Zum Inhalt springen
Ein Beratungsgremium des
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit

Veröffentlicht am: Empfehlung

  • Berufliche Strahlenexposition
  • Strahlenrisiko

Zusammenhangswahrscheinlichkeit für strahlenbedingte Krebs- und Leukämieerkrankungen

Empfehlung der Strahlenschutzkommission

Verabschiedet in der 275. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 21. April 2015
Veröffentlicht im BAnz AT 26. November 2015 B3

DE (nicht barrierefrei) [PDF, 180 KB]

Abstract

In Deutschland stellen seit dem Jahr 1995 die „Strahlenepidemiologischen Tabellen“ eine wichtige Grundlage zur Berechnung von Verursachungswahrscheinlichkeiten bösartiger Neubildungen nach vorausgegangener Strahlenexposition dar und werden u. a. für die rechtliche Entscheidungsfindung im Berufskrankheitenrecht herangezogen.

In den letzten Jahren wurde mit Hilfe von Forschungsvorhaben und in Zusammenarbeit mit amerikanischen Arbeitsgruppen sowie dem Robert-Koch-Institut ein interaktives Programm zur Berechnung der Zusammenhangswahrscheinlichkeit einer Erkrankung und einer Strahlenexposition (ProZES) entwickelt, das auf den derzeit verfügbaren Inzidenzdaten für die japanischen Atombombenüberlebenden basiert.

Zum weiteren Vorgehen nach Beendigung der Programmentwicklung empfiehlt die SSK u. a.

  • in der Zwischenzeit erhobene neue und vollständigere Daten in das vorhandene Programm einzuarbeiten, sobald sie zugänglich sind, und
  • dem Unterschied zwischen „Verursachungswahrscheinlichkeit“ und „Zusammenhangswahrscheinlichkeit“ noch weitere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Zusammenhangswahrscheinlichkeit ist nicht allein durch die Analyse epidemiologischer Daten ermittelbar, sondern erfordert darüber hinaus Abschätzungen mit Hilfe von Modellrechnungen. Inwieweit die Unterschiede zwischen Verursachungs- und Zusammenhangswahrscheinlichkeit in der Praxis eine Rolle spielen, ist derzeit unklar und sollte daher unter der Annahme realistischer Szenarien untersucht werden.
Cookies