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Ein Beratungsgremium des
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit

Veröffentlicht am: Stellungnahme

  • Berufliche Strahlenexposition
  • Strahlenrisiko

Deutsche Uranbergarbeiterstudien

Stellungnahme der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 180. Sitzung der SSK am 19./20. September 2002

DE (nicht barrierefrei) [PDF, 82 KB]

Abstract

Die Erforschung und Bewertung der Auswirkungen ionisierender Strahlung auf die menschliche Gesundheit ist ein komplexer Erkenntnisprozess. Seit Beginn der Strahlenforschung wird dieses interdisziplinäre Forschungsfeld von den Naturwissenschaften, der Medizin, der Epidemiologie, der Statistik und anderen Bereichen bearbeitet. Als Grundlage epidemiologischer Studien waren dabei von Beginn an die Untersuchungen an Bergleuten von herausragender Bedeutung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führt drei Studien durch, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Arbeit im Uranbergbau bei der SAG/SDAG Wismut beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kohortenstudie, die ca. 60 000 ehemalige Mitarbeiter der Wismut umfasst und die den Ausgangspunkt für die eingebettete Fall-Kontroll-Studie zu Lungentumoren sowie für die Kohortenstudie an Nachkommen bildet. Grundlage dieser Studien sind die dem Hauptverband der gewerblichen Berufgenossenschaften (HVBG) im Jahre 1991 übergebenen Daten für die weitere medizinische Betreuung von mehr als 300 000 ehemaligen Beschäftigten der SAG/SDAG Wismut.

Zur Zeit liegen weltweit Daten aus 11 radonexponierten Bergarbeiterkohorten vor, deren Qualität Aussagen zum Strahlenrisiko zulassen. Die deutschen Uranbergarbeiterstudien bieten die Möglichkeit, die für Uranbergarbeiter bislang gewonnenen Erkenntnisse zum strahlenbedingten Gesundheitsrisiko an einer unabhängigen Kohorte von in etwa gleicher Größe wie die 11 bisherigen Kohorten zusammen zu überprüfen.

Diese Untersuchungen sind von großer allgemeiner Bedeutung für den Strahlenschutz. Die SSK empfiehlt daher mit großem Nachdruck, diese Untersuchungen mit der notwendigen Effizienz und einer angemessenen finanziellen und personellen Ausstattung weiterzuführen. Die Ergebnisse der deutschen Uranbergarbeiterstudien werden vorraussichtlich einen erheblichen Erkenntnisgewinn für die Strahlenforschung hervorbringen und somit eine außerordentliche Bedeutung für den Strahlenschutz haben. Die Quantität und Qualität der erhobenen Daten stellen diese Untersuchungen als weltweit einzigartig dar.

Weiterhin wird die Empfehlung ausgesprochen, die Ausstattung, die Studienorganisation und die wissenschaftliche Begleitung zur weiteren wissenschaftlichen Durchführung und Auswertung der Studie so zu institutionalisieren, dass sie langfristig und optimal durchgeführt werden kann.

Weiterführende Informationen

Band 50: Empfehlungen und Stellungnahmen der Strahlenschutzkommission 2002

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