnung und ggf. Infiltration 
USPZur direkten Darstellung des Thoraxwandprozesses, ggf. Histologiegewinnung, ggf. mit KM 
Rö ThoraxNmeist primär erfolgt, aber häufig nicht zielführend 
MRTWbesserer Weichteilkontrast im Vergleich zum CT 
F17 Thoraxtrauma
klinisch stabil
Rö ThoraxPAusschluss Pneumothorax, Kontusion, Rippenfrakturen, Hämatothorax 
USPNachweis von Hämatothorax, Perikarderguss bzw. Hämatoperikard, Sternumfraktur, Rippenfrakturen (bei lokalisiertem klinischem Befund) oder Pneumothorax, Thoraxwandhämatomen, Ausschluss begleitender Verletzungen von Oberbauchorganen 
PKnöcherner Hemithorax. V. a. Rippenfrakturen, die im Rö Thorax in Standardtechnik nicht zu sehen sind 
CTWbei unklarem Befund 
F18 Thoraxtrauma 
klinisch instabil
CTPLungenkontusion, Blutung, Aortendissektion, Pneumothorax, instabiler Thorax/ V. a. dislozierte Rippenserienfraktur 
USPExtended Focused Assessment with Sonography for Trauma (eFAST)-Protokoll mit orientierender Untersuchung (Pneumothorax, Perikardtamponade, Hämatothorax), nur wenn Schockraum-CT nicht möglich 
Rö ThoraxNnur wenn Schockraum-CT nicht primär verfügbar 
TTEWV. a. hämodynamisch relevanten Perikarderguss 
F19 Atypischer Thorax-Schmerz
(bei V. a. kardiovaskuläre Ursache s. E1)
Rö ThoraxPAusschluss Pneumothorax, Pleuraerguss, Pneumonie, Mediastinum 
CTPBei V. a. Lungenembolie, Aortenaneurysma, Aortendissektion 
MRTSBei CT-Kontraindikation, bei Schwangeren (im ersten Trimenon ohne KM!) oder jungen (< 40 Jahre), kreislaufstabilen Patienten 
USSGezielte Abklärung bei lokalisiertem Schmerz 
F20 Solitärer Lungenrundherd, Diagnostik und VK (s. a. L7)Rö ThoraxPVergleich mit Vorbildern obligat 
CTWMorphologische Analyse, VK abklärende Maßnahmen (VK, invasive Abklärungen) abhängig von Herdgröße und Risikoanalyse. Fleischner-Kriterien in der jeweils gültigen Fassung, VK in Low Dose Technik 
PET-CTWFDG: zur DD unklarer Lungenrundherde > 6 mm 
US (CEUS)SBeurteilung der Perfusion bei pleuraständigen Läsionen 

G. Ösophagus und Magen-Darmtrakt

G. Ösophagus und Magen-Darmtrakt

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
G1   Schluck- beschwerdenFluoroskopiePNachweis von Ösophagusveränderung, V. a. Aspiration, V. a. Divertikel. Bei V. a. Schluckstörung Untersuchung mit hoher Bildfrequenz 
USPAusschluss einer zervikalen RF oder einer Struma 
NukSÖsophagus-Szintigrafie: Transportstörung, Reflux 
G2    Thoraxschmerzen: Verdacht auf Hiatushernie oder RefluxösophagitisÖsophagogrammWselten nach Endoskopie, in Abh. von der klinischen Symptomatik. 
G3    Ösophagus-perforationCTPV. a. Komplikationen, V. a. Mediastinitis, sensitiv zum Nachweis extraluminaler Luft 
Ösophagogramm mit wasserlöslichen KMWFalls CT nicht verfügbar oder Lokalisation des Lecks nicht eindeutig möglich ist 
G4    Intestinaler Blutverlust, chronisch oder rezidivierend, okkulte BlutungVideo-Kapselendoskopie oder EnteroskopiePVerfahren der ersten Wahl 
CT/MRTWWenn Video-Kapselendoskopie oder Endoskopie keine Ergebnisse brachten 
NukWSequenzszintigrafie mit markierten Erythrozyten. Nachweis von Blutungen ab 0,1 ml/min, besonders von intermittierenden okkulten Blutungen 
G5    Akute gastrointestinale Blutung: HämatemesisRö AbdomenNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Endoskopie! 
Colon-Kontrast­einlauf (KE)NLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Endoskopie! 
CTWNicht konklusive Endoskopie, mit CTA (Sensitivität höher als Angiografie) 
NukSNachweis der Blutungsquelle; Blutungsraten ab 0,1 ml/min können festgestellt werden 
AngiografieSBei Planung einer Intervention 
G6    Uncharakteristische VerdauungsstörungenBildgebende UntersuchungNPrimär durch klinische Abklärung. Bildgebung erst nach genauer Fragestellung 
USPNachweis von auffälligen Befunden der Wand von Magen und Darm sowie außerhalb der Hohlorgane 
Rö Magen-Darm-Passage (MDP)SBis auf spezielle Indikationen nicht mehr adäquat 
CT/MRTWWenn Endoskopie nicht möglich ist oder Funktionstests nicht aussagekräftig sind 
G7    V. a. Anastomosen­insuffizienz postoperativRö MDP mit was­ser­löslichen KMPNachweis Anastomoseninsuffizienz 
CTPSensitive Methode, zusätzlicher Nachweis intraabdominaler Folgen der Anastomoseninsuffizienz 
G8    Akute Abdominalscherzen mit V. a. Perforation/ Obstruktion/​PeritonismusCTPNachweis von freier Luft, Aszites, dilatierten oder motilitätsgestörten Darmabschnitten 
USPNachweis entzündlicher Pathologien, von freier Luft, Aszites, dilatierten oder motilitätsgestörten Darmabschnitten 
Rö AbdomenWWenn CT nicht möglich, Nachweis freier Luft, Ileus, Konkremente/FK 
G9    Dünndarmobstruktion: chronisch oder rezidivierendUS (FKDS)PDilatierte Schlingen, freie Flüssigkeit, Adhäsion, Perfusion 
CT/MRTWIntra-/extraluminale Veränderungen, 
G10  Verdacht auf entzündliche Erkrankung des Dünndarms (z. B. 
M. Crohn)
Dünndarmdoppelkontrastuntersuchung (DDK)NNicht mehr adäquat 
MRTPLokalisation des Befalls, intra-/extraluminale Prozesse (Abszess), Fistelsysteme 
USPLokalisation des Befalls, intra-/extraluminale Prozesse (Abszess) 
CTWIntra-/extraluminale Veränderungen, Komplikationen (Fistelsysteme), falls MRT nicht verfügbar/nicht möglich 
NukSEntzündungs-Szintigrafie: Entzündungslokalisation, Floridität 
PET-CTSMit FDG zur Entzündungslokalisation, und -aktivität 
G11  Entzündliche Darmerkrankung: Schmerzen, Blutung, Veränderungen der Defäkations-gewohnheiten usw.
(Dickdarmtumoren s. L13)
CT- bzw. MRT-KolografiePWenn Koloskopie nicht möglich ist, komplette Darstellung des Organs. Nachteil: keine Histologie, komplette Darmreinigung erforderlich 
USPOrientierende, symptomgeleitete Untersuchung: Dilatation, Ileuszeichen, Wandverdickung, RF, Therapiekontrolle 
CTWIntra-/extraluminale Beurteilung 
NukSEntzündungs-Szintigrafie 
PET-CTSMit FDG, zur Entzündungslokalisation und -aktivität 
G12  IleusRö AbdomenPDD Ileus-Subileus 
US ggf. FKDSPDilatierte Darmschlingen, Motilität, Wandschwel­lung, Perfusion, Fluss in den Mesenterial­gefäßen 
CTPBes. bei ausgeprägter klinischer Symptomatik, ggf. CTA bei DD mesenteriale Ischämie 
DDKNNicht mehr adäquat 
G14  Entzündliche Darmerkrankung des KolonsKoloskopiePVerfahren der ersten Wahl 
USPPrimäre Beurteilung Darmwandverdickung und Ausbreitungsmuster, Therapiekontrolle 
CTWBeurteilung der Ausbreitung, Suche nach intra- und extraluminaler Pathologie 
MRTWBeurteilung der Ausbreitung, Suche nach intra- und extraluminaler Pathologie 
NukSEntzündungs-Szintigrafie (z. B Komplikationen) 
PET-CTSMit FDG zur Entzündungslokalisation und -aktivität 
G15  DivertikulitisUSPBasisuntersuchung 
CTPGgf. mit wasserlöslichem KM rektal 
Kolon-KEWMit wasserlöslichem KM, wenn CT nicht verfügbar 
Allgemeine abdominelle Beschwerden 
G16  Akuter Unterbauch-schmerzRö AbdomenNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPAppendizitis, Abszess, Sigmadivertikulitis, gyn. Prozesse 
CTWBei klinischem V. a. komplizierte Divertikulitis oder Appendizitis ohne US-Nachweis 
MRTWBei Kindern, Jugendlichen und Schwangeren bei fehlendem US-Nachweis einer Unterbauch-Schmerzursache 
G17  Palpable RFUSPVerifikation des Befundes, Organzuordnung 
MRTWZur weiteren Abklärung bei Kindern und Jugendlichen 
CTWZur weiteren Abklärung und ggf. TU-Staging 
G18  MalabsorptionNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
NukSSpezielle Resorptions-Tests (75Se-Homotaurocholsäure (SEHCAT)-Test für Gallensäure-Absorption) 
CTSV. a. Lymphom 
MRTSAls MR-Enterografie 
USSDarmwandverdickung, V. a. entzündliche Darmerkrankungen, Lymphom 
G19  AppendizitisNMeist klinische Diagnose 
USPVerifikation des Befundes, Ausschluss anderer Ursachen der Symptomatik 
CTWNur bei unklarem US, V. a. Komplikation, z. B. Perforation, und DD TU, Adipositas 
MRTWKinder, Jugendliche, Schwangere bei unklarem US, V. a. Komplikation und DD TU 
G20  Obstipation
(bei Kindern s. M51) (s. L13)
Rö AbdomenNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
CT- oder MR-KolonografieWV. a. TU als Ursache, wenn Koloskopie nicht möglich 
SKolontransferzeitbestimmung 
Leber, Gallenblase und Pankreas 
G21  Lebermetastasen (s. L11) 
G22  DD solitärer Leberherd
(z.B. Hämangiom, fokale noduläre Hyperplasie (FNH), Adenom)
USPPrimärdiagnostik, ggf. mit KM 
MRTPGoldstandard (dynamisch und ggf. leberspez. KM) 
CTWNicht konklusiver US, falls MRT nicht möglich 
NukSHepatobiläre Sequenzszintigrafie zur Abklärung benigner Leberherde 
PET-CTSMit FDG: Bei unklarem Befund nach CT/MRT (CUP-Syndrom s. L29), DD zu benignen Leberherden 
G23  Ikterus 
Gallengang-erkrankung
USPVerifikation einer mechanischen Dilatation, Lokalisation der Höhe der Obstruktion, Nachweis einer RF als Ursache 
Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP)PGoldstandard der Darstellung der Gallenwege und des Pankreas 
US EndosonografieWDiagnostik distaler Obstruktionen: RF vs. Choledocholithiasis. Charakterisierung von RF des Gallengangs und Pankreaskopfes. 
CTWNicht konklusiver US oder unzureichender sonografischer Zugang, wenn MRT/MRCP nicht möglich 
ERC/PWIn Interventionsbereitschaft 
NukSHepatobiliäre Sequenzszintigrafie nur bei Kontraindikation zu KM-Untersuchung oder inkonklusiver Bildgebung 
G24 Gallenblasen-erkrankungUSPBasisuntersuchung 
CT/MRTWBei TU-Verdacht oder Komplikation 
G25  Pankreatitis: chronischNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPBasisuntersuchung 
CTPNachweis von Kalzifikationen und Komplikationen 
MRT/MRCPWBeurteilung Komplikationen, Gang-Morphologie, Abgrenzung zum Pankreastumor 
US EndosonografieSBestimmung des Schweregrades, z. B. anhand der Cambridge-Kriterien. 
PET-CTSMit FDG: DD Pankreatitis vs. TU (bei unklarem CT/MRT) 
G26  Pankreatitis: akutCTPNachweis von Nekrosen, Fisteln, Verkalkungen, Karzinom als Ursache 
USPDD biliäre Pankreatitis (Entscheidung zur ERCP), Basisuntersuchung 
US EndosonografieWDD biliäre Pankreatitis (Entscheidung zur ERCP), wenn US nicht eindeutig. Ausmaß der Nekrosen und Flüssigkeitskollektionen. 
MRT/MRCPWV. a. biliäre Genese, Beurteilung Pankreasgang 
G27  Postoperatives GallengangsleckUSPAnatomische Lokalisation der Flüssigkeitsansammlung 
MRT/MRCPWLokalisation der Austrittsstelle, wenn nicht primär ERCP geplant 
CTWWenn US/MRT nicht möglich oder konklusiv sind 
G28  Pankreastumor (s. L12)    
G29  Endokrin aktive TU (Gastro-Entero-Pankreatische (GEP) NET) (s. L30)    
G30  Verschluckter FK, der im Pharynx oder im Bereich des oberen Ösophagus vermutet wird
(bei Kindern s. M38)
Rö Weichteile des HalsesPNach der direkten Untersuchung des Oropharynx (wo die meisten FK lokalisiert sind) und wenn der FK wahrscheinlich röntgendicht ist. Die Abgrenzung von kalzifiziertem Knorpel kann schwierig sein. Die meisten Fischgräten sind auf der Rö-Aufnahme nicht zu erkennen 
ÖsophagogrammWDL-KM-Untersuchungen (bei Perforationsverdacht wasserlös­liche KM) hilfreich zur Abklärung bei FK-Verdacht im oberen GI 
G31  Verschluckter, vermutlich röntgendichter FK, der aufgrund von Größe und Konfiguration den Magen-Darm-Trakt passieren kann (z. B. Münze)
(bei Kindern s. M38)
Rö ThoraxPBei Kindern müsste eine einzige Frontalaufnahme (Rö Thorax) mit Einschluss der Halsregion ausreichend sein. Bei Erwachsenen kann neben einer frontalen eine laterale Aufnahme erforderlich sein. Wenn der FK innerhalb von ca. 6 Tagen nicht abgegangen ist, kann das Rö Abdomen bei der Lokalisierung hilfreich sein 
Rö AbdomenWIn Abh. von der klinischen Symptomatik 
USWBei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar 
G32  Verschluckter FK: spitz oder eventuell giftig 
(z. B. Nadel; Batterie)
Rö AbdomenPDie meisten verschluckten FK, die den Ösophagus passieren, passieren auch den Rest des GI ohne Komplikation. Es ist jedoch wichtig, Batterien zu lokalisieren, da ein Auslaufen gefährlich sein kann 
Rö ThoraxWIn Abh. von der klinischen Symptomatik. Außer bei negativem Rö-Befund des Abdomens 
USWBei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar 
G33  Verschluckter FK: großer Gegenstand (z. B. Zahnersatz)Rö ThoraxPZahnersatzmaterialien sind unterschiedlich strahlendurchlässig. Die meisten Zahnersatzmaterialien sind überwiegend aus Kunststoff und weitgehend strahlendurchlässig 
USWBei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar 
Rö AbdomenNInitial nicht indiziert. Bei negativem Rö Thorax-Befund kann eine Röntgenaufnahme des Abdomens erforderlich sein, genauso wie ein Barium-Breischluck oder eine Endoskopie. Eine späte Rö Thorax-Aufnahme kann hilfreich sein 

H. Urologisches System, Nebennieren und Urogenitaltrakt

H. Urologisches System, Nebennieren und Urogenitaltrakt

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
H1 Makro- oder Mikrohämaturie, Proteingehalt <100 mg dl‑1(bei Kindern s. M60)USPAbklärung kompletter Harntrakt: US und Zystoskopie (unterer Harntrakt) kombiniert eingesetzt 
CTWZur Abklärung des Harntraktes. 
MRTWErgänzend bei TU-Verdacht des gesamten Abdomens/Beckens, CT bei Kontraindikation für MRT 
H2 Hypertonie ohne Nierenerkrankung, Hypertonie bei jungen PatientenIVPNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
US (FKDS)PCave: Sensitivität der FKDS nicht ausreichend zum Ausschluss einer NAST, nur bei positivem Befund verwertbar 
NukWNieren-Funktionsszintigrafie bei V. a. renale Ursache zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz einer NAST 
CTA/MRAWMorphologischer Nachweis einer NAST (kein sicherer Ausschluss einer Fibromuskulären Dysplasie) 
DSAWBei geplanter Intervention 
H3 Nierenversagen, chronischRö Abdomen oder IVPNBeide Verfahren liefern keinen Beitrag zur Abklärung des Nierenversagens; zudem sind KM in dieser Situation kontraindiziert 
US (FKDS)POrgangröße, Parenchymveränderungen, Hydronephrose, ggf. NAST 
CT/-MRTSBeurteilung der Organgröße und -morphologie, Nachweis von Harntransportstörung und Parenchymveränderung 
H4 Nierenversagen, akutRö Abdomen oder IVPNBeide Verfahren liefern keinen Beitrag zur Abklärung des Nierenversagens; zudem sind KM in dieser Situation kontraindiziert 
US (FKDS)POrgangröße, Parenchymveränderungen, Harnaufstau, Konkremente, zur ultraschallgeführten Biopsie 
CT/-MRTSNur bei speziellen Fragestellungen (Obstruktionen, Konkremente, Organmorphologie) 
NukSNieren-Funktionsszintigrafie DMSA/MAG-3 (seitengetrennte) Nierenvitalität und -funktion 
H5 Nierenkolik, akuter Flankenschmerz (bei Kindern s. M61)CTPPrimäruntersuchung, da auch DD geklärt werden können. Bei V. a. Konkremente erste CT-Serie nativ in Low Dose-Technik 
USPNachweis einer Dilatation des Nierenbeckenkelchsystems (NBKS). Akutdiagnostik, falls CT nicht zeitnah verfügbar 
IVPWNur bei hinreichender Nierenfunktion. Höhe der Abflussbehinderung vor geplanter Steinsanierung, und wenn CT nicht durchführbar ist 
NukWSeitengetrennte Funktionsdiagnostik (MAG-3 und Furosemid) DD obstruktive funktionelle Störung 
H6 Asymptomatische NierensteineRö Abdomen/ NukNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPAsymptomatische Nierensteine sind meist ein Zufallsbefund. Uretersteine im US oft nicht darstellbar. Weite des NBKS 
CTWZur Interventionsplanung 
H7 RF der Nebennieren (NN) (maligne TU s. L15, bei Kindern s. M58)USPDarstellung rechts zuverlässiger als links 
CT/MRTPBei klinischem oder sonografischem V. a. eine RF der NN, artdiagnostische Eingrenzung möglich, besonders in-/opposed-phase-Sequenz 
NukS
Spez. Tracer für NN-Mark oder -Rinde; 
Hormonale Aktivität, ektope TU-Lokalisation
 
DSASSeitengetrennte Blutabnahme zur Seitenlokalisation der Hormonaktivität 
H8 RF der Niere (Nierenkarzinom s. L16, bei Kindern s. M57)IVPNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPDD zystische/solide RF, falls verfügbar mit CEUS. Bosniak-Klassifikation. 
CT/MRTWBei nicht eindeutig benignem Befund. 
H9 RF Nierenbecken/ Ureter/Blase (maligne TU der Blase s. L17)USPHarntraktdilatation, Beurteilung der Nieren 
CT (Low-Dose)PVerdacht auf Harnleiterkonkrement 
MRTWBei unklaren Weichteilveränderungen 
IVP/ retrograde UreterdarstellungSZur weiteren Abklärung einer Obstruktion 
H10 Harnwegsinfekt akut, komplizierte Pyelonephritis (bei Kindern s. M59)USPNachweis/Ausschluss Harntraktdilatation. KM-US bei V. a. renale Beteiligung zum Nachweis intrarenaler Abszesse 
MRTWNachweis Entzündung/Abszess im Nierenparenchym, perirenale Komplikationen 
CTWWenn MRT nicht verfügbar 
IVPWWenn CT nicht verfügbar 
NukSSeitengetrennte Nierenfunktion (DMSA/MAG-3), Quantifizierung des Harnabflusses und der Nierenfunktion, Narbenbildung 
H11 Harnwegsinfekt, chronisch (bei Kindern s. M59)IVPNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPEingrenzung der DD, Harntraktdilatation. KM-US bei V. a. renale Beteiligung zum Nachweis intrarenaler Abszesse 
CT/MRTWNachweis Entzündung/Abszess im Nierenparenchym 
NukSNierenfunktion im Seitenvergleich (DMSA/MAG-3) 
H12 Prostataerkrankungen (Karzinom s. L18)IVPNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USP
Transkutaner US: Harntraktdilatation, Restharn.
Transrektaler US (TRUS) und transrektale Punktion: zur histologischen Abklärung. Ein negativer US-Befund schließt einen TU nicht aus
 
MRT (multiparametrisch)PZum TU-Ausschluss bei erhöhtem Prostata-spezifischem Antigen (PSA) zur Planung einer MR/TRUS-Fusionsbiopsie 
H13 RF oder Schmerzen Scrotum/Hoden (bei maligner RF s. L19)USPErkrankungsnachweis, DD solider vs zystischer RF und testikulärer vs epididymidaler Prozess, obligat bei jedem unklaren Tastbefund und bei skrotalen Schmerzen (Entzündung, Torsion), mit FKDS bei V. a. Torsion 
MRTWZur weiteren Differenzierung bei unklarer Veränderung 
H14 Vesikoureteraler Reflux (diagnostisches Vorgehen wie bei Kindern, s. M59)    
H15 UrethralstenoseUrethrografiePPräoperative Darstellung 
H16 HarnverhaltUSPBeurteilung Harnblase und vorgeschaltete Harnwege sowie ggf. der Prostata durch TRUS 
H17 Retroperitoneales Trauma (Niere) (s. K35-K36)USPAkutdiagnostik 
CTPSensitivste Darstellung einer Nierenverletzung. (mit arterieller und venöser Phase) 
H18 TransplantatniereUS (FKDS)PMorphologie, Durchblutung 
CE-MRAWPräoperative Anatomie, unklarer US, falls keine KM-Kontraindikation 
NukWNierenfunktionsszintigrafie: Funktion, Vitalität, Urinleck 
H19 Spenderniere (Lebendspende)USPMorphologie 
MRTPZur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl 
CTPZur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl 
DSAWZur Darstellung der Gefäßanatomie beim Spender zur Organwahl 
NukPSeitengetrennte Nierenfunktionsszintigrafie (MAG-3) 

I. Gynäkologie und Geburtshilfe

I. Gynäkologie und Geburtshilfe

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
I1 Vorsorgeuntersuchung in der SchwangerschaftUSPInformation über Gestationsalter, fetales Wachstum, fetale Zustandsdiagnostik (Dopplersonografie, fetale Fehlbildungen) 
I2  Vermutete SchwangerschaftUSWIn Ergänzung zum Schwangerschaftstest. Ausschluss Extrauterine Gravidität, Vitalität der Schwangerschaft 
I3  Verdacht auf Extrauterin-schwangerschaftUSPTransvaginaler US 
I4  Verdacht auf fetale FehlbildungenUSPVitalität, Entwicklungsstand, Vermeidung einer invasiven Diagnostik 
I5  Verdacht auf RF im BeckenraumUSPKombination transvaginaler/transabdominaler US, Ausschluss Schwangerschaft 
MRTWDediziertes Becken-MRT 
CTWBei Nichtverfügbarkeit von MRT oder Kontraindikationen 
I6 Schmerzen im BeckenraumUSPWenn klinische Untersuchung schwierig oder unmöglich oder nicht aussagekräftig, Ausschluss Schwangerschaft 
MRT/CTWWenn US nicht aussagefähig 
I7 EndometrioseUSPPrimärdiagnostik zum Nachweis. Bei negativem US ist Endometriose nicht ausgeschlossen. MRT als weitere Untersuchung 
MRTWBei klinischem Verdacht zum Nachweis von Endometrioseherden und ggf. OP-Planung; Sicherung durch Laparoskopie 
I8 Verlust Intrauterinpessar (IUP)USPVerfahren der ersten Wahl, Ausschluss Schwangerschaft 
WWenn das IUP im US nicht zu sehen ist. 
CTSBei V. a. IUP-Perforation / Lost-IUP und negativem Röntgen, auch bei nicht-kupferhaltigen IUP 
MRTSBei Lost-IUP und Kontraindikationen für CT auch bei kupferhaltigen IUP 
I9 Wiederholte FehlgeburtenUSPUterusfehlbildungen 
MRTWErgänzung zum US 
Hystero-Kontrast-Sonografie (HKSG)WZum Ausschluss von Uterusfehlbildungen unter Einsatz von Sono-KM 
I10 Infertilitätsabklärung bei der FrauUS transvaginalPZum Ausschluss von Uterusfehlbildungen 
MRTWZum Ausschluss von Uterusfehlbildungen 
Hystero-Kontrast-Sonografie (HKSG)WZum Ausschluss von Uterusfehlbildungen und zum Ausschluss tubarer Ursachen unter Einsatz von Sono-KM 
Hysterosalpingografie (HSG)WVerdacht auf tubare Ursache, wenn sonografisch keine ausreichende Beurteilbarkeit besteht 
I11 Verdacht Missverhältnis Kopf/BeckenCTNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
MRTPWichtigstes Verfahren 
Rö PelvimetrieSBei Kontraindikation für MRT 
I12 Ovarialkarzinom (s. L20)    
I13 Uterus: Zervixkarzinom (s. L21)    
I14 Uterus: Korpuskarzinom (Endometrium­karzinom) (s. L22)    

J. Brust

J. Brust

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
Asymptomatische Frauen (keine Früherkennungsuntersuchungen bei Männern)    
J1 Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung unter 40 JahreMammografie und abgeleitete Röntgen-verfahrenNUngünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis / keine gesetzliche Grundlage 
US
NLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
 Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung
im Alter von 40-49 Jahren
USPFalls ein klinischer Tastbefund nicht zuverlässig zu erheben ist. Bei unklarem klinischem oder US-Untersuchungsbefund: S. Mammografie nach J6 
Asymptomatische Frauen ohne Risikoerhöhung ab dem Alter von 50 JahrenMammografiePIm Alter von 50 bis 75 Jahren: Alle zwei Jahre nach Einladung im Rahmen des deutschen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms (Mammografie-Screening). Ab dem Alter von 76 Jahren gibt es zurzeit keine Empfehlung zur Fortsetzung der Früherkennung 
USWAls Zusatzuntersuchung bei unklarem Mammografiebefund und sonstigen Indikationen (ggf. bei hoher mammografischer Brustdichte) 
Frauen mit erhöhtem Risiko    
J2  Frauen mit mode­rater Risikoerhöhung ab dem Alter von 40 Jahren  Moderates Risiko definiert als persönliches Erkrankungsrisiko von 15 % bis 29% (abhängig z. B. von Anzahl und Alter erkrankter Familienmitglieder, histologisch nachgewiesener Risikoläsionen) 
MammografiePIndividuell angepasstes Vorgehen (u. a. abhängig von individueller Risikoanalyse unter Berücksichti­gung der informierten, selbstbestimmten Ent­scheidung der Frau); in der Altersgruppe von 50-75 Jahren: Teilnahme am Früherkennungsprogramm (Mammografie-Screening) und ergänzende Verfahren nach Nutzen-Risiko-Analyse erwägen 
USPJährlich (insbesondere bei hoher Brustdichte) erwägen 
Mamma-MRTSNur erwägen, wenn aufgrund einer Mammografie und Sonografie ein maligner Befund nicht ausreichend unwahrscheinlich ist. Für einen Einsatz der MRT als primäres Früherkennungs­verfahren in der intermediären Risikogruppe liegen keine ausreichenden Daten vor 
J3  Frauen mit stark erhöhtem Risiko/familiäre Hochrisiko-Situation

Die Betreuung der betroffenen Frauen sollte ausschließlich in spezialisierten, extern auditierten Zentren erfolgen
  Hohes Risiko definiert als:
(a) bekannte BRCA1/2 Mutation oder
(b) persönliches Erkrankungsrisiko von > 30% oder
(c) Heterozygotenrisiko > 20%
Intensivierte Überwachung im Alter von:
25 bis 70 Jahren bei Nachweis von BRCA 1/2 Mutation
30 bis 70 Jahren bei Nachweis anderer Gen-Mutationen (z. B. RAD51C, RAD51D, CHEK2, PALP2) bzw. 5 Jahre vor Erkrankungsalter der jüngsten Erkrankten
30 bis 50 Jahren bei fehlendem Mutationsnachweis von Risikogenen bzw. 5 Jahre vor Erkrankungsalter der jüngsten Erkrankten
 
Mamma-MRTPAlle 12 Monate 
USWJährlich in Verbindung mit der klinischen Tastuntersuchung. Nur erwägen, wenn aufgrund der Mamma-MRT ein maligner Befund nicht ausreichend unwahrscheinlich ist 
P
 
Bei Nachweis von BRCA ½ Mutation
Primärverfahren zwischen den MRT im Halbjahresintervall
 
MammografieWNur erwägen, wenn aufgrund der Mamma-MRT ein maligner Befund nicht aus­rei­chend unwahrscheinlich ist. Ab dem Alter von 40 Jahren alle zwei Jahre zu erwägen 
Symptomatische Frauen    
J4  Klinische Symptomatik bei Frauen unter 40 JahrenUSPIn jedem Fall indiziert 
Perkutane bildgestützte NadelbiopsieWIn Abh. vom klinischen Befund, US und individuell erhöhter Risikokonstellation 
MammografieWIn dieser Altersgruppe seltene Indikation. Nur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt 
Mamma-MRTWErwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt 
Digitale Brusttomosynthese (DBT)WIn dieser Altersgruppe seltene Indikation. Erwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, US und Mammografie ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt 
GalaktografieSBei pathologischer Sekretion (einseitig und spontan, oder auch zytologisch abklärungswürdig; nicht in Zusammenhang mit einer Entbindung) 
J5  Klinische Symptomatik bei Frauen über 40 JahrenMammografiePVerfahren der ersten Wahl 
USPVerfahren der ersten Wahl 
Mamma-MRTWErwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt 
Digitale Brust-tomosynthese (DBT)WErwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann 
Brust-CTSNur als Alternative erwägen bei typischen MRT-Kontraindikationen wie Implantaten (z. B. Schrittmacher, Cochlea-Implantat), vorliegender Gadolinium-Intoleranz oder Klaustrophobie 
Perkutane bildge­stützte NadelbiopsieWIn Abh. von klinischem Befund, Mammografie und US.
Die histologische Abklärung von Befunden soll durch Stanzbiopsie oder Vakuumbiopsie und in zu begründenden Ausnahmefällen durch offene Exzisionsbiopsie erfolgen.
Die Steuerung der Biopsie soll mit Hilfe jener Bildgebung erfolgen, die den Befund eindeutig darstellt.
Zur mammografischen oder MRT-gesteuerten Gewebegewinnung sollte die Vakuumbiopsie eingesetzt werden.
 
GalaktografieWBei pathologischer Sekretion (einseitig und spontan, oder auch zytologisch abklärungswürdig; nicht im Zusammenhang mit Entbindung/Stillphase).
Duktoskopie kann in erfahrenen Zentren erwogen werden
 
J6 Mastitis/V. a. M. PagetMammografiePGgf. Antibiotikatherapie bei Entzündung 
USPGgf. dermatologische Begutachtung 
Perkutane bildge­stützte Nadelbiopsie/ PunchbiopsieWIn Abh. von klinischem Befund, Mammografie und US und eventuellem Sekretabstrich 
J7  Mammaaugmentations­plastik mit Implantaten
(Aufbauplastik nach Mammakarzinom s. J11)
USPBeurteilung der Implantatoberfläche bzw. von Restparenchym 
MammografiePGgf. Spezialaufnahmen 
Mamma-MRTPBei Verdacht auf Implantatkomplikation 
SNur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein maligner Befund nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann und eine individuell erhöhte Risikokonstellation vorliegt 
J8  Prätherapeutisches lokoregionäres Staging (s. L31) (identisches Staging bei Männern)MammografiePIpsi- und kontralateral 
Mamma-USPIpsi- und kontralateral, inkl. Axilla-LK: Falls suspekt, insbesondere suspekte Cortexbreite Nadelbiopsie, sonografisch geführt 
NukPSLN-Darstellung (SLN-Biopsie) bei gesichertem Karzinom 
Mamma-MRTWBei nicht ausreichend sicherer Beurteilbarkeit durch klinische Untersuchung, Mam­mo­grafie, US und perkutane Biopsie und bei individuell erhöhter Risikokonstel­lation erwägen, insbesondere bei lobulärem Mammakarzinom 
KM-Mammografie (CEM)SBei Kontraindikationen für eine Mamma-MRT (z. B. Klaustrophobie – magnetische Metallimplantate) 
GK staging 
(identisches Staging bei Männern)
  
Bei Patientinnen mit Verdacht auf Fernmetastasen oder asymptomatischen Patientinnen mit höherem Metastasierungsrisiko (N+, > T2) und/oder aggressiver TU-Biologie (z. B. HER2+, triple-negativ); bei geplanter systemischer Chemo-/Antikörpertherapie
 
Rö ThoraxNPräoperative Situation: Kein ausreichender negativer Vorhersagewert im Fall eines notwendigen Stagings 
CT Thorax/ Abdomen
Becken
PVerfahren der ersten Wahl 
NukPGKS mit Tc-Phosphonaten Verfahren der ersten Wahl 
MRTWBei V. a. Knochenmarkskarzinose oder ZNS-Befall bei negativem CT-Befund oder bei CT-Kontraindikation 
PET-CTSMit FDG: Kann zur weiteren Klärung diskrepanter Befunde erwogen werden 
 Rezidivdiagnostik  Vorgehen wie unter J5/6 bzw. J9 
Nachsorge nach Mammakarzinom    
J9  Nach brusterhaltender TherapieMammografiePJährlich 
 USPJährlich, insbesondere bei dichtem Drüsenkörper 
Digitale Brusttomosynthese (DBT)WErwägen, wenn aufgrund klinischer Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv nicht auszuschließen ist 
Mamma-MRTW Vorgehen wie unter J5/6 
CEMSVorgehen wie unter J5/6 
NukNGKS keine Indikation in der Routine-Nachsorge 
J10  Nach AblatioCT/MRTNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
NukNGKS keine Indikation in der Routine-Nachsorge 
MammografiePJährlich kontralateral mit US 
USPBeurteilung der Thoraxwand und der kontralat. Brust 
Mamma-MRTWNur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv oder ein Zweitkarzinom nicht auszuschließen sind. 
J11  Nach Mammaaugmentation durch ImplantatUSPBeurteilung der Implantatoberfläche bzw. von Restparenchym 
MammografiePMammografie bds., ggf. Spezialaufnahmen der betroffenen Seite 
Mamma-MRTPBei Verdacht auf Implantatkomplikation 
 WNur erwägen, wenn aufgrund der klinischen Untersuchung, Mammografie und US ein Rezidiv nicht auszuschließen ist 
J12 Nachsorge nach Mastektomie beim MannMammografie / USPJährliche Bildgebung bei deutlich erhöhtem Risiko eines kontralateralen Karzinoms (Risikoerhöhung um Faktor 30) 

K. Trauma

K. Trauma

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.

Kopfverletzung allgemeine Vorbemerkungen:

Die Empfehlungen an dieser Stelle müssen erforderlichenfalls nach Konsultation eines neurochirurgischen Zentrums in Ihrer Region angepasst werden.

Die Kernfragen bei der Diagnose und Therapie von Kopfverletzungen sind:
Klinisch:
1. Liegen Anhaltspunkte für eine Hirnverletzung vor?
2. Liegen Anhaltspunkte für eine Schädelfraktur vor, und, wenn ja, sind Knochenfragmente in das Schädelinnere verlagert?
3. Sind andere Organsysteme/Körperregionen beteiligt?
Bei Verdacht auf Gefäßverletzungen sind spezielle Gefäßuntersuchungsverfahren erforderlich
(s. Abschnitte E und N).
Behandlung:
1. Ist eine Hospitalisierung des Patienten oder der Patientin zur Überwachung erforderlich?
2. Ist ein neurochirurgisches/neurologisches Konsil erforderlich?
Nuklearmedizin allgemeine Vorbemerkungen:

In bestimmten Situationen, in denen das Frakturalter nicht bekannt ist, kann die Indikation zu einer GKS bestehen, ebenso beim Polytrauma zum Nachweis bisher nicht bekannter Frakturen (S).
 

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
Kopf/Hirnschädel: geringes Risiko einer intrakraniellen Verletzung 
K1 
•  Voll orientiert
•  Keine Amnesie
•  Kein neurologisches Defizit
•  Keines der Kriterien aus K2
(bei Kindern s. M10)
Rö SchädelNDiese Patienten werden gewöhnlich nach Hause geschickt mit Anweisungen bezüglich ihrer Kopfverletzung an eine verantwortliche Person, auf Verhaltensauffälligkeiten zu achten 
CTWNur bei klinischer Verschlechterung (z. B. neurologische Symptomatik) 
Kopf/Hirnschädel: mittelhohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung 
K2 
•  Bewusstlosigkeit oder Amnesie
•  adäquates Trauma
•  Hämatom der Kopfhaut, Schwellung oder Lazeration bis auf den Knochen oder mit einer Größe von > 5 cm
•  Neurologische Symptomatik (einschl. Kopfschmerzen, zweimaligen oder häufigeren Erbrechens, erneut vorstellig)
•  Unzureichende Anamnese (Epilepsie/Alkohol/ Kind usw.)
Rö SchädelNEin fehlender Frakturnachweis schließt eine intrazerebrale Beteiligung nicht aus und ersetzt nicht ein CT ggf. zur Darstellung/Suche von FK. 
CTPAusschluss einer zerebralen Verletzung. 
Kopf/Hirnschädel: hohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung 
K3 
•  Verdacht auf FK oder den Schädel penetrierende Verletzung
•  Desorientiert oder Bewusstseinseintrübung
•  Fokale neurologische Symptomatik
•  Anfall
•  Nahtdehiszenz
•  ausgedehnte Schädelfraktur
•  Liquor zerebrospinalis aus der Nase oder Liquor zerebrospinalis/ Blut aus dem Ohr
•  Instabiler Allgemeinzu­stand, der eine Verle­gung in eine Spezial­abteilung erfordert
•  Zweifelhafte Diagnose
CTPVerfahren der ersten Wahl 
MRTW
Bei Hirnstammkontusion oder Scherverletzung. 
Inkl. blutungssensitive Sequenzen.
 
NukSBei V. a. okkulte oder intermittierende Liquorfistel 
Kopf/Hirnschädel: sehr hohes Risiko einer intrakraniellen Verletzung 
K4 
•  Wie K3 insbesondere, wenn Verschlechterung des Bewusstseins oder neurologische Symptome (z. B. Pupillenveränderungen)
•  Persistierende Verwirrung oder persistierendes Koma trotz Wiederbelebungsversuch
•  Spannung der Fontanelle oder Nahtsprengung
•  Offene oder penetrierende Verletzung
•  Biegungs- oder Impressionsfraktur
•  Schädelbasisfraktur
CT SchädelPIst die primär dringlichste Notfalluntersuchung nach kardiopulmonaler Stabilisierung ggf. im Rahmen einer GK-CT-Untersuchung (keine Verzögerung durch sonstige Bildgebung) 
Kopf/Gesichtsschädel  
K5  NasentraumaRö Nase seitlichPBeim isolierten Nasentrauma 
USSBei V. a. isolierte Nasenbeinfraktur, nur bei positivem Befund verwertbar 
CTWBei V. a. weitere Verletzungen zusätzlich zum Nasenbein oder falls Verdacht auf klinisch relevante Fraktur trotz negativem Schallbefund fortbesteht 
K6  Orbitatrauma: stumpfe VerletzungCTPBei V. a. Blow-out-Fraktur 
MRT OrbitaWbei unklarem CT-Befund 
K7  Orbitatrauma: 
penetrierende Verletzung, 
V. a. intraorbitalen FK
CTPMetalldichter FK, V. a. Fraktur 
USWNachweis von FK oder Hämatomen, aber nur bei positivem Befund verwertbar 
MRTWWeichteilverletzung (falls kein V. a. metallische FK besteht) 
Rö Orbita/NNHWZum Ausschluss Metall FK vor MRT oder nach FK-Extraktion zur Beurteilung von Residuen 
K8  MittelgesichtstraumaCTPV. a. Fraktur; immer als Spiral-Dünnschicht-CT mit der Möglichkeit isotroper Rekonstruktionen 
Rö GesichtsschädelWZ. B. postoperativ zur Implantat Kontrolle. 
MRTWBei V. a. Liquorfistel, komplexen WT-Verletzungen, Beteiligung Auge / Sehbahn 
K9  UnterkiefertraumaRö/ Orthopan-tomogramm (OPG)PV. a. Fraktur; postoperative Kontrolle 
CT/ CBCTPZur OP-Planung CT oder CBCT/digitale Volumentomografie 
Halswirbelsäule (HWS) 
K10  Bei bewusstseinsklarem Patienten mit V. a. isolierte knöch. Verletzung der HWSRö HWSPBei Patienten, auf die alle der folgenden Kriterien zutreffen: volles Bewusstsein, keine Vergiftung, keine Kopf- und/oder Gesichtsverletzung, kein auffälliger neurologischer Befund 
K11  Ausschluss HWS-Verletzung bei isolierter Kopfverletzung und BewusstlosigkeitCT HWSPErgänzend zum Schädel-CT zum Ausschluss knöcherne Verletzung 
Rö HWSPFalls CT nicht verfügbar 
US (FKDS)/MRTWBei V. a. traumatische Dissektion der Halsgefäße, ligamentäre Verletzung 
K12  Trauma: Schmerzen, ohne neurologisches DefizitRö HWSPVerfahren der ersten Wahl 
US/MRTWBei V. a. Dissektion der Halsgefäße, diskoligamentäre Verletzung 
CTWRö unklarer Befund, bzw. occipito-cervikaler oder cerviko-thorakaler Übergang nicht sicher abgebildet 
K13  Trauma: Vorliegen eines neurologischen DefizitsCTPAusschluss/Nachweis einer Fraktur 
MRTWAusschluss von Verletzungen des Myelons, der Halsgefäße, der Knochen oder der diskoligamentären Strukturen 
USWBei V. a. Dissektion der Halsgefäße 
Myelo-CTWBei Kontraindikation für MRT 
Brust- und Lendenwirbelsäule 
K14  Trauma: keine Schmerzen, ohne neurologisches DefizitNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
K15  Trauma: Schmerzen ohne neurologisches DefizitPGezieltes Rö der schmerzhaften Region 
CTWV. a. WK-Fraktur. Zur Therapieplanung 
MRTWBei V. a. auf begleitende Weichteilverletzungen, bei jungen Patienten, Bestimmung Frakturalter 
K16  Trauma mit Schmerzen und neurologischem DefizitCTPAusschluss/Nachweis einer Fraktur 
PWenn CT nicht verfügbar 
MRTWAusschluss von Verletzungen des Myelons, der Knochen oder der diskoligamentären Strukturen 
Myelo-CTSBei Kontraindikation zur MRT 
Becken und Kreuzbein 
K17  Zustand nach SturzRö Becken und HüftePV. a. Fraktur 
CTWBei negativem Rö-Befund und persistierenden Beschwerden oder zur Planung von operativen Eingriffen 
MRTWZum Ausschluss okkulter Frakturen bei negativem CT-Befund oder Weichteilverletzungen 
K18  Urethralblutung und 
Beckenverletzung
Rö BeckenPVerfahren der ersten Wahl 
CTPAusschluss Blasenruptur, ggf. Urethraverletzung 
Retrogrades UrethrogrammWAusschluss Urethraverletzung (Männer) 
K19  Trauma des Os coccygis oder CoccygodynieRö Os coccygisWIn Abh. von der klinischen Symptomatik. Meist keine therapeutische Konsequenz 
MRTWNur bei persistierenden Beschwerden 
Obere Extremität 
K20  Schulterverletzung (s. D15a)Rö SchulterPVerfahren der ersten Wahl 
USPV. a. Weichteilverletzung (z. B. Rotatorenmanschette) 
CT der SchulterWBei unklarem knöchernem Befund, Verletzungsfolgen nach Luxation, komplexer Fraktur präoperativ 
MRTWAusschluss okkulte Fraktur/Weichteilverletzung, Verletzungen an Rotatorenmanschette, Labrum, Gelenkkapsel und langer Bizepssehne. Bei unauffälligem Rö bzw. US und persistierenden Beschwerden 
K21 Frakturen langer RöhrenknochenPVerfahren der ersten Wahl 
USSKann ergänzend eingesetzt werden 
K22  EllbogenverletzungRö EllbogenPVerfahren der ersten Wahl 
USPAusschluss Gelenkerguss, Kollateralband- oder Weichteilverletzung. Ein Gelenkerguss bei negativem Röntgen ist eine Indikation zur weiterführenden Diagnostik bzw. Stabiltitätsdiagnostik 
CT/DVTWAusschluss Fraktur bei Gelenkerguss. Therapieplanung bei komplexen Frakturen 
MRTWAusschluss okkulte Fraktur, Weichteilverletzung 
K23  Hand- und Handgelenks-verletzung (Bei Kindern s. M21)Rö Hand, Handgelenk und distaler UnterarmPVerfahren der ersten Wahl 
MRTWBei V. a. okkulte Handwurzelknochen-Fraktur, ggf. auch als Arthro-MRT: ligamentäre Verletzung 
CT/DVTWGenaue Beurteilung auch kleiner knöcherner Veränderungen der Handwurzelknochen. Arthro-CT: ligamentäre Verletzung (Alternative zur Arthro-MRT) 
USSNachweis Handgelenk-Erguss, Scaphoid-Fraktur 
Untere Extremität 
K24 KnieverletzungRö KniePVerfahren der ersten Wahl 
USPGelenkerguss, Seitenbandverletzung 
CT/DVTWBei V. a. komplexe Frakturen zur Klassifikation und zur Therapieplanung 
MRTWBei V. a. okkulte Fraktur. Abklärung eines Kniebinnentraumas 
K25 Frakturen langer RöhrenknochenPVerfahren der ersten Wahl 
USSKann ergänzend eingesetzt werden 
K26 KnöchelverletzungRö Oberes SprunggelenkPVerfahren der ersten Wahl 
USPGelenkerguss, vordere Syndesmose, Stabilität, ggf. Bandapparat 
MRTWBei V. a. Bandverletzung, osteochondrale Fraktur 
K27 FußverletzungRö FußPVerfahren der ersten Wahl 
CT/DVTWZur Therapieplanung bei Talus-, Calkaneus- oder Fußwurzelfrakturen 
MRTWBeurteilung nicht knöcherner Verletzungen 
K28 Ermüdungsbruch am VorfußPVerfahren der ersten Wahl 
MRTWZum Nachweis bei negativem Rö und zur Klärung differenzialdiagnostischer Fragen 
USSWeichteilbeurteilung 
NukSGKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. okkulte Fraktur bei unklarem MRT 
Fremdkörper (FK) 
K29  Weichteilverletzung: FK (Metall, Glas, Farben)PAlle Arten von Metall, Glas und einige Farben und Kunststoffe sind röntgendicht 
USPUS ist heute eine wesentliche Ergänzung zum Rö (Anzahl, Ausmaß, Lokalisation) 
K30 Weichteilverletzung: FK (Kunststoff, Holz)NDiese FK sind nicht röntgendicht 
USPVerfahren der ersten Wahl 
MRTWIn Ausnahmefällen bei nicht konklusivem US 
Thorax und Abdomen 
K31  Leichtes Thoraxtrauma 
V. a. Rippenfraktur
USPBei gut lokalisierten Schmerzen zum Nachweis von Thoraxwandprozessen, Pneumothorax und Rippenfrakturen 
Rö ThoraxPBei V. a. Rippenfraktur und Ausschluss Pneumothorax 
K32  Isoliertes mittelschweres bis schweres ThoraxtraumaRö ThoraxP(Sero-)Pneumothorax, Lungenkontusion 
USP(Sero-)Pneumothorax, Frakturen 
CT ThoraxPAlternativ als Basisuntersuchung zur Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung 
CTAWBei V. a. Aortenverletzung (möglichst mit EKG-Gating, zur Vermeidung von Artefakten durch Doppelkonturen) 
TTE/TEEWHerzbeteiligung 
K33  Perforierende Verletzung z. B. StichverletzungRö ThoraxP(Sero-) Pneumothorax, Lungenkontusion 
USPBei V. a. Flüssigkeit in der Perikard- oder Pleurahöhle, Pneumothorax, transdiaphragmale Verletzungen 
CTPBeurteilung des Ausmaßes der Organverletzung; bei Schussverletzungen ist CT primär indiziert 
DSASinterventionelle (endovaskuläre) Therapie 
K34  BrustbeinfrakturUSPSensitives Verfahren 
CTWBei unklaren Rö- und US-Befunden und V. a. auf weitere thorakale Verletzungen (möglichst mit EKG-Gating, zur Vermeidung von Artefakten durch Doppelkonturen) 
Rö Sternum seitl.SNur wenn CT nicht verfügbar. 
K35  Abdomen (einschl. der Nieren); offene oder perforierende Verletzung oder StichverletzungenCTPSensitivste Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Organverletzung 
USPE-FAST (extended focused assessment with sonography for trauma): Nachweis freier Flüssigkeit als Hinweis auf Organverletzung 
DSASInterventionelle (endovask.) Therapie bei Gefäßverletzung 
K36 NierentraumaCTPSensitivste Untersuchungsmethode 
USPFalls verfügbar US mit USKM, negativer nativer US schließt eine Nierenverletzung nicht aus 
NukSNierenfunktion nach Nierenruptur 
DSASBei Intervention 
Schweres Trauma 
K37  Polytrauma –
Patient nicht ansprechbar
GK-CT (kraniale CT (CCT), CT-Hals, Thorax, Abdomen, Becken)PBei Vorhandensein eines geeigneten Multidetektor-CT-Gerätes mit i. v. KM; Cave: CCT vor KM-Gabe 
CCTPAusschluss isolierter zerebraler Verletzungen 
US Abdomen und
US Pericard/ Pleura
PeFAST-Protokoll, Ausschluss freie Flüssigkeit und grobe Organverletzung 
Rö Thorax/Becken/ HWSNIm Rahmen der Abklärung mit GK-CT nicht mehr indiziert. Nur wenn CT nicht verfügbar. 

L. Onkologie

L. Onkologie

Auf viele Malignome wurde bereits in den Abschnitten zu den einzelnen Organkapiteln auf das Kapitel L Onkologie verwiesen. In diesem Abschnitt wird die Anwendung bildgebender Verfahren bei der Diagnose, dem Staging und der VK häufiger TU dargestellt. Pädiatrische TU werden in der Orientierungshilfe nicht speziell berücksichtigt, da deren diagnostisch-therapeutische Strategien durch Studienzentralen vorgegeben sind.

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
L1     Primärer Hirntumor oder Metastasen (Diagnostik, Therapie­kontrolle und Nachsorge)   
 MRTPMit KM, Sensitiver als CT 
CTWMit KM, bei symptomatischen Patienten und bei Kontraindikation für MRT 
NukWAminosäure SPECT: Therapieplanung, Rezidivdiagnostik 
PET-CTWBessere Auflösung als SPECT. Beim Meningeom SSTR PET-CT 
L2     Parotis    
  Diagnose
USPZum Nachweis einer RF, insbesondere bei oberflächlich gelegenen Läsionen. Cave: In der Tiefe gelegene Prozesse können übersehen werden. 
MRTPMit KM bei V. a. TU, insbesondere bei tiefen Parotisläsionen; bei V. a. TU und TU-Staging, Dignitätseinschätzung, OP-Planung 
CTWMit KM, bei Kontraindikation für MRT 
Staging
PET-CT mit FDG: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie vor LK-Dissektion 
 Nachsorge
US HalsPLokalrezidiv und LK-Metastasen 
MRT HalsPLokalrezidiv und LK-Metastasen 
CT HalsWWenn MRT nicht möglich 
CT Thorax/ OberbauchPStaging bei Karzinom 
PET-CTWResponse-Evaluation bei inoperablen TU oder nach neoadjuvanter Therapie 
NukWSpeicheldrüsen-Szintigrafie: z. A. erhaltene Speicheldrüsenfunktion 
L3     Pharynx    
         Diagnose
Bildgebende VerfahrenNNur in Ergänzung zur klinischen Diagnose inkl. Endoskopie u. Histologie 
Staging
US HalsPLK-Staging 
CT/MRT HalsP
TU und LK Staging; für suprahyoidale TU-Lokalisationen wird die MRT, für infrahyoidale TU-Lokalisationen die CT empfohlen; bei kindlichen TU MRT. 
CT ansonsten bei Kontraindikation für MRT
 
CT Thorax/ mit OberbauchPStaging vor Karzinomtherapie       
PET-CTPMit FDG: Bei unbekanntem Primärtumor (CUP), Staging bezüglich LK- und Fernmetastasen. Response-Evaluation: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie und vor LK-Dissektion 
                                NachsorgeUS HalsPZum Ausschluss von LK-Metastasen 
MRT/CT HalsPBei V. a. Lokalrezidiv und LK-Metastasen 
Thorax/ mit OberbauchWBei V. a. Fernmetastasierung 
L4     Larynx    
Diagnose
Bildgebende VerfahrenNNur in Ergänzung zur klinischen Diagnose inkl. Endoskopie u. Histologie 
         Staging
US HalsPLK-Staging 
CT/MRT HalsPTU und LK-Staging 
PET-CTPMit FDG: Staging bezüglich LK- und Fernmetastasen. Response-Evaluation: Nachweis/Ausschluss von LK-Metastasen nach Chemotherapie vor LK-Dissektion 
CT Thorax/ AbdomenWBei V. a. Fernmetastasierung 
Nachsorge
US HalsPNachweis von LK-Metastasen 
MRT/CT HalsPLokalrezidiv und LK-Metastasen 
PET-CTPMit FDG: bei V. a. Rezidiv 
CT Thorax/ AbdomenWBei V. a. Fernmetastasierung 
L5     Schilddrüse (SD)    
         Diagnose
USPDiagnose einer Struma und von Knoten, Einschätzung des Verdachts auf ein SD-Karzinom (z. B. anhand der TI-RADS-Kriterien), sonografisch gezielte Biopsie 
99mTc-SzintigraphiePNachweis hypofunktioneller („kalter“) Knoten bzw. hyperfunktioneller („warmer“) Knoten 
NukWMIBI-SPECT: Bei szintigrafisch kaltem Knoten und unklarer oder fehlender Zytologie 
Rö TracheaWTrachealverlagerung, besonders präoperativ 
 Staging
Rö ThoraxNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPLokale Ausbreitung, LK, Lebermetastasen 
NukPIod-131-GKS: Im Rahmen der Radioiodtherapie 
PET-CTPMit FDG: bei V. a. ent- oder schlecht differenzierten TU. Mit F-DOPA oder 68Ga-Somatostatinanaloga: Bei medullärem SD-Karzinom 
WBei fehlender Iodspeicherung 
MRTWLokale TU-Ausbreitung 
CTWLokale TU-Ausbreitung und Lungenmetastasen bei lokal fortgeschrittenem TU. (I. d. R. erst nach OP und ablativer Radioiodtherapie. Cave: KM! (Rücksprache mit Nuk erforderlich: Keine iodhaltigen KM vor Radioiodtherapie!)) 
Postoperativ 
Radioiodtherapie
NukPMit Iod-131: Zur Theranostik 
Nachsorge
US Hals/ AbdomenPLokal- und LK-Rezidive, Metastasen im Bauchraum 
NukPMit Iod-131: bei auffälligen TU-Markern oder V. a. Rezidiv 
PET-CTPMit FDG: bei auffälligen TU-Markern oder V. a. Rezidiv und bei fehlender Radio­iodspeicherung 
 WMit F-DOPA oder 68Ga-Somatostatinanaloga: Bei medullärem SD-Karzinom und auffälligen TU-Markern vor geplanter operativer Therapie 
CTWBei V. a. Metastasen im Mediastinum. Cave: Iodhaltige KM vor Radioiodtherapie kontraindiziert 
L6     Lunge      
Früherkennung
Low-Dose CT ThoraxPZulässig durch Rechtsverordnung. 
 Diagnose
Rö Thorax, zwei EbenenPErstes bildgebendes Verfahren zur Abklärung unklarer thorakaler Symptome 
CT ThoraxPMöglichst mit KM, Verfahren der Wahl zum Staging 
PET-CTWMit FDG: Zur DD solitärer unklarer Lungenrundherd 
Staging
CT Thorax/ AbdomenPNachweis von Metastasen in Mediastinum, Lunge, Leber und NN, ggf. ergänzt durch Abdomen-CT bei V. a. Metastasen im übrigen Abdomen, der LWS und im Becken 
US Abdomen/ HalsPHalslymphknoten- oder Lebermetastasen 
MRT SchädelPBei kurativer Intention zum Ausschluss von Hirnmetastasen und standardmäßig bei kleinzelligem Lungenkarzinom.
MRT ist im Nachweis von Hirnmetastasen deutlich sensitiver als CT
 
PET-CTPMit FDG: LK- und Fernmetastasen, falls zum Staging präoperativ erforderlich 
MRTWBei V. a. Knochenmetastasen, Beurteilung der Leber bei unklarem US oder CT-Befund 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. Skelettmetastasen, falls kein PET-CT erfolgt 
Nachsorge
Rö ThoraxNZu geringe Sensitivität zum Nachweis von Lungenmetastasen, Rezidiven oder Zweittumoren 
US Abdomen/ Hals/Supra-klavikularregionPMetastasen im Oberbauch oder in supraklavikulären LK 
CT ThoraxPAusschluss thorakales Rezidiv, bei bekannter TU-Persistenz zum Therapiemonitoring.
Abdomen: Ausschluss abdomineller Metastasen, ggf. zum Therapiemonitoring
 
MRT SchädelPAusschluss Hirnmetastasen 
MRT WSWAusschluss Metastasen der WS 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei V. a. Skelettmetastasen. 
PET-CTWFDG bei V. a. Rezidiv: LK- und Fernmetastasen 
L7   Mediastinaltumor (Primär­tumor, LK-Metastase, LK-Neo­plasie, Pseudotumor)    
 Diagnose  
Rö ThoraxPBasisuntersuchung 
CTPAnatomische Zuordnung, Erfassung der Ausdehnung, ggf. Biopsieplanung 
MRTWBei Kontraindikation für MRT 
USSTranskutane, transbronchiale oder transösophageale Sonografie zum Staging und zur ultraschallgeführten Biopsie 
NukWSD-Szintigrafie bei Verdacht auf retrosternale Struma 
PET-CTWAbhängig von TU-Histologie: Staging, Therapiekontrolle, 
L8     Ösophagus                         
Diagnose
Endoskopie/ endoskopischer USPEndoskopie inkl. transösophagealem US zur Detektion 
ÖsophagogrammWBei Dysphagie vor der Endoskopie und zur Höhenlokalisation 
         Staging
CT Thorax/ AbdomenPBeurteilung Lokalbefund und Metastasierung inkl. Lebermetastasierung und retroperitoneale LK-Metastasen 
US Hals/ AbdomenPLK-Staging, Nachweis von Lebermetastasen 
Transösophagealer USWIntra- und transmurale Ausdehnung, T-Staging insbesondere vor neoadjuvanter Therapie 
PET-CTWMit FDG: V. a. LK- u. Fernmetastasen, Planung der Zielvolumina Radiatio 
Nachsorge
CT Thorax/ AbdomenPNachweis von Lokalrezidiven, Fernmetastasen oder zum Therapiemonitoring nach Radiochemotherapie oder OP 
US Hals/ AbdomenWIn späteren Kontrollen nach Vollremission zum Nachweis von Metastasen in Hals-LK, Leber und Retroperitoneum 
WKM-Schluck/Passage nach OP zum Ausschluss einer Anastomoseninsuffizienz. Cave: Keine bariumhaltigen KM bei V. a. Anastomoseninsuffizienz 
PET-CTWMit FDG: Bei V. a. Lokalrezidiv, LK- u. Fernmetastasen 
L9     Magenkarzinom    
         Diagnose
EndoskopiePPrimäres Verfahren zum Nachweis und zur histologischen Sicherung 
SMDP: Nur in Ausnahmefällen, z. B. falls Gastroskopie nicht möglich oder submuköser TU vermutet 
Staging
US AbdomenPNachweis von Leber- und LK-Metastasen oder Aszites 
CT Thorax/ AbdomenPStaging Thorax/Abdomen 
USWAls Endosonografie: Infiltrationstiefe, perigastrische LK, Beurteilung der Response nach neoadjuvanter TU-Therapie 
Nachsorge
PSchluck mit wasserlöslichem KM zur Überprüfung der Anastomose vor Wiederaufnahme der enteralen Ernährung 
CTPNachweis von Lokalrezidiven, Fernmetastasen oder Therapiemonitoring nach kurativer OP oder palliativer Chemotherapie 
US Hals/ AbdomenWIn späteren Kontrollen nach Vollremission zum Ausschluss von Metastasen in Hals-LK, Leber und Retroperitoneum 
PET-CTWMit FDG: Bei V. a. Rezidiv oder Metastasen von nicht-schleimbildenden TU 
L10   Leber: Primäre Lebertumoren    
         Diagnose
US AbdomenPBasisdiagnostik, ggf. mit US-KM und ggf. mit Biopsie. Nachweis von extrahepatischen Metastasen im Abdomen und von Aszites 
CT LeberPBiphasisch mit KM, ggf. mit Biopsie 
MRTPBei Zirrhose bevorzugt MRT, bei DD FNH oder Adenom mittels leberspez. KM 
NukSHepatobiläre Funktionsszintigrafie: bei nicht konklusiver CT/MRT (s. G23), bei DD FNH oder Adenom oder Blutpool-Szintigrafie bei V. a. Hämangiom 
 Staging
CT Leber/ AbdomenPPrätherapeutisch zum TU/Nodus/Metastase (TNM)-Staging, bei Aszites oder eingeschränkter Respiration 
MRTPBevorzugt zum lokalen insbesondere bei Zirrhose, bei V. a. Cholangiozellulärem Karzinom (CCC) inkl. MRCP 
CT ThoraxWBei geplanter kurativer OP, Lebertransplantation oder selektive interne Radiotherapie (SIRT) zum Ausschluss von intrathorakalen Metastasen 
NukW99mTc-Makroalbuminaggregat (MAA) vor SIRT zur Charakterisierung von Gefäß­shunts 
Nachsorge
US AbdomenPNachweis von Rezidiven in Restleber und in LK, ggf. mit KM 
MRT AbdomenPBeurteilung Lokalbefund und Therapiemonitoring der Leber bevorzugt MRT, bei CCC inkl. MRCP. Ausschluss extrahepatischer Metastasen im übrigen Bauchraum 
CT Abdomen  P  Bei erschwertem sonografischem Zugang, Aszites oder eingeschränkter Respiration und Staging des Abdomens 
L11   Leber: Metastasen    
         Diagnose
US LeberPPrimärverfahren zum Nachweis von Lebermetastasen, aufgrund begrenzter Sensivität aber kein sicherer Ausschluss möglich. Ggf. US zur Steuerung einer Biopsie 
US Leber mit KMWHöhere Sensitivität und bessere Unterscheidung von benignen Herden als mit Nativ-US 
CT LeberPBei nicht konklusivem US, insbesondere bei hohem Metastasierungsrisiko oder wenn für Therapieentscheidungen ein zuverlässiger Ausschluss von Metastasen erforderlich ist 
MRT LeberPVor geplanter Metastasenresektion mit leberspez. KM 
PET-CTWMit FDG: Zur Artdiagnose und zum Nachweis eines extrahepatischen Primärtumors. Bei NET vorzugsweise mit Somatostatinanaloga 
Staging
PET-CTWMit FDG: Vor Metastasenchirurgie zur lokalen Rezidivdiagnostik und zum Ausschluss extrahepatischer Metastasen 
NukSEvaluation vor SIRT mit Tc-Kolloid zur Bestimmung des verbleibenden, funktionierenden Lebergewebes 
Nachsorge
US Hals/AbdomenPAusschluss einer intrahepatischen Progression oder neuer extrahepatischer LK-Metastasen sowie von Aszites. Bei bekannten Metastasen zum Therapiemonitoring 
CTWBei erschwertem sonografischem Zugang und bei Anwendungen standardisierter Responsekriterien (z. B. RECIST) 
L12   Pankreas    
Diagnose
CTPVerfahren der ersten Wahl, mit spätarterieller und portalvenöser Phase 
MRTPMit MRCP zur Gangbeurteilung 
US AbdomenWCave: US allein reicht nicht zum Ausschluss eines Pankreaskarzinoms aus 
Endoskopischer USWBei kleinen Befunden. Möglichkeit der endosonografisch geführten Biopsie (s. G29) 
PET-CTSMit FDG: Zur DD chronische Pankreatitis/TU 
 Staging
CT Thorax/ AbdomenPMöglichst mit CTA und Mehrphasentechnik 
MRT LeberWGgf. mit spezifischen KM zum Ausschluss von Lebermetastasen vor kurativer OP 
PET-CTWMit FDG: Bei V. a. Fernmetastasen, insbesondere vor kurativer OP 
Nachsorge
US AbdomenPVerfahren der ersten Wahl 
CT Thorax/ AbdomenPNach kurativer Therapie sowie zur VK makroskopischer Residuen nach Chemotherapie 
L13   Kolon    
 EndoskopiePVerfahren der ersten Wahl 
NDurch virtuelle CT/MRT Bildgebung ersetzt 
CT/MRWCT-/MR-Kolonografie: Bei unvollständiger Koloskopie und bei Kontraindikation einer Koloskopie 
PET-CTWMit FDG: Bei V. a. Lokalrezidiv, Restaging vor Metastasenchirurgie,
Rezidivdiagnostik bei unklarem TU-Markeranstieg, Therapiekontrolle
 
L14   Rektum    
Diagnose
EndoskopiePVerfahren der Wahl, ergänzend zur klinischen Untersuchung 
NLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
Staging
Endoskopischer USPBei Verdacht auf niedriges TU-Stadium 
MRTPHochauflösende MRT des kleinen Beckens zur Therapiestratifizierung 
CT AbdomenWTU-Ausbreitung vor Therapie lokal fortgeschrittener TU, ggf. RECIST-Beurteilung metastasierter TU 
PET-CTWMit FDG: Staging vor Metastasenchirurgie 
L15    Nebenniere (s. H7)           
Diagnose
USNAußer bei benignen Befunden (S. H7) 
CTPIn Abhängigkeit von Kontraindikationen und Ausstattung 
MRTPIn Abhängigkeit von Kontraindikationen und Ausstattung 
Staging
NukSSpez. Tracer für NN-Mark oder -Rinde; Untersuchungsdauer bis 1 Woche! Hormonale Aktivität, ektope TU-Lokalisation 
Nachsorge
PET-CTSMit FDG: Bei V. a. eine NN-Metastase im Rahmen des Stagings (Frage: weitere Metastasen? Primärtumor? Bei unklarem CT oder MRT) 
L16     Nieren (s.H8)    
Diagnose 
USPTU-Nachweis, DD zystische/solide RF 
CTPBei sonografisch unklarem oder suspektem Befund, in Abhängigkeit von Kontraindikationen 
MRTPBei sonografisch unklarem oder suspektem Befund, in Abhängigkeit von Kontraindikationen 
 Staging
CT Abdomen  P  Bestimmung des lokalen Ausmaßes und einer Beteiligung der Venen, LK, Harnleiter und der kontralateralen Niere usw., in Abhängigkeit von Kontraindikationen 
MRT AbdomenPBestimmung des lokalen Ausmaßes und einer Beteiligung der Venen, LK, Harnleiter und der kontralateralen Niere usw., in Abhängigkeit von Kontraindikationen 
Rö ThoraxNErsetzt durch Thorax-CT 
CT ThoraxPErgänzend zum Abdomenstaging zum Nachweis von Lungenmetastasen, wenn Primärtumor größer 3 cm ist 
Nuk  W  GKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von Skelettmetastasen Nierenszintigrafie mit Tc-MAG-3: Funktion der kontralateralen Niere vor OP 
PET-CTSBei unklarem Befund der primären Bildgebung. 
DSASNur bei prä­ope­ra­tiver/palliativer Embolisation 
Nachsorge
US AbdomenPLeber- und LK-Metastasen, kontralaterale Niere 
CT Thorax/ AbdomenPFrequenz in Abhängigkeit vom Rezidivrisiko Bei Symptomen oder Befunden, die auf ein Rezidiv im Nephrektomiebett hinweisen. 
L17 Blase, Nierenbecken/Ureter    
Diagnose 
ZystoskopiePVerfahren der ersten Wahl zur Diagnose und ggf. Biopsie 
CTPTU-Nachweis und Ausdehnung CT des Beckens, des Abdomens und der ableitenden Harnwege in Abhängigkeit der TU-Ausdehnung und des Gradings, gegebenenfalls mit CT Thorax 
MRTPBei Kontraindikation zur CT 
USWBeurteilung der Blasenwand in Ergänzung zur Zystoskopie 
 Staging
CT Abdomen/ BeckenPEinschließlich CT-Urografie zur Beurteilung der Nieren und der Harnleiter zum Ausschluss weiterer urothelialer TU (Multifokalität häufig). 
MRT Abdomen/ BeckenPBei Planung eines radikalen Eingriffs stellt die MRT meist das Verfahren mit der höheren Sensitivität im kleinen Becken dar. 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten: Nachweis von Skelettmetastasen 
Retrograde UrografieSBei V. a. Beteiligung der Ureteren 
Nachsorge
US Abdomen/BeckenPAusschluss von Metastasen in Leber, LK und im kleinen Becken sowie nach blasenerhaltenden Eingriffen in der Blasenwand 
CT Abdomen/BeckenPEinschließlich CT-Urografie. Nachweis von metachronen Harnleiter- und Nierenbeckentumoren. 
MRT Abdomen/BeckenWBei Kontraindikation zur CT 
PET-CTSMit FDG: V. a. Fernmetastasen 
L18   Prostata (s. H12)    
Diagnose
TRUSPSensitivität und Spezifität für Prostatakarzinome begrenzt; Einsatz v. a. zur Führung einer Biopsie 
MRTPMultiparametrische MRT der Prostata zur Biopsie- und Therapieplanung 
Staging  
MRTBeckenPMRT sensitiver als CT im lokalen Staging. Beim Nachweis einer Beteiligung des Beckens wird das Staging im übrigen Abdomen ergänzt. 
PET-CTPMit PSMA-Liganden: Im Rahmen des Stagings bei High-risk TU (Glason 7b oder cT3 oder cT4 oder PSA >= 20 ng/ml) 
CT BeckenPBei Kontraindikation zur MRT 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten: Bei erhöhtem PSA   und high-risk TU 
Nachsorge
MRT AbdomenWBei PSA-Anstieg zum Nachweis von Lokalrezidiven und LK-Metastasen 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei PSA-Anstieg zum Nachweis von Skelettmetastasen, und vor Radionuklidtherapie (Ra-223) 
PET-CTWMit PSMA-Liganden: Lokalrezidiv, LK- und Fernmetastasen ab PSA-Anstieg auf mehr als 0,2 ng/ml nachweisbar post-Op bzw. > 2,0 ng/ml über Nadir nach definitiver Strahlentherapie) 
L19   Hoden    
Diagnose
USPObligat bei jedem auffälligen Tastbefund. 
Verifikation des Tastbefundes, Zuordnung zu Hoden oder Nebenhoden, Ausschluss von suspekten Herdbefunden im kontralateralen Hoden
 
MRTWBei unklarem US-Befund vor eventueller OP 
Staging
US AbdomenPMetastasen in Leber und im Retroperitoneum 
CT Thorax/ Abdomen/BeckenPNachweis von Metastasen in Thorax, Retroperitoneum, Becken und Leber 
PET-CTSStaging mit FDG: LK- und Fernmetastasen 
Nachsorge
MRT AbdomenPBevorzugt aufgrund des meist jugendlichen Alters 
CT/US AbdomenPBei Kontraindikation für MRT 
Rö/CT ThoraxPLow-Dose CT sensitiver und spezifischer als Rö Thorax zum Ausschluss von Lungenmetastasen 
PET-CTWMit FDG: Residualbefund > 3 cm bei neg. TU-Marker, bei klinischem Verdacht auf LK- oder Fernmetastasen oder unklarem TU-Markeranstieg 
L20   Ovar    
Diagnose
USPNachweis des Primärtumors, abdominal, auch transvaginal und mit Doppler 
MRT BeckenWBei unklarer Sonografie MRT für die DD von RF geeignet 
 Staging
CT Thorax/AbdomenPAbdominelle und peritoneale, ggf. intrathorakale TU-Ausbreitung 
CT/MRT/US AbdomenWDas primäre Staging erfolgt durch Laparoskopie; zusätzlich häufig CT, MRT oder US notwendig 
MRT AbdomenWBei Kontraindikation zur KM-CT 
PET-CTWFDG: Frage nach Peritonealkarzinose 
Nachsorge
US AbdomenPLeber- oder LK-Metastasen, Aszites 
CT Abdomen ggf. ThoraxWMetastasen in Abdomen und Thorax. Bei TU-Persistenz zum Therapiemonitoring Bei V. a. Rezidiv im US 
MRTWBei Kontraindikation zu KM-CT Leber-Metastasen 
PET-CTWMit FDG: bei V. a. Rezidiv, Suche nach LK- und Fernmetastasen 
L21   Zervix                    
Diagnose
Bildgebende VerfahrenNDie Diagnose erfolgt klinisch, zytologisch, histologisch 
 Staging
MRT BeckenPDie MRT liefert einen Nachweis des TU und der lokalen Ausbreitung (Infiltration der Parametrien, Befall regionärer LK, Strikturen der Ureteren 
‍Nachsorge/Rezidiv
US/MRT Becken   P   US: abdominal, auch transvaginal und mit Doppler  
CT/MRT AbdomenWMRT Becken: Methode der Wahl nach fertilitätserhaltender Trachelektomie 
Leber- oder LK-Metastasen und bei V. a. Rezidiv
 
PET-CTWMit FDG zur rezidiv- und Metastasendetektion 
L22   Uterus (Endometriumkarzinom)    
Diagnose
USPNachweis des Primärtumors, bevorzugt transvaginal und mit Doppler, mit nachfolgender histologischer Sicherung 
 Staging
MRT BeckenPTU-Nachweis, myometriale Infiltrationstiefe und lokale Ausbreitung 
CTWJe nach TU-Stadium zum Staging von Abdomen und Thorax, Leber-, LK- und Fernmetastasen 
MRT AbdomenWAlternativ zum CT 
NukSSLN-Markierung vor OP 
PET-CTSMit FDG: Für Staging, Bestrahlungsplanung 
Nachsorge
US abdominal und transvaginalPLeber-, LK- und Fernmetastasen, Lokalbefund 
MRT/CT AbdomenWBei klinischem Verdacht auf Metastasen oder hohem Metastasierungsrisiko. Bei nicht konklusivem US im Abdomen, zur Nachsorge des Lokalbefundes bei fortgeschrittenen TU 
Rezidiv
MRTPMRT liefert bessere Informationen bei TU im Beckenraum. 
CTWBei MRT Kontraindikation, Steuerung Biopsie 
PET-CTWMit FDG: Bei V. a. Fernmetastasen, Rezidiv 
L23   Malignes Lymphom    
Diagnose
USPBei allen sonografisch zugänglichen LK 
CTPCT je nach klinischem Befund.
Zur Planung einer möglichen Biopsie im Abdomen oder Thorax
 
PET-CTWMit FDG: Differentialdiagnose suspekter Herd oder Festlegung Biopsie Ort  
Staging
CT Thorax/ Abdomen, ggf. zusätzlich HalsPBeurteilung der LK-Regionen und extranodaler Manifestationen 
MRT SchädelPZum Ausschluss ZNS-Befall 
PET-CTPMit FDG: primäres Staging beim Hodgkin-Lymphom und hochmalignen Non-Hodgkin Lymphomen (NHL) inkl. Knochenmarkbefall 
Nachsorge
USPBei allen sonografisch zugänglichen LK 
CT Thorax/ Abdo­men, ggf. zusätzlich HalsPSofern keine Indikation für PET-CT, oder aufgrund des Alters eine Indikation zum MRT besteht 
PET-CTWMit FDG: während und nach Abschluss der Chemotherapie beim Hodgkin-Lymphom und hochmalignen NHL zur Response-Evaluation und Rezidivdiagnostik 
NukSGKS mit Tc-Phosphonaten bei unauffälligem FDG-PET heute obsolet und nur indiziert, falls keine FDG-PET-CT vorliegt und V. a. Skelettbefall besteht 
L24   Multiples Myelom (MM) und Vorläuferstadien    
Diagnose und Staging
NSkelettstatus („Pariser Schema“): nicht mehr indiziert 
CTPNatives Low Dose GK-CT. 
MRTPNachweis eines nicht osteodestruktiven Befalls insbesondere in der Spongiosa 
PET-CTWMit FDG: Bei symptomatischem MM zum Nachweis eines herdförmigen Befalls. Eingeschränkte Sensitivität bei rein diffusen Befallsmustern. CT-Komponente mit ausreichend hoher Dosis durchführen, um die Beurteilung des Knochens zu gestatten und eine zusätzliche GK-CT einzusparen, sofern diese vorgesehen ist. 
Verlauf
CTPNatives Low-Dose GK-CT: Bei symptomatischem MM 
WNatives Low-Dose GK-CT: Bei monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Smoldering Multiples Myelom (SMM) bei vorangegangenem Nachweis einer Progression im MRT, zur Beurteilung einer möglichen Destruktion des mineralisierten Knochens 
MRTPNative GK-MRT mit diffusionsgewichteten Sequenzen: Bei MGUS oder SMM und nach Therapie eines solitären Plasmozytoms 
PNative GK-MRT mit diffusionsgewichteten Sequenzen: Bei symptomatischem MM nach Erreichen einer serologischen Vollremission 
PET-CTSMit FDG: Bei unklaren Befunden in CT und MRT. CT-Komponente mit ausreichend hoher Dosis durchführen, um die Beurteilung des Knochens zu gestatten und eine zusätzliche GK-CT einzusparen, sofern diese vorgesehen ist. 
Therapiekontrolle
CTPNative Low Dose GK-CT: Zur Verifikation des Therapieerfolgs bei fokalen Befallsmustern 
MRTPZur Verifikation des Therapieerfolgs insbesondere bei diffusem Befallsmuster 
WMit KM: Zur gezielten Klärung der Vitalität von Residualbefunden 
PET-CTWMit FDG: Zur Verifikation des Therapieerfolgs bei fokalem Befallsmuster 
Bei neuen Symptomen oder Frakturen
PIm Rahmen der Frakturdiagnostik 
CTPZum Nachweis oder Ausschluss neuer Knochendestruktionen oder zur differenzierten Frakturdiagnostik, zur Klärung der Stabilität 
MRTWZur Klärung der Lagebeziehungen zum Rückenmark bei Läsionen oder Kompli­kationen der WS und zur Differenzierung von benignen von malignen Frakturen 
L25   TU der Muskeln und des Skelettsystems    
Diagnose
PBildgebendes Verfahren zur DD und Planung eines Biopsieortes. Obligate Ergänzung der histopathologischen Begutachtung 
MRT/CTPBeurteilung der nichtmineralisierten Komponente von TU 
USPAbklärung unklarer Tastbefunde, Nachweis/Ausschluss Weichteiltumor, Biopsie 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten, DD von Knochentumoren 
PET-CTWFDG zur Festlegung des Biopsieortes. 
Staging
USPLeber-und LK-Metastasen, bei erhöhtem Risiko bevorzugt CT 
CTPLokalbefund und bei erhöhtem Metastasierungsrisiko, insb. Thorax-CT bei Sarkomen mit erhöhtem Risiko einer pulmonalen Metastasierung 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei allen TU, die zu Knochenneubildung oder -zerstörung führen. 
PET-CTWMit FDG Nachweis/Ausschluss Metastasen 
Nachsorge lokal
Rö/MRT/CT/USPKontrolle des Lokalbefundes 
Nachsorge bei erhöhtem Metastasierungsrisiko
Rö ThoraxNDurch Low-Dose CT ersetzt 
CT Thorax/ AbdomenPBei alleinigem Thorax-CT ggf. als Low-Dose CT 
MRT AbdomenPAlternative zum CT-Abdomen, insbes. bei jüngeren Patienten 
USWNachweis von Lebermetastasen, je nach Risiko bevorzugt CT 
PET-CTSMit FDG: Zur Rezidivdiagnostik und zur Therapiekontrolle   
L26   Primärtumor der Knochen    
 PBasisuntersuchung des Lokalbefundes 
MRTPArtdiagnose, lokales Staging 
Nuk/PET-CTWZum Staging GKS mit Tc-Phosphonaten: bei allen TU, die zu Knochenneubildung oder -zerstörung führen; PET-CT mit FDG zum Staging und zur Evaluation des Therapieansprechens 
CTWAusschluss Lungenmetastasen bei negativem Rö Thorax, Biopsieplanung 
L27   Primärtumor außerhalb des Skeletts, Suche nach Knochenmetastasen    
 NukPBasisuntersuchung GKS mit Tc-Phosphonaten 
PET-CTWJe nach Primärtumor mit geeignetem Radiotracer 
WBei auffälligem Befund in der Skelett-Szintigrafie 
MRTWDD einer Läsion bei Diskrepanz zwischen Skelett-Szintigrafie und Rö. V. a. disseminiertem Knochenmetastasen-Befall oder bei TU, deren Metastasen szintigrafisch häufig kalt sind (z. B. Schildrüsenkarzinom) 
CTWBei Kontraindikation für MRT und zur Führung einer Biopsie 
L28   Melanom     
Diagnose
Bildgebende VerfahrenNDiagnose erfolgt klinisch und histologisch 
Staging
Rö ThoraxNFür den Ausschluss von Lungenmetastasen nicht ausreichend 
USPLokalbefund und LK Staging 
NukPSLN-Szintigrafie präoperativ, ggf. präoperative Markierung 
CTWIn Abhängigkeit vom Stadium des Primärtumors sowie dem Vorliegen von LK- und Fernmetastasen bei höheren TU-Stadien 
MRTWHirnmetastasen bei höheren Stadien 
PET-CTWMit FDG: Metastasensuche, LK- und Fernmetastasen-Staging, bzw. Stadium IV vor möglichem kurativen OP-Ansatz 
Therapiemonitoring und Nachsorge
Rö ThoraxNFür den Ausschluss von Lungenmetastasen nicht ausreichend 
USPLokalrezidiv, kutane Metastasen oder LK-Metastasen 
CT/MRTWBei klinischem V. a. Metastasierung bzw. bei höheren Stadien, bei V. a. Lebermetastasierung s. L10. Untersuchung des Gehirns bevorzugt mit MRT 
PET-CTWMit FDG: Re-Staging zur Rezidivdiagnostik, LK- und Fernmetastasen 
L29   Metastasen eines unbekannten Primärtumors (CUP)    
Diagnose und Staging
PET-CTPMit FDG: Zur Lokalisation eines Primärtumors, Ausmaß der Metastasierung. Alternativ andere Tracer in Abhängigkeit von der Histologie 
CT/MRT Hals/Thorax/ AbdomenPMRT des Schädels und GK-CT zur Suche des Primärtumors und zur Abschätzung des Ausbreitungsgrades mit Staging von LK- und Fernmetastasen im Thorax und Abdomen sowie weiteren klinisch verdächtigen Lokalisationen 
US Hals/AbdomenPBeurteilung der direkten Umgebung des primär gesicherten TU, zusätzlich Nachweis von LK- und Lebermetastasen sowie von Aszites 
L30   Neuroendokrine TU (NET) des Gastrointestinaltrakts GEP-NET    
Diagnose
USPNachweis von TU oft schwierig 
MRT OberbauchPWenn möglich MRT, da sensitiver als CT. Nachweis des TU und Abgrenzung von anderen, benignen Herdbefunden 
CT AbdomenPBei Kontraindikation für MRT oder in Abhängigkeit der lokalen Strategie 
PET-CTPSSTR-Ligand zur TU-Charaktersierung und ggf. vor Radioligandentherapie 
EndosonografieSMagen- oder Duodenalwand, Pankreas, falls mit US, CT oder MRT keine Klärung möglich ist 
Staging
US AbdomenPLeber- und LK-Metastasen 
MRTPLokale Ausbreitung, Multifokalität und Operabilität, Nachweis von Metastasen 
CTWBei Kontraindikation für MRT oder in Abhängigkeit der lokalen Strategie 
NukWGKS mit Tc-Phosphonaten bei Metastasen in Körperstamm und Extremitäten 
PET-CTWSSTR-Imaging 
Nachsorge
US AbdomenPMetastasen in Leber oder LK, Aszites 
CT Abdomen, ggf. CT ThoraxP/WAbhängig vom Metastasierungsrisiko (z. B. Ki67) entweder primär oder bei Metastasierungs­ver­dacht. Ausschluss von Leber-, LK-, Skelett- oder Organmetastasen sowie einer Peritonealkarzinose 
PET-CTWVerdacht auf Rezidiv und nach Radioligandentherapie 
L31 Mammakarzinom (s.a. J8)    
Prätherapeutisches lokoregionäres Staging
MammografiePIpsi- und kontralateral ggf. Mamma-Tomosynthese 
Mamma-USPIpsi- und kontralateral, inkl. Axilla-LK: Falls suspekt, sonografisch geführte Stanzbiopsie 
NukPSLN-Darstellung (SLN-Biopsie) bei gesichertem  Karzinom 
Mamma-MRTWBei nicht ausreichend sicherer Beurteilbarkeit durch klinische Untersuchung, Mam­mo­grafie, US und perkutane Biopsie und bei individuell erhöhter Risikokonstel­la­tion erwägen, insbesondere bei lobulärem Mammakarzinom 
 CEMSBei Kontraindikationen für eine Mamma-MRT (z. B. Klaustrophobie – magnetische Metallimplantate) 
GK staging
Bei Patientinnen mit Verdacht auf Fernmetastasen oder asymptoma­tischen Patientin­nen mit höherem Metastasierungsrisiko (N+, > T2) und/ oder aggressiver Tumorbiologie (z. B. HER2+, triple-negativ); bei geplanter systemi­scher Chemo-/Antikörpertherapie   
 Rö ThoraxNKein ausreichender negativer Vorhersagewert 
CT Thorax/ Abdomen/BeckenPVerfahren der ersten Wahl 
NukPGKS mit Tc-Phosphonaten Verfahren der ersten Wahl 
MRTWBei V. a. Knochenmarks-oder ZNS-Befall bei negativem CT-Befund oder bei CT-Kontraindikation 
PET-CTWMit FDG: Bei inkonklusiven Befunden 

M. Kinder

M. Kinder

Bei Kindern und Jugendlichen ist es besonders wichtig, die Strahlendosis zu minimieren (As Low As Reasonably Achievable (ALARA)-Prinzip), es sind daher spezielle pädiatrische Algorithmen und individuell angepasste Untersuchungsprotokolle bezogen auf die Fragestellung und Konstitution des Patienten oder der Patientin anzuwenden. Bei DL-Verfahren soll, wenn möglich, mit Last-Image-Hold gearbeitet werden. Wann immer möglich, sind Verfahren ohne ionisierende Strahlenanwendung bevorzugt einzusetzen. Primäre Methode ist in den meisten Fällen die Sonografie.
 

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
M0 Allgemeinsymptom Fieber ohne FokusKlinik/LaborPPrimäruntersuchung 
US AbdomenPB-Mode zur Fokussuche 
Rö ThoraxPInfiltrate bei negativem Auskultationsbefund, p. a./a. p. 
GK MRTWKeine Routineindikation. Fokussuche bei unauffälligem Rö Thorax und US Abdomen 
CT ThoraxWLow-Dose-CT der Lunge 
PET-CTSFDG bei unklarem, persistierendem Fieber ohne bisherigen Fokusnachweis 
Schädel und ZNS    
M1 Kongenitale Erkrankungen, Fehlbildungen, Metabolische ErkrankungenUSPBei Neugeborenen und Säuglingen mit offener Fontanelle orientierendes Verfahren der ersten Wahl. Transkranielle Schnitte können zusätzliche Informationen ergeben 
MRTPDiagnoseführend für alle ZNS-Erkrankungen. 
MR-Spektroskopie
 
CTWKeine Routine-Indikation. Low-Dose-CT. Zur OP-Planung bei komplexen Innen- und Mittelohr- sowie Mittelgesichtsfehlbildungen 
M2 Prämature NahtsynostoseRö SchädelNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. Ggf. in Einzelfällen (Syndrom) 
USPUS der Nähte sowie transfontanellärer und transkranieller US des Gehirns 
CTWKeine Routineindikation. Präoperativ mit 3D-Rekonstruktion (Niedrig-Dosis), ggf. MRT mit spezieller 3D-Technik alternativ bei Verfügbarkeit 
M3 Hydrozephalus/ MakrozephalusUSPbei offener Fontanelle; transkranielle Schnitte sinnvoll (3. Ventrikel), auch bei geschlossener Fontanelle. 
MRTPWenn die Fontanellen geschlossen sind und zum Ausschluss subduraler Flüssigkeitsansammlungen und Fehlbildungen 
CTWNur in der Akutsituation (z. B. Ventildysfunktion, s. A13), falls MRT nicht verfügbar. Als dosisreduzierte CCT durchzuführen und mit eingeschränktem Untersuchungsvolumen (bevorzugt axialer Scan) 
M4 Hydrozephalus ShuntfehlfunktionPDar­stellung des kompletten Shuntverlaufs (frontal). Last Image Hold Dokumentation in DL meist ausreichend. Rö Schädel ggf. zur Frage Ventildruck. 
USPUS transfontanellär und transkraniell. Dopplersonografie bei Verdacht auf Hirndruckerhöhung, evtl. Optikussonografie zur Beurteilung der Papillen und der Sehnerven (Cave Geräteeinstellung/Orbita Preset, Niedriger MI < 0,28 zum Schutz der Retina). US Abdomen bei ventrikuloperitonealem Shunt zur Frage nach freier oder abgekapselter Flüssigkeit, Shunt­lage, Shuntverlauf bei Frage Infektion (Methode der Wahl), Diskonnektion (möglich) 
MRTPMRT inkl. Liquordynamik bei älteren Kindern. 
CTWCT in Akutsituation bei älteren Kindern (Dosisminimierung s.o.), falls MRT nichtverfügbar 
NukSShunt-Prüfung mit Liguor-gängigen Tracern 
M5 KrampfanfallRö/CT SchädelNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPBei offener Fontanelle zur Frage Fehlbildung, Hirndruck, RF (bei unauffälligem US weitere Bildgebung nötig) 
MRTPInklusive spezieller Sequenzen (z. B. koronarer Dünnschicht-MRT des Temporallappens, Inversion-Recovery etc.) 
Nuk/PET-CTWPerfusions-SPECT/FDG-PET-CT zur Fokussuche, ggf. auch iktal (Perfusions-SPECT) 
M6 Taubheit bei KindernMRTPInsbesondere Felsenbein-MRT, bei angeborener oder erworbener Taubheit, präoperativ vor Cochlea-Implantat, inkl. Hochauflösender T2 Sequenz 
CT/CBCTWHochauflösende Darstellung der Gehörknöchel­chen oder bei speziellen Fragestellungen (z. B. Otosklerose) und zur OP-Planung; alternativ CBCT (Dosisreduktion) 
M7 Entwicklungsverzögerung Zerebrale LähmungenMRTPInklusive spezieller Sequenzen (z. B. DWI/Diffu­sions-Tensor-Bildgebung (DTI), MR-Spektros­ko­pie, Suszeptibilitätsgewichtetet Bildgebung (Susceptibility Weighted Imaging, SWI) etc.) 
M8 Kopfschmerzen, akute bzw. schwere, vor allem SAB, neurologisches Defizit, Papillen­ödem, Änderung der BewusstseinslageMRTPIn Abh. von der klinischen Symptomatik 
CTWCT nur, wenn dringlicher Verdacht auf Hirndruck besteht und kein MRT verfügbar ist 
M9 SinusitisNRöntgenaufnahmen der NNH sind nicht indiziert 
MRTPInsbesondere bei Immundefekt, komplizierter Sinusitis, Orbitaphlegmone, meningealer Affektion 
CT/CBCTWBei V. a. Orbitaphlegmone zur knöchernen Beur­teilung, falls MRT nicht verfügbar. Dosisreduzierte Technik zur OP-Planung und -navigation bei chronischer Sinusitis und Polyposis 
M10 Schädeltrauma akut
ohne neurologische Symptomatik
    
Rö/CTNKeine Indikation für Rö (Ausnahme V. a. Kindesmisshandlung), 
USPTransfontanellärer, evtl. transkranieller US als Basis­untersuchung bei Säuglingen; u. Klein­kindern zur Frage Fraktur/Weichteil-verletzung u. unzureichender klinischer Beurteilbarkeit 
mit neurologischer SymptomatikCTPAbsolute CT-Indikation abhängig vom pädiatrischen Glasgow Coma Score, für absolute (GCS < 13, Bewusstlosigkeit/Koma, anhaltende Bewusstseinstrübung, fokale Neurologie, Vd. Impressionsfraktur, Schädelbasisfraktur, offene Fraktur) und Relative CT-Indikation Schädel-Hirn-Trauma (SHT) im Kindesalter. MRT bevorzugt bei relativer CT-Indikation Ggf. Kontroll-CT auch bei primär unauffälligem Befund, falls MRT nicht verfügbar Ggf. mit CT HWS in Abhängigkeit vom Trauma 
MRTPBei Verfügbarkeit und stabilem Patienten; Blutungs- und ödemsensitive Sequenzen; VK bevorzugt im MRT, unauffällige CCT und auffällige Neurologie, MRT aufgrund höherer Sensitivität 
M11 Schädel-Hirn-Trauma subakut, alt mit neurologischer SymptomatikMRTPNachweis von Blutungen, Hirnödem, Hygrom, Hydrozephalus, diffusem Axon­schaden 
M12 Orbita-/ GesichtsschädeltraumaRö SchädelNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen. US nur bei entsprechender Expertise 
CT OrbitaPIn Abh. vom klinischen Schweregrad zum Frakturnachweis bei adäquatem Trauma 
CT GesichtsschädelPUntersuchungsumfang von Unterkieferbasis bis einschließlich Kiefergelenk; Ggf. erweitert bis Frontobasis; Sekundärrekonstruktionen. Knochen- und Weichteilfenster 
MRTWWeichteilbeurteilung, Einblutungen 
USSNur bei entsprechender Expertise, Voreinstellung Orbita mit reduziertem MI 
M13 Gesichtsschädelfehlbildung/ SyndromRö GesichtsschädelNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
CTPVor operativer Rekonstruktion, Dünnschichtuntersuchung ggf. mit 3D-Rekonstruktion 
MRTWBei Fehlbildung zur Beurteilung des Knochenmarks und zur ergänzenden Darstellung der Weichteile 
M14 Angeborene HypothyreoseUSPSD-Morphologie, Untersuchung von Zungengrund bis Jugulum 
NukSTc-Pertechnetat, Iod-123 zur Detektion ektopen SD-Gewebes 
M 15 Funktionsstörungen der SD, StrumaUSPMorphologie, Volumetrie, Perfusion (FKDS) 
M 16 Schwellung am Hals (entzündlich, tumorös, LK-vergrößerung)USPMorphologie, Größe, Perfusion (FKDS); Beteiligung zervikaler Organe und Gefäße 
MRTWBei zervikaler RF und Abszess einschließlich Diffusionswichtung und KM-Dynamik 
M17 Torticollis ohne TraumaUSPBeim Neugeborenen und im Säuglingsalter Sonografie des Halses, insbesondere des Musculus stern­ocleidomastoideus (Fibromatosis colli) 
MRTWBeim älteren Kind z. B. TU im Spinalkanal oder in der hinteren Schädelgrube; Beurteilung des Plexus cervicobrachialis Beurteilung des Bandapparates, der Gelenkstellung 
CTWNach nicht-konklusiver MRT; Frage Luxation, atlanto-axiale Rotationssubluxation 
Rö HWS in zwei EbenenWGgf. ergänzend zum Ausschluss von Anomalien, Osteodestruktion, Luxation oder TU indiziert sein 
M18 Nacken- oder Rücken-schmerzenRö in zwei EbenenPBei Skoliose, WS-Fehlbildung, Entzündung, Osteoporose, M. Scheuermann, Spondylolyse/-listhesis; Ganzwirbelsäulenaufnahme (ggf. anteilig Becken wegen Risser-Stadien) Bei Skelettdysplasie (zusätzlich Rö Schädel seitlich, Hand, Becken, Knie) 
MRTPRückenschmerzen ohne zugrundeliegende Pathologie sind bei Kindern sehr ungewöhnlich; MRT kann die primäre Bildgebung sein. Beurteilung von spinalen Malformationen, Entzündungen, RF, Spondylolyse/Spondylolisthese 
CTSBei Osteoidosteom und ggf. bei OP-pflichtiger Pathologie präoperativ 
USWGgf. gezielt bei lokalisierbarem Schmerzort 
M19 Okkulte Dysraphie, Dermalsinus, medianer Nävus, Hämangiom (lumbosacral)CTNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPSakralgrübchen sind häufige Varianten ohne klinische Bedeutung. Bei Vorliegen neurologischer Auffälligkeiten bei Säuglingen: Beurteilung des Rückenmarks mittels US, wenn möglich in den ersten zwei Lebenswochen; Beurteilung Beweglichkeit und Stand des Conus medullaris; zusätzlich Sonografie des gesamten Spinalkanals und des ZNS 
MRTPBei älteren Kindern Methode der Wahl; bei Neugeborenen/Säuglingen mit sonografischen Auffälligkeiten 
SLediglich bei komplexen Fehlbildungen 
MRTWMRT des Spinalkanals vor allem bei Vorliegen neurologischer Symptome (präoperativ) 
Muskel/Skelett    
M20 Kindesmisshandlung (battered child), Verletzung ohne UnfallUSPDie situationsbezogene Abklärung soll mit einem Kinderradiologen / einer Kinderradiologin festgelegt werden. Abdomen und ZNS 
PRö-Skelettscreening (Schädel zwei Ebenen, Thorax a. p., Obere Extremität a. p. bds, Hand dv bds., Untere Extremität a. p. bds., Fuß dp bds.). Ggf. Erweiterung um Schrägaufnahmen des Thorax, Ggf. Rö Becken, WS seitlich. Ggf. Wieder­holung des Skelettscreenings nach ca. 7 Tagen 
CTPBei nicht akzidentellem SHT und vital bedrohtem Kind CT indiziert, andernfalls MRT. 
MRTPBei nicht vital bedrohtem Kind mit SHT primär. Bei auffälligem Befund Erweiterung um MRT der spinalen Achse 
GK-MRTWZur Suche nach okkulten Verletzungsfolgen 
NukWGKS 
M21 ExtremitätenverletzungPIn 2 Ebenen mit Ab­bildung angrenzender Gelenke. Obsolet ist das Röntgen der Gegenseite zum Vergleich (unnötige Strahlenexposition). Bei sichtbarer Deformierung u. OP-Indikation eine Ebene ausreichend. 
MRTPBei Weichteilläsionen Methode der Wahl und zur Suche nach Knochenmarködem, bei Diskrepanz zwischen Röntgen u. klinischer Symptomatik (okkulte Frakturen) bei Knorpel- u. Binnenverletzung 
USPBei Verletzungen des Ober- und Unterarms. Bei entsprechender Expertise hohe Sensitivität und Spezifität im Frakturnachweis bei anderen Lokalisationen. Evtl. für VK; hilfreich bei Knorpelverletzungen der Epiphysen. Weiterführend indi­ziert bei V. a. Bandläsion, Gefäßläsion (FKDS). Vorteile bei Clavicula, Sternum, Rippen 
CT/DVTWWeiterführende Untersuchung bei Beckenfrak­turen, bei Übergangsfrakturen und komplexen Gelenkfrakturen (z. B. Ellenbogengelenk, oberes Sprunggelenk, Hand) bzw. zur OP-Planung/-Navigation 
M22 Verdacht auf Hüftdysplasie/ HüftluxationUSPIn den ersten vier (bis sechs) Lebensmonaten; Screening zur U3; Ggf. zur U2 bei Risikofaktoren 
WNach dem sechsten Lebensmonat Becken 
MRTWAuch zur Kontrolle nach Reposition (im trockenen Gips) 
M23 Schmerzhafte GelenkeUSPGelenksonografie zum Ergussnachweis (V. a. Coxitis fugax), Beurteilung gelenkbildender Strukturen (Rheumatologische Erkrankung, Einblutungen, RF etc.) Differenzierung einer septischen Arthritis (echogener Erguss, Perfusion) nicht sicher möglich; Navigation der diagnostischen/therapeutischen Punktion 
MRTPBei persistierendem Hüftgelenkerguss (> sieben Tage keine Besserung) zur Frage nach M. Perthes. Notfallindikation bei V. a. septische Arthritis und Osteomyelitis mit Abszessbildung 
WIn Abh. von der klinischen Symptomatik, bei V. a. Epiphyseolysis capitis femoris primär indiziert (Beckenübersicht u. Lauenstein-Projektion der betroffenen Seite) 
CTWBei Verdacht auf Osteoidosteom zur geplanten Intervention 
NukSGKS nur bei speziellen Fragestellungen 
M24 HinkenUSPGelenksonografie (Hüfte bis oberes Sprunggelenk) zum Nachweis eines Gelenkergusses bzw. Oberschenkelpathologie 
PBei Kleinkindern ggf. gesamte untere Extremität der betroffenen Seite (zunächst a. p.) 
MRTWBei Beschwerdepersistenz, insbesondere bei Infektkonstellation (Osteomyelitis, Pyomyositis) 
M25 Lokalisierter SchmerzRö in zwei EbenenPCave: Bei Osteomyelitis können Röntgenaufnahmen zu Beginn der Symptomatik unauffällig sein 
USPKann hilfreich sein bei Frage nach Fraktur, Abszess, Weichteiltumor 
MRTWZum Ausschluss oder Nachweis einer Osteomyelitis, ggf. einschl. Abszesslokalisierung zur OP-Planung. V. a. primären Knochen/Weichteiltumor 
NukSKnochentumore und disseminierte maligne Erkrankungen. Nur in Ausnahmefällen indiziert bei V. a. Osteomyelitis, okkulte Fraktur, Knochentumor, GKS mit Tc-Phosphonaten 
M26 WachstumsstörungRö li. HandPAb sechstem Lebensmonat: Zur Erhebung des Knochenalters. Zum Nachweis metabolischer und endokrinologischer Erkrankungen. Bei Verdacht auf Skelettdysplasie kann sich die Notwendigkeit ergeben, die Unter­suchung zu ergänzen (Rö Schädel seitlich, WS seitlich, Becken a. p., Knie a. p.) 
Rö Unterschenkel seitlichSBei Säuglingen (null bis ein Jahr). Inklusive Fußwurzel. Alternativ: US des re. Knie, Nachweis der Epiphysenkerne. Zum Nachweis endokrinologischer und metabolischer Erkrankungen 
MRT Hypophyse/ HypothalamusPBei endokrinologisch nachgewiesener Hypophyseninsuffizienz, bei Pubertas tarda; Dünnschicht-MRT mit KM-Dynamik 
M27 Pubertas praecoxUSPNN/Uterus/Ovarien/Hoden/Mamma 
Rö li. HandPBestimmung Skelettalter 
MRT Hypophyse/ HypothalamusPDünnschichttechnik (KM-Dynamik) 
Thorax    
M28 Akute LungeninfektionRö ThoraxWIn Abh. von der Schwere der klinischen Symptomatik indiziert – primär keine Röntgenaufnahme bei einfacher Pneumonie/Bronchitis erforderlich 
USWNachweis und Verlaufskontrolle pleuranaher Infiltrate, Pleuraerguss (Echogenität, Septen), Pneumothorax, Zwerchfellbeweglichkeit. Lungenödem (B-Linien) V. a. in der Neonatologie (spezielle Presets mit MI ≤ 0,4). Ggf, CEUS zur Frage Empyem, Abszedierung 
MRT/CTSWeiterführend bei fehlendem Therapieansprechen u. Verschlechterung der Klinik 
M29 Wiederholt produktiver HustenRö ThoraxWIn Abh. von der klinischen Symptomatik Rö p. a. primär in einer Ebene, zweite Ebene ggf. z. B. bei Tbc-Verdacht, Cystische Fibrose. Bronchitis ist keine Indikation zum Röntgen 
CTWIn Einzelfällen. Zum Ausschluss von Bronchiektasien 
MRTWVK bei Mukoviszidose 
M30 V. a. FK AspirationRö ThoraxPExspirationsaufnahmen oder DL zur Evaluation eines Ventilmechanismus (air trapping). Die Anamnese in Bezug auf die Aspiration ist häufig nicht klar, eine Bronchoskopie ist bei entsprechender Klinik auch ohne Röntgen bzw. bei normalem Rö-Befund des Thorax indiziert 
Rö FluoroskopiePDokumentation mit gespeicherten Bildern oder Sequenzen der DL (LIH, Last Image Hold) von In- und Exspiration zur Beurteilung von Belüftung und Atemverschieblichkeit von Zwerchfell und Mediastinum 
Rö Halsweichteile seitlichWBei entsprechender Symptomatik mit Beurteilung des prävertebralen Raums. 
Bei Aspirationsverdacht
 
M31 StridorUSPEpiglottitis und Croup sind klinische und endoskopische Diagnosen. Zur Beurteilung oberes Mediastinum, supraaortale Gefäße; zum Ausschluss einer Kompression der Trachea oder der Kehlkopfregion 
Rö ThoraxWBei negativem endoskopischem Befund ggf. Ösophagogramm. Ggf. Rö Hals lateral zur Frage FK oder Retropharyngealabszess 
MRT/MRA/ CTAWFrage nach Gefäßfehlbildungen der Aorta und Arteria pulmonalis. CTA nur bei fehlender MRA-Möglichkeit 
M32 MediastinaltumorUSPMorphologie, Größe, Beurteilung der mediastinalen Gefäße in der FKDS; Beurteilung obere Einflussstauung 
Rö ThoraxPNachweis Mediastinaltumor, Lungenbelüftung 
MRTWStaging bei Mediastinaltumor einschließlich Diffusionswichtung und KM-Applikation; Thoraxwand-, Gefäß- und Herzbeurteilung (Infiltration) 
CTSNur wenn MRT nicht verfügbar oder kontraindiziert. Bei bestimmten TU-Entitäten zum Ausschluss von Lungenfiliae mit low-dose-Protokoll 
M33 HerzgeräuscheUSPEchokardiografie, bei pathologischem Befund weitere Diagnostik wie M34 
M34 Angeborene Herzfehler und kardiovaskuläre ErkrankungenUSPEchokardiografie 
Rö Thorax eine EbenePBasisdiagnostik: Kardio-pulmonaler Status, Herzgröße, Lungendurchblutung 
MRT/MRA/ CTAWJe nach klinischem und echokardiografischem Befund 
M35 Chronische LungenerkrankungenRö ThoraxPBasisdiagnostik 
CTWInsbesondere bei interstitiellen Lungenerkrankungen. Ggf. Scan in In- und Exspiration, Atemstillstand, Nativ 
MRTWErgänzende Untersuchung bei Expertise. Perfusion u. Diffusion 
M36 Angeborene LungenfehlbildungPBasisdiagnostik 
USWDifferenzierung von Verschattungen im Röntgenbild, Beurteilung der Gefäßversorgung (Sequester aus Aorta abdominalis) 
MRTWBei V. a. Lungensequester MRA. Congenital Pulmonary Airway Malformation evtl. besser im CT darstellbar 
Abdomen    
M37 InvaginationUSPPrimäre Untersuchung 
Reposition bevorzugt mit US, alternativ DLPReposition unter US-Kontrolle vorzugsweise mit angewärmter physiologischer Kochsalzlösung als Einlauf in Analgosedierung. Ggf. Repositionmittels Luftinsufflation oder iodhaltigem, niedrigosmolarem KM unter DL-Kontrolle 
Rö AbdomenWKeine Routineindikation, nur zum Ausschluss Perforation, Nachweis Ileus, ggf. Kontrolle nach Reposition 
M38 Verschluckter FKRö Abdomen/ ThoraxPBei Verdacht auf röntgendichten FK Abbildung von Epipharynx bis Symphyse (abhängig vom Zeitintervall zwischen Inspiration und Rö), ggf. Rö des Abdomens nach sechs Tagen, in der Regel LIH in der DL ausreichend 
M39 Akutes AbdomenUSPB-mode. Abdominalorgane. Omentum/Mesenterium. Suche nach freier Luft, freier Flüssigkeit (Echogenität), Ileus (Peristaltik, Weite der Darmschlingen); Gasbläschen Darmwand oder Portalgefäßen bei nekrotisierender Enterocolitis; Farbdoppler (Whirlpool sign bei Volvulus, Perfusion der Darmwand) 
USWBei ausreichend großem FK zur Klärung der endoskopischen Erreichbarkeit, aber nur bei positivem Befund verwertbar 
WIm Stehen/Hängen, in Linksseitenlage (Wartezeit) 
CT/MRTWOptional wenn Klinik und vorherige Diagnostik nicht konklusiv. 
M40 Stumpfes BauchtraumaRö AbdomenNLiefert keinen Beitrag zum weiteren Vorgehen 
USPIm Sinne einer Stufendiagnostik (gemäß Schockraumprotokoll). Doppler-US der abdominellen Gefäße (Dissektion), ggf. Erweiterung um CEUS (Contrast-Enhanced Ultrasound, offlabel use) erspart CT (V. a. im Follow up) 
CT mit KMWIn Abh. von der Klinik bei schwerem Bauchtrauma. Pädiatrisch adaptierte Schockraumprotokolle mit geteiltem KM-Bolus und gewichtsadaptierter Dosisreduktion. Eventuell Spätaufnahmen wegen KM-Extravasat bzw. Ausscheidungsaufnahme der Nieren 
MRTWBei kreislaufstabilem Kind und in Abh. von der Klinik alternativ zur CT 
M41 Erbrechen im Schwall beim SäuglingUSPInsbesondere zum Nachweis einer hypertrophen Pylorusstenose (nach Füttern), ggf. Nachweis eines Pancreas anulare 
Rö FluoroskopieWRö obere MDP mit wässrigem KM (Iod) zur Frage Pancreas anulare, Malrotation 
M42 Wiederholtes ErbrechenUSPBeurteilung der Cardiaregion zum Nachweis eines relevanten gastroösophagealen Refluxes (nach Füttern) bzw. einer Hernie Galliges Erbrechen ist red flag (Suche nach Obstruktion – US, Rö. Fluoroskopie oberer Magen-Darm-Trakt) 
US SchädelWBei V. a. erhöhten Hirndruck (rez. Erbrechen ohne abdominellen Fokus); inklusive FKDS 
US OberbauchWLage der Arteria und Vena mesenterica superior (Malrotation) 
Rö FluoroskopieWKM-Untersuchungen bei Neugeborenen und Säuglingen sollten kinderradiologischen Abteilungen vorbehalten sein. Darstellung des gesamten Duodenums in zwei Ebenen (Atresie oder Duplikatur) 
M43 Ikterus prolongatusUSPBeurteilung intra-/extrahepatische Gallenwege, Ausschluss Obstruktion (Choledochuszyste), Lebergröße, -textur, -echogenität (Stoffwechseldefekt, Autoimmunologische Prozesse) Bei erweiterten Lebervenen Echokardiografie notwendig 
MRTWMRCP bei V. a. Gallengangsatresie 
NukSHepatobililäre Funktionsszintigrafie: In Abh. von der klinischen Symptomatik. Nachweis einer angeborenen Gallengangsatresie 
ERCPSUntersuchung zur Verifizierung der Gallengangsatresie vor OP/Biopsie – ist spezialisierten Zentren mit Leberchirurgie/Lebertransplantation/Hepatologie vorbehalten 
M44 Darmatresie / Stenose/ M. HirschsprungUSPZur Beurteilung der Darmmorphologie und Peristaltik. Perinealer Zugang zur Beurteilung Analatresie (Distanz Rektum) 
Rö AbdomenPBestimmung der Höhe der Obstruktion (Aufnahme im Hängen/im Stehen) 
Rö FluoroskopieWPräoperative Darstellung mit iodhaltigem nicht-ionischem KM (abhängig vom Ort der Enge KM-Gabe von oral, von rektal) 
M45 Peranaler BlutabgangCTNNicht indiziert wegen mangelnder Aussagekraft und unnötiger Strahlenexposition. 
USPBeurteilung von Darmwandverdickungen, Fehlbildungen (inkl. Divertikel, Polypen) 
EndoskopiePBlutungslokalisation 
MRTWGgf. vor operativer Exploration 
M46 Chronisch entzündliche DarmerkrankungUSPB-mode, Farbdoppler 
MRTWErgänzend zur Ausbreitungsdiagnostik, inkl. DWI (ggf. KM), Auswahl Standard-, Hydro-, Sellink-MRT 
CTSNotfallsituation, KM-Gabe. Enterografie/Enteroklysma nicht indiziert 
Rö FluoroskopieWGgf. zur prä-/postoperativen Darstellung, Komplikationssuche (Iod) Doppelkontrastuntersuchungen nicht indiziert 
M47 AppendizitisUSPB-mode. Identifizierung der Appendix. Diameter im Querschnitt (ab 7 mm). Mesenterialreaktion. Appendikolith. Konglomerat 
MRTWBei Komplikation (perityphlitischer Abszess), ggf. KM, bei unklarer DD (z. B. Ovartorsion) 
CTSNur in Ausnahmefällen, bei Kontraindikation und wenn MRT nicht verfügbar ist 
M48 BauchschmerzenUSPB-mode. Abdominalorgane, Darm, Retroperitoneum, Basale Lunge, Genitale, Farbdoppler zur Gefäßbeurteilung (Truncus coeliacs, Mesenterialwurzel, Darmwand) 
MRTWIn der Regel ist US ausreichend. 
CTSNur in Ausnahmefällen, bei Kontraindikation und wenn MRT nicht verfügbar ist 
M49 Akuter Durchfall/ EnteritisUSPPrimär klinische Diagnose. Bei kompliziertem Verlauf bzw. unklarer klinischer Situation. Darmwand, Peristaltik, Invagination, LK-Schwellung 
M50 HernieUSWPrimär klinische Diagnose. Zur Differenzierung der Hernie 
M51 ObstipationUSPBeurteilung von Rektumweite. Darmwand und -peristaltik Ggf. Darstellung Rückenmark (Tethered cord) 
Rö Fluoroskopie Kolon-KEWZur Beurteilung der Länge des aganglionären Segmentes bei M. Hirschsprung, ohne vorhergehende Darmreinigung oder Vorbereitung vor OP. Cave: Auswahl des Röntgen-KM(Kein Barium vor Intervention). Ggf. bei therapieresistenten und stark ausgeprägten Formen: Defäkografie zur Beurteilung der Relaxation des inneren analen Sphinkters und des anorektalen Winkels. Ggf. Rektummanometrie zusätzlich 
MRTSBecken u. WS in Einzelfällen bei V. a. neurologische Störung 
M52 Palpable RF im Abdomen oder BeckenUSPz. B. Hepatoblastom Neuroblastom, Nephroblastom Ovarialtumor, Teratom, Rhabdomyosarkom, – Basisdiagnostik mit B-Bild, Farb­doppler zur Beurteilung lokale Ausdehnung u. Gefäßinfiltration. LK-Status,Staging; ggf. CEUS zur Charakterisierung und Verlaufsbeurteilung 
MRTWStaging mit Diffusionsbildgebung und KM-Gabe abhängig von Protokoll der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie 
CTWBei Kontraindikation, oder wenn MRT nicht möglich 
Thorax zum Staging (z. B. Nephroblastom)
 
Nuk/ PET-CTSMIBG-GK/SPECT bei Neuroblastom Ggf. Staging bei z. B. Sarkomen, primitiv NET 
M53 EnuresisUSPEnuresis nocturna oder Enuresis diurna, immer mit Restharnbestimmung. Ausschluss von Nierenpathologien 
M54 Kontinuierliches HarnträufelnUSPUnbedingt genaue klinische Inspektion bei Mädchen. Beurteilung von Doppelanlagen der Nieren und ggf. ektopen Ureter nachweisen 
MRTWMit KM-Applikation und hochauflösender Darstel­lung der Anatomie und der KM-Ausscheidung (3D) zur Lokalisation der Uretermündungen (ektope Einmündung in Urethra, Vagina möglich) Inklusive funktionelle MR-Urografie (fMRU) zur Funktionsbeurteilung, da häufig Doppelanlagen 
USSMiktionsurosonografie (MUS) mit US-KM in Abh. von der klinischen Symptomatik zur Frage nach assoziiertem Reflux und zur Urethrabeurteilung; MCU nur bei sehr komplexem Fehlbildungssyndromen indiziert 
M55 Pränatal diagnostizierte Dilatation des HarntraktsUSPZeitpunkt abhängig vom Ausmaß der Dilatation vor Entbindung. Möglichst am Ende (!) der ersten Lebenswoche; Kontrolle nach vier bis sechs Wochen auch bei postnatal unauffälligem Befund unter guter Hydratation 
USWMUS bei fortbestehender Harntraktdilatation mit Verdacht auf möglichen vesikoureterorenalen Reflux sowie zur Beurteilung der Urethra unter Miktion, wenn klinisch-therapeutische Konsequenz folgt 
MCUWAlternative zum MUS. Aus strahlenhygienischen Gründen sollte, falls verfügbar, MUS bevorzugt werden 
NukWSeitengetrennte Nierenfunktion und Beurteilung des Urinabflusses mit MAG-3 
MRTWFunktionelle MR-Urografie zur Beurteilung des Urinabflusses, frühestens ab 3. Lebensmonat (bevorzugt bei komplexen Fragestellungen zur Beurteilung von Morphe und Funktion, sonst MAG-3) 
M56 Zystische NierenläsionCTNNur im Notfall (bei akuter Symptomatik), wenn MRT nicht verfügbar 
USPerstes diagnostisches Instrument, Differenzierung Zyste vs. Dilatation. Kleinste Zystchen (z. B. ARPKD) erfordern hochfrequente Linearsonde. Bei komplizierter Zyste Farbdoppler, ggf. CEUS zur modifizierten Bosniak-Klassifikation 
MRTWBei komplizierter Zyste. Differenzierung zyst. TU 
M57 NierentumorUSPEinsatz Farbdoppler, Ggf. CEUS. Differenzierung, Abgrenzung Nephroblastom//Neuroblastom, Nierenzellkarzinom, Leukämie-/ Lymphominfiltrate, Angiomyolipom, Zystisches Nephrom etc. 
MRTWDifferenzialdiagnostik. Staging (Gefäße, LK, ggf. Lunge) 
CTWThorax-CT - Staginguntersuchung bei Nephroblastom; Abdomen-CT nur in Ausnahmefällen 
M58 NNUSPDifferenzierung NN-Blutung, Neuroblastom; Phäochromozytom, Nebennierenrindenkarzinom; Screening-Region bei TU-Prädispositionssyndrom 
MRTWDifferenzialdiagnostik. 
NukWMIBG-Szintigrafie, ggf. Therapie 
M59 Nachgewiesene HarnwegsinfektionIVPNNur noch in absoluten Ausnahmefällen bei komplexen Fehlbildungen indiziert. Durch­füh­rung an spezialisierten kinderradiologischen Abteilungen. Mittlerweile durch US und MR-Urografie ersetzt 
USPBei allen Harnwegsinfektionen (außer bei unkomplizierter Zystits); weitere Unter­suchungsprotokolle abhängig vom Ausmaß des Harnwegsinfektes (Fieber, Bakteri­urie, Leukozyturie, Blutsenkungsgeschwindigkeits-Erhöhung etc.), Messungen des Nierenvolumens; FKDS und ggf. KM-US bei V. a. Abszedierung 
MRTPBei V. a. Abszedierung 
USWMUS zum Nachweis/Ausschluss eines vesikoureterorenalen Refluxes bei rezidiverenden fieberhaften Harnwegsinfekten bzw. bei/nach fieberhaftem Harnwegsinfekt von Säuglingen 
MCUSGgf. beim Knaben mit V. a. subvesikale Obstruktion (Urethralklappen) wenn nicht in der MUS zu beurteilen 
NukSDMSA zur Frage nach Perfusionsstörung (akut) bzw. Narbenbildung (Verlauf) Tc-MAG-3 zum Nachweis von Abflussstörungen und zur seitengetrennten Nierenfunk­tionsbestimmung 
FMRU (Funktionelle MR-Urografie)SZum Nachweis von assoziierten Abflussstörungen und Nierenanlagen getrennten Funktions­bestim­mung. Bei Harnträufeln und komplexen Doppelanlagen indiziert, bei denen die MAG-3 nicht ausreicht 
M60 Hämaturie blande Mikrohämaturie/ MakrohämaturieUSPAbdomen, Becken, Blase, Niere Ausschluss Urotlithiasis, RF 
M61 Hämaturie mit KolikenUSPKonkrementnachweis im B-Mode; Farbdoppler zum Nachweis von Twinkling Sign 
CTWZum Konkrementnachweis nativ in Low-Dose-Technik nur in ausgewählten Einzelfällen 
M62 Hämaturie posttraumatischUSPAbdomen, Becken, Blase, Niere, Urethra; ggf. CEUS, Hohlraumverletzung nicht zu beurteilen, Farbdoppler zur Beurteilung Nierengefäße (Dissektion) 
CTWAbdomen, Becken, KM-Gabe i. v. bei Frage nach Hohlraumverletzung (Methode der Wahl); ggf. Ausscheidungsaufnahme 
MRTSNur in Einzelfällen bei stabilem Patienten. KM i. v. 
DurchleuchtungSUrethraverletzung (retrograde Urethrografie) 
M63 Renale HypertonieUSPB-mode (Volumetrie), Farbdoppler (Nierenarterienabgang, Nierenhilus, Peripher) 
MRTWNierenübersicht, MR-Angiografie 
M64 Nicht palpable HodenUSPZur Lokalisierung und Differenzierung von Hodenatrophie Leistenhoden, Pendelhoden, Maldescensus. 
MRTNZur Lokalisation intraabdominaler Hoden wird die Laparoskopie eingesetzt 
M65 Akutes SkrotumUSPB-mode. Farbdoppler (Hodenperfusion, Seitenvergleich, Zu- und Abführendes Gefäß dokumentieren) 
M66 HodentumorUSPB-mode, Farbdoppler 
MRTWMRT des Abdomens und Beckens zur Darstellung der Lymphknotenregionen bis zur Mündung der V. testicularis 

N. Interventionelle Radiologie

N. Interventionelle Radiologie

Onkologische, traumatologische und pädiatrische Fragestellungen werden in eigenständigen Kapiteln behandelt.
(Die Abkürzung P bedeutet hier primäre Therapie.)

 

Klinische FragestellungBildgebendes UntersuchungsverfahrenGrad der EmpfehlungKommentar 
N1 Asymptomatische Erkrankung der KarotidenEndovaskuläres 
Prozedere 
(Angioplastie Stents)
NDie kritische Durchsicht der Literatur zeigt die Notwendigkeit weiterer kontrollierter Studien.
Für die asymptomatische Karotisstenose liegen bisher keine gesicherten Daten vor
 
 SBei bestehender Indikation (z. B. Rezidivstenose, Therapiekontrolle) Behandlung nur in Zentren mit spezieller Expertise und neurologischem Konsil. 
N2 Symptomatische Erkrankung der KarotidenPerkutane Ballon-angioplastie und StentimplantationSBehandlungsalternative zur Karotisoperation. Behandlung nur in Zentren mit spezieller Expertise. Methode der Wahl bei radiogenen Stenosen, Restenose nach OP, weit kranial gelegenen Stenosen. Interdisziplinäre Indikationsstellung. 
N3 Intrakranielle AneurysmenCoiling
P
 
Bei (rupturierten) Aneurysmen Methode der Wahl.
Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise, zur Abklärung ist eine 4 Gefäßangiografie mit a. p. und lateralen Serien sowie schräg eingestellten Serien oder eine 3D-Rotationsangiografie mit VRT und MPR Rekonstruktionen des Befundes angezeigt.
 
SNach CT- oder MR-Angiografie bei nicht rupturierten/asymptomatischen Aneurysmen strenge interdisziplinäre Indikationsstellung 
N4 Thrombusentfernung nach
Schlaganfall
Retriever (Aspiration)PBei geeignetem Zeitfenster Verfahren der Wahl zur Minimierung zerebraler Substanzdefekte.
Nach aktueller Studienlage der systemischen Lyse deutlich überlegen.
Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise. Eine CBCT kann peri-interventionell eingesetzt werden (beispielsweise z. A. iatrogene Komplikationen).
 
N5 Zerebrale AVMEmbolisationSBehandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise. Interdisziplinäres Indikationsstellungs- und Behandlungskonzept 
N6 LungenembolieImplantation eines Vena Cava-FiltersSBei nachgewiesener Thrombose der Becken-/Beinstrombahn ist die Implantation eines Cava-Filters ausschließlich bei nachgewiesener Lungenembolie trotz adäquater Antikoagulation indiziert; die Implantation eines temporären Filters kann im Einzelfall bevorzugt werden. Des Weiteren bei Kontraindikationen gegen eine Antikoagulation 
Fragmentation, Thrombusaspiration und lokale LyseSBei Rechtsherzbelastung und hämodynamischer Relevanz 
N7 Pulmonale AVMUSNIn der Regel nicht geeignet zum Nachweis einer Malformation. 
CTAPZur Diagnostik einer pulmonalen AVM und zur Interventionsplanung mit 3D-Rekonstruktion. CT-Angiografie postinterventionell zur Therapiekontrolle 
MRT SchädelWZum Nachweis abgelaufener paradoxer Embolien bei Patienten mit AVM und zum Nachweis zerebraler AVM bei Patienten mit assoziierter hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie 
MRT ThoraxSAlternative zum Thorax-CT, zur Bestätigung der Diagnose einer pulmonalen AVM und zur Therapieplanung 
DSAPEmbolisation des AVM bei rezidivierendem Infekt, Schlaganfall, Blutung oder hämodynamischer Relevanz 
N8 AortenaneurysmaStent-Graft ImplantationPEndovaskuläre Therapie als Alternative zu chirurgischen Verfahren bevorzugt an Zentren mit spezieller Expertise.
Interdisziplinäre Indikationsstellung durch Radiologie/Gefäßchirurgie/Herzchirurgie
 
N9 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Iliakal-verschluss/StenoseStentversorgung der IliakalarterieSDie primäre Stentversorgung ist akzeptiertes Verfahren 
N10 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Verschluss-krankheit der Femoralis-strombahnPTA der A. femoralis superficialis/A. poplitea ggf. mit StentSDie PTA der A. femoralis superficialis und poplitea (ggf. mit medikamentenfreisetzendem Ballon) ist, bezüglich der Kurzzeitergebnisse, zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit effektiv und weniger invasiv und kann zur Vermeidung einer Bypassoperation wiederholt durchgeführt werden. 
N11 Beinischämie (Claudicatio, Ruheschmerz mit oder ohne Gewebsschädigung) bei Verschlusskrankheit der tibiofibularen StrombahnPTA der tibio-fibularen Arterien ggf. mit StentPBei geeigneter Situation im Bereich des Truncus tibiofibularis ist die PTA Verfahren der ersten Wahl bei Patienten mit kritischer Ischämie und Claudicatio.
Der Einsatz medikamentenfreisetzender Ballons empfohlen.
 
N12 Arterielle Embolie der peripheren ArterienPerkutane ThrombektomiePAlternativ zur chirurgischen Therapie 
N13 Akute, substitutionspflichtige gastrointestinale Blutung unklarer UrsacheEndoskopiePDie Stabilisierung des Patienten bzw. der Patientin hat Vorrang. Die Endoskopie ist primäres Interventionsverfahren. 
DSA in Embolisations-bereitschaftWBei negativer oder erfolgloser Endoskopie Indikation zum Drei-Phasen-CT zur Detektion der Blutungsquelle mit höchster bildgebender Sensitivität. Dann DSA mit Embolisation im direkten Anschluss.
Der Nachweis einer Blutungsquelle setzt die aktive Blutung mit KM-Austritt voraus. Bei erfolgloser Embolisation Indikation zur Chirurgie
 
NukSMarkierte Erythrozyten zum Blutungsnachweis, bei V. a. Meckel-Divertikel Tc-Pertechnetat-Szintigrafie 
N14 Hepatobiliäre ObstruktionPerkutane transhepatische Drainage, ggf. mit StentWFalls eine Intervention mittels ERC nicht möglich ist.
Bei TU-Erkrankungen ggf. mit Metallstent, um endoskopische Reinterventionen in zu kurzen Intervallen zu vermeiden
 
N15 Portale Hypertension,
hepatorenales Syndrom,
therapierefraktärer Aszites,
Budd-Chiari Syndrom
Transjugulärer Intrahepatischer Porto-Systemischer (Stent-)Shunt (TIPSS)PInterdisziplinäre Indikationsstellung.
Intensivmedizinische Überwachung nach Eingriff.
Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise.
Ergänzende Embolisation von Varizen (nach Blutung oder bei hepatischer Encephalopathie) um Rezidivblutungen zu vermeiden und das Risiko einer Encephalopathie zu vermindern
 
N16 Portimplantation (venös)PortimplantationPAlternativ zur chirurgischen Implantation.
Zugang bevorzugt über V. subclavia, alternativ V. brachialis
 
N17 Stenose eines DialyseshuntsPTAPAlternativ zur chirurgischen Revision 
N18 Thrombose eines DialyseshuntsPerkutane EmbolektomiePAlternativ zur chirurgischen Revision 
N19 Hypertonus bei fibromuskulärer Dysplasie der NierenarteriePTA mit oder ohne StentimplantationPBehandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise 
N20 Hypertonus bei arteriosklerotischer NASTPTA mit oder ohne StentimplantationSDer Hypertonus bei arteriosklerotischer NAST sollte zunächst medikamentös behandelt werden.
Erst bei medikamentös nicht kontrollierbarem Hypertonus kann die renale PTA/Stentimplantation vorteilhaft sein
 
N21 Nierenversagen aufgrund arteriosklerotischer NASTPTA mit oder ohne StentimplantationSDiese Intervention sollte nur unter sorgfältiger Patientenselektion in Zentren mit spezieller Expertise durchgeführt werden (Einzelfallentscheidungen).
Bisher nicht als Standardverfahren definiert
 
N22 Varikozele (Vena spermatica/Vena ovarica)Embolisation/
Sklerosierung
PEffektives Verfahren zur Behandlung einer Varikozele bei eingeschränkter männlicher Fertilität oder bei symptomatischen Patienten oder der Beckenvarikosis der Frau. Die Komplikationsrate ist geringer als bei chirurgischen Verfahren. 
N23 Bauchtrauma mit akuter GI-Blutung (mit oder ohne retroperitonealer oder intraperitonealer Blutung)DSA/EmbolisationWBei Nachweis einer Blutungsquelle, primär wenn der Zustand des Patienten keine vorhergehende Schnittbildgebung erlaubt. Bei geeigneter Situation (Blutungsnachweis oder verdächtige Gefäße) Embolisation oder OP.
Interdisziplinäre Indikationsstellung durch Radiologie und Chirurgie
 
N24 Unkontrollierbare Blutung nach BeckenfrakturEmbolisationPPatienten mit Beckenfrakturen und persistierender Kreislaufinstabilität nach Erstversorgung sollte nach durchgeführtem Drei-Phasen-CT bei Nachweis einer arteriellen Blutung einer Embolisation zugeführt werden. 
N25 Pulmonale RFDL-gesteuerte BiopsieNDas Verfahren ist nicht mehr indiziert. 
CT-gesteuerte BiopsiePDas Verfahren ist geeignet zur histologischen Dignitätsabklärung (Verwendung einer Stanzbiopsiekanüle) bei Patienten mit suspekten pulmonalen Herden, ggfs. als CT-Fluoroskopie. 
US-gesteuerte BiopsieSDas Verfahren ist geeignet zur histologischen Abklärung pulmonaler Läsionen mit Thoraxwandkontakt 
N26 Mediastinale RFCT-gesteuerte BiopsiePGeeignet zur Biopsie unklarer RF im vorderen, mittleren und hinteren Mediastinum 
US-gesteuerte BiopsieSMit endobronchialem Zugang oder im vorderen Mediastinum über einen parasternalen oder supraklavikulären Zugangsweg. 
N27 Cava-ObstruktionStentimplantation
Obere oder untere V. cava
PBei Patienten mit kurzer Lebenserwartung stellt die Stentversorgung bei Einflussstauung eine palliative Maßnahme mit hoher Erfolgsrate dar. Eventuelle Rezidive können erneut behandelt werden. Bei Patienten mit benignen Stenosen oder höherer Lebenserwartung sollten eher eine PTA oder eine OP erfolgen 
N28 Perkutane Gastrostomie zur parenteralen ErnährungPerkutane GastrostomieSNur wenn eine endoskopische oder kombinierte endoskopisch/radiologische Gastrostomie nicht möglich ist. 
N29 Fokale Leberläsionen 
(abklärungsbedürftig)
CT-/US-gesteuerte BiopsiePDie Wahl der Modalität (CT oder US) hängt von der Erreichbarkeit des Befundes in der jeweiligen Bildgebung ab 
N30 Lebertumoren (irresektabel/resektabel)Mikrowellen-/ Radiofrequenz-/ KryoablationWVerfahren zur Ablation einer kleineren Anzahl zugänglicher Lebertumoren, die nicht reseziert werden sollen/können (interdisziplinäre Entscheidung).
Die Mikrowellenablation ist derzeit das am häufigsten eingesetzte Verfahren
 
N31 Primäres Hepatozelluläres Karzinom (HCC) und Leber-metastasenPerkutane Ablations-verfahren oder TACEWDie ablativen thermischen Verfahren sind beim HCC und bei Lebermetastasen indiziert. Sie sind bei der überwiegenden Mehrzahl der Lebermetastasen effektiver als die TACE. 
SIRTWBei primären Lebertumoren und Metastasen, die für eine lokale Ablation oder TACE nicht geeignet sind, wenn eine superselektive SIRT (Segmentektomie) möglich ist, zunehmend alternativ zur TACE. Die Behandlung erfolgt nach interdisziplinärer Indikationsstellung (Tumorboard). 
N32 UterusmyomeEmbolisationWBei symptomatischen Patientinnen mit möglichst abgeschlossener Familienplanung und Uterusmyomen, die nicht gestielt, endocavitär oder intraabdominell liegen, ist die Embolisation die am wenigsten invasive Alternative zur OP oder Hormonbehandlung (interdisziplinäre Indikation).
MR-gesteuert-fokussierter-US (MRgFUS) auch für jüngere Patientinnen mit Kinderwunsch geeignet
 
N33 Benigne Prostata-HyperplasieEmbolisationSMinimalinvasive Alternative zur transurethralen Resektion oder Laserbehandlung; Behandlung bevorzugt in Zentren mit spezieller Expertise 
N34 Lymphfistel/Lymphocele (idiopathisch oder iatrogen)Darstellung/ Embolisation/ SklerosierungSIndikation bei postoperativen Lymphleckagen thorakal, abdominell, pelvin. 

Abkürzungsverzeichnis

a. p./p. a.anterior-posterior / posterior-anterior
ATTRTransthyretin-Amyloidose
AVMArteriovenöse Malformation
BWSBrustwirbelsäule
CBCTCone Beam Computertomografie
CBDCorticobasale Degeneration
CCCCholangiozelluläres Karzinom
CCTKraniale Computertomografie
CEMKM-Mammografie
CE-MRAKM-verstärkte Magnetresonanzangiografie
CEUSKM-verstärkter Ultraschall
CFCystische Fibrose
COPDChronisch obstruktive Lungenerkrankung (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)
CTComputertomografie
CTACT-Angiografie
CUPCancer of unknown primary origin
DDDifferenzialdiagnose
DDKDünndarmdoppelkontrastuntersuchung
DEXAOsteodensitometrie (Dual Energy X-ray Absorptiometry)
DLDurchleuchtung
DRWDiagnostische Referenzwerte
DSADigitale Subtraktionsangiografie
DWI Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie
eFASTExtended Focused Assessment with Sonography for Trauma
ECD99mTc- Ethyl-Cystein-Dimer
ERCPEndoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie
FDG[18F] Fluordesoxyglukose
FETO-(2-[18F] Fluoroethyl)-L-Tyrosin
F-DOPA[18F] Fluor-L-Dihydroxyphenylalanin
FKFremdkörper
FKDSFarbkodierte Dopplersonografie/Duplexsonografie
FNHFokale noduläre Hyperplasie
FP-CIT[123I] I-N-ω-Fluoropropyl-2β-Carbomethoxy-3β-(4-iodophenyl) Nortropan
GEPGastroenteropankreatisch
GIGastrointestinaltrakt
GKGanzkörper
GKS Ganzkörper-Skelettszintigrafie mit 99mTc- Phosphonaten
HMPAO99mTc- Hexamethyl-Propylen-Amin-Oxim
HPTHyperparathyreoidismus
HRCTHochauflösende Computertomografie (high resolution CT)
HWSHalswirbelsäule
IUPIntrauterinpessar
IVPIntravenöse Pyelografie
KEKontrasteinlauf
KHKKoronare Herzkrankheit
KMKontrastmittel
KM-USKontrastmittelsonografie
LKLymphknoten
LVLinker Ventrikel
LWSLendenwirbelsäule
MAG-399mTc- Mercaptoacetyltriglycin
MCUMiktionszystourethrogramm
MDPMagen-Darm-Passage
MGUSMonoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz
MIBG123I- Metaiodbenzylguanidin
MIBI99mTc- Methoxyisobutyl-isonitril
MMMultiples Myelom
MRMagnetresonanz
MRA Magnetresonanzangiografie
MRCPMagnetresonanz-Cholangiopankreatikografie
MRTMagnetresonanztomografie
MUSMiktionsurosonografie
NAST Nierenarterienstenose
NBKSNierenbeckenkelchsystem
NETNeuroendokrine Tumoren
NHLNon-Hodgkin-Lymphom
NNNebennieren
NNHNasennebenhöhlen
Nuk Nuklearmedizin, konventionelles nuklearmedizinisches Verfahren
OPOperation
PACS Picture Archiving and Communication System
PCIPerkutane koronare Intervention
PETPET Positronen-Emissions-Tomografie. Empfehlungen s.a. PET-CT
PET/CT
oder PET-CT(synonym)
PET/CT(PET-CT)-Hybridbildgebung
PSAProstata-spezifisches Antigen
PSMAProstata-spezifisches Membranantigen für Diagnostik markiert mit
Gallium-68 oder Fluor-18, für Therapie markiert mit Lutetium-177
PTAPerkutane transluminale Angioplastie
RECISTResponse Evaluation Criteria in Solid Tumors
RFRaumforderung
Röntgenuntersuchung
SABSubarachnoidalblutung
SDSchilddrüse
SIRTSelektive Interne Radiotherapie; mit Yttrium-90 oder Holmium-166
markierten Mikropartikeln
SMMSmoldering Multiples Myelom
SLNSentinel Lymph Node (Wächterlymphknoten). Szintigrafie mit 99mTc-
markierten Nanokolloiden
SPECTSingle Photon Emission Computed Tomography
SSTRSomatostatin-Rezeptoren
TACETransarterielle Chemoembolisation
TAVITranskatheter Aortenklappen-Implantation
TcTechnetium-99m
TCDTranskranielle Dopplersonografie
TEETransösophageale Echokardiografie
TRUSTransrektaler Ultraschall der Prostata
TTETransthorakale Echokardiografie
TUTumor
US Ultraschall
USKMUltraschallkontrastmittel
VKVerlaufskontrolle
WKWirbelkörper
WSWirbelsäule
ZNSZentrales Nervensystem

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

 
 
 
 
 

 

 



 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Literaturverzeichnis

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AWMF 2022    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF). S1-Leitlinie Nuklearmedi-zini¬sche Wächter-Lymphknoten-Diagnostik. Version: 3.0, Stand: 30.11.2022, gültig bis: 29.11.2027.     register.awmf.org/de/leitlinien/detail/031-033, zuletzt aufgerufen am 25.11.2025

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DGMP und DRG 2019    Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik e.V.; Deutsche Röntgengesellschaft Gesellschaft für Medizinische Radiologie e.V. (DGMP, DRG). Pränatale Strahlenexposition aus medi¬zini-scher Indikation. Dosisermittlung, Folgerungen für die Ärztin/ den Arzt und Schwangere. 2019, ISBN 978-3-00-064613-3

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Euratom 2014    Rat der Europäischen Union. Richtlinie 2013/59/Euratom des Rates der Europäischen Union vom 5. Dezember 2013 zur Fest-legung grundlegender Sicherheitsnormen für den Schutz vor den Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung und zur Aufhebung der Richtlinien 89/618/Euratom, 90/641/Euratom, 96/29/Euratom, 97/43/Euratom und 2003/122/Euratom. Amtsblatt der Europäischen Union, L 13/1, 17.01.2014

ICRP 2007    International Commission on Radiological Protection (ICRP). The 2007 Recommendations of the International Commission on Radiological Protection. ICRP Publication 103. Ann ICRP 37(2-4):1-332, Elsevier, Oxford, 2007, ISBN 9780702030482, doi: 10.1016/j.icrp.2007.10.003

ICRP 2009    International Commission on Radiological Protection (ICRP). Realistic reference phantoms: an ICRP/ICRU joint effort. A report of adult reference computational phantoms, ICRP Publication 110. Ann ICRP 39:1-164, 2009, ISBN 1872-969X (Electronic), 0146-6453 (Linking), doi: 10.1016/j.icrp.2009.09.001

ICRP 2015    International Commission on Radiological Protection (ICRP). Radiation Dose to Patients from Radiopharmaceuticals: a Compendium of Current Information Related to Frequently Used Substances. ICRP Publication 128. Ann ICRP 44(2 Suppl):7-321, Sage Publishing, London, 2015, ISBN 9781473939479, doi: 10.1177/0146645314558019

NiSV 2018    Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtioni-sierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) vom 29.11.2018. BGBl. I S. 2034, 2187

SSK 2025    Strahlenschutzkommission. Effekte nach pränataler Strahlenexposition. Empfehlung der Strahlenschutzkommission, verabschiedet in der 339. Sitzung der SSK am 27./28. Oktober 2025

StrlSchG 2017    Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz - StrlSchG) vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966), das zuletzt durch die Bekanntmachung vom 3. Januar 2022 (BGBl. I S. 15) geändert worden ist

StrlSchV 2018    Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisie-render Strahlung (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) vom 29. November 2018. BGBl. I S. 2034, 2036, die durch Artikel 1 der Verordnung vom 27. März 2020 (BGBl. I S. 748) geändert worden ist

UNSCEAR 2013    United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR). Sources, Effects and Risks of Ionizing Radiation, UNSCEAR 2013 Report, Volume II: Scientific Annex B. Effects of radiation exposure of children. United Nations, New York, 2013, ISBN  978-92-1-142293-1

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