Veröffentlicht am: Empfehlung
- Medizinische Strahlenexposition
- Notfallschutz
Maßnahmen zur Organisation und Optimierung der medizinischen Versorgung von Strahlenunfall-Patienten in der Bundesrepublik Deutschland
Empfehlung der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet in der 179. Sitzung der SSK am 04./05. Juli 2002
Veröffentlicht im BAnz Nr. 207 vom 07. November 2002
Abstract
Strahlenunfälle sind zwar seltene, aber nicht mit Sicherheit auszuschließende Ereignisse. Weltweit nahm die Anzahl von Strahlenunfällen in den letzten Jahren zwar ab, die Schwere der Strahlenunfälle, auch hinsichtlich der Zahl der Opfer pro Unfall, jedoch zu. Unkontrollierte akute Einwirkungen ionisierender Strahlung auf den Menschen sind insbesondere im Rahmen unfallartiger Ereignisse sowie ungesetzlicher Handlungen denkbar, wobei auch terroristische Anschläge in Betracht gezogen werden müssen.
Durch den zahlenmäßigen Rückgang der auf dem Gebiet der strahlenbiologischen Forschung tätigen Lehrstühle in Deutschland sowie das Auslaufen mehrerer Forschungsvorhaben besteht nach Meinung der SSK die Gefahr, dass Wissen und Kompetenz hinsichtlich des medizinischen Managements von Strahlenunfällen verloren geht.
Mit der vorliegenden Empfehlung soll an die zuständigen Ministerien appelliert werden, dieser Entwicklung in einer gemeinsamen Anstrengung entgegenzutreten. Es wird für geboten gehalten, eine medizinische Vorsorge für alle Größenordnungen von Strahlenunfällen zu treffen.