Veröffentlicht am: Stellungnahme
- Berufliche Strahlenexposition
- Optische Strahlung
- Strahlenrisiko
Grenzwerte für die Strahlenexposition der Haut beim beruflichen Umgang mit ionisierender Strahlung
Stellungnahme der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet in der 251. Sitzung der SSK am 25. Oktober 2011
Veröffentlicht im BAnz AT 10. April 2013 B6
Abstract
Im Rahmen einer neueren Auswertung der Daten der Atombombenüberlebenden aus dem Jahr 2007 analysierten Preston und seine Mitautoren das zusätzliche relative Risiko für das Auftreten von nicht-melanozytärem Hautkrebs. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit Schreiben vom 22.06.2009 die SSK beauftragt zu prüfen, ob die bisherige Begrenzung der Organdosis der Haut zusammen mit der Begrenzung der effektiven Dosis weiterhin als ein ausreichender Schutz gegen stochastische Wirkungen an der Haut angesehen werden kann und welche Schlussfolgerungen ggf. für den Strahlenschutz beruflich strahlenexponierter Personen gezogen werden müssen oder können.
Die SSK hält in ihrer Stellungnahme, die im Rahmen ihrer 251. Sitzung am 25. Oktober 2011 verabschiedet wurde, fest:
- Die neue Auswertung der Daten der Life Span Study kommt zu validen Risikoabschätzungen in Bezug auf eine homogene Exposition der Haut mit durchdringender Strahlung.
- Die neuen Analysen von Preston et al. (2007) bestätigen im Wesentlichen die bisherigen Erkenntnisse aus der Life Span Study. Eine Änderung der bestehenden Begrenzung der Organdosis für die Haut zusammen mit der Begrenzung der effektiven Dosis erscheint daher nicht angezeigt.
Bei beruflich strahlenexponierten Personen treten üblicherweise Dosis-Inhomogenitäten und unterschiedliche Expositionen für Lokalisationen mit unterschiedlicher Epidermisdicke auf. Diese liegen in der Life Span Study nicht vor. Diese Dosis-Inhomogenitäten müssten eigentlich berücksichtigt werden, wenn man die Ergebnisse der Life Span Study auf die berufliche Strahlenexposition übertragen wollte
Die Verwendung der Messgröße Hp(0,07) zur Beschreibung der lokalen Hautdosis an den Händen ist nicht optimal. Ein neues Konzept, welches beispielsweise die unterschiedliche Hautdicke an verschiedenen Lokalisationen und die damit assoziierte Dosisabschwächung in Abhängigkeit von der Strahlungsenergie berücksichtigen könnte, muss auf internationaler Ebene diskutiert werden.
Aussagekräftige Daten zur Hautexposition beim beruflichen Umgang mit ionisierender Strahlung in Deutschland liegen nur in geringem Umfang vor. Eine entsprechende Erfassung als Grundlage epidemiologischer Analysen wäre erstrebenswert.