Veröffentlicht am: Empfehlung
- Berufliche Strahlenexposition
- Spezielle Fragen
Radiologische Betrachtungen zu unkonventioneller Förderung von Erdgas (Hydraulic Fracturing – Fracking)
Empfehlung der Strahlenschutzkommission
Verabschiedet in der 270. Sitzung der SSK am 17./18. Juli 2014
Veröffentlicht im BAnz AT 10. Dezember 2014 B2
Abstract
In Deutschland wird die Einführung der Fracking-Technologie zur unkonventionellen Erdgasförderung diskutiert. Die Strahlenschutzkommission (SSK) befasste sich mit möglichen radiologischen Risiken dieser Technologie.
Basierend auf radiologischen Daten aus der konventionellen Gewinnung von Erdöl und Erdgas sieht die SSK bei der unkonventionellen Erdgasförderung mittels Fracking-Technologie keine grundsätzlich anderen Strahlenschutzaspekte. Der bisher etablierte Strahlenschutz bei natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen (NORM - Naturally Occurring Radioactive Material) ist nach Meinung der SSK auch für Rückstände geeignet, die beim Fracking erzeugt werden.
Die SSK stellt allerdings fest, dass für eine detaillierte Bewertung der Fracking-Technologie in Hinblick auf radiologische Konsequenzen noch Kenntnisse zu diversen Einzelfragen fehlen. Daher empfiehlt sie, bei einer Nutzung der Fracking-Technologie durch ein geeignetes Monitoring eine bessere Datenbasis zur Bewertung radiologischer Konsequenzen zu gewinnen.
Weitere Empfehlungen betreffen die Strahlenexpositionen für Beschäftigte und Personen der Bevölkerung bei der Entsorgung von Rückständen sowie Fragen der Umweltbewertung bei der Planung der Erdgasförderung aus gering permeablen Lagerstätten.
Die SSK weist darauf hin, dass die Fracking-Technologie auch eingesetzt wird, um kristalline Gesteine für die Gewinnung geothermischer Energie aufzuschließen (Hot-Dry-Rock-Kraftwerke). Auch in solchen Kraftwerken ist nach bisher vorliegenden Kenntnissen mit erheblichen Mengen an radiologisch relevanten Materialien (NORM) zu rechnen.