Veröffentlicht am: Stellungnahme
- Medizinische Strahlenexposition
Anwendung von Iod-131 in der Nuklearmedizin
Abstract
Die SSK stellt fest, dass die allgemeine Verwendung von I-131 in der Diagnostik aus strahlenhygienischen Gründen nicht mehr gerechtfertigt ist. Bei entsprechenden Untersuchungen kann I-131 meist durch Tc-99m, F-18 oder I-123 markierte radioaktive Stoffe ersetzt werden. Dies betrifft insbesondere die Anwendung von I-131-Hippuran zur Nierenfunktionsdiagnostik und von I-131 zur Schilddrüsenszintigraphie. Diese Einschränkungen der Verwendung von I-131 in der Diagnostik betreffen jedoch weder die Therapie noch die Forschung.
Keine diagnostischen Anwendungen von I-131 in o. g. Sinne sind die dosimetrische Vortestung vor einer geplanten Therapie mit einem radioaktiven Stoff, die Anwendung von I-131 zur Ganzkörperszintigraphie beim Schilddrüsenkarzinom, die Anwendung von I-131-MIBG zur prätherapeutischen Dosimetrie, wenn anschließend eine hochdosierte Therapie geplant ist (z.B. beim Neuroblastom oder beim malignen Phäochromozytom) sowie die Anwendung von mit I-131 markierten monoklonalen Antikörpern oder Rezeptorsubstanzen, sofern sie zu einer prätherapeutischen Dosimetrie mit möglicherweise nachfolgender hochdosierter Therapie eingesetzt werden. In diesen Fällen ist der Einsatz von I-131 gerechtfertigt.
Weiterhin sind aus diagnostischen Gründen Untersuchungen unter Verwendung von mit I-131 markierten Hormonen der Nebennierenrinde (z.B. Norcholesterol oder Aldosterol) zulässig. Hierbei handelt es sich um sehr seltene Untersuchungen, bei denen eine Substitution durch andere Radionuklide derzeit nicht möglich ist.